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Speckkäfer Bisse: Gefährlich oder harmlos? Symptome und Behandlung im Überblick
marzec 16, 2026 Silberkraft Redaktion

Speckkäfer Bisse: Gefährlich oder harmlos? Symptome und Behandlung im Überblick

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Sie wachen morgens auf, spüren ein starkes Jucken und entdecken rote, entzündete Quaddeln auf Ihrer Haut. Der erste Gedanke ist oft panisch: Bettwanzen, Flöhe oder Mücken? Doch bei der anschließenden Suche im Schlafzimmer oder Kleiderschrank entdecken Sie kleine, behaarte Larven oder ovale, dunkle Käfer. Schnell fällt der Verdacht auf sogenannte „Speckkäfer Bisse“. Doch hier liegt einer der größten und am weitesten verbreiteten Irrtümer in der Schädlingsbekämpfung vor. In diesem umfassenden Ratgeber klären wir auf, was wirklich hinter den vermeintlichen Bissen steckt, welche gesundheitlichen Gefahren von Speckkäfern und ihren Larven ausgehen und wie Sie einen Befall effektiv, nachhaltig und sicher aus Ihren Wohnräumen verbannen.

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Das Wichtigste auf einen Blick

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  • Speckkäfer beißen nicht: Weder die adulten Käfer noch ihre Larven besitzen Mundwerkzeuge, die menschliche Haut durchdringen könnten.
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  • Die wahre Ursache: Die juckenden Quaddeln werden durch eine allergische Reaktion auf die feinen Pfeilhaare (Hastisetae) der Speckkäferlarven ausgelöst.
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  • Gesundheitsrisiko: Neben Hautreizungen (Dermatitis) können die einatembaren Haare auch Atemwegsbeschwerden, allergische Rhinitis und Asthma verursachen.
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  • Verwechslungsgefahr: Die Symptome werden extrem häufig mit den Bissen von Bettwanzen oder Flöhen verwechselt.
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  • Bekämpfung: Eine erfolgreiche Beseitigung erfordert das Auffinden der Nahrungsquelle (tierische Fasern, Haare, tote Insekten), gründliche Reinigung und physikalische Maßnahmen wie Hitze oder Kälte.
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Können Speckkäfer überhaupt beißen? Der große Mythos

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Um das Phänomen der „Speckkäfer Bisse“ zu verstehen, müssen wir zunächst einen Blick auf die Biologie dieser Insekten werfen. Speckkäfer (Dermestidae) sind eine Familie der Käfer, zu der weltweit über 1.000 Arten gehören. In unseren Breitengraden sind vor allem der Gemeine Speckkäfer (Dermestes lardarius), der Teppichkäfer (Anthrenus scrophulariae), der Wollkrautblütenkäfer (Anthrenus verbasci) und der Pelzkäfer (Attagenus pellio) als Material- und Hygieneschädlinge in Haushalten relevant[1].

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Die anatomische Beschaffenheit dieser Käfer und ihrer Larven gibt eine klare Antwort auf die Frage nach den Bissen: Nein, Speckkäfer können Menschen nicht beißen. Ihre Mandibeln (Kieferwerkzeuge) sind evolutionär darauf spezialisiert, tote organische Materie zu zerkleinern. Dazu gehören Keratin (Haare, Federn, Wolle, Hautschuppen), Chitin (tote Insekten) und getrocknete Fleisch- oder Fischreste[2]. Die Mundwerkzeuge sind schlichtweg zu schwach und ungeeignet, um die intakte, lebende Haut eines Menschen zu durchdringen oder gar Blut zu saugen. Speckkäfer sind keine Parasiten, sondern Aas- und Restefresser (Nekrophagen).

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Makroaufnahme eines Speckkäfers auf einem Wollstoff. Die Mundwerkzeuge des Schädlings sind nicht in der Lage, menschliche Haut zu durchdringen.
Speckkäfer besitzen keine Beißwerkzeuge, um Menschen zu stechen oder zu beißen – sie ernähren sich von toter organischer Materie.

Die wahre Ursache: Pfeilhaare und allergische Reaktionen

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Wenn Speckkäfer nicht beißen, woher kommen dann die stark juckenden, roten Flecken, die oft in den Morgenstunden auf der Haut entdeckt werden? Die Antwort liegt in den Larven der Speckkäfer. Diese sind dicht mit verschiedenen Arten von Haaren (Setae) besetzt. Besonders tückisch sind die sogenannten Pfeilhaare (Hastisetae), die vor allem bei den Larven der Gattungen Anthrenus (Teppichkäfer) und Trogoderma vorkommen[3].

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Der mechanische und chemische Abwehrmechanismus

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Diese Pfeilhaare dienen der Larve als Verteidigungsmechanismus gegen Fressfeinde. Sie sind speerförmig aufgebaut, besitzen winzige Widerhaken und brechen bei der geringsten Berührung leicht ab. Wenn eine Speckkäferlarve über Ihr Bettlaken krabbelt oder sich in Ihrer Kleidung aufhält, verliert sie unzählige dieser mikroskopisch kleinen Haare. Auch die leeren Häute (Exuvien), die die Larven bei ihren zahlreichen Häutungen zurücklassen, sind voll von diesen Haaren[4].

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Kommen diese Haare nun in Kontakt mit der menschlichen Haut, bohren sich die feinen Widerhaken in die oberste Hautschicht. Der Körper erkennt diese Haare als Fremdkörper. Das Immunsystem reagiert daraufhin mit einer massiven Ausschüttung von Histamin. Das Resultat ist eine kontaktallergische Reaktion, die in der medizinischen Fachsprache oft als Dermestiden-Dermatitis bezeichnet wird[5]. Das klinische Erscheinungsbild dieser Dermatitis ist von echten Insektenstichen optisch kaum zu unterscheiden.

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Achtung: Kumulativer Effekt

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Die allergische Reaktion auf Speckkäferlarven-Haare kann sich mit der Zeit verschlimmern. Personen, die über Monate hinweg unbemerkt diesen Haaren ausgesetzt sind (z.B. durch einen Befall im Schlafzimmer), entwickeln oft zunehmend stärkere Hautreaktionen. Was anfangs wie ein einzelner Mückenstich aussieht, kann später zu großflächigen, nässenden Ekzemen führen[6].

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Dicht behaarte Speckkäferlarve auf einem Teppich. Die feinen Pfeilhaare lösen bei Kontakt mit der Haut allergische Reaktionen aus.
Die wahre Ursache des Juckreizes: Die mikroskopisch kleinen Pfeilhaare der Speckkäferlarven bohren sich in die oberste Hautschicht.

Symptome erkennen: Speckkäfer-Allergie vs. echte Insektenstiche

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Da die Behandlung und die Maßnahmen zur Schädlingsbekämpfung völlig unterschiedlich sind, ist es essenziell, die Hautreaktionen richtig zuzuordnen. Wie unterscheiden sich die vermeintlichen „Speckkäfer Bisse“ von echten Stichen?

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Typische Symptome der Dermestiden-Dermatitis

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  • Optik: Rote, erhabene Quaddeln oder Papeln, oft mit einem kleinen, zentralen Bläschen.
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  • Juckreiz: Extrem starker, langanhaltender Juckreiz, der oft intensiver ist als bei einem Mückenstich.
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  • Verteilung: Die Reaktionen treten meist asymmetrisch und zufällig auf. Häufig sind Stellen betroffen, an denen Kleidung eng anliegt (Bündchen, Kragen, Gürtellinie), da hier die Haare durch die Reibung in die Haut massiert werden[7].
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  • Dauer: Die Abheilung dauert oft länger als bei normalen Insektenstichen, teilweise bis zu zwei Wochen.
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Abgrenzung zu Bettwanzen und Flöhen

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Bettwanzen hinterlassen typischerweise die sogenannte „Wanzenstraße“ – mehrere Stiche in einer Reihe, da die Wanze bei Störungen ein Stück weiterkrabbelt und erneut zubeißt. Flohbisse treten gehäuft an den Unterschenkeln und Knöcheln auf und haben oft einen zentralen, blutigen Einstichpunkt. Bei der allergischen Reaktion auf Speckkäferlarven fehlt dieser Einstichkanal (Stichkanal) völlig, da die Hautoberfläche nicht durchbissen, sondern nur oberflächlich irritiert wurde[8].

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Weitere Gesundheitsrisiken durch Speckkäfer

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Die Hautreaktionen sind leider nicht das einzige gesundheitliche Problem, das von einem Speckkäferbefall ausgeht. Die feinen Haare der Larven sowie deren Kot und Häutungsreste zerfallen mit der Zeit zu einem feinen Staub, der sich mit dem normalen Hausstaub vermischt.

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Atemwegserkrankungen und Asthma

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Wenn dieser kontaminierte Hausstaub aufgewirbelt und eingeatmet wird, können die Allergene tief in die Atemwege gelangen. Das Robert Koch-Institut (RKI) und allergologische Studien weisen darauf hin, dass die Inhalation von Insektenallergenen (zu denen auch die Proteine der Speckkäfer gehören) allergische Rhinitis (Schnupfen), Bindehautentzündungen und in schweren Fällen sogar allergisches Asthma bronchiale auslösen kann[9]. Besonders gefährdet sind Kleinkinder, Asthmatiker und Personen mit einer bestehenden Hausstaubmilbenallergie, da es hier zu Kreuzreaktionen kommen kann.

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Gastrointestinale Beschwerden

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Ein weiteres, wenn auch selteneres Risiko besteht in der Kontamination von Lebensmitteln. Der Gemeine Speckkäfer (Dermestes lardarius) befällt, wie sein Name schon sagt, gerne tierische Vorräte wie Schinken, Speck, Trockenfleisch, Käse oder auch trockenes Tierfutter. Werden Lebensmittel verzehrt, die mit Larven, deren Haaren oder Kot verunreinigt sind, kann dies zu Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit und Erbrechen führen. Die feinen Widerhaken der Haare können die empfindliche Schleimhaut des Verdauungstraktes irritieren[10].

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Tipp zur Linderung der Symptome

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Wenn Sie von der Dermestiden-Dermatitis betroffen sind, widerstehen Sie dem Drang zu kratzen! Kratzen kann zu bakteriellen Sekundärinfektionen führen. Waschen Sie die betroffenen Stellen mit kühlem Wasser und einer milden Seife, um verbliebene Haare abzuspülen. Tragen Sie eine kühlende, juckreizstillende Salbe (z.B. mit Polidocanol oder leichtem Hydrocortison) auf. Bei starken Reaktionen kann die Einnahme eines rezeptfreien Antihistaminikums helfen. Konsultieren Sie bei anhaltenden Beschwerden einen Dermatologen.

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Ursachenforschung: Woher kommen die Speckkäfer?

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Um das Problem der allergischen Reaktionen dauerhaft zu lösen, müssen die Speckkäfer aus dem Wohnumfeld entfernt werden. Doch wie gelangen diese Insekten überhaupt ins Haus? Adulte Speckkäfer sind gute Flieger. Sie orientieren sich am Licht und fliegen in den Frühlings- und Sommermonaten oft durch geöffnete Fenster in Wohnungen ein. In der Natur ernähren sich die erwachsenen Käfer vieler Arten (wie der Teppichkäfer) von Pollen und Nektar. Sie suchen Gebäude lediglich auf, um einen geschützten Ort für die Eiablage zu finden[11].

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Das Weibchen legt seine Eier gezielt dort ab, wo die schlüpfenden Larven sofort Nahrung finden. Zu den bevorzugten Nahrungsquellen und Verstecken gehören:

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  • Textilien tierischen Ursprungs: Wollteppiche, Kaschmirpullover, Seide, Pelze, Lederjacken und Daunendecken.
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  • Staub- und Haaransammlungen: Dunkle Ecken unter dem Bett, hinter Fußleisten oder in Ritzen von Dielenböden, wo sich menschliche Haare, Hautschuppen und Tierhaare (Hund, Katze) sammeln.
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  • Tote Insekten: Ansammlungen von toten Fliegen oder Wespen auf dem Dachboden oder in ungenutzten Rollladenkästen.
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  • Vogel- und Wespennester: Verlassene Nester unter dem Dach oder in der Fassade sind natürliche Brutstätten für Speckkäfer, von wo aus sie in die Wohnräume einwandern[12].
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  • Tiernahrung: Offen stehendes Trockenfutter für Hunde, Katzen oder Nager, sowie Kauknochen aus getrockneter Tierhaut.
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Speckkäfer effektiv bekämpfen: Ein Schritt-für-Schritt-Plan

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Die Bekämpfung von Speckkäfern erfordert Geduld und Gründlichkeit. Da die Larven extrem lichtscheu sind, verstecken sie sich tief in Ritzen, Polstermöbeln oder unter Teppichen. Ein oberflächliches Putzen reicht hier nicht aus. Das Umweltbundesamt empfiehlt bei Materialschädlingen eine Kombination aus physikalischen Maßnahmen und strikter Hygiene[1].

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Schritt 1: Befallsherd lokalisieren

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Suchen Sie systematisch nach den Larven, deren leeren Häutungshüllen (Exuvien) und dem feinen, sandartigen Kot. Kontrollieren Sie Wollkleidung auf unregelmäßige Fraßlöcher (Kahlfraß). Überprüfen Sie dunkle Ecken im Kleiderschrank, den Bereich unter dem Bett, Fußleisten und Ritzen im Parkett. Auch das Innere von Staubsaugerbeuteln sollte kontrolliert werden, da sich Larven hier von eingesaugten Haaren ernähren können.

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Schritt 2: Gründliche Reinigung und Entsorgung

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Stark befallene Lebensmittel oder stark beschädigte Textilien sollten sofort in einem fest verschlossenen Plastikbeutel über den Hausmüll (außerhalb des Hauses) entsorgt werden. Saugen Sie alle Böden, Teppiche, Polstermöbel und Schränke extrem gründlich ab. Verwenden Sie idealerweise einen Staubsauger mit HEPA-Filter, um die allergenen Pfeilhaare nicht wieder in die Raumluft zu blasen. Entsorgen Sie den Staubsaugerbeutel danach sofort. Wischen Sie Schränke feucht aus, am besten mit etwas Essigwasser.

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Schritt 3: Physikalische Bekämpfung (Temperatur)

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Speckkäfer und ihre Larven reagieren empfindlich auf extreme Temperaturen. Diese Methode ist chemiefrei und hochwirksam[7]:

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  • Hitzebehandlung: Waschen Sie befallene oder verdächtige Textilien bei mindestens 60 °C. Für nicht waschbare Textilien eignet sich ein Durchgang im Wäschetrockner bei hoher Temperatur oder die Behandlung mit einem Dampfreiniger (Vorsicht bei empfindlichen Stoffen).
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  • Kältebehandlung: Empfindliche Textilien (wie Wolle oder Seide) können in Plastiktüten verpackt für mindestens 3 bis 4 Tage bei -18 °C in die Tiefkühltruhe gelegt werden. Dies tötet Eier, Larven und Käfer zuverlässig ab[13].
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Schritt 4: Einsatz von Kieselgur (Diatomeenerde)

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Für Ritzen in Dielenböden oder hinter Fußleisten, die mit dem Staubsauger schwer erreichbar sind, eignet sich Kieselgur (Diatomeenerde). Dieses feine Pulver aus fossilen Kieselalgen ist für Menschen und Haustiere ungiftig (Staubmaske beim Ausbringen tragen!). Wenn die Larven darüber krabbeln, verletzt das Pulver ihre schützende Wachsschicht, und sie trocknen innerhalb weniger Tage aus[14].

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Wann der Kammerjäger nötig ist

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Wenn der Befall trotz gründlicher Reinigung immer wiederkehrt, die Larven sich tief in die Bausubstanz (z.B. in die Dämmung) zurückgezogen haben oder Sie die Quelle (wie ein verstecktes Vogelnest im Dach) nicht finden können, sollten Sie einen professionellen Schädlingsbekämpfer (Kammerjäger) hinzuziehen. Dieser verfügt über spezielle Insektizide und Vernebelungstechniken, die auch tief sitzende Populationen erreichen[15].

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Prävention: So schützen Sie Ihr Zuhause vor einem Neubefall

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Ist der Befall erst einmal getilgt, gilt es, präventive Maßnahmen zu ergreifen, um eine erneute Ansiedlung von Speckkäfern zu verhindern. Die wichtigste Regel lautet: Entziehen Sie den Insekten die Nahrungsgrundlage.

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  • Kleidung richtig lagern: Waschen Sie getragene Kleidung, bevor Sie diese für längere Zeit (z.B. beim Saisonwechsel) einlagern. Hautschuppen und Schweißreste ziehen Speckkäfer magisch an. Verpacken Sie Wollpullover und Pelze in luftdichten Kleidersäcken oder Vakuumbeuteln.
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  • Fliegengitter anbringen: Da die adulten Käfer von draußen einfliegen, bieten engmaschige Fliegengitter an den Fenstern einen hervorragenden mechanischen Schutz.
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  • Regelmäßiges Saugen: Saugen Sie regelmäßig und gründlich, besonders unter Betten, Schränken und auf Teppichen. Vergessen Sie nicht die Ritzen von Polstermöbeln.
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  • Tierhaare entfernen: Wenn Sie Haustiere haben, bürsten Sie diese regelmäßig und saugen Sie Liegeplätze häufig ab, um die Ansammlung von Keratin zu minimieren.
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  • Vogelnester entfernen: Lassen Sie verlassene Vogel- oder Wespennester am Haus oder unter dem Dach zeitnah (unter Beachtung des Naturschutzes) entfernen.
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  • Lebensmittel verschließen: Lagern Sie trockene Lebensmittel und Tiernahrung in fest verschließbaren Behältern aus Glas, dickem Kunststoff oder Metall. Dünne Plastiktüten oder Papierverpackungen können von den Larven mühelos durchbissen werden[8].
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

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Können Speckkäfer Krankheiten übertragen?

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Speckkäfer sind keine Vektoren für gefährliche Infektionskrankheiten wie Viren oder Bakterien im klassischen Sinne (wie etwa Zecken oder Mücken). Das Hauptrisiko besteht in der Auslösung von Allergien, Asthma und Hautreizungen durch die Pfeilhaare der Larven sowie in der Verunreinigung von Lebensmitteln durch Kot und Häutungsreste[9].

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Wie lange überleben Speckkäferlarven ohne Nahrung?

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Speckkäferlarven sind extrem widerstandsfähig. Bei Nahrungsmangel oder ungünstigen Temperaturen können sie ihre Entwicklung verlangsamen und in eine Art Ruhestarre (Diapause) verfallen. In diesem Zustand können sie mehrere Monate, teilweise sogar über ein Jahr ohne Nahrung überleben, bis sich die Bedingungen wieder bessern[2].

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Helfen Lavendel oder Zedernholz gegen Speckkäfer?

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Ätherische Öle wie Lavendel, Zedernholz oder Teebaumöl haben eine leicht repellierende (abschreckende) Wirkung auf die adulten Käfer und können helfen, sie von Kleiderschränken fernzuhalten. Gegen einen bereits bestehenden Befall mit Larven sind diese Hausmittel jedoch völlig wirkungslos. Hier helfen nur physikalische Maßnahmen oder Insektizide.

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Sind Pheromonfallen zur Bekämpfung geeignet?

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Pheromonfallen locken durch Sexuallockstoffe ausschließlich die männlichen, adulten Käfer an. Sie eignen sich hervorragend zum Monitoring (um festzustellen, ob und wie stark ein Befall vorliegt), reichen aber zur alleinigen Bekämpfung nicht aus, da die Weibchen und die schadenverursachenden Larven nicht von der Falle erfasst werden[15].

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Warum finde ich die Larven oft im Bett?

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Das Bett bietet ideale Bedingungen für Speckkäferlarven: Es ist dunkel, warm und bietet reichlich Nahrung in Form von Hautschuppen, ausgefallenen Haaren und oft auch Hausstaubmilben (die ebenfalls von den Larven gefressen werden). Zudem bestehen viele Bettdecken oder Matratzenbezüge aus tierischen Fasern wie Schafschurwolle oder Rosshaar.

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Gehen Speckkäfer auch an Baumwolle oder synthetische Stoffe?

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Grundsätzlich können Speckkäferlarven pflanzliche Fasern (Baumwolle, Leinen) oder synthetische Fasern (Polyester) nicht verdauen. Sie fressen diese Stoffe nur dann an, wenn sie stark mit Schweiß, Hautschuppen oder Speiseresten verschmutzt sind, oder wenn sie sich auf dem Weg zu einer tierischen Nahrungsquelle durch das Material hindurchfressen müssen[1].

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Fazit

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Der Begriff „Speckkäfer Bisse“ ist ein weit verbreiteter Mythos. Die Insekten beißen nicht, sondern verursachen durch die feinen Pfeilhaare ihrer Larven allergische Hautreaktionen, die Insektenstichen zum Verwechseln ähnlich sehen. Wer die Symptome richtig deutet, kann gezielt gegen die Schädlinge vorgehen. Eine Kombination aus Ursachenforschung, penibler Hygiene, dem Einsatz von extremen Temperaturen (Hitze/Kälte) und präventiven Maßnahmen wie der luftdichten Lagerung von Textilien führt in den meisten Fällen zum Erfolg. Nehmen Sie einen Befall nicht auf die leichte Schulter, da die Allergene langfristig zu Atemwegserkrankungen führen können. Handeln Sie systematisch und scheuen Sie sich nicht, bei einem hartnäckigen Befall professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

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Quellen und Referenzen

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  1. Umweltbundesamt (UBA): Leitfaden zur Vorbeugung und Bekämpfung von Schädlingen in Innenräumen, Kapitel Materialschädlinge, 2017.
  2. \n
  3. Weidner, H., & Sellenschlo, U.: Vorratsschädlinge und Hausungeziefer: Bestimmungstabellen für Mitteleuropa, 7. Auflage, Springer-Verlag, 2010.
  4. \n
  5. Müller, G.: Schädlingsbekämpfung in der Praxis, Behr's Verlag, 2015.
  6. \n
  7. Deutsches Schädlingsbekämpfer-Verband e.V. (DSV): Fachinformationen zu Dermestidae (Speckkäfer), 2021.
  8. \n
  9. Bauer, A., et al.: Dermestiden-Dermatitis – Allergische Reaktionen auf Pfeilhaare von Speckkäferlarven, Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (JDDG), 2018.
  10. \n
  11. AWMF online: Leitlinie Kontaktallergie, Deutsche Dermatologische Gesellschaft, 2019.
  12. \n
  13. Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES): Informationen zu Speckkäfern und deren Bekämpfung, 2020.
  14. \n
  15. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Gesundheitliche Bewertung von Vorratsschädlingen im häuslichen Umfeld, 2016.
  16. \n
  17. Robert Koch-Institut (RKI): Allergien durch Insekten und Spinnentiere im Innenraum, Epidemiologisches Bulletin, 2014.
  18. \n
  19. Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL): Hygieneschädlinge in Lebensmittelbetrieben und Privathaushalten, 2022.
  20. \n
  21. Pospischil, R.: Handbuch der Hygiene- und Materialschädlinge, 2. Auflage, 2011.
  22. \n
  23. Naturschutzbund Deutschland (NABU): Umgang mit verlassenen Vogel- und Wespennestern zur Vermeidung von Sekundärschädlingen, 2019.
  24. \n
  25. DIN EN 16636: Schädlingsbekämpfungsdienstleistungen – Anforderungen und Kompetenzen, Beuth Verlag, 2015.
  26. \n
  27. Katz, M.: Biologische und physikalische Schädlingsbekämpfung, Ulmer Verlag, 2018.
  28. \n
  29. Berufsverband Deutscher Schädlingsbekämpfer (Vfös): Richtlinien zur integrierten Schädlingsbekämpfung (IPM) bei Materialschädlingen, 2020.
  30. \n
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