Fakten (kompakt)
- Die Orientalische [Schabe](/pages/lexikon/deutsche-schabe) (*Blatta orientalis*) ist ein großes peridomestisches Insekt. - Sie wird auch als Wasserkäfer oder schwarzer [Käfer](/pages/lexikon/kafer) bezeichnet. - Adulte Exemplare sind etwa 25 mm lang. - Die Körperfarbe ist glänzend dunkelbraun bis fast schwarz. - Männchen haben kurze Tegmina (Deckflügel), die etwa drei Viertel des Abdomens bedecken. - Weibchen haben rudimentäre Flügelstummel, die den Körper nicht bedecken. - Beide Geschlechter sind schlechte Flieger, können aber raue Oberflächen wie Wände erklimmen. - Nymphen durchlaufen 7 bis 10 Häutungen. - Die Entwicklung der Nymphen kann 6 bis 24 Monate dauern. - Ursprünglich stammt die Art aus Nordafrika und dem Mittelmeerraum. - Sie hat sich weltweit in gemäßigten Klimazonen verbreitet.[3] - *B. orientalis* bevorzugt kühle, feuchte Lebensräume wie Keller und Abwasserkanäle. - Weibchen produzieren Ootheken (Eikapseln) mit je 8 bis 16 Eiern. - Die Inkubationszeit der Eier beträgt 42 bis 81 Tage. - Adulte Tiere leben 1 bis 6 Monate.[3]
Die Orientalische [Schabe](/pages/lexikon/deutsche-schabe) (*Blatta orientalis*) wurde 1758 von Linnaeus wissenschaftlich erstbeschrieben und wird taxonomisch der Familie der Blattidae zugeordnet.[1][2] Der Artname *orientalis* bezieht sich auf die ursprünglich von Linnaeus angenommene Herkunft aus dem Orient, obwohl neuere Erkenntnisse das Ursprungsgebiet eher in der Region um das Schwarze Meer verorten. Zu den historischen Synonymen der Art zählen unter anderem *Blatta lucifuga* Poda, 1761, *Blatta culinaris* De Geer, 1773 sowie *Blatta secunda* Schaeffer, 1779.[3]
Die Orientalische [Schabe](/pages/lexikon/deutsche-schabe) (*Blatta orientalis*) ist eine große Schabenart mit einer einfarbig dunkelbraunen bis fast schwarzen Färbung.[3][2] Das Exoskelett weist dabei oft einen glänzenden oder fettigen Schimmer auf.[3] Adulte Männchen erreichen eine Körperlänge von 21 bis 25 mm, während die Weibchen mit 22 bis 30 mm etwas größer werden. Der Körper ist langoval geformt. Ein deutlicher Geschlechtsdimorphismus zeigt sich in der Ausbildung der Flügel: Die Vorderflügel der Männchen bedecken nur etwa zwei Drittel des Hinterleibs. Weibchen hingegen besitzen lediglich nicht funktionale Stummelflügel. Trotz der Flügelansätze sind beide Geschlechter flugunfähig, gelten jedoch als schnelle Läufer. Die Antennen sind dünn, peitschenartig und schnurförmig ausgebildet. Die flügellosen Nymphen ähneln in ihrer Form den adulten Tieren, wobei das erste Larvenstadium (L1) etwa 6 mm misst. Farblich erscheinen die Larven zunächst hellbraun und verfärben sich im Laufe der Entwicklung fast schwarz. Die abgelegten Ootheken sind etwa 10 mal 5 mm groß und wechseln ihre Farbe von rotbraun zu schwarz.[2] Im Gegensatz zur Deutschen [Schabe](/pages/lexikon/deutsche-schabe) (*[Blattella germanica](/pages/lexikon/deutsche-schabe)*) fehlen *Blatta orientalis* die charakteristischen Längsstreifen am Halsschild und sie ist deutlich größer.[3]
Die Orientalische [Schabe](/pages/lexikon/deutsche-schabe) (*Blatta orientalis*) wird als relevanter Material-, Hygiene- und Gesundheitsschädling eingestuft, der bevorzugt in feuchtwarmen Bereichen wie Großküchen, Bäckereien und Krankenhäusern auftritt.[2] Durch den Fraß an festen Materialien sowie die Verunreinigung von Lebensmitteln durch Kot und Regurgitation entstehen signifikante ökonomische und hygienische Schäden. Als mechanischer Vektor überträgt die Art diverse pathogene Mikroorganismen, darunter Bakterien wie *Salmonella* spp., *Escherichia coli*, *Shigella* spp. und *Staphylococcus aureus*. Zudem wurde die Verbreitung von Schimmelpilzen (*[Aspergillus](/pages/lexikon/giesskannenschimmel)*-Arten), Hefen (*Candida albicans*) sowie Eiern von Band- und Spulwürmern nachgewiesen.[2] Neben Infektionsrisiken enthalten die Exkremente und Häutungsreste Allergene wie Tropomyosin, die Asthma, Rhinitis und Dermatitis auslösen können.[3] Eine effektive Bekämpfung erfolgt im Rahmen eines integrierten Schädlingsmanagements (IPM), das primär auf sanitären Maßnahmen wie dem Entzug von Nahrung und der Reduktion von Feuchtigkeit basiert.[3][2] Bauliche Maßnahmen zur Abdichtung von Rissen und Fugen verhindern die Zuwanderung aus der Kanalisation oder Außenbereichen.[3] Zur chemischen Kontrolle werden in Verstecken platzierte Fraßködergel (z. B. mit Fipronil) eingesetzt, um eine Kontamination der Umgebung zu minimieren. Auch biologische Ansätze, wie der Einsatz des entomopathogenen Pilzes *Purpureocillium lilacinum*, zeigen unter Laborbedingungen hohe Mortalitätsraten.[3]