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Orientalische Schabe Blatta orientalis

Mittleres Risiko Allergen Lästling Krankheitsüberträger Physische Gefahr

Taxonomische Klassifikation

Reich Tiere (Animalia)
Stamm Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse Insekten (Insecta)
Ordnung Schaben (Blattodea)
Familie Blattidae
Gattung Blatta
Art Blatta orientalis
Wissenschaftlicher Name: Blatta orientalis Linnaeus, 1758
Akzeptierter Name
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Einleitung

Die **Orientalische [Schabe](/pages/lexikon/deutsche-schabe)** (*Blatta orientalis*) ist eine zur Familie der Blattidae zählende Insektenart, die weltweit verbreitet ist und als bedeutender Material-, Hygiene- und Gesundheitsschädling klassifiziert wird.[1][2] Die dunkelbraun bis schwarz gefärbten, glänzenden Tiere bevorzugen feuchte, dunkle Habitate wie Kanalisationen oder Keller und tolerieren kühlere Temperaturen als die [Deutsche Schabe](/pages/lexikon/deutsche-schabe).[2][3] Als mechanischer Vektor kann die Art diverse Krankheitserreger, darunter Salmonellen, *E. coli* und Schimmelpilze, auf Lebensmittel und Oberflächen übertragen.[2]

Fakten (kompakt)

- Die Orientalische [Schabe](/pages/lexikon/deutsche-schabe) (*Blatta orientalis*) ist ein großes peridomestisches Insekt. - Sie wird auch als Wasserkäfer oder schwarzer [Käfer](/pages/lexikon/kafer) bezeichnet. - Adulte Exemplare sind etwa 25 mm lang. - Die Körperfarbe ist glänzend dunkelbraun bis fast schwarz. - Männchen haben kurze Tegmina (Deckflügel), die etwa drei Viertel des Abdomens bedecken. - Weibchen haben rudimentäre Flügelstummel, die den Körper nicht bedecken. - Beide Geschlechter sind schlechte Flieger, können aber raue Oberflächen wie Wände erklimmen. - Nymphen durchlaufen 7 bis 10 Häutungen. - Die Entwicklung der Nymphen kann 6 bis 24 Monate dauern. - Ursprünglich stammt die Art aus Nordafrika und dem Mittelmeerraum. - Sie hat sich weltweit in gemäßigten Klimazonen verbreitet.[3] - *B. orientalis* bevorzugt kühle, feuchte Lebensräume wie Keller und Abwasserkanäle. - Weibchen produzieren Ootheken (Eikapseln) mit je 8 bis 16 Eiern. - Die Inkubationszeit der Eier beträgt 42 bis 81 Tage. - Adulte Tiere leben 1 bis 6 Monate.[3]

Namen & Einordnung (kurz)

Die Orientalische [Schabe](/pages/lexikon/deutsche-schabe) (*Blatta orientalis*) wurde 1758 von Linnaeus wissenschaftlich erstbeschrieben und wird taxonomisch der Familie der Blattidae zugeordnet.[1][2] Der Artname *orientalis* bezieht sich auf die ursprünglich von Linnaeus angenommene Herkunft aus dem Orient, obwohl neuere Erkenntnisse das Ursprungsgebiet eher in der Region um das Schwarze Meer verorten. Zu den historischen Synonymen der Art zählen unter anderem *Blatta lucifuga* Poda, 1761, *Blatta culinaris* De Geer, 1773 sowie *Blatta secunda* Schaeffer, 1779.[3]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Orientalische [Schabe](/pages/lexikon/deutsche-schabe) (*Blatta orientalis*) ist eine große Schabenart mit einer einfarbig dunkelbraunen bis fast schwarzen Färbung.[3][2] Das Exoskelett weist dabei oft einen glänzenden oder fettigen Schimmer auf.[3] Adulte Männchen erreichen eine Körperlänge von 21 bis 25 mm, während die Weibchen mit 22 bis 30 mm etwas größer werden. Der Körper ist langoval geformt. Ein deutlicher Geschlechtsdimorphismus zeigt sich in der Ausbildung der Flügel: Die Vorderflügel der Männchen bedecken nur etwa zwei Drittel des Hinterleibs. Weibchen hingegen besitzen lediglich nicht funktionale Stummelflügel. Trotz der Flügelansätze sind beide Geschlechter flugunfähig, gelten jedoch als schnelle Läufer. Die Antennen sind dünn, peitschenartig und schnurförmig ausgebildet. Die flügellosen Nymphen ähneln in ihrer Form den adulten Tieren, wobei das erste Larvenstadium (L1) etwa 6 mm misst. Farblich erscheinen die Larven zunächst hellbraun und verfärben sich im Laufe der Entwicklung fast schwarz. Die abgelegten Ootheken sind etwa 10 mal 5 mm groß und wechseln ihre Farbe von rotbraun zu schwarz.[2] Im Gegensatz zur Deutschen [Schabe](/pages/lexikon/deutsche-schabe) (*[Blattella germanica](/pages/lexikon/deutsche-schabe)*) fehlen *Blatta orientalis* die charakteristischen Längsstreifen am Halsschild und sie ist deutlich größer.[3]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Die Orientalische [Schabe](/pages/lexikon/deutsche-schabe) (*Blatta orientalis*) wird als relevanter Material-, Hygiene- und Gesundheitsschädling eingestuft, der bevorzugt in feuchtwarmen Bereichen wie Großküchen, Bäckereien und Krankenhäusern auftritt.[2] Durch den Fraß an festen Materialien sowie die Verunreinigung von Lebensmitteln durch Kot und Regurgitation entstehen signifikante ökonomische und hygienische Schäden. Als mechanischer Vektor überträgt die Art diverse pathogene Mikroorganismen, darunter Bakterien wie *Salmonella* spp., *Escherichia coli*, *Shigella* spp. und *Staphylococcus aureus*. Zudem wurde die Verbreitung von Schimmelpilzen (*[Aspergillus](/pages/lexikon/giesskannenschimmel)*-Arten), Hefen (*Candida albicans*) sowie Eiern von Band- und Spulwürmern nachgewiesen.[2] Neben Infektionsrisiken enthalten die Exkremente und Häutungsreste Allergene wie Tropomyosin, die Asthma, Rhinitis und Dermatitis auslösen können.[3] Eine effektive Bekämpfung erfolgt im Rahmen eines integrierten Schädlingsmanagements (IPM), das primär auf sanitären Maßnahmen wie dem Entzug von Nahrung und der Reduktion von Feuchtigkeit basiert.[3][2] Bauliche Maßnahmen zur Abdichtung von Rissen und Fugen verhindern die Zuwanderung aus der Kanalisation oder Außenbereichen.[3] Zur chemischen Kontrolle werden in Verstecken platzierte Fraßködergel (z. B. mit Fipronil) eingesetzt, um eine Kontamination der Umgebung zu minimieren. Auch biologische Ansätze, wie der Einsatz des entomopathogenen Pilzes *Purpureocillium lilacinum*, zeigen unter Laborbedingungen hohe Mortalitätsraten.[3]

Biologie & Lebenszyklus

Die Entwicklung von *Blatta orientalis* erfolgt als unvollkommene Metamorphose über Eier und Nymphenstadien zum geschlechtsreifen Insekt.[3] Die Weibchen produzieren dunkelbraune, etwa 10 mal 5 Millimeter große Ootheken, die im Durchschnitt 16 Eier enthalten. Im Laufe ihres Lebens bildet ein Weibchen etwa 8 bis 10, maximal bis zu 20 dieser Eikapseln aus. Die Dauer der Embryonalentwicklung ist stark temperaturabhängig: Sie beträgt bei 30 °C etwa 44 Tage und verlängert sich bei 22 °C auf 12 Wochen. Die schlüpfenden Larven ähneln den Adulttieren, sind jedoch flügellos und zunächst hell gefärbt, bevor sie später fast schwarz werden. Männliche Nymphen durchlaufen bis zu 7 Häutungen, während weibliche Tiere bis zu 10 Stadien absolvieren. Die gesamte Entwicklungsdauer bis zur Geschlechtsreife nimmt bei 30 °C für Männchen 4 bis 6 Monate und für Weibchen 9 bis 10 Monate in Anspruch. Bei niedrigeren Temperaturen um 22 °C verlangsamt sich das Wachstum erheblich auf 10 bis 18 Monate. Die optimale Entwicklung findet bei etwa 25 °C statt, wobei in beheizten Gebäuden meist nur eine Generation pro Jahr entsteht. Ausgewachsene Exemplare sind nachtaktiv, flugunfähig und besitzen eine durchschnittliche Lebensdauer von 5 bis 6 Monaten.[2] *Blatta orientalis* bevorzugt feuchtwarme Habitate mit mindestens 60 % relativer Luftfeuchtigkeit und ernährt sich omnivor von organischen Abfällen und stärkehaltigen Materialien.[2][3]

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Ulm, Baden-Württemberg, Deutschland

    14.01.2026

  • Frankfurt (Main) Universitätsklinikum, 60596 Frankfurt am Main, Deutschland

    10.11.2025

  • Rosensteinbrücke, 70376 Stuttgart, Deutschland

    02.11.2025

  • Hauptbahnhof, 60329 Frankfurt am Main, Deutschland

    15.09.2025

  • Germany

    10.09.2025

Daten: iNaturalist

Vorkommen & Lebensraum

Die Art stammt vermutlich aus der Region um das Schwarze Meer oder Nordafrika, wobei das genaue Ursprungsgebiet nicht abschließend geklärt ist. Durch menschliche Aktivitäten wie Handel und Schifffahrt hat *Blatta orientalis* eine weltweite Verbreitung erreicht und ist heute in gemäßigten Klimazonen etabliert.[3] Die Tiere bevorzugen kühle, feuchte Umgebungen und tolerieren niedrigere Temperaturen als andere schädliche Schabenarten, wobei das Optimum zwischen 20 und 29 °C liegt. In urbanen Gebieten besiedeln sie vorzugsweise feuchte Räume wie Keller, Kanalisationen, Abflüsse, Großküchen und Sanitärbereiche.[3][2] Im Freiland finden sie sich in geschützten, feuchten Mikrohabitaten wie Laubstreu, Mulch und Müllhaufen, oft in der Nähe von Gebäudefundamenten.[3] Das Überleben ist kritisch von hoher Luftfeuchtigkeit (oft über 60 %) und dem Zugang zu Wasser abhängig, da die Art anfällig für Austrocknung ist.[3][2] In einigen Regionen, wie dem Südwesten der USA, werden die Populationen im Außenbereich derzeit durch die invasive Turkestan-[Schabe](/pages/lexikon/deutsche-schabe) (*Periplaneta lateralis*) verdrängt, die eine höhere Toleranz gegenüber Trockenheit aufweist.[3]

Saisonalität & Aktivität

Die Orientalische [Schabe](/pages/lexikon/deutsche-schabe) (*Blatta orientalis*) ist strikt nachtaktiv und verbirgt sich tagsüber in dunklen, feuchten Spalten, um Fressfeinden und Austrocknung zu entgehen.[2][3] Biologisch betrachtet erreicht die Aktivität der Art ihren Höhepunkt im späten Frühling und Sommer.[3] Dies spiegelt sich auch im aggregierten Suchinteresse für Deutschland wider, das saisonale Spitzenwerte in den Monaten Juli und August aufweist. Im Gegensatz dazu verzeichnen die Daten für das Frühjahr (März und April) die geringsten Werte.[4] Im Vergleich zu anderen Schabenarten toleriert *Blatta orientalis* kältere Temperaturen und kann in geschützten Bereichen im Freien überwintern, sucht jedoch bei Kälte oft Schutz in Gebäuden.[2][3] In beheizten Innenräumen finden Paarung und Aktivität ganzjährig statt, wobei sich meist maximal eine Generation pro Jahr entwickelt.[2]

Wissenschaftliche Forschung & Patente

FR-2412557-A1 Chemical Unbekannt

5(3)-Hydroxy-pyrazol-(thio)phosphorsäureester-Verbindungen als Insektizide, Akarizide und Nematozide

Montedison Spa (1978)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Das Patent stellt neue chemische Verbindungen aus der Gruppe der Pyrazol-(thio)phosphorsäureester vor. Diese Substanzen wirken als Insektizide und zeigen in Tests eine spezifisch hohe Wirksamkeit gegen Blatta orientalis, die bestehenden Mitteln wie 'Pyrazothion' überlegen ist. Die Verbindungen zeichnen sich durch eine geringe Toxizität für Säugetiere aus. Die Innovation liegt in der molekularen Struktur, die ein breites Wirkungsspektrum gegen verschiedene Schädlingsklassen ermöglicht.

IT-1090365-B Chemical Erteilt

5(3)-Hydroxy-pyrazol-(thio)phosphorsäureester-Verbindungen als Insektizide, Akarizide und Nematozide

Montedison Spa (1977)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Dies ist das italienische Pendant zum vorherigen Patent und beschreibt identische chemische Wirkstoffe zur Schädlingsbekämpfung. Es werden Synthesewege und Anwendungsgebiete für neue Phosphorsäureester-Derivate aufgezeigt. Besonders hervorgehoben wird die überlegene Aktivität gegen Schaben (Blatta orientalis) im Vergleich zu Standardpräparaten. Die Anwendung erfolgt als chemisches Insektizid, das auch gegen Milben und Nematoden wirksam ist.

DE-2538470-A1 Chemical Unbekannt

Zusammensetzung zur Vernichtung von Schaben, umfassend eine Mischung aus Köder und Gift auf einem Schaumstoffträger

Baumann Peter (1975)

Relevanz: 10/10

Zusammenfassung

Dieses Patent beschreibt eine spezifische Köderformulierung zur Bekämpfung von Schaben, einschließlich Blatta orientalis. Die Kernidee besteht darin, einen Lockstoff (vorzugsweise Trockenhefeextrakt) mit einem Insektizid zu mischen und elektrostatisch auf Schaumstoffstücke aufzutragen. Diese Methode verhindert die Umweltkontamination durch Sprays und bietet eine langanhaltende Wirkung über Wochen. Die kompakten Köderträger sind besonders für lebensmittelverarbeitende Betriebe geeignet, da sie nicht zerbrechen oder verschleppt werden.

DE-1806197-A1 Chemical Unbekannt

Pestizide Zusammensetzungen enthaltend Alkoxy- oder Thioalkyloxy-Carbamate

Ciba Geigy (1968)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Beschrieben werden pestizide Zusammensetzungen auf Basis von Carbamaten, die eine starke insektizide Wirkung aufweisen. Das Patent nennt explizit Blatta orientalis als einen der Zielorganismen, gegen den das Mittel in allen Entwicklungsstadien wirkt. Die Innovation betrifft die chemische Struktur der Carbamoyl-Reste, die eine hohe Wirksamkeit bei gleichzeitiger Anwendbarkeit gegen Pilze und Nematoden (in nicht-phytotoxischen Dosen) ermöglicht. Es handelt sich um ein Breitband-Pestizid.

Quellen & Referenzen

  1. https://www.gbif.org/species/5151589
  2. https://content.behrs-online.de/wissen/document-view/kom_qm-schaedlingsbekaempfer_schaedlingsbekaempfer_011_03_02_02_01/print
  3. https://extension.psu.edu/oriental-cockroaches
  4. Suchinteresse-Zeitreihe: Orientalische Schabe (Geo: DE), aggregierte Datenanalyse.