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Rzepak Brassica napus
Szybka nawigacja
Taksonomia
Królestwo
Pflanzen (Plantae)
Typ
Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasa
Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Rząd
Brassicales (Brassicales)
Rodzina
Brassicaceae
Rodzaj
Brassica
Gatunek
Brassica napus
Nazwa naukowa
Brassica napus L.
Zaakceptowana nazwa
Einleitung
Raps (*Brassica napus*) ist eine ein- oder zweijährige krautige Pflanze aus der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae), die weltweit als bedeutende Ölfrucht kultiviert wird. Die Art ist ein Allotetraploid, der ursprünglich aus einer Hybridisierung von Rübsen (*Brassica rapa*) und Gemüsekohl (*Brassica oleracea*) hervorging. Als drittwichtigste Pflanzenölquelle der Welt liefert Raps Rohstoffe für Speiseöl, Biodiesel und industrielle Schmierstoffe, während das verbleibende Schrot als proteinreiches Tierfutter dient. Züchterisch bearbeitete Sorten mit reduzierten Gehalten an Erucasäure und Glucosinolaten sind international, insbesondere in Nordamerika, auch unter der Bezeichnung Canola bekannt.[1]
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Fakten (kompakt)
- Historische Aufzeichnungen zur Kultivierung reichen bis ins prähistorische Asien zurück, während die weite Verbreitung in Europa im 17. Jahrhundert erfolgte. - Durch Züchtungsprogramme in Kanada in den 1970er Jahren wurde der Erucasäuregehalt von ursprünglich über 45 % auf unter 2 % gesenkt. - Der Begriff „Canola“ wurde 1979 als Markenzeichen etabliert, um essbare Sorten von industriellen Hoch-Erucasäure-Typen zu unterscheiden. - Die Blüten besitzen vier kreuzförmig angeordnete Kronblätter mit einem Durchmesser von etwa 1,5 bis 2 cm sowie sechs Staubblätter. - Aus den Blüten entwickeln sich 4 bis 8 cm lange Schoten, die sich längs öffnen und jeweils 15 bis 30 Samen freigeben. - Die Samen weisen einen Ölgehalt von 40 bis 45 % des Gewichts auf.[4]
Name & Einordnung
Die Art *Brassica napus* L. wird taxonomisch der Gattung *Brassica* (Kohl) innerhalb der Familie der Brassicaceae (Kreuzblütler) zugeordnet. Der Gattungsname leitet sich vom lateinischen Begriff *brassica* ab, der historisch für Kohl und verwandte Blattgemüse verwendet wurde und in antiken italischen Sprachen verwurzelt ist. Die Bezeichnung „Raps“ sowie das englische „rapeseed“ entstammen dem lateinischen *rapa* oder *rapum* (Rübe), was auf die morphologische Ähnlichkeit der Pflanze zu Rüben verweist. Taxonomisch handelt es sich bei *Brassica napus* um eine allotetraploide Spezies (Genom AACC, 2n=38), die vor etwa 7.500 Jahren im Mittelmeerraum durch die natürliche Hybridisierung der diploiden Elternarten *Brassica rapa* und *Brassica oleracea* entstand.[1] Diese amphidiploide Herkunft grenzt die Art genetisch klar von ihren Progenitoren sowie verwandten Spezies wie *Brassica juncea* ab.[2] Innerhalb der Art werden verschiedene Formen unterschieden, wobei Ölsat-Typen häufig als var. *napus* (historisch auch var. *oleifera*) und Blatt- oder Faserformen als var. *rapifera* klassifiziert werden.[2] Der international gebräuchliche Name „Canola“ bezeichnet keine taxonomische Einheit, sondern ist ein 1978 etablierter Markenname für Züchtungen mit niedrigen Erucasäure- und Glucosinolatwerten. Dieser Begriff setzt sich als Kofferwort aus „Canada“ und „ola“ (für Öl) zusammen und dient der Unterscheidung von essbaren Qualitäten gegenüber industriellem Rapsöl.[3]
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Raps (*Brassica napus*) ist eine ein- oder zweijährige krautige Pflanze, die durch aufrechte Stängel Wuchshöhen von 0,5 bis 1,5 Metern erreicht. Die Stängel sind typischerweise kahl oder nur spärlich behaart und weisen oft eine bereifte, fleischige Textur auf, wobei sie sich im oberen Bereich stark verzweigen. Das Wurzelsystem besteht aus einer tiefreichenden Pfahlwurzel, die durch feine Faserwurzeln zur effizienten Nährstoffaufnahme ergänzt wird. Die wechselständig angeordneten Laubblätter variieren je nach Entwicklungsphase von einer grundständigen Rosette im vegetativen Stadium bis hin zu fiederspaltigen oder lanzettlichen Formen am Stängel. Die Blütenstände bilden endständige Trauben mit leuchtend gelben Blüten, die jeweils vier kreuzförmig angeordnete Kronblätter mit einem Durchmesser von 1,5 bis 2 cm und sechs Staubblätter besitzen. Nach der Bestäubung entwickeln sich die Früchte zu 4 bis 8 cm langen, schlanken Schoten (Siliquen), die bei Reife längs aufplatzen. Jede Schote enthält 15 bis 30 kugelige bis ovale Samen mit einem Durchmesser von 1,5 bis 2,5 mm und einer rötlich-braunen bis schwarzen Färbung. Die Samen zeichnen sich durch eine wabenartig netzförmige Oberfläche aus und enthalten 40 bis 45 % Öl. Im Keimlingsstadium sind die breiten, nierenförmigen Keimblätter (Kotyledonen) ein charakteristisches Merkmal zur Identifizierung.[2] Morphologisch unterscheidet sich *B. napus* von *Brassica juncea* durch breitere Blätter mit gewellten Rändern im Gegensatz zu den glatteren Blatträndern der Vergleichsart. Gegenüber *Brassica rapa* ist Raps generell wüchsiger und bildet größere Samen sowie längere Schoten aus. Eine Verwechslung mit dem Acker-Senf (*Sinapis arvensis*) lässt sich durch die glatteren Stängel des Rapses und die direkt am Stängel sitzenden Blätter ausschließen, während Acker-Senf gestielte Blätter aufweist.[2] Genetisch ist *B. napus* als Allotetraploid mit 38 Chromosomen definiert, was ihn von seinen diploiden Vorfahren abgrenzt.[2]
Beschreibung
*Brassica napus*, allgemein bekannt als Raps, ist eine krautige, ein- oder zweijährige Pflanze aus der Familie der Kreuzblütler (*Brassicaceae*), die sich durch ihren aufrechten Wuchs und leuchtend gelbe Blütenstände auszeichnet. Als allotetraploider Hybrid (Genom AACC, 2n=38) entstand die Art vor etwa 7.500 Jahren aus der Kreuzung von *Brassica rapa* und *Brassica oleracea*, was ihr eine hohe genetische Anpassungsfähigkeit verleiht.[1] Im Feldaspekt dominiert während der vegetativen Phase eine grundständige Blattrosette, die bei Winterformen eine Vernalisation durch Kältereize benötigt, um im Frühjahr in das Schossen und die Blütenbildung überzugehen. Die Stängel erreichen Wuchshöhen von bis zu 1,5 Metern, sind meist kahl und weisen oft eine charakteristische blaue Bereifung auf, die durch eine wachsartige Schicht auf der Epidermis entsteht.[1][6] Unterirdisch bildet die Pflanze ein kräftiges Pfahlwurzelsystem aus, das Nährstoffe wie Stickstoff effizient aus tiefen Bodenschichten mobilisiert und durch Wurzelexsudate mikrobielle Interaktionen fördert.[1][2] Die Blütezeit erstreckt sich in gemäßigten Breiten typischerweise von April bis Mai, wobei sich die vierzähligen, kreuzförmigen Blüten in endständigen Trauben anordnen. Aus den bestäubten Blüten entwickeln sich 4 bis 8 cm lange Schoten, die bei Reife längs aufplatzen und 15 bis 30 kugelförmige, ölhaltige Samen freigeben. Diese Samen sind 1,5 bis 2,5 mm groß, dunkel gefärbt und weisen unter dem Mikroskop eine netzartige Oberflächenstruktur auf, die sie von den kleineren Samen der *Brassica rapa* unterscheidet.[6][1] Physiologisch ist die Art an kühle, gemäßigte Klimazonen angepasst und zeigt ihre höchste Photosyntheseleistung bei Temperaturen zwischen 10 und 25 °C.[2] Ein wesentliches biochemisches Merkmal ist die Produktion von Glucosinolaten, die bei Gewebeverletzung in Isothiocyanate umgewandelt werden und als Fraßschutz gegen Herbivoren dienen.[2][3] Im Vergleich zu verwandten Arten wie *Brassica juncea* besitzt *Brassica napus* breitere Blätter mit gewellten Rändern und unterscheidet sich vom Ackersenf (*Sinapis arvensis*) durch glattere Stängel und sitzende obere Blätter.[1][7] Historisch wird zwischen industriellen Sorten mit hohem Erucasäuregehalt und modernen "Canola"-Qualitätszüchtungen unterschieden, wobei letztere durch selektive Züchtung fast frei von Erucasäure und Glucosinolaten sind.[3][1] Die Art neigt in gestörten Habitaten wie Wegrändern zur Verwilderung, bildet jedoch ohne regelmäßigen Samentrag aus der Landwirtschaft selten dauerhaft persistente Populationen.[1][5] Genetische Analysen bestätigen, dass wilde Populationen oft aus Ernteverlusten stammen und eine geringe Konkurrenzkraft gegenüber der natürlichen Vegetation aufweisen.[3] Die Bestäubung erfolgt sowohl durch Wind als auch durch Insekten, wobei Bienen den Nektar nutzen, obwohl dieser oft weniger Zucker enthält als der von Wildblumen.[1][8]
Verhalten
Obwohl *Brassica napus* als Pflanze keine aktive Fortbewegung zeigt, weist die Art spezifische physiologische Verhaltensanpassungen auf, wie etwa die Notwendigkeit einer Vernalisation bei Wintervarietäten, um durch Kälteeinwirkung vom vegetativen Wachstum zur Blüte überzugehen. Während der Wachstumsphase geben die Wurzeln aktiv Exsudate ab, die mikrobielle Interaktionen im Boden stimulieren und so die Mobilisierung von Nährstoffen erleichtern.[1] Als chemische Abwehrreaktion gegen Fressfeinde nutzt die Pflanze das Glucosinolat-System; bei Gewebeverletzungen hydrolysieren diese Verbindungen zu toxischen Isothiocyanaten, die generalistische Herbivoren abschrecken.[3] Dieser Mechanismus wirkt zudem biofumigierend, indem er durch die Freisetzung flüchtiger Substanzen bodenbürtige Pathogene und Nematoden unterdrückt.[5] In der Reproduktionsphase locken die Blüten Bestäuber wie Honigbienen an, wobei Beobachtungen zeigen, dass der Nektar von *B. napus* im Vergleich zu Wildblumen oft weniger präferiert wird. Trotz partieller Selbstkompatibilität nutzt die Art diese Interaktionen, um die Fremdbestäubung zu fördern.[5] In nicht-heimischen Umgebungen zeigt Raps ein Verhalten der Selbstaussaat und etabliert verwilderte Populationen in gestörten Habitaten wie Straßenrändern. Diese feralen Bestände sind jedoch meist nicht dauerhaft überlebensfähig und gehen ohne erneuten Samentrag durch Konkurrenznachteile gegenüber Wildarten zurück. Spezifische Interaktionen bestehen mit Schädlingen wie Erdflöhen (*Phyllotreta* spp.), die gezielt Keimlinge und Kotyledonen befallen. Als Reaktion auf abiotischen Stress wie Trockenheit können moderne Varietäten durch Anpassungen der Wurzelarchitektur und osmotische Regulation ihre Vitalität aufrechterhalten.[1]
Ökologie
Als Ruderalpflanze besiedelt *Brassica napus* ursprünglich gestörte Habitate wie Wegränder und Brachflächen im Mittelmeerraum sowie im westlichen Eurasien. Die Art bevorzugt gut durchlässige Lehmböden mit einem pH-Wert zwischen 6,0 und 7,0 und gedeiht in gemäßigten Klimazonen bei Durchschnittstemperaturen von 5 bis 25 °C.[6] Ökologisch fungiert Raps als Nahrungsquelle für Bestäuber, wobei Honigbienen dominieren, den Rapsnektar jedoch im Vergleich zu vielen Wildblumen oft weniger präferieren. Zu den bedeutendsten Herbivoren im Nahrungsnetz zählen der Rapsglanzkäfer (*Meligethes aeneus*), der Pollen und Nektar in den Knospen konsumiert, sowie verschiedene Erdfloh-Arten (*Phyllotreta* spp.), die Keimlinge defoliieren.[1] Larven des Rapserdflohs (*Psylliodes chrysocephala*) minieren zudem in den Blattstielen junger Pflanzen.[2] Zur chemischen Abwehr gegen generalistische Fressfeinde und Bodenpathogene produziert die Pflanze Glucosinolate, die bei Gewebeverletzung in toxische Isothiocyanate hydrolysieren. Diese Biofumigation kann in Fruchtfolgen die Dichte von Unkrautsamen und Nematoden unterdrücken.[3] In der Konkurrenz mit Wildpflanzen zeigt verwilderter Raps eine geringe Fitness und bildet ohne landwirtschaftlichen Sameneintrag meist keine dauerhaften Populationen, obwohl Genfluss zu Verwandten wie *Brassica rapa* möglich ist. Im Wurzelbereich interagiert die Pflanze mit Pathogenen wie *Plasmodiophora brassicae*, dem Erreger der Kohlhernie, welcher Wurzelgallen induziert und die Wasseraufnahme beeinträchtigt.[1]
Bedeutung, Schäden & Prävention
Als Kulturpflanze ist *Brassica napus* primär ein Nützling, kann jedoch als Ausfallraps in Folgekulturen zum Unkraut werden und Genfluss zu wilden Verwandten ermöglichen. Zu den wirtschaftlich bedeutendsten Krankheiten zählt die Kohlhernie (*Plasmodiophora brassicae*), die Wurzelgallen bildet und Ernteverluste von 50 bis zu 100 % verursachen kann. Die Weißstängeligkeit (*Sclerotinia sclerotiorum*) führt zu weiß-grauen Stängelläsionen und vorzeitigem Aufplatzen der Schoten, was Erträge unbehandelt um 20 bis 50 % reduziert. Tierische Schädlinge wie Erdflöhe (*Phyllotreta* spp.) bedrohen Bestände bereits im Keimblattstadium durch massiven Lochfraß. Der Rapsglanzkäfer (*Meligethes aeneus*) frisst Pollen und Nektar in den Knospen, was zum Abwurf der Blütenanlagen führt.[1] Larven des Rapserdflohs (*Psylliodes chrysocephala*) minieren zudem in den Blattstielen und schwächen die Winterhärte der Pflanzen.[8] Gesundheitlich relevant war historisch der hohe Erucasäuregehalt, der durch Züchtung von Qualitätsraps (Canola) auf unter 2 % gesenkt wurde, um kardiale Risiken für Mensch und Tier auszuschließen.[1] Die in der Pflanze enthaltenen Glucosinolate wirken bei der Einarbeitung von Ernterückständen durch Biofumigation unterdrückend auf bodenbürtige Pathogene.[3] Zur Prävention ist im integrierten Pflanzenschutzes (IPM) eine Fruchtfolge von mindestens vier Jahren essenziell, um Krankheitszyklen zu unterbrechen. Ein effektives Monitoring nutzt Schadschwellen, wie beispielsweise 25 % befallene Knospen für Rapsglanzkäfer oder 20 % Entlaubung für Erdflöhe, um den Insektizideinsatz zu steuern.[1] Bei gentechnisch veränderten Sorten ermöglicht Herboidtoleranz pfluglose Bodenbearbeitung, was die Bodenerosion mindert, jedoch ein striktes Resistenzmanagement erfordert.[2] Ausfallraps muss konsequent bekämpft werden, da er als Wirt für Krankheiten dient und die Persistenz von Schaderregern in der Fruchtfolge fördert.[1]
Wirtschaftliche Bedeutung
Raps ist weltweit die drittwichtigste Quelle für Pflanzenöl und erreichte im Wirtschaftsjahr 2023/2024 eine globale Produktion von rund 90 Millionen Tonnen.[1] Der globale Markt für Rapsöl wurde 2023 auf etwa 25,06 Milliarden US-Dollar geschätzt, wobei ein jährliches Wachstum von rund 5 % prognostiziert wird.[2] Die wirtschaftliche Nutzung erstreckt sich auf Speiseöle, proteinreiches Tierfutter sowie industrielle Anwendungen wie Schmierstoffe und die Biodieselproduktion, die in der EU fast 50 % der auf Biomasse basierenden Dieselherstellung ausmacht.[1][9] Das bei der Ölpressung anfallende Rapsmehl ist das zweitwichtigste gehandelte Proteinfuttermittel weltweit und trägt in vielen Produktionssystemen über 50 % zum Gesamtwert der Ernte bei. Erhebliche wirtschaftliche Schäden entstehen durch Krankheiten wie die Kohlhernie (*Plasmodiophora brassicae*), die bei schwerem Befall Ertragsverluste von bis zu 50 % verursachen kann. Auch die Weißstängeligkeit (*Sclerotinia sclerotiorum*) führt ohne Bekämpfungsmaßnahmen zu Ertragseinbußen von 20 bis 50 %, wie Daten aus Deutschland und dem Vereinigten Königreich belegen.[1] Unkrautkonkurrenz durch Arten wie den Ackersenf (*Sinapis arvensis*) kann bereits bei einer Dichte von zehn Pflanzen pro Quadratmeter den Ertrag um 20 % mindern.[7] Zur Sicherung der Erträge werden in Ländern wie Kanada auf über 95 % der Anbaufläche herbizidtolerante Sorten eingesetzt, was den Herbizideinsatz um etwa 10 % reduzierte und bodenschonende Anbauverfahren ermöglichte.[1] Historisch war *Brassica napus* vor allem als Industrieöl für Lampen und Schmierstoffe von Bedeutung, bevor züchterische Innovationen in den 1970er Jahren den Markt für Speiseöle öffneten.[2]
Biologie & Lebenszyklus
Brassica napus ist eine ein- oder zweijährige krautige Pflanze, deren Lebenszyklus in eine vegetative und eine reproduktive Phase unterteilt ist.[2] Winterraps benötigt eine Vernalisation von 4 bis 6 Wochen bei 0–10 °C, um nach der herbstlichen Rosettenbildung im Frühjahr das Schossen und Blühen zu initiieren.[1] Sommerformen vollenden ihren Zyklus hingegen in einer einzigen Saison ohne diesen Kältereiz und priorisieren schnelle Biomasseakkumulation. Die Keimung erfolgt aus kugelförmigen, 1,5 bis 2,5 mm großen Samen, woraufhin sich ein Wurzelsystem mit einer tiefen Pfahlwurzel entwickelt.[2] Diese Wurzelarchitektur ermöglicht der Pflanze den Zugang zu Feuchtigkeit im Unterboden und verleiht ihr eine gewisse Trockenheitsresistenz.[5] Physiologisch liegt das Temperaturoptimum für die Photosynthese zwischen 10 und 25 °C, wobei vegetative Rosetten Kälte bis zu -10 °C tolerieren.[2][5] Die Blütezeit in gemäßigten Regionen erstreckt sich meist von April bis Mai, wobei sich leuchtend gelbe, kreuzförmige Blüten in endständigen Trauben bilden.[2] Die Bestäubung erfolgt sowohl durch Insekten, insbesondere Honigbienen, als auch durch Selbstbestäubung, wobei Fremdbestäubungsraten variieren können.[5] Nach der Befruchtung entwickeln sich 4 bis 8 cm lange Schoten (Siliquen), die bei der Reife längs aufplatzen und 15 bis 30 ölhaltige Samen freisetzen.[2] Raps produziert Glucosinolate als sekundäre Pflanzenstoffe, die bei Gewebeverletzung zu Isothiocyanaten hydrolysieren und als Fraßschutz gegen Generalisten wirken. Zu den spezifischen Fressfeinden zählen Erdflöhe (*Phyllotreta* spp.), die Keimlinge und Kotyledonen defoliieren. Der Rapsglanzkäfer (*Meligethes aeneus*) ernährt sich als Imago von Pollen und Nektar in den Knospen, was zum Abwurf der Blütenanlagen führt. Larven des Rapserdflohs (*Psylliodes chrysocephala*) minieren in den Blattstielen und erhöhen die Mortalität der Pflanzen im Winter. Pilzliche Pathogene wie *Plasmodiophora brassicae* verursachen Gallenbildungen an den Wurzeln, welche die Wasseraufnahme blockieren und zu Ertragsverlusten führen.[1] Die Pflanze geht keine symbiotische Stickstofffixierung ein, nutzt aber Wurzelexsudate zur Interaktion mit Bodenmikroben für die Nährstoffmobilisierung.[2] Hybridisierungen mit wilden Verwandten wie *Brassica rapa* sind möglich, wobei Hybriden oft eine reduzierte Fitness aufweisen.[5]
Vorkommen & Lebensraum
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von *Brassica napus* umfasst den Mittelmeerraum sowie das westliche Eurasien, wo die Art in Küstenregionen und atlantisch geprägten Gebieten natürlich vorkommt. Die Entstehung der Art als Allotetraploid wird vor etwa 7.500 Jahren in der mediterranen Region verortet. Heute konzentriert sich das Hauptvorkommen auf die gemäßigten Breiten der Nordhalbkugel, wobei Kanada, die Europäische Union, China und Indien die primären Anbaugebiete darstellen.[1] Die Pflanze bevorzugt gemäßigte Klimazonen mit Durchschnittstemperaturen zwischen 5 und 25 °C.[2] Optimale Wuchsbedingungen bieten gut durchlässige, lehmige Böden mit einem pH-Wert von 6,0 bis 7,0, während Staunässe oder extreme Trockenheit gemieden werden.[3] Außerhalb landwirtschaftlicher Flächen besiedelt der Raps als Neophyt oder verwilderte Kulturpflanze weltweit gestörte Habitate wie Straßenränder, Bahndämme, Feldsäume und städtische Brachflächen.[5] Solche Ruderalvorkommen entstehen häufig durch Saatgutverluste während der Ernte oder des Transports und etablieren sich insbesondere in Nordamerika, Australien und Europa.[1] Diese verwilderten Populationen verhalten sich meist als Winterannuelle, zeigen jedoch ohne erneuten Samenteintrag oft nur eine geringe Persistenz und Konkurrenzkraft gegenüber der etablierten Vegetation.[5] Das invasive Potenzial wird als moderat eingestuft, da sich beständige Bestände fast ausschließlich auf gestörte Standorte beschränken.[2] Historisch breitete sich die Art von Indien, wo sie bereits um 2000 v. Chr. kultiviert wurde, über Handelsrouten nach China und Japan aus, bevor sie im 13. Jahrhundert in Europa systematisch angebaut wurde.[1] In den gemäßigten Zonen ermöglicht eine ausgeprägte Kältetoleranz das Überwintern der Rosettenstadien auch bei Temperaturen bis zu -10 °C.[2]
Saisonalität & Aktivität
Der Lebenszyklus von Winterraps (*Brassica napus*) beginnt in gemäßigten Breiten mit der Aussaat zwischen Mitte August und Mitte September, um vor der Winterruhe ein vegetatives Rosettenstadium zu erreichen. Für den Übergang in die generative Phase ist eine Vernalisation erforderlich, die eine Kälteperiode von 4 bis 6 Wochen bei Temperaturen zwischen 0 und 10 °C umfasst. Während dieser Überwinterungsphase sind die Pflanzen kältetolerant und können Temperaturen bis zu -10 °C überstehen. Im Frühjahr erfolgt das Längenwachstum des Stängels, gefolgt von der Hauptblütezeit, die typischerweise in den Monaten April und Mai liegt. Physiologisch zeigt die Pflanze ihre höchste Aktivität und Photosyntheseeffizienz in einem Temperaturbereich von 10 bis 25 °C. Die Samenreifung und Ernte finden in der Regel im Sommer, vorwiegend im Juli und August, statt. Das Auftreten von Schädlingen ist eng an diese phänologischen Phasen gekoppelt: Erdflöhe (*Phyllotreta* spp.) und der Raps-Erdfloh (*Psylliodes chrysocephala*) schädigen Keimlinge und junge Pflanzen primär im Herbst. Im Gegensatz dazu treten Rapsglanzkäfer (*Meligethes aeneus*) im Frühjahr während der Knospen- und Blütezeit auf, um Pollen und Nektar zu konsumieren.[1] Das öffentliche Suchinteresse spiegelt diese biologische Saisonalität wider und verzeichnet in den Blütemonaten April und Mai die höchsten Werte.[4]
Występowanie i aktualne obserwacje w Niemczech
Źródła i odniesienia
- https://www.sciencedirect.com/topics/agricultural-and-biological-sciences/brassica-napus
- https://academic.oup.com/g3journal/article/10/10/3687/6053571
- https://www.saturdayeveningpost.com/2020/11/in-a-word-the-creation-of-canola-oil/
- Suchinteresse-Zeitreihe (aggregiert)
- https://besjournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/j.1365-2664.2007.01358.x
- https://inspection.canada.ca/en/plant-varieties/plants-novel-traits/applicants/directive-94-08/biology-documents/brassica-napus
- http://www.ontario.ca/document/weed-identification-guide-ontario-crops/wild-mustard
- https://besjournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/1365-2664.70105
- https://biofuels-news.com/news/rapeseed-remains-dominant-feedstock-in-biodiesel-production/