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Wiśniowy laur Prunus laurocerasus

Wiśniowy laur

Taksonomia

Królestwo Pflanzen (Plantae)
Typ Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasa Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Rząd Rosales (Rosales)
Rodzina Rosaceae
Rodzaj Prunus
Gatunek Prunus laurocerasus
Nazwa naukowa Prunus laurocerasus L.
Zaakceptowana nazwa

Einleitung

Der Kirschlorbeer (*Prunus laurocerasus*) ist ein immergrüner Strauch oder kleiner Baum aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae), der ursprünglich in Südosteuropa und Vorderasien beheimatet ist.[1][2] Aufgrund seines dichten Wuchses wird er weltweit als Ziergehölz genutzt, gilt jedoch in einigen Regionen als invasiv und ist in allen Pflanzenteilen durch cyanogene Glykoside giftig.[2][3] Von der ähnlichen Portugiesischen Lorbeerkirsche (*Prunus lusitanica*) unterscheidet sich die Art vor allem durch ihre breiteren Blätter und die grünen Blattstiele.[1] Historisch wurde das Taxon auch unter Synonymen wie *Laurocerasus officinalis* oder *Cerasus laurocerasus* geführt.[4]

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Fakten (kompakt)

- Die Einführung der Art aus der Türkei nach Westeuropa datiert auf das 16. Jahrhundert. - Taxonomisch wird *Prunus laurocerasus* der Ordnung Rosales und der Klasse Magnoliopsida zugeordnet. - Zu den wissenschaftlichen Synonymen zählen *Cerasus laurocerasus* (L.) Dum.Cours. sowie *Laurocerasus officinalis* M.Roem. - Die Laubblätter weisen eine glänzend dunkelgrüne Oberseite und eine deutlich blassere Unterseite auf. - An der Blattbasis befinden sich zwei kleine Drüsen. - Die Blattränder sind entweder fein gezähnt oder fast ganzrandig ausgebildet. - *Prunus laurocerasus* zeichnet sich durch eine Resistenz gegen Wildverbiss durch Hirsche aus. - Die Pflanze toleriert eine große Bandbreite an pH-Werten im Boden. - Die Winterhärte der Art entspricht den USDA-Klimazonen 6 bis 8. - Neben anderen Sorten wird der Kultivar 'Schipkaensis' aufgrund seines kompakten Wuchses kultiviert.[7]

Name & Einordnung

Die Art *Prunus laurocerasus* wurde erstmals im Jahr 1753 von Carl von Linné in dessen fundamentalem Werk *Species Plantarum* formal beschrieben und der Gattung *Prunus* zugeordnet.[5][2] Der Gattungsname *Prunus* leitet sich vom lateinischen Wort *prunum* für die Pflaume ab und verweist auf die Zugehörigkeit zu den Steinobstgewächsen. Das Art-Epitheton *laurocerasus* ist ein lateinisches Kompositum aus *laurus* (Lorbeer) und *cerasus* (Kirsche), was auf die lorbeerartigen, immergrünen Blätter in Kombination mit der botanischen Verwandtschaft zur Kirsche anspielt. Historisch wurde die Pflanze teilweise in eigenständige Gattungen gestellt, woraus Synonyme wie *Cerasus laurocerasus* (L.) Dum.Cours. und *Laurocerasus officinalis* M.Roem. resultierten.[5][4] Innerhalb der Systematik wird die Art heute als Typusart des Untergenus *Laurocerasus* geführt, welches sich durch den immergrünen Habitus und traubige Blütenstände auszeichnet.[5] Im deutschsprachigen Raum hat sich die Bezeichnung „Kirschlorbeer“ etabliert, die direkt die wissenschaftliche Namensgebung widerspiegelt.[3] International sind Trivialnamen wie „cherry laurel“ oder „English laurel“ gebräuchlich.[1] Die Einführung nach Westeuropa erfolgte im 16. Jahrhundert aus der Schwarzmeerregion und der Türkei, wobei der Botaniker Carolus Clusius die Pflanze bereits 1576 dokumentierte und verbreitete.[2] Phylogenetische Betrachtungen bestätigen die Einordnung in ein weit gefasstes *Prunus*-Konzept (*Prunus* sensu lato), wenngleich die Art früher oft separat als *Laurocerasus* behandelt wurde.[5]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Prunus laurocerasus wächst als immergrüner Strauch oder kleiner Baum und erreicht typischerweise Wuchshöhen von 3 bis 6 Metern.[1][3] Die Krone ist dicht, pyramidal bis rundlich geformt und breitet sich oft ebenso weit aus wie die Höhe der Pflanze. Die Rinde färbt sich rötlich-braun bis grau-braun und blättert an älteren Stämmen oft in horizontalen Streifen ab. Das Wurzelsystem ist flach und faserig ausgebildet, was der Pflanze eine hohe Konkurrenzkraft um Ressourcen verleiht.[3] Die wechselständigen, einfachen Laubblätter sind ledrig, lanzettlich bis elliptisch geformt und messen 5 bis 15 cm in der Länge.[1][3] Oberseits sind die Blätter glänzend dunkelgrün, während die Unterseite blasser erscheint und eine prominente Mittelrippe aufweist. Ein wichtiges Bestimmungsmerkmal sind die zwei kleinen Drüsen an der Blattbasis nahe dem Blattstiel sowie der fein gesägte bis fast ganzrandige Blattrand. Die zwittrigen, weißen Blüten sind etwa 6 mm breit, duften stark und besitzen 4 bis 5 Kronblätter sowie zahlreiche Staubblätter.[3] Sie stehen in aufrechten, achselständigen Trauben von 5 bis 15 cm Länge zusammen und blühen von April bis Mai.[1][3] Aus den Blüten entwickeln sich glänzende, runde bis eiförmige Steinfrüchte mit einem Durchmesser von 1 bis 2 cm.[3] Diese Früchte reifen im Sommer von Rot zu Schwarz-Lila und umschließen einen einzelnen harten Steinkern.[1][3] Zuchtformen variieren in der Morphologie; so zeichnet sich die Sorte 'Otto Luyken' durch einen kompakten Wuchs und schmalere Blätter aus, während 'Etna' durch bronzeroten Neuaustrieb auffällt.[3][2] Verwechslungsgefahr besteht mit dem Portugiesischen Kirschlorbeer (*Prunus lusitanica*), der jedoch kleinere Blätter mit gewelltem Rand und auffällig rötliche Blattstiele besitzt.[1] Im Gegensatz dazu hat *Prunus caroliniana* kleinere Früchte, die bei Trocknung aufspringen, sowie kürzere Blütenstände.[5] Von der Stechpalme (*Ilex aquifolium*) unterscheidet sich die Art durch das Fehlen stacheliger Blattränder und roter Beeren.[1] Gegenüber *Viburnum tinus* ist *P. laurocerasus* durch die wechselständige Blattstellung und die traubigen Blütenstände eindeutig abgegrenzt.[1]

Beschreibung

Der Kirschlorbeer (*Prunus laurocerasus*) ist ein kräftig wachsender, immergrüner Strauch oder kleiner Baum aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae), der sich durch seinen dichten, ausladenden Habitus und seine grob texturierte Belaubung auszeichnet.[1][2] Als Typusart der Untergattung *Laurocerasus* unterscheidet er sich von anderen *Prunus*-Arten durch die Kombination aus immergrünem Laub und traubigen Blütenständen.[5] In seinem natürlichen Verbreitungsgebiet, das von der Schwarzmeerregion über den Kaukasus bis in den Nordiran reicht, wächst die Art bevorzugt als Unterholzkomponente in feuchten Laub- und Mischwäldern, oft vergesellschaftet mit Buchen (*Fagus*) und Eichen (*Quercus*). Dort besiedelt die Pflanze Höhenlagen vom Meeresspiegel bis auf etwa 1.500 Meter und bildet oft mehrstämmige Strukturen, die Höhen von bis zu 6 Metern erreichen können.[1][2] Eine bedeutende anatomische Anpassung sind die extrafloralen Nektarien an der Blattbasis nahe dem Blattstiel, die für die Art charakteristisch sind.[3] Biochemisch zeichnet sich die Pflanze durch den hohen Gehalt an cyanogenen Glykosiden wie Prunasin und Amygdalin aus, die bei Gewebeverletzung Blausäure freisetzen und als Fraßschutz dienen.[5][6] Spezifische Enzyme aus den Blättern, sogenannte (R)-Hydroxynitril-Lyasen, wurden isoliert und finden aufgrund ihrer katalytischen Eigenschaften industrielle Anwendung. Die Rinde älterer Stämme ist rötlich-braun bis grau-braun und blättert oft in horizontalen Streifen ab.[3] Die Art ist zwittrig, wobei die bestäubten weißen Blüten im Sommer zu glänzenden, kugelig-eiförmigen Steinfrüchten heranreifen, die sich von Rot zu Schwarz verfärben.[1][2] Die Vermehrung erfolgt generativ durch Samenverbreitung via Vögel sowie vegetativ durch Wurzelbrut und Basaltriebe, was eine rasche klonale Ausbreitung ermöglicht.[2] Historisch wurde die Art erstmals 1753 von Carl von Linné beschrieben; das Epitheton *laurocerasus* verweist auf die lorbeerartigen Blätter und kirschartigen Früchte.[4][5] Im 16. Jahrhundert durch den Botaniker Carolus Clusius in Westeuropa eingeführt, etablierte sich die Pflanze rasch in formalen Gärten.[2] Im Vergleich zum ähnlichen Portugiesischen Kirschlorbeer (*Prunus lusitanica*) besitzt *P. laurocerasus* größere Blätter mit grünen statt rötlichen Blattstielen und bildet keine natürlichen Hybriden mit diesem.[1] Von der amerikanischen Art *Prunus caroliniana* unterscheidet er sich durch fleischige Früchte, die im Gegensatz zu den aufspringenden Steinen der Verwandten intakt bleiben.[5] Aufgrund seines flachen, aber konkurrenzstarken Wurzelsystems und schnellen Wachstums kann er in invasiven Kontexten dichte Dickichte bilden, die die native Vegetation verdrängen.[2][5]

Verhalten

Das Verhalten von *Prunus laurocerasus* ist primär durch aggressive Wachstumsstrategien und chemische Abwehrmechanismen geprägt. Die Art bildet dichte, monospezifische Dickichte, die durch starke Beschattung und Ressourcenkonkurrenz die Keimung und das Wachstum heimischer Unterholzarten unterdrücken.[1][2] Die vegetative Ausbreitung erfolgt klonal über Wurzelausläufer und Basaltriebe, was eine rasche Kolonisierung gestörter Böden und Waldränder ermöglicht. Als chemisches Abwehrverhalten gegen Fressfeinde speichert die Pflanze in Blättern und Samen cyanogene Glykoside wie Prunasin und Amygdalin.[5] Bei mechanischer Verletzung des Gewebes, etwa durch Herbivorenfraß, katalysieren Enzyme (Hydroxynitril-Lyasen) die sofortige Freisetzung von toxischem Cyanwasserstoff.[3][6] Zur geschlechtlichen Fortpflanzung interagiert *Prunus laurocerasus* mit Insekten, die durch duftende, weiße Blütenstände im Frühjahr angelockt werden.[1] Die räumliche Ausbreitung der Samen wird durch frugivore Vögel gewährleistet, welche die Früchte verzehren und die unverdauten Kerne über weite Distanzen ausscheiden.[5] Durch das immergrüne Laub behält die Pflanze ganzjährig ihre photosynthetische Aktivität bei, was ihr in schattigen Habitaten einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil verschafft.[1]

Ökologie

In seinem nativen Verbreitungsgebiet fungiert *Prunus laurocerasus* als immergrünes Unterholzelement in Mischwäldern, oft vergesellschaftet mit Eichen (*Quercus*) und Buchen (*Fagus*). Die Art bevorzugt feuchte, gut durchlässige und humusreiche Böden in schattigen Lagen von Meereshöhe bis auf etwa 1.500 Meter.[5] In eingeführten Regionen bildet die Pflanze dichte, monospezifische Dickichte, die durch starke Beschattung die heimische Unterwuchsvegetation verdrängen. Diese Dominanzbestände verändern zudem die abiotischen Bodeneigenschaften, indem sie die Verfügbarkeit von Feuchtigkeit und Nährstoffen für andere Arten reduzieren.[2] Die Ausbreitung erfolgt primär durch frugivore Vögel, die die Früchte konsumieren und die lebensfähigen Samen über weite Distanzen ausscheiden. Ergänzend nutzt der Strauch vegetative Vermehrungsstrategien wie Wurzelausläufer und Stockausschläge, um sich rasch klonal auszudehnen, besonders an gestörten Standorten wie Waldrändern.[5] Während der Blütezeit von April bis Mai ziehen die duftenden Blütenstände zahlreiche Insektenbestäuber an.[1] Zum Schutz vor Herbivoren enthalten alle Pflanzenteile cyanogene Glykoside wie Prunasin, die bei Beschädigung Blausäure freisetzen und *Prunus laurocerasus* weitgehend resistent gegen Wildverbiss machen.[6][5] Trotz dieser chemischen Abwehr wird die Art von spezifischen Schädlingen wie der Schildlaus *Pseudaulacaspis prunicola* oder dem Schrotschuss-Pilz *Stigmina carpophila* befallen.[3][2]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Prunus laurocerasus wird je nach Standort als wertvolles Ziergehölz oder invasiver Schädling klassifiziert, da die Art in Regionen wie dem pazifischen Nordwesten und Westeuropa dichte Monokulturen bildet, die die heimische Vegetation verdrängen und Bodeneigenschaften verändern.[2][5] Medizinisch relevant ist die hohe Toxizität aller Pflanzenteile, insbesondere der Blätter und Samen, die cyanogene Glykoside wie Prunasin und Amygdalin enthalten und bei Beschädigung Blausäure freisetzen. Eine Ingestion kann bei Menschen zu Übelkeit, Atemnot und Krämpfen führen, wobei die letale Dosis für Kinder bereits bei etwa zehn Früchten liegen kann. Für Weidetiere und Haustiere besteht Lebensgefahr durch den Verzehr von Schnittgut, da Wiederkäuer die Giftstoffe besonders effizient aufspalten.[6] Abseits der Toxizität beschreiben Patente die Nutzung von Fruchtextrakten zur Behandlung von Lebererkrankungen sowie die industrielle Gewinnung von Enzymen aus den Blättern. Als Befallsanzeichen am Strauch selbst gelten Löcher in den Blättern durch die Schrotschusskrankheit (*Stigmina carpophila*) oder weißer Belag durch die Schildlaus *Pseudaulacaspis prunicola*.[3] Zur Prävention einer invasiven Ausbreitung sollte auf Anpflanzungen in der Nähe von sensiblen Ökosystemen verzichtet und Fruchtstände vor der Verbreitung durch Vögel entfernt werden.[2][5] Das Management etablierter Bestände erfordert oft eine Kombination aus mechanischem Rückschnitt und chemischer Bekämpfung, etwa durch das Bestreichen frischer Stümpfe mit Herbiziden wie Glyphosat oder Triclopyr.[5] Rein mechanische Maßnahmen sind häufig unzureichend, da die Pflanze über Wurzelbrut und Stockausschläge massiv regeneriert.[2][5] Aufgrund dieser Risiken erließ die Schweiz 2024 ein Verkaufs- und Importverbot, während in Deutschland ab 2025 ähnliche regulatorische Maßnahmen diskutiert werden.[2]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die wirtschaftliche Bedeutung von *Prunus laurocerasus* liegt primär in seiner weiten Verbreitung als Ziergehölz für Hecken und Sichtschutz, wobei zahlreiche Sorten wie 'Otto Luyken' kommerziell in Baumschulen produziert werden.[1][3] In Regionen wie dem pazifischen Nordwesten und Großbritannien verursacht die Art jedoch ökonomische Schäden als invasive Pflanze, die heimische Vegetation verdrängt und kostenintensive Bekämpfungsmaßnahmen durch mechanischen Schnitt und Herbizideinsatz erfordert.[5] Aufgrund dieser ökologischen Risiken sowie der Toxizität verhängte die Schweiz im Jahr 2024 ein Verkaufs- und Importverbot, während in Deutschland ab 2025 ähnliche Handelsbeschränkungen diskutiert werden.[2][5] Der hohe Gehalt an cyanogenen Glykosiden führt zu wirtschaftlichen Verlusten in der Landwirtschaft durch tödliche Vergiftungen von Weidevieh, insbesondere Rindern, Schafen und Pferden, nach dem Verzehr von Schnittgut.[6][3] Solche Vorfälle erfordern tierärztliche Interventionen und den Einsatz von Antidoten wie Hydroxocobalamin.[6] Kommerziell spielt das rosagraue Holz eine nur geringe Nischenrolle in der Drechslerei zur Fertigung von Werkzeuggriffen und Gravurarbeiten. Historisch wurden die Blätter zur Herstellung von Kirschlorbeerwasser destilliert, das als Sedativum und Aromastoff gehandelt wurde, bis es aufgrund von Sicherheitsrisiken obsolet wurde.[5] In der modernen Biotechnologie werden Enzyme (Hydroxynitril-Lyasen) aus den Blättern extrahiert, um als Biokatalysatoren bei der industriellen Herstellung von Cyanohydrinen zu dienen.[3] Zudem zeigen die Samen experimentelles Potenzial als Rohstoff für die Biokraftstoffproduktion, wobei durch Pyrolyse bis zu 39,3 % Bioflüssigkeit gewonnen werden können.[5]

Biologie & Lebenszyklus

Prunus laurocerasus ist ein immergrüner Strauch oder kleiner Baum, der Wuchshöhen von 3 bis 6 Metern erreicht und durch ein schnelles Wachstum von etwa 63 cm pro Jahr gekennzeichnet ist.[1][2] Die Blütezeit erstreckt sich von April bis Mai, wobei die zwittrigen, weißen Blüten in 5 bis 15 cm langen, aufrechten Trauben angeordnet sind. Diese duftenden Blüten werden von Insekten bestäubt. Nach der Befruchtung entwickeln sich kugelige bis eiförmige Steinfrüchte mit einem Durchmesser von 1 bis 2 cm, die im Sommer von Rot zu Schwarz-Lila reifen.[5] Jede Frucht enthält einen einzelnen harten Samen, dessen Ausbreitung primär durch frugivore Vögel erfolgt, die das Fruchtfleisch verzehren und die Samen über weite Distanzen ausscheiden. Neben der generativen Vermehrung besitzt die Art eine ausgeprägte Fähigkeit zur vegetativen Reproduktion über Wurzelausläufer und Basaltriebe, was eine schnelle klonale Ausbreitung ermöglicht.[2] Physiologisch zeichnet sich die Pflanze durch ihre ledrigen Blätter aus, die cyanogene Glykoside wie Prunasin und Amygdalin enthalten. Diese Verbindungen setzen bei Beschädigung des Gewebes durch enzymatische Hydrolyse giftige Blausäure frei, was als effektiver Fraßschutz gegen Herbivoren dient.[5] Biochemisch lassen sich aus den Blättern spezifische Enzyme wie Hydroxynitril-Lyasen isolieren, die biotechnologische Relevanz besitzen.[3] Hinsichtlich der Standortfaktoren präferiert P. laurocerasus feuchte, gut durchlässige Böden mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 7,5. Die Art ist schattentolerant, reagiert jedoch empfindlich auf Staunässe, welche Wurzelfäule begünstigen kann. Die Kältetoleranz reicht typischerweise bis in die USDA-Klimazonen 6 bis 8, wobei in kälteren Regionen Frostschäden auftreten können. Zu den natürlichen Antagonisten zählen Schildläuse wie die Weiße Maulbeerschildlaus (Pseudaulacaspis prunicola).[3] Zudem ist die Pflanze anfällig für pathogene Pilze wie Stigmina carpophila (Schrotschusskrankheit) und bakterielle Erreger wie Pseudomonas syringae.[2]

Vorkommen & Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet von *Prunus laurocerasus* umfasst Südosteuropa und Südwestasien, wobei sich das Areal von der Schwarzmeerregion in der Türkei über den Kaukasus bis in den Nordiran erstreckt.[4][5] Zu den Ursprungsländern zählen unter anderem Bulgarien, Rumänien, Albanien sowie die Staaten des Transkaukasus.[4] In diesen Habitaten wächst die Art bevorzugt auf feuchten, gut durchlässigen und humusreichen Böden in Höhenlagen vom Meeresspiegel bis etwa 1500 Meter. Ökologisch tritt der Kirschlorbeer dort oft als immergrüner Unterwuchs in Mischwäldern auf, die von Eichen (*Quercus* spp.) und Buchen (*Fagus* spp.) dominiert werden, insbesondere in den regenreichen Wäldern der Kolchis.[1] Die Einführung nach Westeuropa als Zierpflanze begann im 16. Jahrhundert, wobei der Botaniker Carolus Clusius die Art im Jahr 1576 etablierte.[2] Nach Nordamerika gelangte die Pflanze im 19. Jahrhundert und breitete sich von dort als beliebte Heckenpflanze über den Kontinent aus.[5] Heute ist *Prunus laurocerasus* weltweit in gemäßigten bis subtropischen Klimazonen etabliert, darunter im pazifischen Nordwesten der USA, in Neuseeland sowie in Teilen Australiens.[4][2] In Mitteleuropa und Deutschland verwildert die Art regelmäßig aus Gärten und Parks in angrenzende naturnahe Bereiche.[3] Die Pflanze besiedelt dabei erfolgreich Waldränder, Brachflächen und das Unterholz lichter Wälder, wo sie Schatten gut toleriert.[1] Beobachtungsdaten belegen eine hohe Dichte in Siedlungsbereichen, wobei die Ausbreitung in die freie Landschaft oft durch Vögel erfolgt, die die Früchte verzehren und die Samen ausscheiden. In einigen Regionen, wie Irland und dem pazifischen Nordwesten, wird die Art als invasiv eingestuft, da sie dichte Dickichte bildet, die die heimische Vegetation verdrängen. Die vegetative Vermehrung über Wurzelbrut begünstigt zusätzlich die Dominanz an gestörten Standorten.[2]

Saisonalität & Aktivität

Als immergrünes Gehölz behält *Prunus laurocerasus* ganzjährig sein Laub, zeigt jedoch deutliche saisonale Phasen in der Reproduktion und im Wachstum.[1] Die primäre Blütezeit erstreckt sich im Frühling auf die Monate April bis Mai, wobei die aufrechten Blütentrauben zahlreiche Insekten zur Bestäubung anlocken.[3] Im Anschluss an die Befruchtung entwickeln sich die Steinfrüchte, die während der Sommermonate heranreifen und sich dabei von Rot zu Schwarz-Lila verfärben.[1] Das vegetative Wachstum ist kräftig, mit jährlichen Zuwächsen von oft über 60 cm, weshalb Schnittmaßnahmen idealerweise direkt nach der Blüte im späten Frühjahr oder Frühsommer durchgeführt werden. Pflanzungen erfolgen vorzugsweise im Frühjahr oder Herbst, um eine ausreichende Wurzeletablierung vor extremen Wetterbedingungen zu ermöglichen.[2] Die Art ist bis USDA-Zone 6 winterhart, kann jedoch in strengen Wintern oder exponierten Lagen Frostschäden am Laub erleiden.[3] Das öffentliche Interesse an der Pflanze korreliert stark mit dem Beginn der Gartensaison und der Blütezeit, was sich in einem signifikanten Anstieg der Suchanfragen in den Monaten März und April manifestiert. In den Wintermonaten Dezember und Januar fällt die Aufmerksamkeit hingegen auf ein Minimum ab.

Występowanie i aktualne obserwacje w Niemczech

  • Cloppenburg Bether Höhe, 49661 Cloppenburg, Deutschland

    18.01.2026

  • Am Gülser Bootshafen, Koblenz, Rheinland-Pfalz, Deutschland

    16.01.2026

  • Wilhelmshaven Vogelwarte, 26386 Wilhelmshaven, Deutschland

    14.01.2026

  • Nieder-Ingelheim,Heideshm.Str., 55218 Ingelheim am Rhein, Deutschland

    04.01.2026

  • Deutschland

    03.01.2026

Daten: iNaturalist

Badania naukowe i patenty

DE-102006022301-A1 Biological Nieznany

Nahrungsmittel oder Getränk zur Behandlung von Lebererkrankungen, umfassend Früchte von Prunus laurocerasus

Bal Gueluezar (2006)

Znaczenie: 6/10

Streszczenie

Hier wird die medizinische Verwendung der Früchte (Beeren) des Kirschlorbeers beschrieben. Die Erfindung umfasst Nahrungsmittel oder Sirup aus den Früchten zur Behandlung von Lebererkrankungen, insbesondere Hepatitis. Es hebt eine spezifische pharmakologische Anwendung der Pflanzenteile hervor, abseits der reinen Zierpflanzennutzung.

AU-2003232256-A1 Biological Nieznany

Proteine mit (R)-Hydroxynitril-Lyase-Aktivität, extrahiert aus Prunus laurocerasus und Sorbus aucuparia

Basf AG (2003)

Znaczenie: 6/10

Streszczenie

Das Patent beschreibt die Isolierung und Nutzung von Enzymen (Hydroxynitril-Lyasen) aus den Blättern des Kirschlorbeers (Prunus laurocerasus). Diese Enzyme dienen als Biokatalysatoren für die industrielle Herstellung von Cyanohydrinen. Die Innovation liegt in der spezifischen Gewinnung dieser Proteine aus der Pflanze für biotechnologische Anwendungen, was Einblicke in die Biochemie der Pflanze liefert.

Źródła i odniesienia

  1. https://landscapeplants.oregonstate.edu/plants/prunus-laurocerasus
  2. https://www.gbif.org/species/3021496
  3. https://plants.ces.ncsu.edu/plants/prunus-laurocerasus/
  4. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:324745-2
  5. https://floranorthamerica.org/Prunus_laurocerasus
  6. https://www.vpisglobal.com/2019/10/01/cherry-laurel-and-other-cyanide-containing-plants/
  7. Literaturzusammenfassung: Prunus laurocerasus