Die Fortpflanzung von *Alternaria*-Arten erfolgt überwiegend asexuell durch die Bildung von Konidien, die in Ketten an spezialisierten Hyphen, den Konidiophoren, entstehen.[1] Diese Konidien sind vielzellig und muriform, besitzen also sowohl Quer- als auch Längssepten, was ihre Identifikation erleichtert und die Widerstandsfähigkeit erhöht.[4] Eine geschlechtliche Fortpflanzung ist selten und erfolgt über Teleomorphe der Gattungen *Lewia* oder *Pleospora*, wobei in Pseudothecien Ascosporen gebildet werden.[2] Dieser sexuelle Zyklus wird durch spezifische Umweltreize wie Nährstoffmangel, Dunkelheit und Temperaturen zwischen 15 und 25 °C induziert. Das vegetative Wachstum verläuft rasch, wobei das Temperaturoptimum für die Entwicklung der meisten Arten zwischen 23 und 27 °C liegt.[1] Physiologisch zeichnet sich der Pilz durch melanisierte Zellwände aus, die Schutz vor UV-Strahlung und Austrocknung bieten und ein Überleben in diversen Klimazonen ermöglichen.[2] *Alternaria* toleriert einen breiten pH-Bereich von 4 bis 8, wobei das Wachstumsoptimum bei pH 6,5 liegt.[1] Die Ernährung erfolgt saprotroph durch den Abbau organischer Substanz in Böden und Pflanzenresten oder als Endophyt in gesundem Gewebe.[5] Als nekrotrophe Pathogene töten sie Wirtsgewebe durch die Sekretion von hydrolytischen Enzymen und Phytotoxinen wie Tenuazonsäure ab, um Nährstoffe aus den abgestorbenen Zellen zu beziehen. Das Wirtsspektrum ist breit und umfasst fast 400 Pflanzenarten, darunter bedeutende Kulturen wie Solanaceen und Brassicaceen. Die Verbreitung der Sporen erfolgt effizient über Wind über weite Distanzen sowie durch Regen oder Vektoren wie Blattläuse. Der Pilz überdauert ungünstige Perioden als Myzel in Pflanzenresten oder im Boden.[2] Zu den natürlichen Feinden zählen Pilze der Gattung *Trichoderma* (*T. harzianum*, *T. asperellum*), die *Alternaria* durch Mykoparasitismus und Konkurrenz antagonisieren.[2] Zudem konkurriert *Alternaria* aktiv mit Bakterien, indem antibiotische Substanzen wie Alternariol ausgeschieden werden.[1]