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Rodzina
Apidae
Rodzaj
Bombus
Gatunek
Bombus terrestris
Nazwa naukowa
Bombus terrestris (Linnaeus, 1758)
Zaakceptowana nazwa
Einleitung
Die Dunkle Erdhummel (*Bombus terrestris*) ist eine eusoziale Art aus der Familie der Echten Bienen (Apidae), deren ursprüngliches Verbreitungsgebiet weite Teile Europas, Nordafrikas und Westasiens umfasst.[1][2] Aufgrund ihrer hohen Effizienz bei der Vibrationsbestäubung wird die Spezies seit den 1980er Jahren weltweit kommerziell gezüchtet und in Gewächshäusern, insbesondere für Tomatenkulturen, eingesetzt.[2] In Regionen außerhalb ihres natürlichen Areals, wie Südamerika und Japan, gilt sie inzwischen als invasive Art, die durch Konkurrenz und Pathogenübertragung ökologische Risiken für heimische Bestäuber darstellt.[2][1] Taxonomisch gehört sie zur Untergattung *Bombus* sensu stricto und ist morphologisch nur schwer von nah verwandten Arten wie der Hellen Erdhummel (*Bombus lucorum*) zu unterscheiden.[2][3]
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Fakten (kompakt)
- Die Art wird taxonomisch der Ordnung Hymenoptera, der Unterfamilie Apinae sowie der Tribus Bombini zugeordnet. - Es werden insgesamt neun anerkannte Unterarten unterschieden, die sich durch morphologische Merkmale, semiochemische Profile und mitochondriale DNA-Haplotypen differenzieren. - Die südeuropäische Unterart *Bombus terrestris dalmatinus* wird aufgrund ihrer besonderen Anpassungsfähigkeit bevorzugt für die kommerzielle Zucht verwendet. - Genetische Analysen der mitochondrialen DNA zeigen eine geringe Nukleotid-Diversität von 0,18 % bis 0,27 % über die gesamte Spezies hinweg.[8] - Zu den geografisch spezifischen Subspezies zählen *B. t. lusitanicus* auf der Iberischen Halbinsel sowie die dunkler gefärbte *B. t. africanus* in Nordafrika.[8] - Weitere Varianten sind *B. t. maderensis* auf Madeira und *B. t. xanthopus* im östlichen Mittelmeerraum, die spezifische Abweichungen in der Pilosität zeigen. - Phylogenetische Studien ordnen *Bombus terrestris* in enge Verwandtschaft zu den morphologisch ähnlichen Arten *Bombus lucorum* und *Bombus cryptarum* ein. - Empirische Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Introgression von kommerziellen Zuchtstämmen in wilde europäische Populationen trotz theoretischer Risiken bisher begrenzt ist. - Die genetische Variation reicht aus, um Populationen auf Inseln von denen auf dem Kontinent zu unterscheiden.[8]
Name & Einordnung
Die Art *Bombus terrestris* wurde erstmals im Jahr 1758 von Carl von Linné in dessen Werk *Systema Naturae* wissenschaftlich beschrieben.[2] Ursprünglich ordnete Linné die Spezies unter dem Namen *Apoidea terrestris* ein, bevor sie später in die heute gültige Kombination *Bombus terrestris* synonymisiert wurde. Im englischen Sprachraum ist die Art als „buff-tailed bumblebee“ bekannt, was sich auf das hellbraune Hinterleibsende der Arbeiterinnen und Männchen bezieht.[1] Taxonomisch wird die Dunkle Erdhummel in das Untergenus *Bombus* sensu stricto (s. str.) gestellt, eine monophyletische Gruppe, die auch morphologisch schwer unterscheidbare Arten wie *Bombus lucorum* und *Bombus cryptarum* umfasst.[1][3] Phylogenetische Untersuchungen datieren die Abspaltung der *Bombus*-Linie von anderen körbchensammelnden Bienen (Apinae) auf die Zeit der Kreide-Paläogen-Grenze vor etwa 66 Millionen Jahren.[4] Die Art unterteilt sich in neun anerkannte Unterarten, die anhand morphologischer Merkmale wie der Haarfärbung sowie genetischer Marker differenziert werden.[2] Zu den bedeutendsten Subspezies gehören die in Mittel- und Nordeuropa verbreitete Nominatform *B. t. terrestris* und die in Südeuropa heimische *B. t. dalmatinus*, die aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit häufig in der kommerziellen Zucht Verwendung findet.[2] Weitere geografische Varianten umfassen *B. t. lusitanicus* auf der Iberischen Halbinsel, die dunkler gefärbte *B. t. africanus* in Nordafrika sowie Inselformen wie *B. t. maderensis* auf Madeira. Analysen der mitochondrialen DNA zeigen eine geringe Nukleotid-Diversität innerhalb der Art, bestätigen jedoch die genetische Differenzierung zwischen diesen Unterarten und Inselpopulationen.[2]
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Die Art zeichnet sich durch eine dichte schwarze Behaarung aus, die durch einen gelben Kragen auf dem Scutum und eine gelbe Binde auf dem ersten Hinterleibssegment unterbrochen wird. Das Abdomen endet in einer weißlichen bis beigefarbenen Spitze, was besonders bei der Nominatform *Bombus terrestris terrestris* ausgeprägt ist.[1][2] Es besteht ein deutlicher Sexualdimorphismus in der Körpergröße, wobei Königinnen mit 20 bis 22 mm die robusteste Kaste darstellen. Arbeiterinnen variieren stark zwischen 11 und 17 mm, wobei die Größe oft mit der Reihenfolge des Schlüpfens abnimmt. Drohnen messen 14 bis 16 mm, ähneln den Arbeiterinnen in der Färbung, besitzen jedoch einen schlankeren Körperbau und keinen Stachel. Der Rüssel ist durchschnittlich etwa 8 mm lang und ermöglicht die Nektaraufnahme aus Blüten mit mittlerer Kelchtiefe. Die Beine sind schwarz gefärbt, wobei weibliche Tiere auf den Hintertibien Corbiculae aufweisen, die als konkave, glänzende und von festen Haaren gesäumte Flächen erkennbar sind. Zur genauen Bestimmung werden oft Flügeladerungsmuster herangezogen, die durch spezifische Winkel wie J16 und A4 sowie Verschiebungen der Diskoidalzelle charakterisiert sind. Die Larven sind beinlos, C-förmig und durchlaufen mehrere Häutungsstadien, in denen sie mit einem Pollen-Nektar-Gemisch gefüttert werden. Eier werden von der Königin in Gruppen innerhalb von Wachszellen abgelegt.[2] Morphologisch gehört *Bombus terrestris* zum Subgenus *Bombus* s. str. und ähnelt stark verwandten Arten wie *Bombus lucorum*, was die Unterscheidung erschwert.[3] Umweltfaktoren beeinflussen die Morphologie signifikant, da erhöhte Aufzuchttemperaturen zu kleineren Adulten und veränderten Proportionen führen können.[5]
Beschreibung
Die Dunkle Erdhummel (*Bombus terrestris*) ist eine eusoziale, staatenbildende Art aus der Familie der Apidae, die für ihre großen, einjährigen Völker und hohe ökologische Anpassungsfähigkeit bekannt ist. Das typische Erscheinungsbild ist durch einen dicht behaarten, schwarzen Körper mit zwei gelben Querbinden – eine am vorderen Thorax (Collare) und eine auf dem zweiten Hinterleibssegment – sowie einem weißlich bis ockerfarbenen Hinterleibsende gekennzeichnet. Diese spezifische Färbung des Endsegments, die der Art im Englischen den Namen 'buff-tailed bumblebee' einbrachte, unterscheidet sie oft subtil von der reinweißen Spitze der Schwesterart *Bombus lucorum*.[2] Eine sichere Differenzierung dieser kryptischen Arten ist im Feld jedoch schwierig und erfordert oft mikroskopische Analysen der Flügeladerung oder genetische Marker.[3] Anatomisch verfügen die weiblichen Kasten (Königinnen und Arbeiterinnen) über spezialisierte Corbiculae an den Tibien der Hinterbeine, glatte, von steifen Borsten gesäumte Vertiefungen, die den effizienten Transport von Pollenpaketen ermöglichen. Der Rüssel ist mit durchschnittlich 8 mm Länge an Blüten mit mittlerer Kelchtiefe angepasst, was die Art zu einem vielseitigen Generalisten bei der Nahrungssuche macht.[2] Eine funktionale Besonderheit ist die kräftige Flugmuskulatur, die nicht nur den Flug, sondern auch die Vibrationsbestäubung (Sonikation) ermöglicht, bei der Pollen durch hochfrequentes Summen aus den Antheren geschüttelt wird.[1] Der Artname *terrestris* verweist auf die bevorzugte Nistweise in unterirdischen Hohlräumen, wie verlassenen Mäusenestern, die der Kolonie Schutz und thermische Isolation bieten. Die Larvalentwicklung verläuft holometabol in vier Stadien: Aus den Eiern schlüpfen nach 3–4 Tagen beinlose, C-förmige Larven, die progressiv mit einem Pollen-Nektar-Gemisch gefüttert werden. Nach etwa 10–14 Tagen und mehreren Häutungen spinnen die Larven einen seidenen Kokon und verpuppen sich, bis nach insgesamt 3–5 Wochen die adulten Tiere schlüpfen. Es besteht ein deutlicher Sexualdimorphismus, bei dem Königinnen mit 20–22 mm Körperlänge signifikant massiger sind als die variablen Arbeiterinnen (11–17 mm) und die schlankeren Drohnen (14–16 mm). Während Arbeiterinnen je nach Größe Nestaufgaben oder die Nahrungssuche übernehmen, fehlen den Drohnen Stachel und Sammelapparate; sie sind rein auf die Reproduktion spezialisiert. Männchen zeigen ein spezifisches Paarungsverhalten, indem sie Flugbahnen in Baumwipfelhöhe patrouillieren, um Jungköniginnen optisch und olfaktorisch zu orten.[2] Genomische Studien belegen zudem eine Expansion von Geruchsrezeptorgenen, die der Art eine verfeinerte Wahrnehmung floraler Duftsignale ermöglicht.[1] Zur Verteidigung nutzen Arbeiterinnen neben dem Stich ein akustisches Warnsignal in Form eines spezifischen Vibrationsbrummens, das sich biomechanisch und in der Frequenz vom normalen Fluggeräusch unterscheidet.[6] Historisch wurde die Art bereits 1758 von Carl von Linné als *Apoidea terrestris* erstbeschrieben und zählt phylogenetisch zur Untergattung *Bombus* sensu stricto, einer Gruppe, die sich vor etwa 66 Millionen Jahren diversifizierte.[2][1]
Verhalten
Die Arbeiterinnen von *Bombus terrestris* agieren als „Central Place Foragers“ und optimieren ihre Sammelflüge, die typischerweise einen Radius von bis zu 500 Metern um das Nest abdecken, wobei Distanzen über 800 Meter dokumentiert sind.[2] Eine zentrale Anpassung bei der Nahrungssuche ist die Vibrationsbestäubung („Buzz Pollination“), bei der die Hummeln durch Kontraktion der Flugmuskulatur Frequenzen zwischen 240 und 405 Hz erzeugen, um Pollen aus den Antheren zu lösen.[1] Zur Orientierung nutzen sie visuelle Landmarken sowie polarisiertes Himmelslicht als Kompass, was ihnen eine präzise Rückkehr zum Nest ermöglicht. Im Gegensatz zur Honigbiene kommuniziert *Bombus terrestris* Futterquellen nicht über einen Schwänzeltanz, sondern rekrutiert Nestgenossinnen durch erregtes Umherlaufen und Pheromone, etwa aus der Tergaldrüse.[7][1] Die Art zeigt ein ausgeprägtes olfaktorisches Lernvermögen und assoziiert Blütendüfte bereits nach wenigen Kontakten mit Belohnungen. Das Paarungsverhalten ist durch das Patrouillieren der Drohnen entlang linearer Landschaftsstrukturen auf Baumwipfelhöhe gekennzeichnet, wo sie Pheromone zur Anlockung von Jungköniginnen abgeben.[2] Zur Verteidigung erzeugen Arbeiterinnen akustische Warnsignale durch Flügelbrummen und setzen ihren Stachel ein, der im Gegensatz zu dem der Honigbiene nicht im Opfer verbleibt.[5][2] Die Thermoregulation des Nestes erfolgt aktiv: Bei Überhitzung fächeln Arbeiterinnen zur Kühlung, während sie bei Kälte durch Muskelzittern Wärme für die Brut generieren.[1] Innerhalb der Kolonie herrscht eine soziale Kontrolle („Policing“), bei der Arbeiterinnen und die Königin von Arbeiterinnen gelegte Eier fressen, um die reproduktive Hierarchie zu wahren. Gelegentlich kommt es zur Usurpation, bei der fremde Königinnen in geschwächte Nester eindringen, um die Kolonie zu übernehmen.[2]
Ökologie
Bombus terrestris fungiert als polylektischer Generalist, der ein breites Spektrum an Pflanzenfamilien wie Fabaceae und Asteraceae bestäubt.[1] Eine zentrale ökologische Funktion übernimmt die Art durch die Vibrationsbestäubung (Buzz-Pollination), bei der Arbeiterinnen Pollen aus poriziden Antheren, beispielsweise bei Nachtschattengewächsen, durch thorakale Vibrationen freisetzen.[2] Die Art bevorzugt offene Landschaften wie Grasland und Ackerränder, wobei sie ihre Nester primär unterirdisch in verlassenen Nagetierbauten anlegt.[1] Arbeiterinnen agieren als „Central Place Foragers“ mit Flugradien, die empirisch oft bei durchschnittlich 267 Metern liegen, jedoch je nach Ressourcenverfügbarkeit 800 Meter überschreiten können.[2] Zu den natürlichen Gegenspielern zählen Darmparasiten wie das Mikrosporidium Nosema bombi und der Trypanosomatide Crithidia bombi, welche die Fitness der Kolonie beeinträchtigen.[2][5] Zudem ist die Art anfällig für virale Erreger wie das Deformed Wing Virus (DWV), das oft von Honigbienen übertragen wird, sowie für Pilzinfektionen durch Ascosphaera apis.[2][1] Ein spezifischer Brutparasit ist die Kuckuckshummel Bombus vestalis, deren Königinnen in Nester eindringen, die Wirtsbrut töten und die residenten Arbeiterinnen zur Aufzucht des eigenen Nachwuchses zwingen. In eingeführten Verbreitungsgebieten wie Japan und Chile konkurriert Bombus terrestris mit heimischen Arten um Nistplätze und florale Ressourcen, was zur Verdrängung lokaler Bestäuber wie Bombus hypocrita führen kann. Kommerzielle Zuchten bergen das ökologische Risiko eines „Pathogen Spillover“, bei dem entflohene, infizierte Tiere Krankheitserreger auf Wildpopulationen übertragen. Trotz Stressoren wie Hitzewellen zeigt die Art aufgrund ihrer generalistischen Nahrungsstrategie eine hohe Resilienz gegenüber anthropogenen Landschaftsveränderungen.[2]
Bedeutung, Schäden & Prävention
Bombus terrestris wird primär als ökonomisch hochrelevanter Nützling klassifiziert, der seit den 1980er Jahren weltweit zur Bestäubung in Gewächshäusern massenhaft gezüchtet wird. Besonders bei Solanaceen wie Tomaten sowie bei Erdbeeren steigert die Art durch ihre Fähigkeit zur Vibrationsbestäubung („buzz pollination“) den Ertrag und die Fruchtqualität signifikant.[1][2] Außerhalb ihres nativen Verbreitungsgebiets, beispielsweise in Chile, Japan und Tasmanien, gilt die Dunkle Erdhummel jedoch als invasive Spezies mit erheblichem Schadpotenzial für lokale Ökosysteme. In Japan verdrängt sie nachweislich einheimische Arten wie *Bombus hypocrita* durch effizientere Ressourcennutzung und Konkurrenz um Nistplätze.[2] Ein gravierendes ökologisches Risiko stellt der „Pathogen Spillover“ dar, bei dem entkommene kommerzielle Völker Parasiten wie *Nosema bombi* oder *Crithidia bombi* auf Wildpopulationen übertragen.[2][1] Zudem droht genetische Introgression durch Hybridisierung mit lokalen Unterarten, was insbesondere auf der Iberischen Halbinsel dokumentiert wurde.[1] Zur Prävention von Ausbrüchen (Containment) müssen Gewächshäuser mit Netzen gesichert werden, deren Maschenweite 4 mm nicht überschreiten darf, um Königinnen und Arbeiterinnen zurückzuhalten. Kommerzielle Nester sollten zwingend mit Abspergittern (Queen Excluders) ausgestattet sein, um das Entweichen reproduktiver Individuen zu unterbinden. Als Hygienemaßnahme und zur Verhinderung von Etablierungen ist die Vernichtung (oft durch Verbrennung) der Völker nach Abschluss der Bestäubungsperiode vorgeschrieben oder empfohlen. Medizinisch relevant ist das Wehrverhalten der Arbeiterinnen, die im Gegensatz zu Honigbienen ihren Stachel nicht verlieren und mehrfach zustechen können, was bei Allergikern Reaktionen auslöst. Vor einem Angriff warnen die Tiere oft durch akustische Aposematik in Form von lautem Brummen mit spezifischer Frequenz.[2] Rechtlich unterliegt die Art in einigen Ländern strengen Regulierungen; Japan stuft *B. terrestris* seit 2006 als invasive gebietsfremde Art ein, erlaubt aber die kontrollierte landwirtschaftliche Nutzung.[2] Ein kontinuierliches Monitoring mittels genetischer Marker ist notwendig, um Introgressionen in Wildbestände frühzeitig zu detektieren.[1]
Wirtschaftliche Bedeutung
Die Dunkle Erdhummel (*Bombus terrestris*) wird seit den 1980er Jahren industriell vermehrt und ist der weltweit bedeutendste Bestäuber für den Unterglasanbau.[1][2] Ihre Fähigkeit zur Vibrationsbestäubung („Buzz Pollination“) macht sie bei Nachtschattengewächsen wie Tomaten effizienter als Honigbienen oder mechanische Methoden.[1] In der Landwirtschaft führt ihr Einsatz zu Ertragssteigerungen von 20 bis 50 % bei Kulturen wie Erdbeeren und Tomaten. Ökonomisch relevant ist zudem die Qualitätsverbesserung der Früchte, etwa durch gleichmäßigere Form und höheres Gewicht, was den Marktwert steigert. Durch den Wegfall manueller Bestäubungstechniken werden signifikante Arbeitskosten eingespart.[2] Der internationale Handel umfasst jährlich Millionen von Völkern, um eine ganzjährige Versorgung der Märkte mit Gewächshausprodukten zu sichern.[4] Aufgrund ökologischer Risiken entstehen jedoch Folgekosten für Managementmaßnahmen, wie etwa die Installation von Schutznetzen an Gewächshäusern zur Vermeidung von Ausbrüchen. In Regionen wie Japan unterliegt die Nutzung strengen Regulierungen, die unter anderem die Vernichtung der Völker nach der Bestäubungssaison vorschreiben.[2]
Biologie & Lebenszyklus
Der Lebenszyklus von *Bombus terrestris* verläuft annuell und beginnt mit dem Erwachen der begatteten Königinnen aus der Diapause zwischen Ende Februar und April. Diese gründen unterirdische Nester, oft in verlassenen Mäusebauten, wo sie Wachszellen errichten und die erste Brut mit einer Mischung aus Nektar und Pollen versorgen. Die Entwicklung verläuft holometabol über die Stadien Ei, Larve und Puppe, wobei die Eier nach drei bis vier Tagen zu beinlosen Larven schlüpfen. Die Larven werden 10 bis 14 Tage lang progressiv gefüttert, wobei Wachstumsrate und Endgröße stark vom Proteingehalt des Pollens abhängen. Nach der Verpuppung in einem Seidenkokon schlüpfen die Imagines nach weiteren 12 bis 14 Tagen; die Gesamtentwicklung dauert bei optimalen Temperaturen von 28–30 °C etwa drei bis fünf Wochen. Die ersten Arbeiterinnen sind deutlich kleiner und übernehmen die Brutpflege sowie das Sammeln, wodurch die Kolonie bis zum Hochsommer auf 200 bis 400 Individuen anwächst. Im Spätsommer wechselt die Kolonie zur Produktion von Geschlechtstieren, den Drohnen und Jungköniginnen. Die Paarung findet außerhalb des Nestes statt, wobei Drohnen spezifische Flugbahnen in Baumwipfelhöhe patrouillieren, um unbegattete Königinnen zu finden. Königinnen paaren sich in der Regel nur einmal und speichern bis zu 600.000 Spermien in ihrer Spermatheka für die Nestgründung im Folgejahr. Während die alte Kolonie im Herbst abstirbt, überwintern die Jungköniginnen in einer sechs- bis neunmonatigen Diapause im Boden. Als polylektische Generalisten nutzen Adulte und Larven diverse Pollenquellen, wobei Larven spezifische Aminosäureprofile für die Entwicklung benötigen.[2] Zur Aufrechterhaltung der Bruttemperatur betreibt die Kolonie soziale Thermoregulation durch Muskelzittern oder Fächeln, um Temperaturen bis zu 20 °C über der Umgebungstemperatur zu erzeugen.[5] Zu den natürlichen Feinden zählen Parasiten wie *Nosema bombi* und *Crithidia bombi*, die die Vitalität der Arbeiterinnen beeinträchtigen. Zudem werden Nester häufig von der Kuckuckshummel *Bombus vestalis* usurpiert, welche die Wirtsbrut tötet, um eigenen Nachwuchs aufziehen zu lassen.[2]
Vorkommen & Lebensraum
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Dunklen Erdhummel (*Bombus terrestris*) umfasst die westliche Paläarktis. Es erstreckt sich von Zentral- und Südeuropa über Nordafrika (Marokko bis Libyen) und die Inseln Madeira sowie die Kanaren bis nach Afghanistan im Osten. In Europa besiedelt die Art gemäßigte Zonen vom Vereinigten Königreich und Südskandinavien bis in den Mittelmeerraum, wobei sie in fast allen Anrainerstaaten vorkommt. Aufgrund ihrer Bedeutung für die kommerzielle Bestäubung wurde die Art seit den 1980er Jahren weltweit exportiert und hat sich in Regionen außerhalb ihres natürlichen Areals etabliert. Erfolgreiche Ansiedlungen feraler Populationen sind unter anderem in Japan (seit 1996 auf Hokkaido dokumentiert), Tasmanien (seit 1992) und Südamerika belegt.[2] Nach der Einführung in Chile im Jahr 1997 breitete sich *Bombus terrestris* über die Anden bis nach Argentinien aus und erreichte bis 2006 Patagonien.[1] Als Lebensraum bevorzugt die Art offene Landschaften wie Grasland, Waldränder und landwirtschaftlich genutzte Flächen, wobei sie dichte Waldinnenbereiche eher meidet. Die Nester werden primär unterirdisch angelegt, wobei häufig verlassene Mäusenester oder andere Hohlräume genutzt werden, die Schutz und Isolation bieten. *Bombus terrestris* zeigt eine hohe Anpassungsfähigkeit an anthropogen überformte Habitate und kommt häufig in Siedlungsbereichen sowie an Feldrändern vor, solange florale Ressourcen verfügbar sind. Die Arbeiterinnen nutzen als Generalisten ein breites Spektrum an Wirtspflanzen, mit einer empirisch belegten Präferenz für Korbblütler (Asteraceae) und Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Die vertikale Verbreitung reicht vom Meeresspiegel bis in montane Höhenstufen von etwa 2.000 Metern in europäischen Gebirgen wie den Alpen und Pyrenäen.[2] Die Ausbreitung erfolgt sowohl natürlich durch Flüge von bis zu 10 km als auch durch menschlichen Transport, wobei in Südamerika jährliche Arealerweiterungen von 15 bis 95 km beobachtet wurden.[1]
Saisonalität & Aktivität
Der Lebenszyklus von *Bombus terrestris* folgt in gemäßigten Breiten einem annuellen Muster, das mit dem Erwachen der begatteten Königinnen aus der Diapause zwischen Ende Februar und April beginnt. Diese Art gehört damit oft zu den ersten im Frühjahr aktiven Wildbienen, wobei die solitäre Königin zunächst eigenständig ein Nest gründet und die erste Brut versorgt. Die Kolonieentwicklung durchläuft im Frühsommer eine Wachstumsphase, bis die Arbeiterinnenpopulation und Aktivität im Hochsommer ihren Höhepunkt erreichen. Die Aktivität der Tiere ist stark temperaturabhängig; so regulieren Arbeiterinnen das Nestklima aktiv durch Fächeln bei Hitze oder Muskelzittern bei Kälte, um die Bruttemperatur konstant zu halten. Im Spätsommer verlagert sich der Fokus auf die Produktion von Geschlechtstieren, wobei Drohnen für die Paarung das Nest verlassen und Patrouillenflüge in Baumwipfelhöhe unternehmen. Während die alte Königin und die Arbeiterinnen im Herbst sterben, überwintern ausschließlich die begatteten Jungköniginnen für sechs bis neun Monate im Boden oder in der Laubstreu. *Bombus terrestris* ist tagaktiv und nutzt visuelle Landmarken sowie polarisiertes Himmelslicht zur Orientierung bei Sammelflügen, die meist in einem Radius von bis zu 500 Metern um das Nest stattfinden. Während die Art in Europa univoltin ist, können eingeführte Populationen in milderen Klimazonen wie Tasmanien oder Chile ganzjährig aktiv sein und mehrere Generationen bilden.[2] Das öffentliche Interesse an der Art spiegelt diesen biologischen Rhythmus wider und verzeichnet in den Monaten Juni und Juli die höchsten Suchanfragen.
Źródła i odniesienia
- https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10985363/
- https://www.gbif.org/species/1340503
- https://www.storre.stir.ac.uk/bitstream/1893/7328/1/williamsetal_unveilingcrypticspecies_2012.pdf
- https://academic.oup.com/gbe/article/9/8/2023/4060519
- https://journals.biologists.com/jeb/article/226/8/jeb245728/307103/Elevated-developmental-temperatures-impact-the
- https://royalsocietypublishing.org/doi/10.1098/rspb.2024.1001
- https://www.frontiersin.org/news/2023/06/14/frontiers-behavioral-neuroscience-bumblebees-homing-behavior-sense-of-smell
- Literaturzusammenfassung (mit Bibliographie, siehe Primärquellenliste)