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Krokosz Carthamus tinctorius

Krokosz

Taksonomia

Królestwo Pflanzen (Plantae)
Typ Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasa Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Rząd Asterales (Asterales)
Rodzina Asteraceae
Rodzaj Carthamus
Gatunek Carthamus tinctorius
Nazwa naukowa Carthamus tinctorius L.
Zaakceptowana nazwa

Einleitung

Die **Färberdistel** (*Carthamus tinctorius*), auch Saflor genannt, ist eine einjährige krautige Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae), die ursprünglich im östlichen Mittelmeerraum und Westasien beheimatet ist. Diese distelartige Kulturpflanze zeichnet sich durch bedornte Blätter sowie gelbe bis orangerote Blütenköpfe aus und zählt zu den ältesten Nutzpflanzen der Menschheit, die historisch zur Gewinnung von Farbstoffen und heute primär als Öllieferant angebaut wird.[1][2] Aufgrund der traditionellen Nutzung ihrer Blüten als günstiger Ersatz für echten Safran (*Crocus sativus*) ist die Art auch unter Trivialnamen wie „Falscher Safran“ oder „Bastardsafran“ bekannt.[2]

Fakten (kompakt)

- Die Samen der Pflanze weisen einen Ölgehalt von 30 bis 40 % auf, wobei der Anteil an mehrfach ungesättigter Linolsäure bis zu 70 % betragen kann. - Aufgrund eines hohen Rauchpunkts und neutralen Geschmacks eignet sich das Öl besonders für Salatsaucen, Margarine und zum Kochen. - Der Einsatz des entölten Presskuchens als Tierfutter wird durch enthaltene antinutritive Saponine limitiert. - In der landwirtschaftlichen Fruchtfolge wird die Art häufig im Wechsel mit Weizen oder Gerste angebaut, um die Bodengesundheit zu verbessern und Unkräuter zu unterdrücken. - Zu den spezifischen Farbstoffen der Blüten zählen das rote Pigment Carthamin sowie gelbe Flavonoide. - Der Chromosomensatz der diploiden Art beträgt 2n = 24. - Historische wissenschaftliche Synonyme für die Art sind *Carduus tinctorius* und *Carthamus glaber*. - Der englische Name "Safflower" leitet sich etymologisch vom arabischen Wort *asfar* (gelb) ab und gelangte über das mittelfranzösische *safleur* in den Sprachgebrauch. - Pharmakologisch relevante Inhaltsstoffe umfassen neben Flavonoiden spezifisch das Hydroxysafflor-Gelb A. - In den USA konzentriert sich der Anbau auf die Bundesstaaten Kalifornien, Montana, North Dakota und Idaho. - Die weltweite Produktion belief sich im Jahr 2022 auf exakt 996.000 Tonnen.[13]

Name & Einordnung

Die Art *Carthamus tinctorius* L. wurde im Jahr 1753 von Carl von Linné in seinem Werk *Species Plantarum* erstbeschrieben, wobei die Beschreibung auf Exemplaren aus dem östlichen Mittelmeerraum basierte. Ein entsprechender Lectotypus aus dem Herbarium Clifford wurde 1980 durch Rechinger festgelegt.[3] Systematisch ordnet sich die Färberdistel in die Familie der Asteraceae (Compositae) ein und gehört dort zur Unterfamilie Carduoideae sowie der Tribus Cardueae.[2] Die Gattung *Carthamus* umfasst etwa 14 bis 15 Arten, wobei *Carthamus tinctorius* als einzige kultivierte Spezies gilt und einen diploiden Chromosomensatz von 2n = 24 aufweist. Zu den dokumentierten Synonymen zählen historische Bezeichnungen wie *Carduus tinctorius* (Ehrh.) und *Carthamus glaber* (Burm. f.), die vor der endgültigen Einordnung in die Gattung verwendet wurden.[3] Der Gattungsname *Carthamus* leitet sich etymologisch vom arabischen *qurtum* oder *kurthum* („färben“) beziehungsweise dem hebräischen *qartamī* ab, was auf die traditionelle Nutzung der Blüten zur Pigmentgewinnung verweist. Der Trivialname „Saflor“ und das englische „Safflower“ entstammen dem arabischen *ʾaṣfar* für „gelb“, wurden jedoch sprachlich durch die Assoziation mit dem teureren Safran (*safran*) und Blume (*fleur*) beeinflusst. Aufgrund der historischen Nutzung als günstigerer Ersatz für *Crocus sativus* entstanden international verbreitete Trivialnamen wie „Falscher Safran“ oder im Französischen *safran bâtard*. In asiatischen Sprachräumen verweisen Namen oft direkt auf die Pflanzeneigenschaften, wie das chinesische *hónghuā* („rote Blume“) oder das aus dem Sanskrit stammende *kusumbha*.[4]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Färberdistel (*Carthamus tinctorius*) ist eine einjährige krautige Pflanze mit einem aufrechten, distelartigen Wuchs, die Wuchshöhen von 30 bis 150 cm erreicht. Sie bildet eine buschige Struktur mit einem robusten Zentralstängel und zahlreichen Seitenverzweigungen, wobei die zylindrischen Stängel kahl oder – besonders bei wilden Formen – mit Dornen besetzt sind. Das Wurzelsystem besteht aus einer tiefen Pfahlwurzel, die zur Wasseraufnahme 2 bis 3 Meter in den Boden reichen kann. Die wechselständigen, sitzenden Blätter sind 5 bis 25 cm lang, fiederspaltig und umschließen den Stängel. Charakteristisch sind die prominenten weißen Blattadern sowie die dornigen Ränder, wobei die Blattgröße zur Pflanzenspitze hin abnimmt. Die Blütenstände bestehen aus solitären oder gruppierten Köpfchen (Capitula) an den Zweigspitzen, die einen Durchmesser von 2 bis 5 cm aufweisen. Jedes Köpfchen enthält 15 bis 100 Röhrenblüten, die von einer Hülle aus überlappenden, dornigen Hochblättern (Involucrum) umgeben sind. Die Blüten besitzen keine Zungenblüten und blühen vorwiegend orange bis rot, seltener treten gelbe oder weiße Varianten auf. Nach der Bestäubung entwickeln sich 3 bis 5 mm lange, weiße bis hellbraune Achänen als Früchte. Es werden zwei morphologische Typen unterschieden: längliche zentrale Achänen und rundlichere periphere Formen. Die darin enthaltenen Samen sind 4 bis 6 mm lang und glatt oder schwach gerippt. Die Keimung erfolgt epigäisch, woraufhin die Pflanze zunächst eine Rosettenphase durchläuft, in der sich bodennahe Blätter bilden. Domestizierte Kultivare unterscheiden sich von wilden Vorläufern oft durch eine reduzierte Dornendichte an Stängeln und Blättern, was die mechanische Ernte erleichtert.[1]

Beschreibung

Die Färberdistel (*Carthamus tinctorius*) ist eine einjährige krautige Pflanze aus der Familie der Korbblütler (*Asteraceae*), die für ihren distelartigen Wuchs und ihre leuchtenden Blütenköpfe bekannt ist.[4][1] Die Art erreicht Wuchshöhen von 30 bis 150 cm und bildet ein tiefes Pfahlwurzelsystem aus, das ihr das Überleben in ariden und semi-ariden Klimazonen ermöglicht.[1][2] Ursprünglich im Fruchtbaren Halbmond domestiziert, zählt die Färberdistel zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit und wurde bereits im alten Ägypten zum Färben von Textilien genutzt.[2] Im natürlichen Lebensraum und im Anbau zeigt die Pflanze eine hohe Trockentoleranz, wobei sie Temperaturen bis 45 °C übersteht, jedoch empfindlich auf Staunässe reagiert.[5][4] Der Lebenszyklus umfasst eine vegetative Rosettenphase, gefolgt von einer raschen Stängelverlängerung und Verzweigung, wobei die gesamte Entwicklung von der Aussaat bis zur Reife 110 bis 150 Tage dauert.[2][6] Anatomisch ist die Pflanze durch ihre dornigen Blätter und Hüllblätter geschützt, die als mechanische Abwehr gegen Herbivoren dienen, wobei domestizierte Sorten oft weniger Stacheln aufweisen.[2][5] Die Blütenstände bestehen aus solitären oder gruppierten Köpfchen mit 15 bis 100 Röhrenblüten, die meist orange bis rot gefärbt sind und den Farbstoff Carthamin enthalten.[2] Die Fortpflanzung erfolgt überwiegend autogam (Selbstbestäubung), wobei Insekten wie Bienen die Fremdbestäubungsrate erhöhen können.[1] Im Gegensatz zu ihren wilden Vorfahren, wie *Carthamus palaestinus*, zeichnet sich die kultivierte Form durch nicht abfallende (non-shattering) Achänen aus, was die Ernte erleichtert.[2][5] Physiologisch ist die Art an salzhaltige Böden angepasst und toleriert höhere Salzkonzentrationen als viele andere Ölpflanzen.[1] Die Samen enthalten 30–40 % Öl, das je nach Sorte reich an Linolsäure oder Ölsäure ist und sowohl für die Ernährung als auch für industrielle Anwendungen genutzt wird.[2][4] Historisch wurde die Pflanze oft als "falscher Safran" bezeichnet, da ihre getrockneten Blüten als günstiger Ersatz für *Crocus sativus* dienten.[5][7] Neuere Forschungen heben die bioaktiven Eigenschaften hervor, darunter antioxidative Wirkungen durch Flavonoide und potenzielle Anwendungen im Strahlenschutz.[5][4] Die Art ist diploid mit einem Chromosomensatz von 2n = 24 und zeigt eine geringe genetische Diversität im Vergleich zu Wildpopulationen, was auf einen genetischen Flaschenhals während der Domestikation hindeutet.[1][5] In der modernen Landwirtschaft dient sie oft als Rotationsfrucht mit Weizen oder Gerste, um die Bodengesundheit zu verbessern und Krankheitszyklen zu unterbrechen.[8]

Verhalten

Das Wuchsverhalten von *Carthamus tinctorius* ist durch eine aufrechte, stark verzweigte Struktur gekennzeichnet, die eine effiziente Lichtausbeute ermöglicht.[1] Eine zentrale Anpassung an aride Lebensräume ist die Ausbildung eines tiefreichenden Pfahlwurzelsystems, das Wasser aus Bodenschichten von 2 bis 3 Metern Tiefe erschließen kann. Die Keimung erfolgt epigäisch, woraufhin die Pflanze schnell eine Rosette bildet, die bereits im Jugendstadium eine hohe Dürretoleranz gewährleistet. Das Blühverhalten ist weitgehend tagneutral, wird jedoch maßgeblich durch die Temperatur beeinflusst, wobei Wärme die Entwicklung beschleunigt.[5] *Carthamus tinctorius* pflanzt sich primär autogam fort, wobei über 90 % der Bestäubung innerhalb der zwittrigen Röhrenblüten stattfindet. Dennoch interagiert die Art mit Insekten wie Bienen, was die Fremdbestäubungsrate auf über 10 % steigern kann. Als mechanische Abwehrreaktion gegen Herbivoren und Insektenfraß bilden Wildformen und viele Kultivare dornige Blattränder und Hüllblätter aus.[1] Diese dornigen Strukturen bieten einen physischen Schutz, wenngleich die Pflanze dennoch als Wirt für spezifische Schädlinge wie Blattläuse (*Uroleucon compositae*) dient. Physiologisch reagiert die Pflanze auf Wasserstress mit osmotischen Anpassungen, um die Stabilität während Trockenperioden aufrechtzuerhalten.[5]

Ökologie

Ökologisch ist *Carthamus tinctorius* an aride und semiaride Lebensräume angepasst, wobei ein tiefreichendes Pfahlwurzelsystem von zwei bis drei Metern die Erschließung von Unterbodenfeuchtigkeit ermöglicht.[1][5] Die Art toleriert salzhaltige sowie alkalische Böden bis zu einer elektrischen Leitfähigkeit von 8 dS/m, reagiert jedoch empfindlich auf Staunässe, die zu Sauerstoffmangel im Wurzelbereich führt.[1][4] Obwohl die Fortpflanzung primär autogam durch Selbstbestäubung erfolgt, erhöhen Insektenbesucher wie Bienen die Fremdbestäubungsrate signifikant.[1] Morphologische Anpassungen wie bedornte Blätter und Stängel dienen als mechanische Abwehr gegen Herbivoren und Insektenfraß.[2] Zu den bedeutenden Konsumenten im Nahrungsnetz zählen Blattläuse wie *Uroleucon compositae*, die Pflanzensäfte saugen und durch Honigtauausscheidung die Ansiedlung von Rußtaupilzen begünstigen. Im Bodenbereich schädigen Drahtwürmer (*Agriotes* spp.) und Erdraupen (*Agrotis* spp.) Samen sowie Keimlinge, während Minierfliegen der Gattung *Liriomyza* Serpentinen in das Blattgewebe graben.[5][8] Die Pflanze ist anfällig für pilzliche Pathogene wie *Fusarium oxysporum* f. sp. *carthami* und *Puccinia carthami*, die insbesondere in feuchten Mikroklimata gedeihen. Als moderater Wirt für Wurzelgallennematoden (*Meloidogyne* spp.) kann *Carthamus tinctorius* die Bildung von Wurzelgallen fördern, weshalb Fruchtfolgen mit Nicht-Wirtspflanzen wie Gräsern zur Unterbrechung der Infektionszyklen notwendig sind.[9][10]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Die Färberdistel (*Carthamus tinctorius*) ist primär als ökonomisch wertvolle Kulturpflanze für die Öl- und Farbstoffproduktion sowie als Heilpflanze klassifiziert, unterliegt jedoch selbst verschiedenen biotischen Stressfaktoren.[2][4] Medizinisch finden Extrakte in der Traditionellen Chinesischen Medizin und Ayurveda Anwendung, wobei allergische Hautreaktionen auf die Blüten möglich sind und hohe Dosen während der Schwangerschaft Risiken bergen können.[2] Im landwirtschaftlichen Anbau verursacht die Blattlaus *Uroleucon compositae* signifikante Schäden durch Saftentzug, was zu Blattkräuselung, Vergilbung und der Bildung von Rußtau führt. Das Wurzelsystem wird häufig von Drahtwürmern (*Agriotes* spp.) und Wurzelgallennematoden (*Meloidogyne* spp.) befallen, was die Nährstoffaufnahme stört und zu Gallenbildung sowie Kümmerwuchs führt.[9][8] Pilzkrankheiten wie die *Fusarium*-Welke oder der Saflor-Rost (*Puccinia carthami*) äußern sich durch vaskuläre Verfärbungen beziehungsweise orangefarbene Pusteln auf den Blättern und Stängeln.[5] Zur Prävention ist die Einhaltung von Fruchtfolgen mit Getreide oder Leguminosen essenziell, um Krankheitszyklen zu unterbrechen und die Anreicherung bodenbürtiger Pathogene zu verhindern.[11] Die Unkrautbekämpfung erfolgt im frühen Wachstumsstadium mechanisch oder durch Vorauflaufherbizide wie Sulfentrazon, da die Keimlinge nur eine geringe Konkurrenzkraft besitzen.[12] Im Rahmen der integrierten Schädlingsbekämpfung (IPM) werden resistente Sorten und biologische Mittel wie Neem-Extrakte oder entomopathogene Pilze priorisiert, um den Einsatz synthetischer Insektizide wie Imidacloprid zu reduzieren.[5][2] Physikalisch bieten die dornigen Blätter und Involukralblätter vieler Varietäten einen natürlichen mechanischen Schutz gegen größere Herbivoren und Insekten.[1] Neuere patentierte Anwendungen untersuchen zudem das Potenzial von *Carthamus tinctorius*-Extrakten als Strahlenschutzmittel sowie zur Behandlung von akutem Nierenversagen.[4]

Wirtschaftliche Bedeutung

Der globale Markt für Färberdistelsamen (*Carthamus tinctorius*) erreichte in den 2020er Jahren ein Volumen von etwa 1,1 Milliarden USD, wobei die jährliche Produktion zwischen 600.000 und 1.000.000 Tonnen schwankt. Hauptproduzenten sind Kasachstan, Russland, die USA und Indien, wobei die USA und Indien bedeutende Nettoexporteure darstellen. Die wirtschaftliche Hauptnutzung liegt in der Gewinnung von hochwertigem Öl für Lebensmittel und industrielle Anwendungen wie Farben, Lacke und Biokraftstoffe, während der Presskuchen als proteinreiches Tierfutter dient.[2] Neuerdings zeigen Patente auch das ökonomische Potenzial pharmazeutischer Anwendungen, etwa zur Behandlung von Nierenversagen oder als Strahlenschutzmittel.[4] Erhebliche Ertragseinbußen von 20 bis 50 % können jedoch durch abiotische Stressfaktoren wie Hitze und Dürre während der Blütezeit entstehen.[6] Biotische Schäden werden insbesondere durch Blattläuse wie *Uroleucon compositae* verursacht, die durch Honigtau und Wachstumshemmung die Produktqualität mindern. Pilzkrankheiten wie die Färberdistel-Welke (*Fusarium oxysporum*) und Rost (*Puccinia carthami*) führen zu Entlaubung und signifikanten Ernteverlusten. In sandigen Böden beeinträchtigen Wurzelgallennematoden (*Meloidogyne* spp.) die Nährstoffaufnahme und erfordern Fruchtfolgemaßnahmen zur Schadensbegrenzung.[5] Ohne adäquates Management und Bewässerung können die Erträge in semiariden Zonen um bis zu 50 % sinken, was die Rentabilität des Anbaus gefährdet.[2][6]

Biologie & Lebenszyklus

Die Färberdistel (*Carthamus tinctorius*) ist eine einjährige krautige Pflanze, deren Lebenszyklus von der Aussaat bis zur Reife je nach Sorte und Klima zwischen 110 und 150 Tagen dauert.[4] Die Entwicklung beginnt mit der epigäischen Keimung, die bei Bodentemperaturen von 15 bis 20 °C optimal verläuft, jedoch in einem Spektrum von 5 bis 40 °C möglich ist.[1] Nach dem Auflaufen tritt die Pflanze in ein 2 bis 4 Wochen dauerndes Rosettenstadium ein, in dem bodennahe Blätter gebildet werden.[4] In dieser Phase entwickelt sich eine tiefe Pfahlwurzel, die 2 bis 3 Meter in den Boden reichen kann und eine frühe Trockentoleranz gewährleistet.[5] Physiologisch weist die Pflanze im Rosettenstadium eine Kältetoleranz bis -7 °C auf, verliert diese jedoch mit Beginn des Stängelwachstums, wo bereits Temperaturen um -4 °C Schäden verursachen können.[1] Das vegetative Wachstum geht in die Stängelverlängerung und Verzweigung über, wobei Wuchshöhen von 30 bis 150 cm erreicht werden.[2] Die Blütezeit beginnt temperaturabhängig etwa 85 bis 140 Tage nach der Aussaat, wobei die Pflanze weitgehend photoperiodisch unempfindlich ist. Die Fortpflanzungsbiologie ist durch eine hohe Autogamie geprägt, da sich über 90 % der zwittrigen Röhrenblüten selbst bestäuben.[5] Insekten wie Bienen können die Fremdbefruchtungsrate jedoch auf über 10 % steigern.[6] Pro Blütenkopf werden typischerweise 20 bis 50 lebensfähige Samen gebildet, wobei die Pollenvitalität während der Anthese bei durchschnittlich 80 % liegt.[5] Die Samenreife erfolgt 30 bis 40 Tage nach der Blüte, womit der Generationszyklus abgeschlossen ist. *Carthamus tinctorius* gedeiht auf gut durchlässigen Lehmböden mit einem pH-Wert von 6,0 bis 8,0 und toleriert Salzgehalte bis zu einer elektrischen Leitfähigkeit von 8 dS/m durch Ionen-Ausschlussmechanismen.[2] Zu den natürlichen Feinden zählen Blattläuse wie *Uroleucon compositae*, die den Pflanzensaft saugen und das Wachstum hemmen. Drahtwürmer (*Agriotes* spp.) und Wurzelgallennematoden (*Meloidogyne* spp.) schädigen das Wurzelsystem, insbesondere in sandigen Substraten.[9] Pilzliche Pathogene wie *Fusarium oxysporum* (Welke) oder *Puccinia carthami* (Rost) führen zu erheblichen Vitalitätsverlusten und Mortalität.[2] Die Samen behalten unter trockenen Lagerbedingungen bei 10 bis 20 °C ihre Keimfähigkeit für 2 bis 3 Jahre.[4]

Vorkommen & Lebensraum

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von *Carthamus tinctorius* liegt in den ariden Regionen Westasiens, insbesondere im Fruchtbaren Halbmond. Als engster wilder Vorfahre gilt *Carthamus palaestinus*, der in trockenen Steppenumgebungen beheimatet ist. Die Domestizierung erfolgte vor etwa 4.000 bis 6.000 Jahren, woraufhin sich die Art über antike Handelsrouten ausbreitete. Bereits in der frühen Bronzezeit erreichte die Pflanze Europa und gelangte später bis nach Indien und China.[2] Im späten 19. Jahrhundert wurde sie schließlich auch auf dem amerikanischen Kontinent zu landwirtschaftlichen Zwecken eingeführt.[2] Die heutige globale Verbreitung konzentriert sich auf aride und semi-aride Klimazonen mit heißen, trockenen Sommern.[4] Zu den weltweit größten Produzenten zählen Kasachstan, Russland und die Vereinigten Staaten, wobei dort vor allem Kalifornien und Montana bedeutende Anbaugebiete sind. Weitere relevante Bestände finden sich in Indien, Mexiko sowie zunehmend in Ostafrika und Australien.[2] Der bevorzugte Lebensraum umfasst Standorte mit gut durchlässigen, lehmigen Böden mittlerer Textur. *Carthamus tinctorius* toleriert Boden-pH-Werte von 6,0 bis 8,0 und weist eine höhere Salztoleranz auf als viele andere Ölpflanzen. Die vertikale Verbreitung reicht vom Meeresspiegel bis in Höhenlagen von etwa 1.000 Metern.[5] Dank eines tiefreichenden Pfahlwurzelsystems von zwei bis drei Metern kann die Pflanze Bodenfeuchtigkeit aus tiefen Schichten nutzen.[1] Dies ermöglicht ein Überleben bei Temperaturen bis zu 45 °C, sofern keine Staunässe auftritt, auf die die Art empfindlich reagiert.[5] In landwirtschaftlichen Systemen wird sie häufig als Trockenland-Kultur in Fruchtfolgen integriert.[2]

Saisonalität & Aktivität

Bei *Carthamus tinctorius* handelt es sich um eine einjährige Pflanze, deren gesamter Lebenszyklus von der Keimung bis zur Samenreife je nach Sorte und Umweltbedingungen 110 bis 150 Tage umfasst.[4][1] Die phänologische Entwicklung beginnt mit einer 2 bis 4 Wochen dauernden Rosettenphase, in der die Pflanze eine Frosttoleranz bis -7 °C aufweist, bevor das temperaturabhängige Längenwachstum einsetzt.[1] In milden Klimazonen erfolgt die Aussaat im Herbst zur Überwinterung im Rosettenstadium, während in kühleren Regionen eine Frühjahrsaussaat üblich ist.[4] Die Blütezeit beginnt 85 bis 140 Tage nach der Aussaat, wobei die Pflanzen für eine optimale Entwicklung Tagestemperaturen zwischen 20 °C und 32 °C benötigen.[1][4] Während der reproduktiven Phase ist *Carthamus tinctorius* empfindlich gegenüber Kälte und nimmt bereits bei Temperaturen um -4 °C Schaden.[4] Die Bestäubung erfolgt überwiegend autogam, doch tragen Insektenbesuche während des Tages zur Fremdbestäubung bei, wobei die Pollenvitalität nach der Anthese rasch abnimmt. Der Zyklus endet mit der Samenreife etwa 30 bis 40 Tage nach der Blüte, wenn die Pflanzen für die Ernte bereit sind.[1] Ergänzende Daten zum öffentlichen Suchinteresse zeigen einen saisonalen Anstieg der Aufmerksamkeit im April, was zeitlich mit dem Beginn der Vegetationsperiode in vielen Anbaugebieten der Nordhalbkugel korreliert.

Występowanie i aktualne obserwacje w Niemczech

  • Düsseldorf, North Rhine-Westphalia, Deutschland

    04.09.2025

  • Naturpark Hohes Venn – Eifel, Nettersheim, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

    01.08.2025

  • Geisenheim, Hessen, Deutschland

    28.07.2025

  • VWR7+CQ, 50354 Hürth, Deutschland

    20.07.2025

  • Bonn, North Rhine-Westphalia, Deutschland

    17.07.2025

Daten: iNaturalist

Badania naukowe i patenty

CN-113491728-A Biological Rejestracja

Verwendung einer Carthamus tinctorius-Zusammensetzung zur Herstellung eines Medikaments zur Behandlung des polyzystischen Ovarialsyndroms

Guangxi Zhuang Autonomous Region Huahong Pharmaceutical Group Company Ltd. (2021)

Znaczenie: 6/10

Streszczenie

Das Patent zielt auf die Verwendung einer Kräuterzusammensetzung zur Behandlung des polyzystischen Ovarialsyndroms (PCOS) ab. Laut Titel basiert die Zusammensetzung auf Carthamus tinctorius, kombiniert mit weiteren Pflanzenextrakten. Die Mischung soll als Medikament formuliert werden, um die Symptome von PCOS zu lindern. Es handelt sich um eine spezifische gynäkologische Anwendung der Pflanze.

CN-108210540-A Biological Nieznany

Verwendung von wässrigem Rohextrakt aus Carthamus tinctorius L. zur Herstellung eines Strahlenschutzmittels

National Institute For Radiological Prot And Nuclear Safety Chinese Centre For Disease Control And P (2017)

Znaczenie: 9/10

Streszczenie

Das Patent beschreibt die Verwendung eines wässrigen Extrakts aus der Färberdistel als Strahlenschutzmittel. Der Extrakt wird mittels makroporösem Harz aufgereinigt und zeigt starke antioxidative Eigenschaften. Er dient der Herstellung von Medikamenten, Lebensmitteln oder Kosmetika zum Schutz vor Strahlenschäden. Dies erschließt ein neues Anwendungsfeld für Carthamus tinctorius.

KR-101653678-B1 Biological Nadany

Lebensmittelzusammensetzung mit Traubenkernextrakt, Baldrianextrakt und Färberdistelextrakt zur Vorbeugung und Linderung von Wechseljahrsbeschwerden

Frombio Company Ltd. (2016)

Znaczenie: 8/10

Streszczenie

Dieses Patent beschreibt eine Lebensmittelzusammensetzung zur Linderung von Wechseljahrsbeschwerden. Die Kernidee ist die Kombination von Extrakten aus Traubenkernen, Baldrian und Färberdistelsamen (Carthamus tinctorius). Diese Mischung reguliert effektiv die Differenzierung von Osteoklasten und fördert die Aktivität von Osteoblasten. Zudem erhöht sie die Östrogenrezeptor-Expression. Die Zusammensetzung gilt als sicher, ungiftig und frei von Nebenwirkungen.

KR-20170119225-A Biological Nieznany

Pharmazeutische Zusammensetzung zur Vorbeugung oder Behandlung von akutem Nierenversagen umfassend Samenextrakt von Carthamus tinctorius L.

Republic OF Korea(Management : Rural Dev Administration) (2016)

Znaczenie: 8/10

Streszczenie

Die Erfindung betrifft eine pharmazeutische Zusammensetzung, die speziell Samenextrakt der Färberdistel (Carthamus tinctorius) enthält. Ziel ist die Vorbeugung und Behandlung von akutem Nierenversagen. Der Extrakt wird als aktiver Wirkstoff genutzt, um Nierenschäden entgegenzuwirken. Das Patent stellt somit eine spezifische medizinische Anwendung der Färberdistel in den Mittelpunkt.

CN-106310228-A Chemical Nieznany

Medizinische Verbindung zur Behandlung von myokardialer Ischämie-Reperfusion bei Ratten und Anwendungsverfahren

University of Hebei (2016)

Znaczenie: 6/10

Streszczenie

Beschrieben wird eine medizinische Verbindung zur Behandlung von Schäden durch myokardiale Ischämie-Reperfusion. Die Rezeptur enthält Färberdistel (Carthamus tinctorius) als einen von mehreren Bestandteilen neben Astragalus und Salvia miltiorrhiza. Die Mischung reduziert Entzündungen und oxidativen Stress im Herzgewebe. Sie schützt die Herzmuskelzellen und verringert die Apoptoserate.

Źródła i odniesienia

  1. https://www.ogtr.gov.au/sites/default/files/files/2021-07/the_biology_of_safflower_-_v1.2_-_october_2019.pdf
  2. https://www.gbif.org/species/3138327
  3. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:324467-2
  4. https://plants.usda.gov/plant-profile/CATI
  5. https://anrcatalog.ucanr.edu/pdf/21565e.pdf
  6. https://safflower.cw.wsu.edu/wp-content/uploads/sites/62/2017/08/Manual.pdf
  7. http://gernot-katzers-spice-pages.com/engl/Cart_tin.html
  8. https://mccc.msu.edu/wp-content/uploads/2019/08/SD_2001_Safflower-Crop-Profile.pdf
  9. http://nemaplex.ucdavis.edu/HostLists/SafflowerHostList.htm
  10. http://www.bbwesterdahl.com/j/J22.pdf
  11. https://extensionpubs.unl.edu/publication/g1702/2007/pdf/view/g1702-2007.pdf
  12. https://oilseeds.ucdavis.edu/sites/g/files/dgvnsk14771/files/inline-files/220156_0.pdf
  13. Literaturzusammenfassung (mit Bibliographie, siehe Primärquellenliste)