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Jesienny krokus Colchicum jesienne

Jesienny krokus

Taksonomia

Królestwo Pflanzen (Plantae)
Typ Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasa Liliopsida (Liliopsida)
Rząd Liliales (Liliales)
Rodzina Colchicaceae
Rodzaj Colchicum
Gatunek Colchicum autumnale
Nazwa naukowa Colchicum autumnale L.
Zaakceptowana nazwa

Einleitung

Die **Herbstzeitlose** (*Colchicum autumnale*) ist eine ausdauernde, knollenbildende Pflanzenart aus der Familie der Zeitlosengewächse (Colchicaceae), die in weiten Teilen Europas heimisch ist.[1][2] Charakteristisch für diesen Geophyten ist das Erscheinen der krokusähnlichen, lavendel-rosa Blüten im Herbst, während die Laubblätter erst im darauffolgenden Frühjahr austreiben.[3] Aufgrund des enthaltenen Alkaloids Colchicin ist die Pflanze hochgiftig, was insbesondere bei Verwechslungen der Blätter mit dem essbaren Bärlauch (*Allium ursinum*) zu schweren Intoxikationen führen kann.[1]

Fakten (kompakt)

- Die Gattung *Colchicum* umfasst insgesamt etwa 160 Arten, wobei *Colchicum autumnale* als Typusart fungiert. - Phylogenetische Untersuchungen unter Einbeziehung von rbcL- und trnL-F-Sequenzen belegen eine enge Verwandtschaft zu den Gattungen *Androcymbium* und *Bulbocodium*. - Ein bekanntes taxonomisches Synonym für die Art ist *Bulbocodium autumnale* (L.) Lapeyr. - Systematisch wird die Pflanze der Ordnung Liliales und der Klasse Liliopsida zugeordnet.[8] - Die dunkelgrünen, lanzettlichen Laubblätter erreichen eine Länge von bis zu 10 Zoll (ca. 25 cm) und sterben bereits im Hochsommer wieder ab. - Im englischen Sprachraum sind neben „autumn crocus“ auch die Trivialnamen „meadow saffron“ und „naked ladies“ gebräuchlich. - Für die gärtnerische Nutzung existieren Zuchtsorten wie 'Album', die sich durch weiße Blüten auszeichnen. - Die Pflanze wird in den USDA-Klimazonen 4 bis 8 als winterhart eingestuft. - Um die Wuchskraft (Vigor) in Kultur zu erhalten, ist eine Teilung der Bestände alle paar Jahre erforderlich.[8]

Name & Einordnung

Die wissenschaftliche Erstbeschreibung von *Colchicum autumnale* erfolgte im Jahr 1753 durch Carl Linnaeus, wobei die Pflanze als Typusart der Gattung *Colchicum* fungiert.[2] Historisch wurde die Art der umfassenderen Familie der Liliaceae zugeordnet, bevor sie in der modernen Taxonomie als eigenständige Familie Colchicaceae (Zeitlosengewächse) anerkannt wurde. Der Gattungsname leitet sich vom altgriechischen Begriff „Kolchis“ ab, einer Region am Schwarzen Meer (heutiges Georgien), die in der Mythologie mit der Zauberin Medea und der Verwendung von Giftpflanzen assoziiert wird. Das lateinische Art-Epitheton *autumnale* verweist auf die charakteristische Blütezeit im Herbst, die die Art von vielen frühlingsblühenden Verwandten unterscheidet. Zu den relevanten Synonymen zählt *Bulbocodium autumnale* (L.) Lapeyr., was frühere taxonomische Einordnungen widerspiegelt.[1] Phylogenetische Untersuchungen bestätigen die Zugehörigkeit zur Gattung *Colchicum*, die heute auch ehemals abgetrennte Gruppen wie *Bulbocodium* umfasst.[4] Im deutschen Sprachraum ist die Pflanze als Herbstzeitlose bekannt. Internationale Trivialnamen wie „autumn crocus“ oder „meadow saffron“ basieren auf der visuellen Ähnlichkeit zu Krokussen (*Crocus* spp.) beziehungsweise dem Safran-Krokus, obwohl keine nahe Verwandtschaft besteht.[5] Die englische Bezeichnung „naked ladies“ bezieht sich auf das Phänomen, dass die Blüten im Herbst ohne Laub direkt aus dem Boden treten, lange bevor die Blätter im folgenden Frühjahr erscheinen.[6]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

*Colchicum autumnale* ist ein ausdauernder, krautiger Geophyt, der über eine tunikate, vertikale Knolle als primäres Speicherorgan verfügt. Diese unterirdische Knolle ist 2,5 bis 6 cm lang, 2 bis 4 cm breit und von braunen, papier- bis lederartigen Schichten umhüllt.[1] Charakteristisch für die Art ist der hysteranthe Wuchszyklus, bei dem die Blüten im Herbst (September bis November) nackt, also ohne begleitendes Laub, direkt aus dem Boden treiben.[3] Die becher- bis trichterförmigen Blüten erreichen eine Höhe von 15 bis 25 cm und stehen auf einem blattlosen Schaft. Das Perigon besteht aus sechs lilapurpurnen bis rosa-lavendelfarbenen Segmenten, die an der Basis zu einer langen, schmalen Röhre verwachsen sind, welche bis zur Knolle reicht. Ein entscheidendes Bestimmungsmerkmal zur Abgrenzung von den ähnlich aussehenden Krokussen (*Crocus* spp.) ist die Anzahl der Staubblätter: Während Krokusse drei besitzen, weist *C. autumnale* sechs Staubblätter mit gelben Staubbeuteln auf.[6] Der unterständige Fruchtknoten verbleibt während der gesamten Blütezeit unter der Erdoberfläche. Die dunkelgrünen, lineal- bis breit-lanzettlichen Laubblätter erscheinen erst im darauffolgenden Frühjahr in einer grundständigen Rosette. Sie erreichen eine Länge von 20 bis 35 cm sowie eine Breite von 2 bis 5 cm und sterben bis zum Hochsommer ab. Inmitten der Blattrosette reift die Frucht, eine 3 bis 6 cm lange, längliche bis eiförmige Kapsel mit drei markanten Rippen. Diese enthält zahlreiche dunkelbraune, kugelige bis kantige Samen mit einem Durchmesser von 1 bis 4 mm. Aufgrund der im Frühjahr erscheinenden Blätter besteht eine signifikante Verwechslungsgefahr mit dem essbaren Bärlauch (*Allium ursinum*), was zu schweren Vergiftungen führen kann. Wichtige Unterscheidungsmerkmale sind die bei der Herbstzeitlose fehlenden Blattstiele und der fehlende Knoblauchgeruch, da die Blätter direkt eine feste Rosette bilden.[1]

Beschreibung

Colchicum autumnale ist ein ausdauernder, knollenbildender Geophyt, der durch seinen ausgeprägten jahreszeitlichen Dimorphismus und die zeitliche Entkopplung von Blatt- und Blütenbildung charakterisiert ist.[2][1] Im Gegensatz zu den meisten Pflanzenarten folgt die Art einem hysteranthen Lebenszyklus, bei dem die Blüte im Herbst erfolgt, während die photosynthetisch aktiven Blätter erst im darauffolgenden Frühjahr erscheinen.[4] Im natürlichen Habitat, vorwiegend auf feuchten Wiesen, in Auenwäldern und an Waldrändern, erscheinen die blattlosen Blütenstiele direkt aus dem Boden, was zu volkstümlichen Bezeichnungen wie „Nackte Jungfer“ führte.[6][1] Das typische Erscheinungsbild während der Blütezeit von September bis November umfasst trichterförmige, blasslila bis rosa Blüten, die scheinbar isoliert auf der Erdoberfläche stehen.[5] Eine zentrale anatomische Anpassung ist die Lage des Fruchtknotens, der sich während der Anthese tief unter der Erde im Schutz der Knolle befindet, um vor frühen Herbstfrösten geschützt zu sein. Erst im Frühjahr schiebt sich der Fruchtstand zusammen mit einer Rosette aus kräftigen, lanzettlichen, dunkelgrünen Blättern an die Oberfläche, um die Samenreife durch Sonnenlicht zu ermöglichen. Die unterirdische Überdauerung erfolgt durch eine einjährige, tunikate Sprossknolle, die im Laufe der Vegetationsperiode aufgebraucht und durch eine neue Tochterknolle ersetzt wird. Die ontogenetische Entwicklung ist langwierig; Samen benötigen eine Kälteperiode (Stratifikation) und keimen oft erst nach dem Winter bei Temperaturen zwischen 5 und 15 °C. Sämlinge bilden im ersten Jahr lediglich ein oder wenige Blätter aus, um Photosynthese zu betreiben und eine erste winzige Speicherknolle anzulegen. Es dauert in der Regel vier bis fünf Jahre, bis die Pflanze genügend Reserven akkumuliert hat, um erstmals zur Blüte zu gelangen. Im Feld ist die Unterscheidung zu Krokussen (*Crocus* spp.) essenziell: Während Krokusse drei Staubblätter besitzen, weist *Colchicum autumnale* stets sechs Staubblätter auf.[1][6] Eine kritische Verwechslungsgefahr besteht im Frühjahr zwischen den Blättern der Herbstzeitlose und denen des essbaren Bärlauchs (*Allium ursinum*).[1] Unterscheidungsmerkmale sind hierbei die fehlende knoblauchartige Duftnote sowie die Wuchsform der Blätter, die bei der Herbstzeitlose eine stängelumfassende Rosette bilden, statt einzeln gestielt zu sein.[6] Ökologisch nutzt die Art die Ameisenausbreitung (Myrmekochorie), indem die Samen mit einem lipidreichen Anhängsel, dem Elaiosom, ausgestattet sind.[4] Chemisch ist die Pflanze durch das Alkaloid Colchicin definiert, ein Mitose-Hemmstoff, der in allen Pflanzenteilen konzentriert ist und historisch zur Behandlung von Gicht eingesetzt wurde.[1][5] Carl von Linné beschrieb die Art 1753 als Typusart der Gattung, wobei der Name auf die antike Landschaft Kolchis verweist, die in der griechischen Mythologie als Heimat der Giftmischerin Medea galt.[1]

Verhalten

Colchicum autumnale zeigt eine ausgeprägte hysteranthe Phänologie, bei der die Blüte im Herbst synchronisiert erfolgt, bevor die Laubblätter im folgenden Frühjahr austreiben. Diese zeitliche Anpassung ermöglicht die Interaktion mit Bestäubern zu einem Zeitpunkt, an dem die Konkurrenz um Insekten gering ist. Die Bestäubung erfolgt entomophil, wobei die Pflanze gezielt Hummeln (*Bombus* spp.), Honigbienen (*Apis mellifera*) und Schwebfliegen anlockt.[1] Zur Ausbreitung der Samen nutzt die Art die Myrmekochorie, eine spezialisierte Interaktion mit Ameisen. Die Samen sind mit lipidreichen Elaiosomen ausgestattet, welche Ameisen dazu veranlassen, die Diasporen in ihre Nester zu transportieren. Nach dem Verzehr des Nährkörperchens entsorgen die Ameisen die intakten Samen in nährstoffreichen Abfallhaufen, was die Keimung begünstigt.[4] Als chemische Abwehrstrategie gegen Herbivoren und Pathogene akkumuliert die Pflanze toxische Alkaloide wie Colchicin, insbesondere in den Samen und Knollen.[6] Neben der sexuellen Fortpflanzung zeigt die Art ein Aggregationsverhalten durch die vegetative Bildung von Tochterknollen, was zur Entstehung dichter Kolonien führt.[1]

Ökologie

Colchicum autumnale besiedelt bevorzugt offene Wiesen, Waldränder und feuchte Weiden, wobei nährstoffreiche, gut durchlässige Böden mit einem pH-Wert von 4,5 bis 7,5 präferiert werden.[1] Die Art ist charakteristisch für gemäßigte Graslandgesellschaften und tritt häufig vergesellschaftet mit Gräsern wie Festuca pratensis und Festuca rubra sowie Kräutern wie Ranunculus acris und Alchemilla vulgaris auf.[4] Obwohl die Pflanze Halbschatten toleriert, meidet sie dichte Waldunterwüchse und gedeiht am besten an sonnigen Standorten, wo sie Teil der Krautschicht ist. Als Geophyt folgt die Herbstzeitlose einem hysteranthen Lebenszyklus, bei dem die Blüte im Herbst vor dem Blattaustrieb im Frühjahr erfolgt, was eine zeitliche Nischennutzung ermöglicht. Die Bestäubung erfolgt entomophil durch Insekten wie Hummeln (Bombus spp.), Honigbienen (Apis mellifera) und Schwebfliegen, für die die Blüten im September und Oktober eine wichtige späte Nahrungsquelle darstellen.[1] Die Ausbreitung der Samen geschieht primär durch Myrmekochorie, da Ameisen von den lipidreichen Elaiosomen der Samen angelockt werden. Diese Insekten transportieren das Saatgut in ihre Nester, verzehren das Elaiosom und lagern den intakten Samen in nährstoffreichen Abfallhaufen ab, was die Keimung begünstigt.[5] Zur Abwehr von Herbivoren und Pathogenen akkumuliert die Pflanze toxische Alkaloide wie Colchicin in Samen und Knollen, die als effektive chemische Verteidigung dienen.[6]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Colchicum autumnale wird primär als Giftpflanze klassifiziert, gilt jedoch auf landwirtschaftlichen Nutzflächen aufgrund der hohen Toxizität für Weidevieh als problematisches Unkraut.[4] Ein erhebliches gesundheitliches Risiko für den Menschen besteht durch die Verwechslung der im Frühjahr austreibenden Blätter mit dem essbaren Bärlauch (*Allium ursinum*), was regelmäßig zu schweren Vergiftungen führt. Das enthaltene Alkaloid Colchicin wirkt als Mitosehemmstoff und verursacht bereits in geringen Dosen gastrointestinale Beschwerden bis hin zum Multiorganversagen, wobei kein spezifisches Antidot existiert.[1] Pharmazeutisch besitzt die Pflanze jedoch eine hohe Bedeutung als Rohstoffquelle für Colchicin, das zur Behandlung von Gicht und familiärem Mittelmeerfieber zugelassen ist.[7] Das Schadpotenzial in der Landwirtschaft ist signifikant, da das Gift auch im getrockneten Heu wirksam bleibt, obwohl Tiere die frische Pflanze meist meiden.[4][1] Befallsanzeichen in Wiesen sind die im Herbst erscheinenden blattlosen Blüten („nackte Jungfern“) sowie die im Frühjahr dominierenden, tulpenähnlichen Blattrosetten. Präventionsmaßnahmen konzentrieren sich auf die strikte Unterscheidung von essbaren Wildpflanzen und den vorsichtigen Umgang im Gartenbau, wo Handschuhe empfohlen werden.[1] Zur Bekämpfung in dichten Beständen werden mechanische Schnittmaßnahmen (Mahd) eingesetzt, um die Ausbreitung zu kontrollieren, ohne die Biodiversität massiv zu beeinträchtigen.[4] In Gebieten, in denen die Art eingeschleppt wurde, erfolgt das Management oft durch manuelles Entfernen der Pflanzen, um Vergiftungsrisiken zu minimieren.[1] Biotechnologische Ansätze und Patente fokussieren sich zunehmend auf die effiziente Extraktion oder Teilsynthese von Wirkstoffen wie Colchicosid, um die pharmazeutische Nachfrage zu decken.[5][6]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die Art besitzt als Rohstoffquelle für die pharmazeutische Industrie erhebliche wirtschaftliche Relevanz, da aus den Samen und Knollen das Alkaloid Colchicin für Medikamente gegen Gicht und familiäres Mittelmeerfieber gewonnen wird.[7][6] Um den Bedarf zu decken und Wildbestände zu schonen, wird *Colchicum autumnale* gezielt angebaut, wobei Erntezeitpunkte zur Maximierung des Wirkstoffgehalts optimiert werden.[1] Historische und aktuelle Patentanmeldungen belegen zudem Verfahren zur Synthese von Derivaten wie Colchicosid direkt aus dem Pflanzenmaterial.[5] Eine indirekte ökonomische Bedeutung entsteht durch den Einsatz von extrahiertem Colchicin in der Pflanzenzucht, wo es zur Erzeugung polyploider Sorten bei Weizen oder Zierpflanzen genutzt wird, um Erträge und Robustheit zu steigern.[1] Im Gartenbausektor wird die Pflanze international als Zierstaude gehandelt, wobei diverse Kultivare für den Herbstverkauf produziert werden.[3] In der Landwirtschaft hingegen verursacht die Herbstzeitlose ökonomische Schäden als Weideunkraut, da ihre Toxizität die Nutzung von Grünland für Vieh einschränkt und die Futterqualität mindert. Hohe Populationsdichten in Wiesen erfordern kostenintensive Managementmaßnahmen wie gezielte Schnittbehandlungen zur Bestandskontrolle.[4] Zusätzlich entstehen dem Gesundheitswesen Kosten durch Vergiftungsfälle, die häufig auf Verwechslungen mit Bärlauch (*Allium ursinum*) zurückzuführen sind und intensive klinische Behandlungen nach sich ziehen.[1]

Biologie & Lebenszyklus

Colchicum autumnale ist ein ausdauernder Geophyt, der einen komplexen Lebenszyklus mit ausgeprägten Ruhephasen durchläuft und eine unterirdische Sprossknolle als primäres Überdauerungsorgan nutzt.[1][4] Die Art zeichnet sich durch eine hysteranthe Phänologie aus, bei der die blattlosen Blütenstände im Herbst (September bis November) direkt aus dem Boden treiben, lange bevor die Laubblätter im folgenden Frühjahr erscheinen. Die Bestäubung erfolgt entomophil durch Insekten wie Hummeln (*Bombus* spp.), Honigbienen und Schwebfliegen, die im Spätsommer von Nektar und Pollen angelockt werden.[1] Nach der Befruchtung verbleibt der Fruchtknoten während des Winters unter der Erde, während die Samen in einer Kapsel reifen, die erst im Frühjahr gemeinsam mit der Blattrosette an die Oberfläche geschoben wird.[1][4] Die Verbreitung der Samen erfolgt primär durch Myrmekochorie, da Ameisen durch lipidreiche Anhängsel (Elaiosomen) an den Samen angelockt werden und diese in ihre Nester transportieren. Für die Keimung benötigen die Samen eine Kälteperiode (Stratifikation) über den Winter, um die Dormanz zu brechen, wobei die Keimung bei kühlen Temperaturen zwischen 5 und 15 °C erfolgt. Die Entwicklung vom Sämling bis zur blühfähigen Pflanze dauert etwa 4 bis 5 Jahre, wobei im ersten Jahr zunächst eine kleine Tochterknolle gebildet wird. Im jährlichen Zyklus treiben im Frühjahr lanzettliche Blätter aus, die durch Photosynthese die Energiereserven der Knolle regenerieren, bevor sie im Frühsommer vergilben und absterben. Darauf folgt eine sommerliche Ruhephase, in der die Pflanze oberirdisch nicht sichtbar ist, während im Boden die Blütenknospen für den Herbst angelegt werden.[1] Die vegetative Vermehrung erfolgt durch die jährliche Bildung von Tochterknollen an der Basis der Mutterknolle, was zur Bildung dichter Kolonien führen kann.[1][4] In Wildbeständen erreichen individuelle Pflanzen ein Alter von 10 bis 20 Jahren, während die Samen im Boden bis zu 5 Jahre keimfähig bleiben können. Physiologisch ist die Pflanze an gemäßigte Klimazonen angepasst und benötigt Winterkälte (Vernalisation) sowie eine sommerliche Wärmeperiode zur Initiierung der Blüte. Als Fraßschutz gegen Herbivoren akkumuliert die Pflanze in allen Teilen, besonders in Samen und Knollen, hochtoxische Alkaloide wie Colchicin, deren Gehalt saisonal schwankt und zur Blütezeit im Herbst seinen Höhepunkt erreicht.[1]

Vorkommen & Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet von *Colchicum autumnale* erstreckt sich über weite Teile der gemäßigten Zonen Europas, von der Iberischen Halbinsel bis zu den Britischen Inseln und ostwärts bis zur Ukraine und dem Kaukasus. In Mitteleuropa ist die Art in Deutschland, Österreich und der Schweiz weit verbreitet und kommt südwärts bis in den Mittelmeerraum vor, einschließlich Italien und Griechenland. Die vertikale Verbreitung reicht von Meereshöhe in Küstengebieten bis in Höhenlagen von 2.000 Metern in Gebirgen wie den Alpen und Pyrenäen.[1] Als Zierpflanze wurde die Art im 18. und 19. Jahrhundert in andere Regionen eingeführt und verwilderte in Teilen Nordeuropas, etwa in Schweden und dem Baltikum.[1] Außereuropäische neophytische Vorkommen sind auf der Südinsel Neuseelands sowie in Nordamerika dokumentiert, insbesondere im Pazifischen Nordwesten und US-Bundesstaaten wie Kentucky oder Vermont.[1][6] Die bevorzugten natürlichen Habitate umfassen offene, grasbewachsene Wiesen, feuchte Weiden und lichte Waldränder. Pflanzensoziologisch wird *Colchicum autumnale* häufig in Gesellschaft von Gräsern wie *Festuca pratensis* und *Festuca rubra* sowie Kräutern wie *Ranunculus acris* in halbnatürlichen Grünlandgesellschaften angetroffen. Die Pflanze bevorzugt vollsonnige bis halbschattige Standorte und meidet dichte Waldunterwüchse. An den Boden stellt sie Ansprüche hinsichtlich einer guten Drainage, wobei lehmige bis sandig-lehmige Substrate bevorzugt werden. Der pH-Wert des Bodens liegt typischerweise im leicht sauren bis neutralen Bereich zwischen 4,5 und 7,5. Obwohl die Art periodisch feuchte Bedingungen toleriert, ist sie empfindlich gegenüber Staunässe und schweren Tonböden, die während der Ruhephase zu Fäulnis an den Knollen führen können. Das Vorkommen konzentriert sich auf Klimazonen mit milden Wintern und kühlen Sommern, was den USDA-Winterhärtezonen 4 bis 8 entspricht. Historische Aufzeichnungen deuten darauf hin, dass das natürliche Areal seit der Antike relativ stabil geblieben ist, bevor anthropogene Ausbreitungen stattfanden.[1]

Saisonalität & Aktivität

Colchicum autumnale folgt einem ausgeprägten hysteranthen Entwicklungszyklus, bei dem die generative und vegetative Phase saisonal voneinander getrennt sind.[1] Die Blütezeit erstreckt sich über den Spätsommer und Herbst, wobei die blattlosen Blütenstiele meist von September bis November erscheinen.[1][3] Diese späte Blütezeit nutzt die Aktivität von spät fliegenden Bestäubern wie Hummeln und Bienen, wenn andere Nektarquellen seltener werden.[4] Nach der Anthese tritt die Pflanze in eine erste Ruhephase über den Winter ein, während der die befruchteten Fruchtknoten unterirdisch geschützt bleiben.[1] Im Frühjahr, oft ab April, durchbrechen die Blattrosetten zusammen mit den heranreifenden Fruchtkapseln den Boden.[3][5] Die Samenreife erfolgt oberirdisch inmitten des Laubes, bevor die Samen durch Myrmekochorie verbreitet werden.[1] Zum Frühsommer hin vergilben die Blätter und sterben ab, was den Beginn der sommerlichen Dormanz markiert.[5] In dieser Zeit speichert die unterirdische Knolle Energie für den nächsten herbstlichen Austrieb. Die Samen benötigen eine Kältestratifikation während des Winters, um im Frühling keimen zu können.[1] Daten zum öffentlichen Suchinteresse bestätigen diese Zweiteilung der sichtbaren Aktivität mit deutlichen Spitzen im September zur Blüte und im April während des Blattaustriebs.

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Daten: iNaturalist

Badania naukowe i patenty

CN-105902774-A Biological Nieznany

Chinesische medizinische Zusammensetzung zur Behandlung von akuter Gichtarthritis

Xinjiang Yinduolan Uighur Medicine Company Ltd. (2016)

Znaczenie: 5/10

Streszczenie

Eine TCM-Rezeptur speziell gegen Gicht und Arthritis. Da Colchicin (aus der Herbstzeitlose) ein klassisches Mittel gegen Gicht ist, spielt die Pflanze hier eine zentrale Rolle als Wirkstoffquelle. Das Patent beansprucht eine geringere Toxizität und bessere Verträglichkeit im Vergleich zu reinen westlichen Medikamenten durch die Kombination mit anderen Kräutern.

DE-929253-C Chemical Nadany

Verfahren zur Teilsynthese des Colchicosids aus der Herbstzeitlose

Uclaf Soc (1953)

Znaczenie: 6/10

Streszczenie

Das Patent beschreibt ein chemisches Verfahren zur Gewinnung und Teilsynthese von Colchicosid direkt aus der Herbstzeitlose (Colchicum autumnale). Es fokussiert sich auf die Isolierung des pharmazeutisch wirksamen Bestandteils aus der Pflanze. Dies ist relevant für die Herstellung von Medikamenten, nutzt die Pflanze also als Rohstoffquelle und nicht zur Bekämpfung. Die Innovation liegt in der spezifischen Syntheseroute des Glykosids.

Źródła i odniesienia

  1. https://www.gbif.org/species/2739622
  2. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:533232-1
  3. http://www.missouribotanicalgarden.org/plantfinder/PlantFinderDetails.aspx?taxonid=282050
  4. https://bsapubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.3732/ajb.90.10.1455
  5. https://plants.ces.ncsu.edu/plants/colchicum-autumnale/
  6. https://hort.extension.wisc.edu/articles/autumn-crocus-colchicum-spp/
  7. https://www.accessdata.fda.gov/drugsatfda_docs/nda/2009/022352s000_CrossR.pdf
  8. Literaturzusammenfassung (mit Bibliographie, siehe Primärquellenliste)