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Robaki uszne Dermaptera

Robaki uszne
Niskie ryzyko Uciążliwy Może ugryźć Zagrożenie fizyczne

Taksonomia

Królestwo Tiere (Animalia)
Typ Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasa Insekten (Insecta)
Rząd Ohrwürmer (Dermaptera)
Gatunek Dermaptera
Nazwa naukowa Dermaptera
Zaakceptowana nazwa

Einleitung

Die **Ohrwürmer** (*Dermaptera*) bilden eine Ordnung der Insekten, die durch ihren langgestreckten, abgeflachten Körper und die charakteristischen, zangenförmigen Cerci am Hinterleibsende gekennzeichnet ist. Diese weltweit verbreiteten, überwiegend nachtaktiven Omnivoren nehmen eine ökologische Doppelrolle ein, da sie sowohl als Nützlinge bei der Regulation von Weichhautinsekten als auch gelegentlich als Agrarschädlinge an weichen Pflanzenteilen auftreten.[1][2] Der deutsche Trivialname verweist auf einen historischen Aberglauben bezüglich des Eindringens in das menschliche Ohr, für den es jedoch keine wissenschaftliche Grundlage gibt.[3]

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Ostatnio 20.06.2026
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Name & Einordnung

Die wissenschaftliche Bezeichnung der Ordnung lautet *Dermaptera* und wurde im Jahr 1773 von dem schwedischen Entomologen Charles De Geer eingeführt. Der Name ist eine Zusammensetzung aus den altgriechischen Wörtern *derma* (Haut) und *ptera* (Flügel), was auf die charakteristische ledrige Textur der verkürzten Vorderflügel (Tegmina) verweist. Historisch ordnete Carl von Linné den Gemeinen Ohrwurm (*Forficula auricularia*) bereits 1758 in seinem Werk *Systema Naturae* der Gattung *Forficula* unter der Ordnung *Dermapteri* zu, bevor sich die heutige Nomenklatur auf Ordnungsebene etablierte. Der deutsche Trivialname „Ohrwurm“ sowie das englische „earwig“ (vom Altenglischen *ēarewīcga*) basieren auf dem weit verbreiteten europäischen Aberglauben, dass diese Insekten in menschliche Ohren kriechen, um dort Schaden anzurichten. Diese etymologische Verbindung findet sich auch in anderen Sprachen, wie etwa im französischen *perce-oreille* („Ohrbohrer“), obwohl diese Furcht wissenschaftlich unbegründet ist. Taxonomisch gehören die Ohrwürmer zur Unterklasse Polyneoptera und umfassen nach aktuellem Stand von 2025 weltweit etwa 2.111 rezente Arten in 12 Familien.[3][1] Die Ordnung wird in die rezente Unterordnung Neodermaptera sowie die ausgestorbenen Subordnungen Archidermaptera und Eodermaptera unterteilt.[1] Innerhalb der Neodermaptera werden die freilebenden Forficulina von den spezialisierten, ektoparasitischen Gruppen Arixeniina und Hemimerina unterschieden.[3] Neuere phylogenetische Analysen stellen die *Dermaptera* oft als Schwestergruppe der *Plecoptera* (Steinfliegen) dar, gestützt durch morphologische Merkmale wie den Verlust des Ovipositors.[1] Taxonomische Revisionen im Jahr 2025 haben unter anderem die Klassifizierung der mexikanischen Fauna präzisiert und dort sechs Familien (u. a. Anisolabididae, Forficulidae, Labiidae) bestätigt.[3]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Adulte Ohrwürmer zeichnen sich durch einen langgestreckten, dorsoventral abgeflachten Körper aus, der typischerweise eine Länge von 5 bis 50 mm erreicht und rötlich-braun bis schwarz gefärbt ist. Der prognathe Kopf trägt seitlich sitzende Facettenaugen sowie fadenförmige (filiforme) Antennen, die aus 10 bis 25 Segmenten bestehen. Die Mundwerkzeuge sind kauend-beißend mit asymmetrischen Mandibeln, die an eine omnivore Ernährung angepasst sind.[1] Der Thorax gliedert sich in drei Segmente, wobei die Vorderflügel zu kurzen, ledrigen Tegmina modifiziert sind, welche die fächerartig gefalteten, häutigen Hinterflügel bedecken.[1][3] Viele Arten sind jedoch brachypter (kurzflügelig) oder apter (flügellos), was ihre Flugfähigkeit einschränkt. Das Abdomen ist flexibel und teleskopartig beweglich, wobei Weibchen acht und Männchen zehn sichtbare Segmente aufweisen. Das markanteste Bestimmungsmerkmal sind die stark sklerotisierten, zangenartigen Cerci am Hinterleibsende, die einen deutlichen Sexualdimorphismus zeigen. Bei Männchen sind diese Cerci meist stark gebogen, vergrößert und oft asymmetrisch, teilweise mit internen Zähnen wie bei *Labidura truncata*. Weibliche Cerci hingegen sind in der Regel gerade, symmetrisch und laufen zu einer nach innen gerichteten Spitze zusammen.[1] Die drei Beinpaare sind als Laufbeine ausgebildet und ermöglichen eine schnelle Fortbewegung, unterstützt durch Tarsalklauen und Haftpolster zum Klettern.[1][3] Adulte Tiere besitzen zudem paarige Stinkdrüsen am dritten oder vierten Abdominalsegment, die defensive Sekrete absondern können. Die Larven (Nymphen) ähneln morphologisch den Adulten, sind jedoch kleiner, flügellos und durchlaufen 4 bis 6 Häutungsstadien. Die Eier sind glatt, oval, perlweiß gefärbt und messen etwa 1 mm in der Länge. Zur Unterscheidung verwechselbarer Arten dient oft die Färbung; so weist der Gemeine Ohrwurm (*Forficula auricularia*) einen dunkelroten Kopf auf, der sich von den helleren braunen Beinen abhebt. Größenunterschiede sind ebenfalls diagnostisch relevant, variierend von kleinen Arten wie *Labia minor* (~7 mm) bis hin zum massiven *Titanolabis colossea* (~50 mm).[1]

Beschreibung

Ohrwürmer (*Dermaptera*) zeichnen sich durch einen langgestreckten, dorsoventral abgeflachten Körperbau aus, der in drei Hauptsegmente – Kopf, Thorax und Abdomen – unterteilt ist. Charakteristisch für die Ordnung sind die stark sklerotisierten, zangenartigen Cerci am Hinterleibsende, die primär der Verteidigung, dem Beutefang und bei der Paarung dienen.[1] Während diese Anhänge bei den Vorfahren der Ohrwürmer noch segmentiert und sensorisch waren, haben sie sich evolutionär zu unsegmentierten Greifwerkzeugen entwickelt.[3] Die Körperfärbung variiert meist zwischen Rotbraun und Schwarz, was den nachtaktiven Tieren in ihren bevorzugten feuchten Mikrohabitaten wie Laubstreu oder Rindenspalten Tarnung bietet. Der Kopf ist prognath ausgerichtet und trägt beißend-kauende Mundwerkzeuge sowie fadenförmige Antennen, die aus 10 bis 25 Segmenten bestehen. Ein besonderes anatomisches Merkmal sind die zu kurzen, ledrigen Tegmina umgewandelten Vorderflügel, unter denen die häutigen, fächerförmig gefalteten Hinterflügel ruhen. Trotz dieser Flugapparate sind viele Arten flugunfähig oder bewegen sich bevorzugt laufend fort, wobei etwa 40 % der Spezies reduzierte Flügel aufweisen. Das Abdomen besteht aus flexiblen Segmenten, die sich teleskopartig ineinander schieben lassen, was die Beweglichkeit in engen Hohlräumen erleichtert. Ein ausgeprägter Sexualdimorphismus zeigt sich an den Cerci: Männchen besitzen meist stark gebogene, asymmetrische Zangen, während diese bei Weibchen gerade und symmetrisch geformt sind. Zur chemischen Abwehr verfügen viele Arten über abdominale Stinkdrüsen, die bei Bedrohung chinonhaltige Sekrete absondern. Die Entwicklung verläuft hemimetabol über 4 bis 6 Nymphenstadien, wobei die Larven morphologisch bereits den Adulttieren ähneln, jedoch flügellos sind.[1] Eine für Insekten ungewöhnliche Verhaltensweise ist die ausgeprägte mütterliche Brutpflege: Weibchen bewachen ihre Eigelege in Erdhöhlen und pflegen die Eier durch Belecken, um Pilzbefall zu verhindern. Nach dem Schlupf beschützen die Mütter die Nymphen oft noch bis ins zweite Larvenstadium und versorgen sie teilweise mit Nahrung. Ökologisch treten Ohrwürmer sowohl als Detritusfresser als auch als Räuber auf, wobei sie in der Landwirtschaft als Nützlinge gegen Blattläuse geschätzt werden.[2] Historisch wurde der Name *Dermaptera* 1773 von Charles De Geer geprägt und bezieht sich auf die hautartige Beschaffenheit der Vorderflügel. Der Trivialname "Ohrwurm" basiert auf einem alten Aberglauben, dass die Tiere in menschliche Ohren kriechen würden, was jedoch biologisch unbegründet ist.[1]

Verhalten

Ohrwürmer sind überwiegend nachtaktive und lauforientierte (cursoriale) Insekten, die sich tagsüber in dunkle, feuchte Spalten zurückziehen, um Austrocknung und Fressfeinden zu entgehen.[3][2] Obwohl einige Arten funktionsfähige Hinterflügel besitzen, wird Flugverhalten aufgrund der hohen Energiekosten nur selten beobachtet; die Fortbewegung erfolgt primär durch agiles Laufen und Klettern an Vegetation.[3] Die Tiere zeigen ein ausgeprägtes Aggregationsverhalten in geschützten Verstecken, das durch Pheromone in Kot und Kutikulaextrakten gesteuert wird, jedoch keine kooperative Sozialstruktur darstellt.[2] Diese chemischen Signale fördern Gruppenbildungen, die primär der Thermoregulation und dem Erhalt der Feuchtigkeit dienen.[3] Zur Abwehr setzen Ohrwürmer ihre zangenartigen Cerci ein, um Angreifer zu kneifen, wobei Männchen diese oft vergrößerten Anhänge auch für Drohgebärden nutzen.[2] Ergänzend verfügen viele Arten über abdominale Stinkdrüsen, die reizende Sekrete mit Benzochinonen absondern, um Prädatoren wie Ameisen chemisch abzuwehren. Bei Bedrohung zeigen bestimmte Gattungen wie *Euborellia* zudem Thanatose, indem sie sich totstellen, um der Entdeckung durch Feinde zu entgehen. Die Kommunikation erfolgt vorwiegend chemisch oder mechanosensorisch, wobei die Cerci Vibrationen und Luftströmungen wahrnehmen, um Artgenossen oder Gefahren zu detektieren.[3] Ein besonderes Verhalten ist die subsoziale Brutpflege, bei der Weibchen von Arten wie *Forficula auricularia* ihre Eigelege in Erdhöhlen bewachen und durch Lecken vor Pilzbefall schützen.[2] Das Paarungsverhalten beinhaltet oft ein taktiles Vorspiel mit Antennenberührungen, bei dem Männchen ihre Cerci nutzen, um das Weibchen für die Kopulation zu fixieren.[1]

Ökologie

Ohrwürmer (*Dermaptera*) erfüllen in terrestrischen Ökosystemen eine wichtige Doppelfunktion als Destruenten und opportunistische Räuber.[3][6] Durch den Verzehr von abgestorbenem Pflanzenmaterial, Pilzen und Flechten tragen sie wesentlich zum Nährstoffrecycling und zur Bodenbelüftung bei.[3] Als Prädatoren regulieren sie Populationen weichhäutiger Arthropoden wie Blattläuse, Milben und Insekteneier, was sie in Agrarlandschaften zu bedeutenden Nützlingen macht.[6][2] Das omnivore Nahrungsspektrum umfasst auch pflanzliche Gewebe, wobei einige Arten die Samenverbreitung für Pflanzen wie *Monotropastrum humile* unterstützen.[3] Um Austrocknung zu vermeiden, sind die Tiere auf feuchte Mikrohabitate wie Laubstreu, Bodenspalten oder lose Rinde angewiesen und agieren primär nachtaktiv.[1] Baumbewohnende Arten wie *Apterygida media* wählen ihre Habitate gezielt nach der Nahrungsverfügbarkeit aus und bevorzugen Blätter mit hohem Fraßschaden durch andere Herbivoren.[3] Zu den natürlichen Feinden zählen insektenfressende Vögel, Fledermäuse sowie Spinnen und Hundertfüßer.[1] Ein erheblicher Populationsdruck entsteht durch Parasitoide wie die Raupenfliegen *Bigonicheta spinipennis* und *Triarthria setipennis*, deren Larven sich endoparasitisch im Wirt entwickeln. Zudem werden Ohrwürmer von Nematoden der Gattung *Mermis* sowie entomopathogenen Pilzen wie *Beauveria bassiana* befallen, wobei mütterliche Brutpflege das Infektionsrisiko der Eier senkt. In Regionen wie Australien konkurrieren eingeschleppte Arten invasiv mit einheimischen Destruenten und Räubern um ökologische Nischen.[3]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Ohrwürmer (*Dermaptera*) nehmen in der Landwirtschaft eine ambivalente Rolle ein, da sie je nach Kultur und Populationsdichte sowohl als bedeutende Schädlinge als auch als Nützlinge auftreten.[7][2] Im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes (IPM), insbesondere im Kernobstanbau, werden sie als natürliche Feinde von Blutläusen und dem Birnenblattsauger geschätzt, wobei inokulative Freisetzungen in Washingtoner Plantagen Schädlingspopulationen erfolgreich unterdrückten.[1][3] Als Omnivoren verursachen sie jedoch wirtschaftliche Schäden an Steinobst (Aprikosen, Pfirsiche), Maisfäden und Keimlingen, indem sie unregelmäßige Löcher in Blätter und Blüten fressen oder sich entwickelnde Früchte vernarben.[1][2] Medizinisch stellen Ohrwürmer entgegen hartnäckiger Folklore keine Gefahr für das menschliche Ohr dar und sind nicht giftig, können jedoch zur Verteidigung mit den Cerci kneifen oder übelriechende Benzochinone absondern.[1][3] Ein Befall wird häufig durch nächtliches Monitoring oder den Einsatz von Rillenbrettern und mit Öl getränkten Wellpappefallen erkannt, die als künstliche Verstecke dienen.[2][1] Präventive Maßnahmen konzentrieren sich auf kulturelle Praktiken wie Hygiene, speziell die Entfernung von Laubstreu und Unkraut, die tagsüber Schutz und Feuchtigkeit bieten.[1] Physikalische Barrieren, wie Leimringe an Baumstämmen, verhindern effektiv das Aufwandern der Tiere in die Baumkronen. Der chemische Einsatz sollte sparsam erfolgen, um Nützlinge zu schonen; Patente belegen die Wirksamkeit umweltfreundlicher Kontaktinsektizide auf Basis von Fettsäuresalzen und Pyrethrum.[2] Moderne Managementstrategien wägen das Risiko von Fruchtschäden gegen den Nutzen der Prädation ab, bevor Bekämpfungsmaßnahmen eingeleitet werden.[6] In Regionen wie Nordamerika und Australien erfordern eingeschleppte Arten wie *Forficula auricularia* eine fortlaufende Überwachung, um negative Auswirkungen auf lokale Ökosysteme zu begrenzen.[5]

Wirtschaftliche Bedeutung

Ohrwürmer, insbesondere der Gemeine Ohrwurm (*Forficula auricularia*), gelten in der Landwirtschaft als ambivalente Akteure, die sowohl Schäden verursachen als auch als Nützlinge fungieren können. Wirtschaftlich relevante Schäden entstehen vor allem an Kulturen wie Maisfäden, Salatsetzlingen und Weichfrüchten wie Pfirsichen oder Aprikosen. Durch den Fraß an reifenden Früchten entstehen Vernarbungen, die häufig zu einer Qualitätsminderung oder zur vollständigen Ablehnung der Ware in Packstationen führen, was direkte finanzielle Verluste für Erzeuger bedeutet. Die invasive Ausbreitung dieser Art, begünstigt durch den internationalen Handel, macht in Regionen wie Nordamerika und Australien fortlaufende Überwachungsmaßnahmen notwendig. Demgegenüber steht ihr ökonomischer Nutzen als natürliche Feinde von Schädlingen wie Blattläusen, Milben und dem Birnenblattsauger. Studien aus den Jahren 2019 bis 2024 in Washington belegen, dass gezielte Freisetzungen von *Forficula auricularia* in Birnenplantagen die Schädlingsunterdrückung signifikant verbesserten und den Insektizideinsatz verringern können.[1] Diese Nützlingsfunktion wird auch in der Patentliteratur aufgegriffen, wo *Dermaptera* als kompatibel mit bestimmten Pflanzenschutzmitteln wie Flubendiamid beschrieben werden.[2] Das Management erfolgt primär durch Integrierten Pflanzenschutz (IPM), der kulturelle Maßnahmen wie das Entfernen von Unterschlupfmöglichkeiten mit mechanischen Barrieren wie Leimringen kombiniert.[1] Zur chemischen Regulierung existieren spezifische Formulierungen auf Basis von Pyrethrum und Fettsäuresalzen, die effektiv gegen *Dermaptera* wirken.[2]

Biologie & Lebenszyklus

Die Fortpflanzung der Ohrwürmer (*Dermaptera*) erfolgt sexuell, wobei die Paarung oft im Spätsommer oder Herbst stattfindet und das Sperma in der Spermatheka der Weibchen für spätere Befruchtungen gespeichert wird.[2] Weibchen legen Gelege von 20 bis 90 glatten, ovalen Eiern in unterirdischen Erdhöhlen ab und zeigen eine ausgeprägte Brutpflege, indem sie diese bewachen und regelmäßig belecken, um Pilzbefall zu verhindern.[6][2] Als hemimetabole Insekten durchlaufen sie eine unvollkommene Metamorphose, die die Stadien Ei, Nymphe und Imago umfasst, jedoch kein Puppenstadium beinhaltet.[1] Die Larven (Nymphen) absolvieren vier bis sechs Stadien, in denen sie zunehmend den Adulttieren ähneln und im späteren Verlauf Flügelanlagen ausbilden.[2] Die Embryonalentwicklung ist stark temperaturabhängig; während Wintereier etwa 73 Tage bis zum Schlupf benötigen, schlüpfen Frühjahrsbruten bei wärmeren Bedingungen bereits nach rund 20 Tagen.[3] Die gesamte Entwicklung vom Schlupf bis zum Adultstadium dauert unter warmen Bedingungen zwei bis vier Monate, woraufhin die Imagines eine Lebensdauer von weiteren vier bis sechs Monaten erreichen.[1] In gemäßigten Klimazonen bringen *Dermaptera* typischerweise eine Generation pro Jahr hervor, wobei die Überwinterung meist als Adulttier oder im Eistadium unterhalb der Frostgrenze erfolgt.[2] Das omnivore Nahrungsspektrum von Larven und Adulten umfasst zerfallendes Pflanzenmaterial, Pilze, Algen sowie weichhäutige Wirbellose wie Blattläuse oder Milben.[3] Obwohl sie an weichen Früchten und Keimlingen Schäden verursachen können, fungieren sie in Agrarökosystemen auch als bedeutende Prädatoren zur Regulation von Schädlingspopulationen.[7] Physiologisch sind viele Arten an Kälteperioden angepasst, indem sie eine Diapause einlegen und ihren Stoffwechsel in geschützten Mikrohabitaten reduzieren. Zur Abwehr von Feinden besitzen Ohrwürmer Stinkdrüsen am Abdomen, die Benzochinone absondern, welche sowohl abschreckend auf Räuber wirken als auch antimikrobielle Eigenschaften besitzen.[3] Zu den natürlichen Mortalitätsfaktoren zählen Vögel, insektenfressende Säugetiere sowie räuberische Arthropoden wie Spinnen und Laufkäfer.[1] Zusätzlich werden Populationen durch Endoparasiten wie Tachiniden und Nematoden oder durch entomopathogene Pilze wie *Beauveria bassiana* dezimiert.[3] Eine Besonderheit im Lebenszyklus ist das subsoziale Verhalten der Muttertiere, die frühe Nymphenstadien durch Regurgitation füttern, was den Kannibalismus unter den Geschwistern signifikant reduziert.[1]

Vorkommen & Lebensraum

Ohrwürmer (*Dermaptera*) sind weltweit auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis verbreitet, wobei der Schwerpunkt der Artenvielfalt in den Tropen und warmen gemäßigten Zonen der Südhalbkugel liegt. Während die indo-australische Region über 500 Arten beherbergt, gilt Mexiko in Zentralamerika als ein Hotspot der Biodiversität mit 54 verzeichneten Arten. In Europa kommen etwa 90 Arten vor, die ursprünglich vorwiegend in gemäßigten Wäldern und Graslandschaften beheimatet sind.[3] Der Gemeine Ohrwurm (*Forficula auricularia*) wurde durch menschliche Aktivitäten weltweit verschleppt und etablierte sich beispielsweise ab 1907 in Nordamerika sowie in Australien.[2][5] Primäre Habitate zeichnen sich durch feuchte, geschützte Mikrohabitate aus, da die Tiere empfindlich gegen Austrocknung sind. Sie besiedeln bevorzugt Laubstreu, Bodenspalten oder Hohlräume unter loser Rinde und sind nachtaktiv. Die vertikale Verbreitung reicht vom Meeresspiegel bis in Höhenlagen von annähernd 2.800 Metern. Baumbewohnende Arten wie *Apterygida media* wählen ihre Mikrohabitate oft gezielt nach der Verfügbarkeit von weichhäutigen Beutetieren auf Blättern aus.[3] In Siedlungsbereichen treten viele Arten synanthrop auf und nutzen Gärten, Mulchschichten sowie feuchte Gebäudeteile wie Keller als Rückzugsorte.[1] Durch die globale Erwärmung wird eine Arealausweitung in höhere Breitengrade prognostiziert, da steigende Temperaturen die Besiedlung bisher kältebegrenzter Zonen begünstigen. Inselökosysteme wie Madagaskar oder die Karibik weisen aufgrund der eingeschränkten Ausbreitungsfähigkeit vieler flugunfähiger Arten einen hohen Grad an Endemismus auf.[3]

Saisonalität & Aktivität

Ohrwürmer (*Dermaptera*) sind primär nachtaktive Insekten, die sich tagsüber in feuchte, dunkle Verstecke wie Bodenspalten, Laubstreu oder unter Rinde zurückziehen, um Austrocknung zu vermeiden. In gemäßigten Klimazonen sind die meisten Arten, wie der weit verbreitete Gemeine Ohrwurm (*Forficula auricularia*), univoltin und bringen eine Generation pro Jahr hervor. Die Überwinterung erfolgt entweder als Adulttier oder im Eistadium in selbst gegrabenen Bodenkammern unterhalb der Frostgrenze. Die Paarung findet häufig im Spätsommer oder Herbst statt, woraufhin sich die Weibchen zur Eiablage in ihre unterirdischen Baue zurückziehen. Die Entwicklungsdauer der Eier ist stark temperaturabhängig; während Wintereier etwa 73 Tage bis zum Schlupf benötigen, schlüpfen Frühjahrsbruten bei höheren Temperaturen bereits nach rund 20 Tagen. Nymphen durchlaufen über einen Zeitraum von zwei bis vier Monaten vier bis sechs Stadien, bis im Sommer die neuen Adulttiere auftreten. Nach der Überwinterung im Frühjahr konzentriert sich die Nahrungssuche der Tiere zunächst auf pflanzliches Material, während im Sommer vermehrt tierische Beute aufgenommen wird, da Insektenpopulationen dann ihren Höchststand erreichen. Trockenperioden können zu Wanderungsbewegungen führen, bei denen die Tiere auf der Suche nach Feuchtigkeit oft in Gebäude oder bewässerte Gärten ausweichen.[1] Diese saisonale Aktivität spiegelt sich im öffentlichen Interesse wider, das in den Sommermonaten Juni und Juli signifikant ansteigt.[4]

Badania naukowe i patenty

CN-102480946-A Biological Nieznany

Kombinationen von Flubendiamiden und Nützlingen

Bayer Cropscience AG (2010)

Znaczenie: 6/10

Streszczenie

Dieses Patent beschreibt einen integrierten Ansatz, bei dem das Insektizid Flubendiamid mit Nützlingen kombiniert wird. Bemerkenswert ist, dass Dermaptera hier als 'nützliche Organismen' aufgeführt werden, die zur Bekämpfung anderer Schädlinge eingesetzt werden können. Dies erkennt die biologische Rolle von Ohrwürmern als Räuber (z.B. von Blattläusen) an, anstatt sie nur als Schädlinge zu behandeln.

US-4983591-A Chemical Nadany

Umweltfreundliches Breitbandinsektizid

Safer Ltd. (1989)

Znaczenie: 6/10

Streszczenie

Dies ist eine Variation des vorherigen Patents, die ebenfalls auf einer wässrigen Lösung aus Pyrethrum und Fettsäuresalzen (vorwiegend Ölsäure und Linolsäure) basiert. Es handelt sich um ein Kontaktinsektizid, das sicher für die Umwelt sein soll. Ohrwürmer werden explizit in der Liste der bekämpfbaren Schädlinge aufgeführt. Die Innovation liegt in der spezifischen Formulierung des pH-Wertes und der Säurezusammensetzung.

US-4904645-A Chemical Nadany

Umweltfreundliches Breitbandinsektizid

Safer Ltd. (1988)

Znaczenie: 6/10

Streszczenie

Das Patent beschreibt eine insektizide Zusammensetzung, die Pyrethrum-Extrakt mit Fettsäuresalzen (Seifen) kombiniert. Diese Mischung ist umweltfreundlich und stabilisiert das Pyrethrum. Sie wird als wirksam gegen eine Vielzahl von Insektenordnungen beschrieben, wobei Dermaptera (Ohrwürmer) spezifisch als Zielgruppe genannt werden. Die Kombination zielt auf eine Kontaktwirkung ab, die für weichhäutige Insekten und Ohrwürmer effektiv ist.

Źródła i odniesienia

  1. https://genent.cals.ncsu.edu/insect-identification/order-dermaptera/
  2. https://australian.museum/learn/animals/insects/earwigs/
  3. https://www.entandaudiologynews.com/features/ent-features/post/how-the-earwig-got-its-name
  4. Zeitreihen-Analyse: Suchinteresse (aggregiert)
  5. https://cesaraustralia.com/pestnotes/earwigs/european-earwig/
  6. https://phys.org/news/2023-01-earwigs-hero-mothers-insect-world.html
  7. https://ipm.ces.ncsu.edu/2019/06/european-earwig-pest-beneficial-or-both/