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Deuzie Deutzia gracilis
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Taksonomia
Królestwo
Pflanzen (Plantae)
Typ
Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasa
Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Rząd
Cornales (Cornales)
Rodzina
Hydrangeaceae
Rodzaj
Deutzia
Gatunek
Deutzia gracilis
Nazwa naukowa
Deutzia gracilis Siebold & Zucc.
Zaakceptowana nazwa
Einleitung
*Deutzia gracilis* ist ein sommergrüner Strauch aus der Familie der Hortensiengewächse (Hydrangeaceae), der in den Bergregionen von Zentral- und Südjapan endemisch ist.[1][2] Die Art zeichnet sich durch einen kompakten, bogigen Wuchs sowie zahlreiche weiße, glockenförmige Blüten aus, die im späten Frühling in Rispen erscheinen.[3][4] Sie wird aufgrund ihrer dekorativen Form weltweit als Zierpflanze genutzt und gilt in ihren Einführungsgebieten, anders als manche verwandte Arten, nicht als invasiv.[5]
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Fakten (kompakt)
- Nach der Blütezeit entwickeln sich die Früchte als kleine, braune und aufspringende Kapseln. - Die Pflanze gedeiht in den USDA-Winterhärtezonen 5 bis 8, wobei vereinzelt eine Toleranz bis Zone 4 beschrieben wird. - Bezüglich der Bodenreaktion ist die Art anpassungsfähig und toleriert pH-Werte von sauer bis alkalisch. - Da die Blütenbildung am alten Holz erfolgt, wird ein Rückschnitt unmittelbar nach der Blüte empfohlen, um Totholz zu entfernen. - Die Blätter sind tiefgrün gefärbt und weisen einen gesägten Rand auf. - Die Sorte 'Nikko' zeichnet sich im Herbst durch eine auffällige burgunderrote Laubfärbung aus. - Bei der Sorte 'Chardonnay Pearls' ist das Laub im Frühling limonengelb und verfärbt sich später chartreuse-grün. - Historisch wurde die Gattung aufgrund morphologischer Merkmale den Familien Saxifragaceae oder Philadelphaceae zugeordnet. - Molekularphylogenetische Untersuchungen bestätigen die Zugehörigkeit zur Ordnung Cornales. - Die Gattung *Deutzia* umfasst insgesamt etwa 60 Arten.[10] - *Deutzia parviflora* ist eine eigenständige, in Nordchina und der Mongolei heimische Art und kein Synonym für *D. gracilis*. - Ein im englischen Sprachraum verbreiteter Trivialname lautet „Japanese snowflower“.[10]
Name & Einordnung
Der akzeptierte wissenschaftliche Name der Art lautet *Deutzia gracilis*, wobei die Erstbeschreibung durch Philipp Franz von Siebold und Joseph Gerhard Zuccarini erfolgte. Diese wurde im Jahr 1835 im ersten Band des Werkes *Flora Japonica* publiziert.[1] Der bereits 1781 von Carl Peter Thunberg etablierte Gattungsname *Deutzia* ehrt Johan van der Deutz (1743–1788), einen Amsterdamer Förderer der Botanik. Das Art-Epitheton *gracilis* leitet sich aus dem Lateinischen ab und bedeutet „schlank“ oder „zierlich“, was auf den feinen, überhängenden Wuchs des Strauches anspielt. Systematisch wird die Art heute der Familie der Hortensiengewächse (Hydrangeaceae) innerhalb der Ordnung Cornales zugeordnet. Historisch erfolgte aufgrund morphologischer Ähnlichkeiten oft eine Einordnung in die Familie der Steinbrechgewächse (Saxifragaceae) oder in die heute aufgelöste Familie Philadelphaceae. Molekularphylogenetische Untersuchungen von Plastiden- und Kerngenen haben jedoch die Zugehörigkeit zu den Hydrangeaceae bestätigt.[3] Für *Deutzia gracilis* sind keine gültigen Synonyme bekannt; der ursprüngliche Name besteht seit der Beschreibung unverändert als Basionym fort. Es werden aktuell keine Unterarten unterschieden.[1] Im englischen Sprachraum sind Trivialnamen wie „slender deutzia“ oder „Japanese snowflower“ gebräuchlich, die auf die Herkunft und die reiche weiße Blüte verweisen. Im Deutschen wird die Gattung als Deutzie bezeichnet.[3]
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Deutzia gracilis wächst als laubabwerfender Strauch mit einer abgerundeten bis hügeligen Wuchsform und erreicht Wuchshöhen von 0,6 bis 1,5 Metern bei ähnlicher Breite.[3][5] Die Pflanze bildet dichte Horste aus schlanken, bogig überhängenden Zweigen, die im Alter eine grau-braune Rinde entwickeln, welche charakteristischerweise in dünnen Schichten abblättert. Junge Triebe sind hingegen glatt, kahl und weisen eine gelbliche Rinde auf. Die gegenständig angeordneten, einfachen Laubblätter sind lanzettlich bis eiförmig-lanzettlich geformt und messen 2,5 bis 7,6 cm in der Länge sowie 1 bis 1,3 cm in der Breite.[2] Sie besitzen einen zugespitzten Apex, eine abgerundete Basis und fein gesägte Blattränder.[3][2] Während die hell- bis tiefgrüne Oberseite kahl ist, zeigt sich die Unterseite entlang der Blattadern spärlich behaart. Die Blätter sitzen an kurzen, 2 bis 8 mm langen, kahlen Blattstielen. Die weißen, glockenförmigen Blüten stehen in aufrechten, endständigen Trauben oder schmalen Rispen, die 8 bis 12 cm lang werden und meist 12 bis 25 Einzelblüten umfassen. Jede Blüte hat einen Durchmesser von 1,3 bis 2 cm und besteht aus fünf länglichen bis länglich-lanzettlichen Kronblättern. Ein wichtiges Bestimmungsmerkmal sind die zahlreichen Staubblätter mit abgeflachten Staubfäden, wobei die äußeren ungelappt oder zweilappig und die inneren zweilappig sind. Der glockenförmige Blütenbecher (Hypanthium) ist 2,5 bis 3 mm lang, und die dreieckigen Kelchblätter bleiben auch nach der Blüte erhalten. Nach der Blütezeit entwickeln sich 6 bis 7 mm lange, halbkugelige Kapselfrüchte, die bei Reife verholzen und braun werden. Diese öffnen sich septizid in fünf Klappen und geben zahlreiche kleine, braune Samen frei. Die 1,2 bis 1,5 mm großen Samen sind elliptisch geformt und besitzen an beiden Enden dünne, häutige Flügel, die der Windverbreitung dienen.[2] Von ähnlichen Hybriden wie Deutzia × rosea unterscheidet sich die Art durch ihre reinweißen Blüten, während die Hybride oft rosa überhauchte Kronblätter aufweist. Im Vergleich zur höher wachsenden Deutzia × lemoinei bleibt Deutzia gracilis in der Wuchshöhe deutlich kompakter.[3]
Beschreibung
Deutzia gracilis ist ein sommergrüner Strauch aus der Familie der Hortensiengewächse (Hydrangeaceae), der sich durch einen kompakten, buschigen Wuchs auszeichnet.[3] Die Art ist in den bergigen Regionen von Zentral- und Südjapan endemisch, wo sie bevorzugt an feuchten Waldrändern, in Gebüschen und auf felsigen Hängen der Inseln Honshu, Shikoku und Kyushu gedeiht.[1][6] Charakteristisch für das Erscheinungsbild im natürlichen Habitat sind die schlanken, bogig überhängenden Zweige, die dem Strauch eine elegante, abgerundete Form verleihen und namensgebend für das Epitheton *gracilis* (zierlich, schlank) waren.[3][4] Im Gegensatz zu vielen anderen Gehölzen blüht die Pflanze am vorjährigen Holz, wobei die Rinde älterer Triebe eine typische graubraune Färbung annimmt und in dünnen Schichten abblättert.[4][5] Ein wichtiges anatomisches Erkennungsmerkmal, das oft erst unter dem Mikroskop oder der Lupe deutlich wird, sind die sternförmigen (stellaten) Haare auf den Blattunterseiten und Blütenblättern.[6] Diese spezifische Behaarung ist ein taxonomisches Schlüsselmerkmal der Gattung *Deutzia* und unterscheidet sie von ähnlichen Gattungen innerhalb der Ordnung der Cornales.[6][3] Die Blüten sind zwittrig (hermaphroditisch) angelegt und besitzen eine anatomische Besonderheit in Form von abgeflachten, oft zweilappigen Staubfäden, die die Antheren tragen.[6] Da die Art selbstinkompatibel ist, ist sie zwingend auf die Fremdbestäubung durch Insekten, insbesondere Bienen, angewiesen, um genetische Vielfalt zu gewährleisten und Inzucht zu vermeiden.[3] Nach der Befruchtung entwickeln sich trockene, halbkugelförmige Kapseln, die bei Reife im Spätsommer oder Herbst entlang der Scheidewände aufplatzen (septizide Dehiszenz). Die darin enthaltenen Samen sind winzig und mit feinen Flügeln ausgestattet, eine Anpassung an die Windausbreitung (Anemochorie), die die Besiedlung neuer Standorte im Unterholz ermöglicht.[6] Im Lebenszyklus der Pflanze folgt auf die Samenreife eine Phase der Dormanz; Sämlinge benötigen eine Kälteperiode (Stratifikation), um im folgenden Frühjahr zu keimen, und entwickeln sich anfangs langsam.[7] Historisch wurde die Art erstmals 1835 von Philipp Franz von Siebold und Joseph Gerhard Zuccarini in der *Flora Japonica* wissenschaftlich beschrieben, nachdem Siebold sie während seiner Zeit in Japan gesammelt hatte.[3] Im Vergleich zur verwandten *Deutzia parviflora*, die oft aufrechter wächst, bleibt *D. gracilis* deutlich niedriger und zeichnet sich durch lockere, traubige Blütenstände aus, während andere Arten oft dichtere Trugdolden bilden.[6][3] Es existieren keine getrennten männlichen und weiblichen Individuen, da die reproduktiven Organe in jeder Blüte vereint sind, was die Art von zweihäusigen Pflanzen unterscheidet.[6] Die Pflanze zeigt eine hohe Anpassungsfähigkeit an verschiedene pH-Werte des Bodens, bevorzugt jedoch gut durchlässige, humusreiche Substrate, die dem Waldboden ihrer Heimat entsprechen.[3][4]
Verhalten
Die ökologischen Interaktionen von *Deutzia gracilis* werden primär durch ihre Bestäubungsbiologie bestimmt, wobei Bienen als Hauptvektoren fungieren. Zu den regelmäßigen Besuchern zählen Honigbienen (*Apis mellifera*), Hummeln (*Bombus* spp.) und solitäre Bienen, die gezielt Nektar und Pollen sammeln. Die Pflanze zeigt eine zeitliche Anpassung, indem sie ihre höchste Attraktivität für Sammler in den Mittagsstunden zwischen 13:00 und 15:00 Uhr bietet. Durch eine ausgeprägte Blühsynchronität über zwei bis drei Wochen maximiert der Strauch die Visitationsrate, die bei etwa 0,024 Besuchen pro Blüte und Stunde liegt. Physiologisch ist die Art selbstinkompatibel und somit auf obligates Outcrossing durch Insekten angewiesen, um eine erfolgreiche Befruchtung zu gewährleisten.[3] Nach der Samenreife nutzt *Deutzia gracilis* den Wind zur Verbreitung (Anemochorie), wofür die Samen mit membranartigen Flügeln ausgestattet sind. Die Öffnung der Kapseln erfolgt septizid, was die physikalische Freisetzung der Diasporen in die Umgebungsluft erleichtert.[2] Im Bereich der Abwehr verfügt die Pflanze über morphologische und chemische Anpassungen, die sie weitgehend resistent gegen Herbivoren machen. Insbesondere die grobe Textur und der bittere Geschmack des Laubes wirken abschreckend auf Rehe, sodass Fraßschäden selten sind. Gelegentliche Interaktionen mit Schädlingen wie Blattläusen (*Aphis* spp.) werden meist durch die hohe Vitalität der Pflanze kompensiert.[5]
Ökologie
Die Bestäubung von *Deutzia gracilis* erfolgt primär durch Insekten, wobei Honigbienen (*Apis mellifera*), Hummeln (*Bombus* spp.) und verschiedene Solitärbienen als Hauptvektoren fungieren. Die Blüten bieten nektar- und pollenreiche Belohnungen, wobei der Nektar einen Zuckergehalt von etwa 45,4 % aufweist und die Blühsynchronität die Attraktivität für Bestäuber erhöht. Da die Gattung ein selbstinkompatibles Fortpflanzungssystem besitzt, ist die Art auf Fremdbestäubung angewiesen, um genetische Vielfalt zu gewährleisten.[3] Die Samenverbreitung erfolgt anemochor, begünstigt durch leichte, geflügelte Samen, die im Spätsommer oder Herbst aus den Kapseln entlassen werden.[2] In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet in Japan besiedelt die Art feuchte Wälder, Waldränder sowie felsige Hänge und bevorzugt humusreiche, gut durchlässige Böden im sauren bis neutralen pH-Bereich. Obwohl die Pflanze generell widerstandsfähig ist, können Blattläuse (*Aphis* spp.) sowie Spinnmilben (*Tetranychus urticae*) auftreten, letztere besonders unter trockenen Stressbedingungen.[6] In feuchten, schattigen Umgebungen stellt der Echte Mehltau (*Erysiphe deutziae*) eine potenzielle Bedrohung dar, während Staunässe zu Wurzelfäule durch *Phytophthora*-Arten führen kann.[6][3] Gegenüber Herbivoren zeigt sich *Deutzia gracilis* resistent, da das bittere Laub und die grobe Textur Wildverbiss durch Hirsche weitgehend verhindern.[6] In eingeführten Gebieten gilt die Art als nicht invasiv und übt keinen signifikanten negativen Einfluss auf die Bodenchemie oder native Ökosysteme aus.[5]
Bedeutung, Schäden & Prävention
Deutzia gracilis wird primär als Ziergehölz im Landschaftsbau geschätzt und gilt aufgrund seiner Attraktivität für Bestäuber wie Bienen und Schmetterlinge als ökologisch wertvoller Nützling. Im Gegensatz zu invasiven Neophyten übt die Art in den meisten eingeführten Regionen keinen negativen Einfluss auf native Ökosysteme aus und wird nicht als invasiv eingestuft.[5][3] Die Pflanze zeichnet sich durch eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber den meisten Schädlingen und Krankheiten aus, was sie zu einem pflegeleichten Gehölz macht. Gelegentlich können jedoch Befälle durch saftsaugende Insekten wie Blattläuse (*Aphis* spp.) oder Schildläuse auftreten, die bei starker Population zu Blattkräuselungen und Wachstumsstörungen führen.[3][6] Unter trockenen Stressbedingungen ist ein Auftreten der Gemeinen Spinnmilbe (*Tetranychus urticae*) möglich, was sich durch Vergilbungen des Laubs und feine Gespinste bemerkbar macht.[6] Als primäre pilzliche Bedrohung gilt der Echte Mehltau (*Erysiphe deutziae*), der sich besonders an schattigen, feuchten Standorten als weißer, pudriger Belag auf Blättern und jungen Trieben manifestiert.[3][6] Staunässe oder schlecht drainierte Böden begünstigen die Entstehung von Wurzelfäule durch bodenbürtige Pathogene wie *Phytophthora*-Arten, die zum Welken und Absterben der Wurzeln führen.[6] Gegenüber Wildverbiss zeigt *Deutzia gracilis* eine ausgeprägte Resistenz, da die grobe Textur und das bittere Laub Rehe und andere Herbivoren meist abschrecken.[5] Präventive Maßnahmen im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes konzentrieren sich auf die Wahl geeigneter Standorte mit ausreichender Sonneneinstrahlung und Bodendrainage zur Vermeidung von Pilzinfektionen. Ein regelmäßiger Rückschnitt unmittelbar nach der Blüte entfernt Totholz, fördert die Luftzirkulation im Strauchinneren und reduziert so die Anfälligkeit für Krankheitserreger.[3] Chemische Bekämpfungsmaßnahmen sind aufgrund der natürlichen Vitalität der Pflanze selten erforderlich, solange physiologische Stressfaktoren wie Wassermangel oder Nährstoffdefizite vermieden werden.[4] Die Förderung von Nützlingspopulationen wird durch das reiche Nektar- und Pollenangebot der Blüten unterstützt, was eine biologische Regulation von Schädlingspopulationen begünstigt.[3]
Wirtschaftliche Bedeutung
Die wirtschaftliche Bedeutung von *Deutzia gracilis* liegt primär in ihrer Nutzung als Ziergehölz im Garten- und Landschaftsbau.[5][4] Seit der Einführung in den europäischen Markt um 1840 hat sich die Art als festes Handelsgut etabliert, das aufgrund seiner Ästhetik und Pflegeleichtigkeit in Baumschulen weltweit produziert wird. Der kommerzielle Wert wird durch populäre Sorten wie 'Nikko' oder 'Chardonnay Pearls' gesteigert, die gezielt für die Verwendung in kleinen Gärten oder als Bodendecker vermarktet werden. Für Produktionsbetriebe ist die vegetative Vermehrung durch Stecklinge besonders effizient, da diese unter geeigneten Bedingungen Bewurzelungsraten von 80 bis 90 % erreichen.[3] Die Unterhaltungskosten in öffentlichen und privaten Grünanlagen sind gering, da die Pflanze nach der Etablierung trockenheitstolerant ist und selten Schutzmaßnahmen gegen Wildverbiss benötigt. Ausgaben für Pflanzenschutzmittel fallen kaum an, da die Art widerstandsfähig ist und nur gelegentlich bei Befall durch Echten Mehltau (*Erysiphe deutziae*) oder Blattläuse behandelt werden muss.[3][6] Im Gegensatz zu invasiven Neophyten verursacht *Deutzia gracilis* keine ökonomischen Schäden an nativen Ökosystemen, da sie sich in den meisten Regionen nicht aggressiv ausbreitet.[5] Als Nützlingspflanze bietet der Strauch einen positiven Wert durch die Förderung von Bestäubern wie der Honigbiene (*Apis mellifera*). Studien beziffern das Nahrungsangebot auf durchschnittlich 45,5 mg Nektar pro 10 Blüten mit einem Zuckergehalt von 45,4 %, was die Pflanze zu einer wertvollen Ressource für nützliche Insekten macht.[3]
Biologie & Lebenszyklus
Deutzia gracilis reproduziert sich sexuell durch Insektenbestäubung (Entomophilie), wobei Bienen (Apis mellifera, Bombus spp.) und Solitärbienen als Hauptvektoren fungieren. Die zwittrigen Blüten verfügen über exponierte Staubblätter und Narben und bieten Nektar mit einem Zuckergehalt von etwa 45,4 % sowie Pollen als Belohnung an. Die Hauptaktivität der Bestäuber lässt sich zwischen 13:00 und 15:00 Uhr beobachten. Da die Gattung Deutzia ein selbstinkompatibles Paarungssystem aufweist, ist eine obligate Fremdbestäubung (Outcrossing) für den erfolgreichen Samenansatz erforderlich. Die Blütezeit ist synchronisiert und erstreckt sich über zwei bis drei Wochen im späten Frühling (April bis Juni), wobei einzelne Blüten fünf bis acht Tage geöffnet bleiben.[3] Nach der Befruchtung bilden sich trockene, halbkugelige Kapseln, die etwa 6 bis 7 mm lang sind. Diese Früchte reifen im Spätsommer und öffnen sich im Herbst septizid, um die Samen freizugeben. Jede Kapsel enthält 10 bis 20 braune, elliptische Samen, die etwa 1,2 bis 1,5 mm groß und längs gestreift sind. Die Ausbreitung der Diasporen erfolgt primär anemochor, begünstigt durch dünne Flügel an den Samenenden, die den Transport durch den Wind ermöglichen.[2] Physiologisch ist die Art an gemäßigte Klimazonen angepasst und durchläuft als laubabwerfender Strauch eine winterliche Ruhephase (Dormanz).[4] In dieser Phase toleriert die Pflanze Frosttemperaturen bis zu -20 °C.[3] Für die Keimung benötigen die Samen in der Regel eine Kälteperiode (Stratifikation) von 30 bis 60 Tagen, um die Dormanz zu brechen.[4] Im Herbst verfärbt sich das Laub vor dem Abwurf oft gelb oder burgunderrot, was den physiologischen Abschluss der Vegetationsperiode markiert. Zu den natürlichen Antagonisten zählen saftsaugende Insekten wie Blattläuse (Aphis spp.) und Spinnmilben (Tetranychus urticae), die jedoch selten bestandsgefährdende Schäden verursachen. Pilzliche Pathogene wie Erysiphe deutziae können Echten Mehltau hervorrufen, der sich als weißer Belag auf Blättern manifestiert. Auf schlecht drainierten Böden besteht zudem eine Anfälligkeit für Wurzelfäule durch Phytophthora-Arten. Gegenüber Herbivoren wie Hirschen zeigt Deutzia gracilis eine ausgeprägte Resistenz.[3]
Vorkommen & Lebensraum
Das natürliche Verbreitungsgebiet von *Deutzia gracilis* beschränkt sich auf Ostasien, wo die Art in Japan endemisch ist.[2][1] Sie kommt dort in den zentralen und südlichen Regionen vor, insbesondere auf den Inseln Shikoku, Kyushu sowie im westlichen Teil von Honshu. Berichte über ursprüngliche Wildvorkommen in China oder Taiwan konnten nicht bestätigt werden, was den Status als japanischer Endemit unterstreicht. In ihrem Heimatgebiet besiedelt die Pflanze vorwiegend bergige Areale.[2] Zu den typischen natürlichen Habitaten zählen feuchte Wälder, Waldränder sowie felsige Hänge und kühle Gebüschformationen.[2][3] Außerhalb Japans wurde *Deutzia gracilis* als Ziergehölz weltweit verbreitet und ist in einigen Regionen verwildert. Etablierte Populationen als Neophyt finden sich im östlichen Nordamerika, unter anderem in den US-Bundesstaaten Alabama, Georgia und Maryland.[2] Auch in Europa, namentlich in Deutschland, sowie in Teilen Chinas wurden verwilderte Bestände dokumentiert.[2][6] Die Art bevorzugt gut durchlässige Böden, die sandig, kiesig oder reich an Humus sind. Der ideale pH-Wert des Substrats liegt im sauren bis neutralen Bereich zwischen 5,0 und 7,0. Schwere Lehmböden oder kalkhaltige Standorte, die zu Staunässe neigen, sind für das Gedeihen ungünstig.[3] Hinsichtlich der Lichtverhältnisse toleriert der Strauch volle Sonne bis Halbschatten, wobei sonnigere Lagen die Blütenfülle fördern.[3][5] Klimatisch ist *Deutzia gracilis* an kühl-gemäßigte Zonen angepasst und weist eine Frosthärte bis etwa -20 °C auf.[3] Im Gegensatz zu anderen eingeführten Arten gilt sie in den meisten Sekundärverbreitungsgebieten nicht als invasiv.[2][5]
Saisonalität & Aktivität
*Deutzia gracilis* ist ein sommergrüner Strauch, dessen phänologischer Zyklus stark saisonal geprägt ist und sich auf die Vegetationsperiode in den wärmeren Monaten konzentriert.[5] Die Blütezeit erstreckt sich in der Regel von April bis Juni, wobei die synchrone Anthese der Blütenstände über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen im späten Frühjahr bis Frühsommer stattfindet.[3][6] Einzelne Blüten bleiben dabei für etwa fünf bis acht Tage geöffnet, was die reproduktive Phase zeitlich bündelt. Die Aktivität der Bestäuber, primär Bienen, zeigt eine ausgeprägte Tagesperiodik mit einer maximalen Besuchsrate zwischen 13:00 und 15:00 Uhr, korrelierend mit der höchsten Verfügbarkeit von Nektar und Pollen.[3] Nach der Befruchtung entwickeln sich die Kapselfrüchte im Frühsommer, erreichen ihre Reife im Spätsommer und öffnen sich im Herbst (Dehiszenz) zur Samenfreisetzung.[6][2] Während das Laub im Herbst oft eine gelbe bis burgunderrote Färbung annimmt und anschließend abgeworfen wird, verbleiben die leeren Fruchtkapseln häufig über den Winter an den kahlen Zweigen.[5][4] Für die generative Vermehrung ist eine physiologische Ruhephase notwendig; Samen benötigen eine Kältestratifikation von 30 bis 60 Tagen bei 1 bis 4 °C, um die Dormanz zu brechen und im folgenden Frühjahr zu keimen.[7] Die Pflanze ist frosthart bis -20 °C und überdauert die kalte Jahreszeit im blattlosen Zustand, angepasst an Klimazonen 5 bis 8.[3][8] Das öffentliche Interesse an der Art spiegelt diesen biologischen Rhythmus wider, mit einer signifikant erhöhten Suchaktivität in den Monaten Mai und Juni, parallel zur Hauptblütezeit.[9]
Występowanie i aktualne obserwacje w Niemczech
Daten: iNaturalist
Źródła i odniesienia
- https://powo.science.kew.org/taxon/790847-1
- http://floranorthamerica.org/Deutzia_gracilis
- https://www.missouribotanicalgarden.org/PlantFinder/PlantFinderDetails.aspx?kempercode=v560
- https://landscapeplants.oregonstate.edu/plants/deutzia-gracilis
- https://plants.ces.ncsu.edu/plants/deutzia-gracilis/
- https://floranorthamerica.org/Deutzia_gracilis
- https://extension.illinois.edu/blogs/good-growing/2022-01-27-seed-stratification-what-seeds-require-cold-treatment
- https://www.uaex.uada.edu/yard-garden/resource-library/plant-week/Deutzia-gracilis-Nikko-Dwarf-Deutzia-Slender-Deutzia-06-03-2016.aspx
- Zeitreihen-Analyse: Suchinteresse (aggregiert)
- Literaturzusammenfassung: Deutzia gracilis