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Królestwo
Tiere (Animalia)
Typ
Chordatiere (Chordata)
Klasa
Vögel (Aves)
Rząd
Falconiformes (Falconiformes)
Rodzina
Falconidae
Rodzaj
Falco
Gatunek
Falco tinnunculus
Nazwa naukowa
Falco tinnunculus Linnaeus, 1758
Zaakceptowana nazwa
Einleitung
Der Turmfalke (*Falco tinnunculus*) ist ein Greifvogel aus der Familie der Falkenartigen (Falconidae). Er ist einer der am häufigsten vorkommenden Falken in Mitteleuropa und hat sich auch an das Leben in Städten angepasst. Aufgrund seines charakteristischen Rüttelflugs ist er auch unter dem Namen Rüttler bekannt, welcher jedoch nicht mit dem Rötelfalken verwechselt werden darf.[1]
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Fakten (kompakt)
- Der Turmfalke (*Falco tinnunculus*) hat eine Flügelspannweite von etwa 71 bis 80 cm. - Die Lebenserwartung des Turmfalken in freier Wildbahn beträgt durchschnittlich 4 bis 5 Jahre. - Turmfalken können in einer Höhe von bis zu 2.000 Metern über dem Meeresspiegel brüten. - Die Hauptbrutzeit des Turmfalken liegt zwischen April und Juni. - Das Gelege des Turmfalken besteht in der Regel aus 4 bis 6 Eiern. - Die Brutdauer beträgt etwa 28 bis 32 Tage. - Die Jungvögel verlassen das Nest im Alter von etwa 4 bis 5 Wochen. - Turmfalken sind tagaktiv und verbringen die meiste Zeit mit der Jagd nach Beute. - Die Fluggeschwindigkeit des Turmfalken kann bis zu 50 km/h erreichen. - Turmfalken sind in der Lage, UV-Licht zu sehen, was ihnen bei der Jagd nach Nagetieren hilft.[7]
Name & Einordnung
Der Turmfalke, wissenschaftlich *Falco tinnunculus*, wurde 1758 von Carl Linnaeus beschrieben. Der Artname *tinnunculus* stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „klingend“ oder „schellend“. Diese Bezeichnung bezieht sich auf den Ruf des Turmfalken, der an ein „ti, ti, ti, ti“ erinnert und in Ton und Rufgeschwindigkeit je nach Situation variiert. Im deutschen Sprachraum existieren neben der Bezeichnung Turmfalke weitere Trivialbezeichnungen, die regional unterschiedlich sind. Der Name Rüttelfalke (nicht zu verwechseln mit dem ähnlichen Rötelfalken) weist auf den charakteristischen Flug hin[2]; Mauer-, Dom- oder Kirchfalke auf die in menschlichen Siedlungen präferierten Nistgelegenheiten. Die gelegentlich auch gebrauchte Bezeichnung Taubensperber ist allerdings eine Fehlinterpretation des Beutespektrums des Turmfalken.[2]
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Turmfalken weisen einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus im Gefieder auf. Das auffälligste Unterscheidungsmerkmal ist die Kopffärbung: Männchen haben einen grauen Kopf, Weibchen einen rotbraunen. Männchen haben auf dem rotbraunen Rücken kleine schwarze, teils rautenförmige Flecken. Die Oberschwanzdecken, der Hinterrücken und die Schwanzfedern sind hellgrau, das Stoßende hat eine schwarze Endbinde mit weißem Saum. Die Unterseite ist hell cremefarben, leicht bräunlich gefleckt oder gestreift, Unterbauch und Unterflügeldecken sind fast weiß. Ausgewachsene Weibchen sind am Rücken dunkel quer gebändert. Der Stoß ist braun mit mehreren Querstreifen und einer deutlichen Endbinde. Die Unterseite ist dunkler und stärker gefleckt als beim Männchen. Jungvögel ähneln im Gefieder den Weibchen, ihre Flügel wirken runder und kürzer als bei adulten Turmfalken. Die Spitzen der Handschwingen haben hellere Säume. Wachshaut und Augenring sind bei Jungvögeln hellblau bis grüngelblich, bei adulten Vögeln gelb. Bei beiden Geschlechtern ist der Schwanz abgerundet, da die äußeren Schwanzfedern kürzer sind als die mittleren. Die Flügelspitzen reichen bei adulten Vögeln bis zum Schwanzende. Die Beine sind sattgelb, die Krallen schwarz. Männchen der in Europa verbreiteten Unterart *Falco tinnunculus tinnunculus* erreichen durchschnittlich 34,5 cm Körperlänge, Weibchen 36 cm. Die Flügelspannweite beträgt bei Männchen etwa 75 cm, bei Weibchen 76 cm. Normal ernährte Männchen wiegen etwa 200 g, Weibchen sind etwa 20 g schwerer.[1]
Beschreibung
Der Turmfalke (*Falco tinnunculus*) ist ein Vertreter der Familie der Falkenartigen (Falconidae) und gehört zur Gattung *Falco*. Er ist bekannt für seine Anpassungsfähigkeit an verschiedene Lebensräume, einschließlich vom Menschen geprägter Umgebungen wie Städte. Der Turmfalke ist ein mittelgroßer Falke, der sich durch seinen spezialisierten Jagdflug, den sogenannten Rüttelflug, auszeichnet. Dabei steht er in der Luft und späht nach Beute. Die Art zeigt einen deutlichen Geschlechtsdimorphismus im Gefieder, wobei Männchen und Weibchen unterschiedliche Färbungen aufweisen. Männchen haben einen grauen Kopf und rotbraunen Rücken mit kleinen, schwarzen Flecken, während Weibchen einen rotbraunen Kopf und einen dunkel quer gebänderten Rücken besitzen. Der Ruf des Turmfalken wird oft als "klingend" oder "schellend" beschrieben, was sich auch in seinem wissenschaftlichen Namen widerspiegelt. Die Art besiedelt ein breites Spektrum an Klimazonen in Europa, Asien und Afrika. Innerhalb dieses großen Verbreitungsgebietes werden verschiedene Unterarten beschrieben, deren genaue Anzahl jedoch variieren kann. Turmfalken sind sowohl Stand-, Strich- als auch Zugvögel, wobei ihr Zugverhalten stark vom Nahrungsangebot in ihren jeweiligen Brutgebieten beeinflusst wird. Sie sind in der Lage, sich an unterschiedliche Höhenlagen anzupassen und kommen sowohl im Flachland als auch in Gebirgsregionen vor. In städtischen Gebieten brütende Turmfalken müssen oft weite Strecken zurücklegen, um ausreichend Nahrung zu finden. Die Art ist in der Lage, menschliche Bauten als Nistplätze zu nutzen, was zu ihrer Anpassung an städtische Umgebungen beiträgt. Die Ernährung des Turmfalken ist vielfältig und umfasst Kleinsäuger, Vögel, Insekten und andere Wirbellose, abhängig von der Verfügbarkeit. Die Jagd erfolgt sowohl aus dem Rüttelflug als auch von Ansitzwarten aus. Die Balz der Turmfalken umfasst auffällige Balzflüge, bei denen die Männchen ruckartige Flügelschläge zeigen und ein erregtes Rufen von sich geben. Turmfalken sind vor allem Felsbrüter, nutzen aber auch die Nester anderer Vogelarten oder menschliche Bauwerke. Die Gelegegröße beträgt meist 3 bis 6 Eier, die vom Weibchen bebrütet werden. Die Jungen schlüpfen nach etwa 27 bis 29 Tagen und werden von beiden Eltern gefüttert.[1]
Verhalten
Der Turmfalke ist für seinen auffälligen Rüttelflug bekannt, den er zur Jagd nutzt. Dabei steht er in einer Höhe von 10 bis 20 Metern in der Luft und späht nach Beute. Der Flügelschlag ist schnell, der Schwanz meist breit gefächert und etwas nach unten geknickt. Auf- und Niederschlag erfolgen in einer weitgehend waagerechten Ebene und bewegen etwa gleich große Luftmengen. Hat er ein potentielles Beutetier, etwa eine Wühlmaus, entdeckt, stürzt er im Sturzflug darauf zu und greift es, wobei er kurz vor dem Boden abbremst. Das schnelle Anfliegen seines Jagdgebietes, der Streckenflug, ist durch einen schnellen, etwas hastig wirkenden Flügelschlag gekennzeichnet. Bei günstigem Wind oder bei Annäherung an ein Beutetier kann er aber auch gleiten. Untersuchungen haben gezeigt, dass sich bei Weibchen elf und bei Männchen über neun unterschiedliche Lautäußerungen differenzieren lassen. Die Rufe lassen sich in wenige Grundmuster unterteilen, deren Lautstärke, Tonhöhe und Frequenz je nach Situation variiert. Sowohl das Weibchen als auch das Männchen variieren dabei unter anderem den Bettelruf der Jungvögel, der auch als Lahnen bezeichnet wird. Besonders von Weibchen ist dieses Lahnen während der Balz zu hören oder wenn sie ihre Männchen während der Brutzeit um Futter anbetteln. Das ti, ti, ti, das von manchen Autoren auch lautsprachlich als kikiki umschrieben wird, ist ein Erregungslaut, der vor allem dann zu hören ist, wenn die Vögel am Nest gestört werden. Varianten dieses Rufes treten auch kurz bevor das Männchen die Beute am Nest übergibt auf. Im Winter wird die Ansitzjagd am häufigsten praktiziert. In Großbritannien verbrachten Turmfalken im Januar und Februar 85 % ihrer Jagdzeit mit der Ansitzjagd und nur 15 % im Rüttelflug. In den Monaten von Mai bis August wird auf beide Jagdformen gleich viel Zeit aufgewendet. Die Ansitzjagd ist dabei zumindest zeitweilig die unergiebigere Jagdform; nur 9 % der Stöße auf Beutetiere waren im Winter erfolgreich und 20 % der Stöße im Sommer. Bei der Rütteljagd dagegen erbeutet der Turmfalke während des Winters in 16 % der Stöße Beute, während es im Sommer 21 % sind. Entscheidend für den Wechsel der Jagdform ist jedoch der Energieaufwand. Im Sommer ist der Energieaufwand bei beiden Jagdformen für jede erbeutete Maus gleich hoch. Im Winter dagegen ist der Energieaufwand der Ansitzjagd pro erbeuteter Maus trotz der niedrigeren Erfolgsquote nur halb so groß wie der beim Rüttelflug. Mit dem Wechsel der Jagdform optimiert der Turmfalke damit seinen Energieaufwand. Die Balzflüge der Turmfalken lassen sich in Mitteleuropa von März bis April beobachten. Die Männchen vollführen dabei ruckartige Flügelschläge, drehen sich halb um die Längsachse und gleiten danach in raschem Gleitflug nach unten. Während dieser Flüge, die vor allem der Revierabgrenzung dienen, ist ein erregtes Rufen zu hören. Die Aufforderung zur Paarung geht überwiegend vom Weibchen aus, das sich in der Nähe des Männchens niederlässt und ein vom Bettelruf der Jungen abgeleitetes Lahnen hören lässt. Nach der Begattung fliegt das Männchen zu dem von ihm ausgewählten Brutplatz und lockt das Weibchen mit hellen zick-Rufen. In der Horstmulde zeigt das Männchen zwei unterschiedliche Balzverhalten, die ineinander übergehen. Unter lauten zick-Rufen legt sich das Männchen in die Horstmulde, als wolle es brüten, scharrt mit den Fängen und vertieft dabei die Brutmulde. Erscheint das Weibchen am Horstrand, richtet sich das Männchen wieder auf und zeigt ein erregtes Auf- und Niederwippen. Normalerweise bietet er dabei eine in der Horstmulde zuvor platzierte Beute mit dem Schnabel an.[1]
Ökologie
Der Turmfalke (*Falco tinnunculus*) ist eine anpassungsfähige Art, die in verschiedenen Lebensräumen zu finden ist. Generell meiden Turmfalken dichte, geschlossene Waldbestände sowie völlig baumlose Steppen. In Mitteleuropa ist er ein häufiger Vogel der Kulturlandschaft, der überall dort leben kann, wo Feldgehölze oder Waldränder vorhanden sind. Grundsätzlich benötigt er zum Jagen freie Flächen mit niedrigem Bewuchs. Dort, wo Bäume fehlen, nutzt er die Masten von Starkstromleitungen als Nistplatz. Neben dem Vorhandensein von Nistgelegenheiten ist es vor allem das Vorhandensein von Beutetieren, das beeinflusst, welche Lebensräume vom Turmfalken besetzt werden. Sofern Beutetiere ausreichend vorhanden sind, zeigt er eine große Anpassung an unterschiedliche Höhen. So besteht im Harz und im Erzgebirge ein Zusammenhang zwischen dem Auftreten seines dortigen Hauptbeutetiers, der Feldmaus, und den Höhenlagen, bis zu denen Turmfalken zu beobachten sind. In den Alpen dagegen, wo er ein anderes Beutespektrum nutzt, kann man ihn auf den Bergweiden noch in 2000 Meter Höhe bei der Jagd beobachten.[1]
Bedeutung, Schäden & Prävention
Da der Turmfalke (*Falco tinnunculus*) hauptsächlich Kleinsäuger, Insekten und Wirbellose frisst, gilt er als Nützling in der Landwirtschaft, da er zur Reduktion von Schädlingen beitragen kann. In städtischen Gebieten kann er jedoch als Lästling wahrgenommen werden, wenn er sich von Singvögeln ernährt, die von manchen Menschen geschätzt werden.[4] Schäden entstehen indirekt durch die Verschmutzung von Gebäuden durch Kot oder Nahrungsreste im Bereich der Nistplätze.[5] Ein direkter medizinischer Nutzen oder eine gesundheitliche Relevanz des Turmfalken für den Menschen, wie beispielsweise als Vektor von Krankheiten oder als Auslöser von Allergien, ist nicht bekannt. Um einem Befall vorzubeugen, können bauliche Maßnahmen ergriffen werden, die das Nisten an unerwünschten Stellen verhindern, wie beispielsweise das Verschließen von potenziellen Nistplätzen an Gebäuden. Nisthilfen an geeigneten Orten können hingegen dazu beitragen, die Vögel von problematischen Standorten fernzuhalten und gleichzeitig ihren Bestand zu fördern.[5] Das Monitoring der Population kann durch Beobachtung der Brutpaare und Zählung der Jungvögel erfolgen.[1] Direkte Bekämpfungsmaßnahmen sind in der Regel weder notwendig noch sinnvoll, da der Turmfalke unter Schutz steht.[6] Im Rahmen des Integrierten Schädlingsmanagements (IPM) liegt der Fokus auf der Prävention von Schäden und der Förderung des ökologischen Gleichgewichts.[4] Der Turmfalke ist durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt, was bedeutet, dass Störungen der Brutplätze und Verfolgungen strafrechtlich verfolgt werden können.[6]
Wirtschaftliche Bedeutung
Da der Turmfalke (*Falco tinnunculus*) sich hauptsächlich von Kleinsäugern wie Wühlmäusen ernährt, kann er in der Landwirtschaft als Nützling betrachtet werden, indem er zur Reduktion von Schäden an Feldfrüchten beiträgt.[4]
Biologie & Lebenszyklus
Die Balzflüge des Turmfalken (*Falco tinnunculus*) können in Mitteleuropa von März bis April beobachtet werden. Die Männchen vollführen dabei ruckartige Flügelschläge, drehen sich halb um die Längsachse und gleiten danach in raschem Gleitflug nach unten. Während dieser Flüge, die vor allem der Revierabgrenzung dienen, ist ein erregtes Rufen zu hören. Die Aufforderung zur Paarung geht überwiegend vom Weibchen aus, das sich in der Nähe des Männchens niederlässt und ein vom Bettelruf der Jungen abgeleitetes Lahnen hören lässt. Nach der Begattung fliegt das Männchen zu dem von ihm ausgewählten Brutplatz und lockt das Weibchen mit hellen zick-Rufen. In der Horstmulde zeigt das Männchen zwei unterschiedliche Balzverhalten, die ineinander übergehen. Unter lauten zick-Rufen legt sich das Männchen in die Horstmulde, als wolle es brüten, scharrt mit den Fängen und vertieft dabei die Brutmulde. Erscheint das Weibchen am Horstrand, richtet sich das Männchen wieder auf und zeigt ein erregtes Auf- und Niederwippen. Normalerweise bietet er dabei eine in der Horstmulde zuvor platzierte Beute mit dem Schnabel an. Turmfalken sind vor allem Felsbrüter, die in entsprechend felsigen Regionen bevorzugt in Spalten und Höhlen brüten. Wie alle Falken bauen auch Turmfalken keine Nester. In felsarmen Regionen nutzt der Turmfalke die Nester anderer Vogelarten wie beispielsweise von Krähen. In der Regel ist der Turmfalke zu schwach, um Krähen von ihren frisch gebauten Nestern zu vertreiben, sodass er in der Regel vorjährige und verlassene Nester nutzt. Es wurden vereinzelt Fälle beschrieben, in denen Turmfalken verwilderte Haustauben von ihren Nestern vertrieben.[1] Der bereits im 2. Lebensjahr brütende Turmfalke legt meist 3 bis 6 Eier, in der Regel ab Mitte April. Die ockergelblich bis braunen Eier sind meist stark gefleckt und zwischen 3,4 und 4,4 Zentimeter lang. Das Weibchen brütet die Eier überwiegend allein aus. Die Jungen schlüpfen nach etwa 27 bis 29 Tagen. In den ersten Tagen hudert das Weibchen die Jungvögel fast ständig und verlässt sie nur für den kurzen Zeitraum, der notwendig ist, um vom Männchen die Nahrung zu übernehmen. Handelt es sich dabei um Mäuse, füttert das Weibchen ihren Nachwuchs vor allem mit Muskelfleisch, während sie selber den Darm und das übrig bleibende Fell frisst. Haben die Jungvögel ihre zweite Lebenswoche vollendet, stellt das Weibchen zunehmend das Hudern ein. Beide Elternvögel versorgen dann unabhängig voneinander die Jungvögel mit Nahrung. In diesem Alter beginnen Jungvögel auch, die ersten Stehversuche zu machen. Am Ende der dritten Lebenswoche haben die Nestlinge das Körpergewicht eines ausgewachsenen Turmfalken erreicht. Der Wechsel vom Daunenkleid ins Gefieder der Jungvögel ist dagegen erst mit der vierten Lebenswoche abgeschlossen. Wie bei allen Falken sind auch junge Turmfalken untereinander kaum aggressiv, die Verluste durch Auseinandersetzungen zwischen den Jungvögeln sind daher sehr gering, zumal die Eltern bei der Fütterung der Jungvögel darauf achten, dass alle von der Nahrung abbekommen. Die ältesten frei lebenden Turmfalken, deren Alter man anhand ihrer Beringung nachweisen konnte, erreichten ein Alter von 18 Jahren. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Jungvogel sein erstes Lebensjahr überlebt, liegt bei etwa 50 Prozent. Eine hohe Sterberate ist in den Monaten Januar und Februar zu verzeichnen, wenn sowohl ausgewachsene Vögel als auch Jungvögel gelegentlich verhungern, weil die Witterungsbedingungen ihre Jagd zu sehr einschränken.[1]
Vorkommen & Lebensraum
Der Turmfalke (*Falco tinnunculus*) ist ein charakteristisches Beispiel für eine altweltliche Verbreitung und kommt in Europa, Asien und Afrika vor. Er besiedelt fast alle Klimazonen der Paläarktis, der Äthiopis und der Orientalis. Der Turmfalke ist eher im Flachland anzutreffen. Innerhalb dieses großen Verbreitungsgebiets wird eine Reihe von Unterarten beschrieben, deren Anzahl je nach Autor schwankt. Ihr Brutareal reicht in Europa von 68° N in Skandinavien und 61° N in Russland über die Inseln des Mittelmeers bis nach Nordafrika. Sie ist auch auf den Britischen Inseln verbreitet. Der Turmfalke ist eine anpassungsfähige Art, die in unterschiedlichen Lebensräumen zu finden ist. Generell meiden Turmfalken sowohl dichte geschlossene Waldbestände als auch völlig baumlose Steppen. In Mitteleuropa ist er ein häufiger Vogel der Kulturlandschaft, der überall dort leben kann, wo Feldgehölze oder Waldränder vorhanden sind. Grundsätzlich benötigt er zum Jagen freie Flächen mit niedrigem Bewuchs. Dort, wo Bäume fehlen, nutzt er die Masten von Starkstromleitungen als Nistplatz. Aus den 1950er Jahren ist ein Fall von den Orkneyinseln belegt, wo er sogar auf vegetationslosem Boden brütete. Neben dem Vorhandensein von Nistgelegenheiten ist es vor allem das Vorhandensein von Beutetieren, das beeinflusst, welche Lebensräume vom Turmfalken besetzt werden. Sofern Beutetiere ausreichend vorhanden sind, zeigt er eine große Anpassung an unterschiedliche Höhen. So besteht im Harz und im Erzgebirge ein Zusammenhang zwischen dem Auftreten seines dortigen Hauptbeutetiers, der Feldmaus, und den Höhenlagen, bis zu denen Turmfalken zu beobachten sind. Im Harz ist er in Höhenlagen über 600 Meter über NN zunehmend seltener zu beobachten und tritt ab 900 Meter kaum noch auf. In den Alpen dagegen, wo er ein anderes Beutespektrum nutzt, kann man ihn auf den Bergweiden noch in 2000 Meter Höhe bei der Jagd beobachten. Im Kaukasus wurde er noch in Höhenlagen bis zu 3400 Metern beobachtet, im Pamir auch über 4000 Metern. In Nepal kommt er vom Tiefland bis in 5000 Meter vor, in Tibet hat man ihn in Hochgebirgszonen bis 5500 Meter beobachtet. Der Turmfalke hat auch Stadtlandschaften als Lebensraum erobert. Er profitiert dabei davon, dass Jagd- und Bruthabitat nicht identisch sein müssen.[1]
Saisonalität & Aktivität
Das öffentliche Interesse am Turmfalken (*Falco tinnunculus*) scheint saisonal zu variieren, wobei die Monate Mai und April tendenziell das höchste Suchinteresse aufweisen, während November und Oktober das geringste Interesse zeigen.[3] Diese saisonalen Schwankungen im Suchinteresse könnten auf verschiedene Faktoren zurückzuführen sein, wie z. B. Änderungen im Verhalten der Vögel oder erhöhte Sichtungen während der Brutzeit. Da keine wissenschaftlichen Quellen zur Saisonalität und Aktivität des Turmfalken vorliegen, können keine weiteren Angaben gemacht werden.
Źródła i odniesienia
- https://de.wikipedia.org/wiki/Turmfalke
- https://www.gbif.org/species/9616058
- Zeitreihen-Analyse: Suchinteresse (aggregiert)
- Riiegert, J.; Dufek, A.; Fainová, D.; Mikeš, V.; Fuchs, R. (2007): Increased hunting effort buffers against vole scarcity in an urban Kestrel *Falco tinnunculus* population: Capsule in years with low vole abundance birds visited hunting grounds more frequently and for longer. Bird Study 54 (3), S. 353–361
- Ines & Matthias Küstermann: Herzlich willkommen bei den Turmfalken von St. Nikolai Spandau! In: Turmfalken St. Nikolai Spandau. 13. Juni 2025, abgerufen am 26. Juni 2025.
- Rote Liste der Brutvögel Deutschlands 2016 - NABU. Abgerufen am 5. Juni 2019.
- PDF: turmfalke