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Cranesbill Bodziszek robertianowy
Szybka nawigacja
Taksonomia
Królestwo
Pflanzen (Plantae)
Typ
Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasa
Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Rząd
Geraniales (Geraniales)
Rodzina
Geraniaceae
Rodzaj
Geranium
Gatunek
Geranium robertianum
Nazwa naukowa
Geranium robertianum L.
Zaakceptowana nazwa
Einleitung
*Geranium robertianum* ist eine ein- bis zweijährige krautige Pflanze aus der Familie der Storchschnabelgewächse (Geraniaceae), die typischerweise Wuchshöhen von 10 bis 60 Zentimetern erreicht. Ursprünglich in gemäßigten Regionen der Nordhalbkugel beheimatet, wird die Art im pazifischen Nordwesten Nordamerikas als invasives Unkraut („noxious weed“) eingestuft, das durch dichte Bestandsbildung die heimische Vegetation verdrängt.[1][2] Die Pflanze verströmt bei Berührung einen starken, unangenehmen Geruch und lässt sich durch ihre 7 bis 14 Millimeter langen Kronblätter von der kleinblütigeren Verwechslungsart *Geranium pusillum* unterscheiden.[1][3]
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Ostatnio 18.04.2026
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Fakten (kompakt)
- In Europa besiedelt die Art Höhenlagen bis zu 2700 Metern. - Eine einzelne Pflanze produziert zwischen 50 und 1550 Samen, die im Boden bis zu sechs Jahre lang keimfähig bleiben können. - Unter geeigneten Bedingungen erreichen die Samen Keimraten von 57 bis 70 %. - Für das Gedeihen der Pflanze ist ein jährlicher Niederschlag von über 25 cm erforderlich, während salzhaltige oder aride Bedingungen gemieden werden. - Die Färbung der Stängel und Blätter variiert von Grün bis Tiefrot, wobei die intensive Rotfärbung besonders bei voller Sonneneinstrahlung auftritt. - Die Laubblätter sitzen auf Blattstielen, die eine Länge von bis zu 20 cm erreichen können. - Die Blütenstände sind achselständige Dolden, die sich aus zwei bis sieben Einzelblüten pro Blütenstandsstiel zusammensetzen. - Jede Blüte verfügt über fünf grüne, 6 bis 8 mm lange Kelchblätter sowie zehn Staubblätter, die einen oberständigen Fruchtknoten umgeben. - Die eiförmigen Spaltfrüchte weisen eine Gesamtlänge von 19 bis 23 mm auf, wovon 4 bis 5 mm auf den Schnabel entfallen. - Die Samen sind elliptisch-länglich geformt und besitzen eine Länge von 2,1 bis 2,2 mm. - In Nordamerika ist die Art mittlerweile in über 26 Bundesstaaten und Provinzen verbreitet.[7]
Name & Einordnung
Der wissenschaftliche Name *Geranium robertianum* wurde 1753 von Carl von Linné in der zweiten Auflage der *Species Plantarum* formal erstbeschrieben. Der Gattungsname *Geranium* leitet sich vom griechischen Wort *geranos* (Kranich) ab und spielt auf die schnabelartigen Früchte an, die einem Kranichschnabel ähneln. Das Art-Epitheton *robertianum* ehrt wahrscheinlich den heiligen Robert von Molesme, einen französischen Mönch und Kräuterkundigen, oder bezieht sich in anderen Interpretationen auf die mythologische Gestalt Robert Goodfellow (Puck). Bereits vor der Einführung der binären Nomenklatur war die Pflanze in historischen Kräuterbüchern, etwa bei Caspar Bauhin (1623) oder Rembert Dodoens (1554), unter der Bezeichnung *Herba Roberti* bekannt.[1] Phylogenetisch wird die Art der Untergattung *Robertium* innerhalb der Gattung *Geranium* (deutsch: Storchschnabel) zugeordnet, was durch molekulare Analysen bestätigt wurde.[1][2] Zytologische Untersuchungen zeigen meist einen Chromosomensatz von 2n=64, was die Art vom verwandten *Geranium purpureum* (2n=32) abgrenzt.[1] In Großbritannien und Irland werden teilweise drei Unterarten unterschieden (*G. r.* subsp. *robertianum*, subsp. *celticum* und subsp. *maritimum*), deren taxonomischer Status jedoch umstritten ist und teils als ökotypische Variation betrachtet wird. Seltene natürliche Hybriden sind dokumentiert, insbesondere die sterile Kreuzung mit *Geranium purpureum*. Internationale Trivialnamen wie das englische „Herb Robert“ leiten sich direkt vom lateinischen *Herba Roberti* ab, während Bezeichnungen wie „Stinky Bob“ auf den starken Geruch der zerriebenen Blätter verweisen.[1]
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Geranium robertianum wächst als ein- oder zweijährige krautige Pflanze, die typischerweise Wuchshöhen von 10 bis 50 cm, selten bis 60 cm erreicht.[1][2] Die aufrechten bis aufsteigenden, verzweigten Stängel entspringen einer basalen Blattrosette und erreichen einen Durchmesser von 1 bis 3 mm.[2] Ein charakteristisches Bestimmungsmerkmal ist die Behaarung der Stängel und Blätter mit weichen Drüsenhaaren, die der Pflanze eine leicht klebrige oder ölige Textur verleihen.[2][3] Bei Berührung oder Zerreiben verströmen die vegetativen Teile einen starken, unangenehmen bis moschusartigen Geruch.[1][2] Die Stängel sind oft rötlich überlaufen, wobei sich diese Färbung bei starker Sonneneinstrahlung oder im Herbst intensiviert.[2] Die gegenständigen, handförmig zusammengesetzten Laubblätter sind in drei bis fünf Hauptlappen unterteilt, die wiederum tief gefiedert sind.[1][2] Die Blattspreiten werden bis zu 10 cm breit sowie 9 cm lang und sitzen auf bis zu 20 cm langen Blattstielen.[2] Die radiärsymmetrischen Blüten stehen in achselständigen Dolden zu zweit bis siebt an 5 bis 20 mm langen, drüsig behaarten Stielen. Die fünf freien Kronblätter sind leuchtend rosa bis lavendelfarben, 7 bis 14 mm lang und weisen oft dunklere Adern auf. Der gesamte Blütendurchmesser beträgt etwa 12 bis 17 mm, wobei zehn Staubblätter einen oberständigen Fruchtknoten umgeben.[1][2] Die Frucht ist eine 19 bis 23 mm lange Spaltfrucht mit einem markanten, 4 bis 5 mm langen Schnabel.[2] Bei Reife schleudert der explosive Mechanismus die 2,1 bis 2,2 mm langen, elliptisch-länglichen Samen bis zu 6 Meter weit fort.[1][2] Im Gegensatz zum Kleinen Storchschnabel (*Geranium pusillum*), dessen Kronblätter nur 2 bis 4 mm messen, besitzt *G. robertianum* deutlich größere Blüten.[2] Vom Glänzenden Storchschnabel (*Geranium lucidum*) unterscheidet sich die Art durch ihre matten, behaarten Blätter, während *G. lucidum* glänzendes, fast kahles Laub aufweist. Auch der Stein-Storchschnabel (*Geranium columbinum*) ist abgrenzbar, da dieser längere Blütenstiele von bis zu 3 cm besitzt und weniger tief geteilte Blätter zeigt.[2]
Beschreibung
Der Stinkende Storchschnabel (*Geranium robertianum*) ist eine meist zweijährige, seltener einjährige krautige Pflanze, die sich als ruderal-kompetitive Pionierart an stickstoffreichen Standorten etabliert.[1][4] Charakteristisch für die Art ist der intensive, moschusartige Geruch, der beim Zerreiben der drüsenhaarigen Blätter und Stängel freigesetzt wird und als wichtiges Erkennungsmerkmal im Feld dient.[1][3] Im natürlichen Lebensraum, der von schattigen Wäldern bis zu offenen Geröllhalden reicht, bildet die Pflanze oft dichte Bestände mit bis zu 250 Individuen pro Quadratmeter, wodurch sie heimische Vegetation verdrängen kann.[1][4] Anatomisch fällt die Art durch ihre rötlichen, verzweigten Stängel auf, die bei starker Sonneneinstrahlung oder im Herbst durch die Produktion von Anthocyanen eine leuchtend rote Färbung annehmen. Die Wurzel ist als verzweigte Pfahlwurzel oder flaches Fasersystem ausgebildet, was das Wachstum auf flachgründigen Böden, Felsspalten und sogar Baumstämmen begünstigt.[1][2] Der Lebenszyklus beginnt meist mit der Keimung zwischen Herbst und Frühjahr, gefolgt von einer Überwinterung als grundständige Blattrosette.[4][2] Im zweiten Jahr entwickeln sich die aufrechten bis niederliegenden Blütenstängel, die eine Höhe von 10 bis 50 cm erreichen.[1] Da die Art überwiegend monokarpisch ist, stirbt die Mutterpflanze nach der Samenreife im Spätsommer oder Herbst ab.[4][2] Die Fortpflanzung erfolgt ausschließlich generativ über Samen, wobei vegetative Vermehrungsorgane wie Rhizome fehlen.[4] Die Blüten stehen meist paarweise in achselständigen Dolden und sind trotz hoher Selbstkompatibilität auch für Bestäuber wie Bienen und Schwebfliegen attraktiv.[4][2] Eine besondere funktionale Anpassung zeigt sich im Ausbreitungsmechanismus: Die schnabelartigen Früchte schleudern die Samen durch explosive Dehiszenz bis zu 6 Meter weit.[1][2] Zusätzlich besitzen die Samen klebrige Fäden zur Anhaftung an Tieren (Epizoochorie) sowie nährstoffreiche Anhängsel (Elaiosomen), die Ameisen anlocken und so eine sekundäre Ausbreitung (Myrmekochorie) ermöglichen.[1][4] Im Gegensatz zum ähnlichen Kleinen Storchschnabel (*Geranium pusillum*) besitzt *G. robertianum* deutlich längere Kronblätter (7–14 mm) und unterscheidet sich vom Glänzenden Storchschnabel (*Geranium lucidum*) durch seine matte, behaarte Textur. Historisch wurde die Art 1753 von Carl von Linné erstbeschrieben, wobei der Name *robertianum* oft mit dem Heiligen Ruprecht oder der Sagengestalt Robin Goodfellow in Verbindung gebracht wird.[3] Taxonomisch gehört sie zur Untergattung *Robertium* und weist meist einen Chromosomensatz von 2n=64 auf, was auf eine polyploide Herkunft hindeutet.[4] Neben der typischen Form existieren seltene Unterarten wie *subsp. maritimum*, die an maritime Lebensräume angepasst ist und einen eher niederliegenden Wuchs zeigt.[4]
Verhalten
Geranium robertianum zeigt einen spezialisierten Ausbreitungsmechanismus durch die explosive Dehiszenz der Früchte, bei der Samen mechanisch bis zu sechs Meter weit vom Elternorganismus weggeschleudert werden.[1][4] Ergänzend nutzen die Samen klebrige Fäden zur Anhaftung an vorbeistreifende Tiere (Epizoochorie) sowie nährstoffreiche Anhängsel (Elaiosomen), die Ameisen anlocken und zum Transport in deren Nester animieren (Myrmekochorie).[4][2] Als aktive Abwehrreaktion gegen Fressfeinde setzen Drüsenhaare bei Berührung flüchtige ätherische Öle frei, die einen starken, moschusartigen Geruch erzeugen.[3][6] Diese chemische Verteidigung wird durch eingelagerte Tannine verstärkt, welche die Palatabilität für Generalisten wie Rehe oder Kaninchen herabsetzen.[4][2] In Konkurrenzsituationen, besonders in invasiven Verbreitungsgebieten, hemmt die Art das Wachstum benachbarter Pflanzen durch die Abgabe allelopathischer Substanzen.[3] Dieses aggressive Verdrängungsverhalten ermöglicht die Bildung dichter Bestände mit bis zu 250 Pflanzen pro Quadratmeter, die heimische Unterwuchsvegetation beschatten und verdrängen.[1][3] Das Fortpflanzungsverhalten ist flexibel angepasst: Obwohl Blüten Nektar für Bestäuber wie Bienen und Schwebfliegen anbieten, sichert autonome Selbstbestäubung den Fruchtansatz auch ohne Insektenbesuch.[4] Als physiologische Reaktion auf hohe Lichtintensität produziert die Pflanze Anthocyane, was zu einer leuchtend roten Färbung der Stängel und Blätter als Lichtschutz führt.[1][2] Zur Optimierung der Nährstoffaufnahme geht das Wurzelsystem aktive symbiotische Verbindungen mit vesikulär-arbuskulären Mykorrhizapilzen wie Glomus occultum ein.[4]
Ökologie
Ökologisch fungiert *Geranium robertianum* als ruderale Konkurrenzart, die stickstoffreiche, mäßig feuchte Böden mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 7 bevorzugt. Die Art ist an Halbschatten angepasst (Ellenberg-Lichtzahl 5) und gedeiht optimal in Waldlücken mit 50–60 % Kronenschluss, toleriert jedoch auch schattigere Bereiche bis zu 90 % Deckung. Sie wächst auf diversen Substraten wie Fels, Totholz oder Baumstämmen und profitiert von vesikulär-arbuskulären Mykorrhiza-Symbiosen, etwa mit *Glomus occultum*, welche die Nährstoffaufnahme verbessern. Die Bestäubung erfolgt generalistisch durch Bienen (*Bombus pascuorum*), Schwebfliegen (*Rhingia campestris*) und Schmetterlinge (*Pieris napi*), wobei in natürlichen Populationen oft die spontane Selbstbestäubung dominiert. Für die Ausbreitung nutzt die Pflanze einen ballistischen Mechanismus, der Samen bis zu 6,5 Meter weit schleudert, gefolgt von einer sekundären Ausbreitung durch Ameisen (Myrmekochorie), die durch nahrhafte Elaiosomen angelockt werden. *Geranium robertianum* dient als Wirtspflanze für diverse Spezialisten, darunter die Minierfliege *Agromyza nigrescens* und die Federmotte *Amblyptilia punctidactyla*, deren Larven die Samenstände fressen. Während Rehe die Pflanzen und Nacktschnecken die Keimblätter fressen, wirken der intensive Geruch und Tannine als chemische Abwehr gegen Generalisten wie Kaninchen.[4] In invasiven Verbreitungsgebieten bildet die Art dichte Bestände von bis zu 250 Pflanzen pro Quadratmeter, die durch Beschattung und allelopathische Substanzen die heimische Unterwuchsvegetation verdrängen.[3][2] Diese Dominanz verändert die Bodenbedingungen, indem verfügbare Nährstoffe und Feuchtigkeit für konkurrierende Arten reduziert werden.[3]
Bedeutung, Schäden & Prävention
Während *Geranium robertianum* in seinem nativen Verbreitungsgebiet als ökologisch integrierte Pionierpflanze gilt, wird es im pazifischen Nordwesten Nordamerikas, insbesondere in Washington und Oregon, als invasives „noxious weed“ der Klasse B eingestuft.[1][3] Das hohe Schadpotenzial resultiert aus der Bildung dichter Bestände von bis zu 250 Pflanzen pro Quadratmeter, die durch Ressourcenkonkurrenz um Licht und Nährstoffe die heimische Unterwuchsvegetation verdrängen.[1] Zusätzlich setzt die Art allelopathische Chemikalien frei, welche das Wachstum benachbarter Pflanzen hemmen und so die Biodiversität in Waldökosystemen signifikant reduzieren.[3] Ein Befall lässt sich frühzeitig am charakteristischen, strengen Moschusgeruch der zerriebenen Blätter („Stinky Bob“) sowie der rötlichen Färbung der Stängel erkennen.[1] Medizinisch ist die Pflanze aufgrund ihres Tanningehalts traditionell als Adstringens zur Wundheilung bekannt, doch wird wegen potenziell uteruskontrahierender Wirkungen dringend von einer Anwendung während der Schwangerschaft abgeraten. Zur baulichen und ökologischen Prävention empfiehlt sich die Anpflanzung konkurrenzstarker heimischer Arten, um offenen Boden zu bedecken und eine Etablierung der Sämlinge zu erschweren. Die physikalische Bekämpfung kleinerer Populationen erfolgt effektiv durch manuelles Ausreißen des flachen Wurzelsystems, was zwingend vor der Samenreife geschehen muss, um die explosive Samenverbreitung zu verhindern. Bei großflächigem Befall kommen chemische Maßnahmen mit Herbiziden wie Glyphosat zum Einsatz, wobei Auswirkungen auf Nicht-Ziel-Organismen minimiert werden müssen. Die biologische Kontrolle mittels der Blattlaus *Acyrthosiphon malvae geranii* wird derzeit erforscht, ist jedoch wegen möglicher Risiken für heimische *Geranium*-Arten umstritten.[3] Ein langfristiges Monitoring ist essenziell, da die Samen bis zu sechs Jahre im Boden lebensfähig bleiben und durch Anhaftung an Kleidung oder Tierfell über Distanzen verschleppt werden können.[1]
Wirtschaftliche Bedeutung
In Teilen Nordamerikas, insbesondere im Pazifischen Nordwesten, wird *Geranium robertianum* als schädliches Unkraut („noxious weed“) eingestuft, da es signifikante negative Auswirkungen auf Waldökosysteme hat. Die Art bildet dichte Bestände mit bis zu 250 Pflanzen pro Quadratmeter, die durch rasches Wachstum und die Freisetzung allelopathischer Chemikalien die heimische Unterwuchsvegetation verdrängen. Diese Dominanz führt zu einer Reduzierung der Biodiversität und verändert die Bodenbedingungen durch den massiven Entzug von Nährstoffen und Feuchtigkeit.[1][2] In der Forstwirtschaft und im Naturschutz entstehen Kosten durch notwendige Bekämpfungsmaßnahmen, die oft arbeitsintensive manuelle Entfernungen oder den gezielten Einsatz von Herbiziden wie Glyphosat umfassen.[2] Da die Samenbank im Boden bis zu sechs Jahre überdauern kann, sind oft langjährige Managementstrategien erforderlich, um eine Wiederbesiedlung effektiv zu verhindern.[1] Im Gartenbau besitzt die Art eine nischenhafte wirtschaftliche Bedeutung als Zierpflanze für schattige Standorte, wobei insbesondere die weißblühende Sorte 'Celtic White' gehandelt wird.[2] Historisch wurde die Pflanze zudem zur Herstellung eines braunen Farbstoffs sowie als natürliches Insektenabwehrmittel genutzt, was heute jedoch keine kommerzielle Relevanz mehr besitzt.[3] Trotz nachgewiesener bioaktiver Inhaltsstoffe findet keine industrielle pharmazeutische Verwertung statt, da keine Zulassung als Arzneimittel durch Behörden wie die FDA vorliegt.[2][3]
Biologie & Lebenszyklus
Der Lebenszyklus von *Geranium robertianum* ist flexibel, verläuft jedoch meist zweijährig (winterannuell) oder seltener einjährig, wobei die Pflanze nach der Samenreife abstirbt (Monokarpie).[1][4] Die Keimung erfolgt primär vom Herbst bis zum Frühjahr, da die Samen eine kombinierte physische und physiologische Dormanz aufweisen und eine Nachreifezeit von mindestens zwei Monaten benötigen.[4] Im ersten Jahr bildet die Pflanze typischerweise eine basale Blattrosette, aus der im zweiten Jahr die verzweigten Blütenstängel wachsen.[1] Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis zum Herbst, wobei die zwittrigen Blüten leicht vormännlich (protandrisch) sind. Obwohl Selbstbestäubung genetisch dominiert und eine hohe Fruchtansatzrate (bis 96 %) sichert, tragen Insekten wie Bienen (*Bombus pascuorum*), Schwebfliegen und Schmetterlinge (*Pieris napi*) zur Fremdbestäubung bei.[4] Eine einzelne Pflanze produziert zwischen 50 und 1550 Samen, die durch einen explosiven Schleudermechanismus (Ballochorie) bis zu 6,5 Meter weit verbreitet werden.[1][4] Zusätzlich verfügen die Samen über klebrige Fäden für die Tierverbreitung (Epizoochorie) und Elaiosomen, die Ameisen zur weiteren Ausbreitung anlocken (Myrmekochorie).[4] Die Samenbank im Boden bleibt bis zu sechs Jahre lebensfähig, was eine opportunistische Besiedlung gestörter Habitate ermöglicht.[1] Physiologisch ist *Geranium robertianum* an nährstoffreiche Standorte angepasst (Ellenberg-Stickstoffzahl 6) und geht Symbiosen mit vesikulär-arbuskulären Mykorrhizapilzen wie *Glomus occultum* ein, um die Nährstoffaufnahme zu optimieren. Zu den Mortalitätsfaktoren zählen Nacktschnecken, die Keimblätter fressen, sowie spezialisierte Insektenlarven wie die der Minierfliege *Agromyza nigrescens* oder der Federmotte *Amblyptilia punctidactyla*.[4] Als Abwehr gegen Herbivoren nutzt die Pflanze chemische Stoffe wie Tannine und verströmt bei Berührung einen intensiven, moschusartigen Geruch aus ihren Drüsenhaaren.[4][2] Bei starker Sonneneinstrahlung oder Kälte akkumuliert die Pflanze Anthocyane, was zu einer markanten Rotfärbung der Stängel und Blätter führt.[1]
Vorkommen & Lebensraum
Das natürliche Verbreitungsgebiet von *Geranium robertianum* umfasst weite Teile der gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel, einschließlich Europas, Nordafrikas und Westasiens.[1][4] In Nordamerika wird die Art im östlichen Teil des Kontinents, von Neufundland bis Virginia, oft als heimisch angesehen, wenngleich ihr Status als präkolumbianisches Florenelement dort teilweise diskutiert wird.[1] Durch menschliche Verschleppung hat sich die Pflanze global in weitere Regionen ausgebreitet, darunter das westliche Nordamerika, Südamerika (z. B. Chile, Argentinien), Ostasien sowie Neuseeland und Australien.[1] Besonders im pazifischen Nordwesten der USA und Kanadas tritt sie invasiv auf und verdrängt in Wäldern die ursprüngliche Unterwuchsvegetation. In Europa ist der Storchschnabel flächendeckend verbreitet und kommt in Deutschland, Österreich und der Schweiz häufig vor, wobei die vertikale Verbreitung vom Meeresniveau bis in Höhenlagen von 2.700 Metern reicht. Im westlichen Himalaya wurden sogar Vorkommen in Höhen bis zu 3.075 Metern dokumentiert.[1] Als typische Halbschattenpflanze besiedelt *Geranium robertianum* bevorzugt schattige Wälder, Waldränder und Hecken, wobei sie Standorte mit einer relativen Beleuchtungsstärke von über 10 % benötigt. Die Art bevorzugt frische, gut durchlüftete Böden, die reich an Nährstoffen und Humus sind, und meidet stark saure sowie staunasse Substrate. Natürliche Habitate umfassen oft Eschen-Weißdorn-Gesellschaften, felsige Schluchten und Geröllhalden, wobei die Pflanze auch epiphytisch auf Totholz oder in Felsspalten wachsen kann.[4] Als ruderale Pionierpflanze dringt sie häufig in den Siedlungsbereich vor und besiedelt dort Mauern, Schuttplätze, Steinbrüche sowie Wegränder.[1] Während die Hauptform salzhaltige Böden strikt meidet, hat sich die Unterart *G. r.* subsp. *maritimum* spezifisch an küstennahe Lebensräume wie Kiesstrände und Dünen angepasst.[5] In Waldökosystemen profitiert die Art von Lücken im Kronendach, kann sich jedoch auch bei einem Kronenschluss von bis zu 90 % etablieren.[1]
Saisonalität & Aktivität
Geranium robertianum verhält sich überwiegend als winterannuelle oder zweijährige Pflanze (Hemikryptophyt), die im vegetativen Stadium als grundständige Blattrosette überwintert.[4][1] Die Keimung erfolgt primär vom Herbst bis zum Frühjahr, wobei die Samen eine physiologische Dormanz aufweisen und eine Nachreifezeit benötigen. In gemäßigten Breiten erstreckt sich die Hauptblütezeit von Mai bis Juli, mit einem deutlichen Höhepunkt der Anthese im Juni.[4] Unter günstigen Bedingungen kann die Blühphase vom Frühling bis in den Herbst andauern, wobei die Blütenbildung erst bei starkem Frost endet.[1] Die kurzlebigen Blüten werden tagsüber von Insekten wie Bienen, Schwebfliegen und Schmetterlingen besucht, obwohl genetisch die Selbstbestäubung dominiert. Fruchtreife und Samenproduktion finden vom Sommer bis in den Herbst statt, woraufhin die Mutterpflanze in der Regel abstirbt (Hapaxanthie).[4] Im Jahresverlauf verfärbt sich das Laub im Herbst oft auffällig tiefrot, insbesondere an sonnenexponierten Standorten durch Anthocyan-Produktion. Die Aktivität und Verbreitung der Art wird durch klimatische Faktoren begrenzt, wobei sie in Regionen mit Januar-Minima unter -20°C selten auftritt.[1] Das öffentliche Interesse an der Pflanze korreliert zeitlich exakt mit der phänologischen Hauptphase und erreicht in den Monaten Mai und Juni Spitzenwerte.[4]
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Źródła i odniesienia
- https://accs.uaa.alaska.edu/wp-content/uploads/Geranium_robertianum_BIO_GERO.pdf
- https://www.gbif.org/species/2890668
- https://your.kingcounty.gov/dnrp/library/archive-documents/wlr/LANDS/Weeds/pdf/Herb_Robert_Factsheet.pdf
- https://besjournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/j.0022-0477.2004.00892.x
- https://bsbi.org/wp-content/uploads/dlm_uploads/2021/04/dinkymoira-Small-Geraniums.pdf
- https://www.mdpi.com/1999-4923/15/5/1561
- Literaturzusammenfassung (mit Bibliographie, siehe Primärquellenliste)