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Lilie Lilium candidum

Lilie

Taksonomia

Królestwo Pflanzen (Plantae)
Typ Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasa Liliopsida (Liliopsida)
Rząd Liliales (Liliales)
Rodzina Liliaceae
Rodzaj Lilium
Gatunek Lilium candidum
Nazwa naukowa Lilium candidum L.
Zaakceptowana nazwa

Einleitung

*Lilium candidum*, trivial auch Madonnen-Lilie oder Weiße Lilie genannt, ist eine ausdauernde, zwiebelbildende Geophytenart aus der Familie der Liliengewächse (Liliaceae) und fungiert als Typusart der Gattung *Lilium*. Die ursprünglich im südöstlichen Europa und dem Nahen Osten beheimatete Pflanze bildet bis zu 1,8 Meter hohe Stängel mit charakteristischen, stark duftenden und reinweißen Trompetenblüten aus.[1][2] Als eine der ältesten bekannten Zierpflanzen besitzt sie eine weitreichende kulturhistorische Bedeutung, insbesondere im Christentum als Symbol für Reinheit und Unschuld.[1]

Fakten (kompakt)

- Phylogenetische Analysen ordnen die Art der mediterranen Klade zu, wo sie eine eng verwandte Gruppe mit *Lilium chalcedonicum* und *Lilium pomponium* bildet. - In der römischen Mythologie wurde die Pflanze mit der Göttin Juno assoziiert und trug den Beinamen „Junos Rose“. - Da bei der Erstbeschreibung kein Holotypus festgelegt wurde, erfolgte ein Vorschlag zur Lectotypifizierung basierend auf Material aus dem Herbarium von Linné. - Ein bekanntes, wenn auch illegitimes Synonym der Nomenklaturgeschichte ist *Lilium album* Houtt. - Ältere taxonomische Systeme stellten *Lilium candidum* teilweise in die Sektion *Pseudolirium*. - Neben dem natürlichen Verbreitungsgebiet ist die Art heute auch in Nordafrika und Teilen Nordamerikas eingebürgert. - Traditionelle medizinische Anwendungen nutzten Zwiebeln und Blüten spezifisch zur Behandlung von Verbrennungen und Entzündungen. - In der religiösen Ikonografie und auf Buntglasfenstern wird die Pflanze oft spezifisch als „Lilie der Verkündigung“ oder „Himmelfahrtslilie“ bezeichnet. - Um Fäulnis an den Zwiebeln zu vermeiden, erfordert die Kultur einen besonderen Schutz vor übermäßiger Winternässe.[8]

Name & Einordnung

Der wissenschaftliche Name *Lilium candidum* wurde 1753 von Carl von Linné in dessen Werk *Species Plantarum* erstbeschrieben, wobei die Pflanze als Typusart der Gattung *Lilium* festgelegt wurde.[2][1] Der Gattungsname leitet sich vom griechischen Wort *leírion* ab, das historisch für weiße Lilien des östlichen Mittelmeerraums verwendet wurde. Das Art-Epitheton *candidum* entstammt dem lateinischen Adjektiv *candidus* für „weiß“ oder „rein“ und verweist direkt auf die Farbe der Blütenblätter. Innerhalb der Gattung wird die Art dem Untergenus *Lilium* und der Sektion *Liriotypus* (teils *Liriotoxum*) zugeordnet, während ältere taxonomische Systeme sie gelegentlich in die Sektion *Pseudolirium* stellten. Phylogenetische Untersuchungen ordnen *Lilium candidum* der mediterranen Klade zu, wo sie eine Gruppe mit europäischen Verwandten wie *Lilium chalcedonicum* und *Lilium pomponium* bildet. Zu den historischen Synonymen zählt unter anderem die heute als illegitim geltende Bezeichnung *Lilium album* Houtt.[2] Im deutschsprachigen Raum ist die Art vorwiegend als Madonnen-Lilie bekannt, wird aber auch schlicht als Weiße Lilie bezeichnet.[2][3] International verbreitete Trivialnamen wie das englische „Madonna lily“ oder „Annunciation lily“ (Verkündigungslilie) spiegeln die enge christliche Symbolik wider, während Bezeichnungen wie „Juno’s rose“ auf die römische Mythologie zurückgehen.[2]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Lilium candidum wächst als ausdauernder, zwiebelbildender Geophyt mit aufrechten, kahlen Stängeln, die Wuchshöhen von 60 bis 180 Zentimetern erreichen.[2][1] Das unterirdische Überdauerungsorgan ist eine eiförmige Zwiebel mit einem Durchmesser von 5 bis 8 Zentimetern, die aus zahlreichen überlappenden, gelblich-weißen und geruchlosen Schuppen besteht. Der Stängel weist oft eine purpurne Tönung auf, die sich während der generativen Phase intensiviert. Im Gegensatz zu vielen anderen Lilienarten bildet die Pflanze bereits im Herbst eine grundständige Blattrosette aus 14 bis 35 Zentimeter langen, lanzettlichen Blättern, die den Winter überdauern. Die am Stängel spiralig angeordneten Laubblätter sind glänzend dunkelgrün, linealisch-lanzettlich geformt und nehmen zur Spitze hin an Größe ab, wobei sie Längen von 5 bis 15 Zentimetern erreichen.[1] Der Blütenstand ist eine lockere Traube, die sich aus 5 bis 20 großen, trompetenförmigen Blüten zusammensetzt.[2][1] Die reinweißen, duftenden Blüten stehen nickend bis abstehend und bestehen aus sechs petaloiden Tepalen, wobei die inneren Blütenhüllblätter mit bis zu 7 Zentimetern etwas länger sind als die äußeren. Ein charakteristisches Merkmal ist der Kontrast zwischen dem weißen Perianth und den leuchtend gelben Staubbeuteln, die auf beweglichen Filamenten sitzen.[1] Die Blüten verströmen einen intensiven, an Heidehonig erinnernden Duft, der primär durch flüchtige Verbindungen wie Linalool erzeugt wird.[5] Nach der Befruchtung entwickelt sich eine längliche, grünliche Kapselfrucht von 2 bis 5 Zentimetern Länge und bis zu 4 Zentimetern Breite. Jede Kapsel enthält etwa 120 flache, geflügelte Samen, die eine Länge von 1 bis 1,5 Zentimetern aufweisen und durch den Wind verbreitet werden. Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zu verwechselbaren Arten ist der spezifische Wachstumszyklus mit der wintergrünen Blattrosette sowie die reinweiße Blütenfärbung ohne Punkte oder Zeichnungen.[1]

Beschreibung

Lilium candidum ist ein ausdauernder, zwiebelbildender Geophyt, der als Typusart der Gattung Lilium gilt und Wuchshöhen von 1 bis 1,8 Metern erreicht.[1][2] Im Gegensatz zu vielen anderen Lilienarten zeichnet sich diese Spezies durch einen mediterranen Wachstumszyklus aus, bei dem bereits im Herbst eine grundständige Blattrosette austreibt, die den Winter überdauert.[1] Diese phänologische Anpassung ermöglicht der Pflanze die Photosynthese während der milden, feuchten Wintermonate ihres natürlichen Verbreitungsgebiets, bevor sie im heißen, trockenen Sommer in eine Ruhephase eintritt. Das unterirdische Speicherorgan ist eine eiförmige Zwiebel mit einem Durchmesser von 5 bis 8 cm, die aus zahlreichen überlappenden, gelblich-weißen Schuppen besteht und keine schützende Außenhaut besitzt.[4][1] In ihrem natürlichen Habitat, oft in Macchien oder auf felsigen Kalkhängen, bildet die Art aufrechte, kahle Stängel, die im oberen Bereich eine lockere Traube aus 5 bis 20 reinweißen Blüten tragen.[1] Die trompetenförmigen Blüten verströmen einen intensiven Duft, der primär durch flüchtige Verbindungen wie Linalool erzeugt wird, um nächtliche Bestäuber wie Motten anzulocken.[5][4] Anatomisch ist die Blüte durch sechs strahlend weiße Tepalen gekennzeichnet, die einen starken Kontrast zu den leuchtend gelben Staubbeuteln bilden. Da die Art selbstinkompatibel ist, ist sie zwingend auf Fremdbestäubung angewiesen, wobei die röhrenförmige Blütenkrone die Bestäuber gezielt zu den reproduktiven Organen leitet. Nach der Befruchtung entwickeln sich längliche, grünliche Kapselfrüchte, die zahlreiche flache Samen enthalten. Diese Samen besitzen dünne, membranartige Flügel, eine anatomische Anpassung, die eine effektive Ausbreitung durch den Wind ermöglicht.[1] Die Keimung verläuft epigäisch, wobei sich zunächst Keimblätter und anschließend die charakteristische Überwinterungsrosette bilden, bevor nach zwei bis vier Jahren die erste Blüte erfolgt.[3][1] Phylogenetisch gehört *Lilium candidum* zur mediterranen Klade der Gattung und bildet eine gut gestützte Verwandtschaftsgruppe mit europäischen Arten wie *Lilium chalcedonicum*.[6][1] Historisch wurde die Art bereits 1753 von Carl von Linné in seinem Werk *Species Plantarum* wissenschaftlich erstbeschrieben. Ein spezifisches morphologisches Merkmal ist das Fehlen von Stängelwurzeln oberhalb der Zwiebel, was sie von vielen anderen Lilienarten unterscheidet und eine flachere Positionierung im Boden bedingt.[1] Die Pflanze akkumuliert bioaktive Verbindungen wie Saponine und Flavonoide, die physiologische Schutzfunktionen erfüllen.[4]

Verhalten

Das Verhalten von *Lilium candidum* ist durch spezifische Anpassungen an den mediterranen Lebensraum und komplexe Interaktionen mit der Fauna geprägt. Die Pflanze zeigt einen ungewöhnlichen phänologischen Rhythmus, bei dem die Blattrosetten bereits im Herbst austreiben und über den Winter photosynthetisch aktiv bleiben, bevor sie im heißen Spätsommer in eine Ruhephase (Dormanz) eintreten.[1] Zur Kommunikation mit Bestäubern setzt *Lilium candidum* starke chemische Signale ein; die Blüten emittieren ein intensives Duftprofil, das bis zu 51 % aus Linalool sowie Citronellal und Caryophyllen besteht.[5] Dieses Duftsignal ist zeitlich koordiniert, da sich die Blüten bevorzugt am Abend öffnen, um primär nachtaktive Motten für den Pollentransfer anzulocken.[4] Ergänzend nutzen tagaktive Insekten wie Bienen und Schmetterlinge das Nektarangebot der trompetenförmigen Blüten, die durch ihre Form den Anflug der Bestäuber leiten.[1] Die Ausbreitung der Samen erfolgt durch eine Kombination aus Windverfrachtung (Anemochorie) der geflügelten Samen und der Interaktion mit Ameisen (Myrmekochorie), die von Elaiosomen an den Samen angezogen werden.[4] Als passives Abwehrverhalten gegen Herbivorie enthalten alle Pflanzenteile, insbesondere die Zwiebeln, toxische Verbindungen, die bei potenziellen Fressfeinden wie Katzen schweres Nierenversagen auslösen können. Trotz dieser chemischen Verteidigung werden die Zwiebeln häufig von Nagetieren wie Wühlmäusen gefressen, worauf die Art mit einem ausgeprägten Aggregationsverhalten reagiert, indem sie über Tochterzwiebeln dichte Kolonien bildet.[1]

Ökologie

Das natürliche Habitat von *Lilium candidum* umfasst offene Buschlandschaften, Wiesen sowie felsige Hänge in Höhenlagen von 0 bis 1500 Metern, wobei die Art als Geophyt eng an kalkhaltige, gut durchlässige und humusreiche Böden gebunden ist.[2][1] In diesen mediterranen Ökosystemen wächst die Pflanze häufig vergesellschaftet mit Gehölzen wie Eichen (*Quercus*) und Kiefern (*Pinus*) sowie krautigen Arten wie *Asphodelus* in Maquis-Formationen.[1] Der Lebenszyklus ist strikt an das mediterrane Mikroklima angepasst, indem die Pflanze eine wintergrüne Blattrosette ausbildet und die heißen, trockenen Sommermonate in einer Ruhephase als unterirdische Zwiebel überdauert.[2][4] Ökologisch fungiert *Lilium candidum* als bedeutende Nektarquelle, deren stark duftende, weiße Blüten primär nachtaktive Motten sowie ergänzend Bienen und Schmetterlinge zur Kreuzbestäubung anlocken. Die Samenverbreitung erfolgt anemochor durch den Wind, unterstützt durch membranartige Flügel, oder durch Ameisen, die von den Elaiosomen der Samen angezogen werden.[2] Im trophischen Netz dienen die nährstoffreichen Zwiebeln als Nahrungsquelle für Nagetiere wie Wühlmäuse, während die oberirdischen Pflanzenteile dem Fraßdruck durch Rehe ausgesetzt sind. Zu den spezifischen natürlichen Feinden zählt das Lilienhähnchen (*Lilioceris lilii*), dessen Larven die Blätter defolieren, sowie der Pilz *Botrytis elliptica*, der insbesondere unter feuchten Bedingungen Grauschimmel verursacht.[1] Als Zeigerpflanze indiziert *Lilium candidum* alkalische Substrate und trägt durch ihre Strukturvielfalt zur Biodiversität in nährstoffarmen Kalkmagerrasen bei.[2][1]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Ökologisch fungiert *Lilium candidum* primär als Nützling, der durch sein reiches Nektarangebot nachtaktive Falter sowie Bienen unterstützt und als Indikatorpflanze für alkalische Bodenverhältnisse dient.[1][4] In der kosmetischen und dermatologischen Forschung wird die Art aufgrund ihrer bioaktiven Inhaltsstoffe zur Stimulation der Kollagensynthese und Hautpflege genutzt.[3] Gesundheitlich ist die Pflanze für den Menschen als schwach giftig einzustufen, wobei der Verzehr roher Zwiebeln Übelkeit und der Kontakt mit Pflanzensaft Dermatitis auslösen kann. Eine kritische medizinische Relevanz besteht jedoch für Hauskatzen, bei denen bereits geringste Mengen an Pollen oder Pflanzenmaterial akutes Nierenversagen verursachen können, während Hunde meist nur gastrointestinale Symptome zeigen.[1] Pflanzenbaulich treten Schäden primär durch den Scharlachroten Lilienhähnchen-Käfer (*Lilioceris lilii*) auf, der Blätter kahlfrisst, sowie durch Grauschimmel (*Botrytis elliptica*) bei hoher Feuchtigkeit.[1][7] Befallsanzeichen für Pilzerkrankungen sind graue Beläge auf Stängeln und Blättern, die eine frühzeitige Entfernung befallener Teile erfordern. Präventive Maßnahmen im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes (IPM) umfassen weite Pflanzabstände zur Sicherstellung der Luftzirkulation und die Vermeidung von Staunässe, um Zwiebelfäule vorzubeugen. Hygienisch ist das Entfernen von Pflanzenresten essenziell, um Überwinterungsstätten für Schaderreger zu minimieren, ergänzt durch eine empfohlene Fruchtfolge von drei bis vier Jahren. Zur physikalischen Bekämpfung von Schädlingen wird das manuelle Absammeln von Käfern sowie der Einsatz organischer Mulchschichten zur Unkrautunterdrückung empfohlen. Chemische Maßnahmen wie Fungizide kommen nur bei schwerem Befall zum Einsatz, während die biotechnologische Gewebekultur die Produktion virusfreier Bestände ermöglicht.[1] Rechtlich unterliegt die Entnahme wilder Exemplare in Ursprungsländern wie Griechenland strengen Schutzbestimmungen (z. B. Präsidialdekret 67/1981), da Wildpopulationen durch Übersammlung gefährdet sind.[1][4]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die Art ist seit der minoischen Zeit eine bedeutende Zierpflanze und wird heute weltweit im Gartenbau gehandelt.[1] Wirtschaftliche Relevanz besitzt *Lilium candidum* zudem in der Kosmetikindustrie, wo Extrakte aufgrund bioaktiver Verbindungen wie Flavonoide und Saponine verarbeitet werden.[4] Patentierte Anwendungen nutzen diese Inhaltsstoffe zur Stimulation der Kollagensynthese sowie für dermatologische Anti-Aging-Produkte.[3] In der Parfümindustrie dienen die stark duftenden Blüten zur Gewinnung von ätherischen Ölen, die hohe Anteile an Linalool aufweisen.[4] Im kommerziellen Anbau entstehen wirtschaftliche Schäden primär durch das Lilienhähnchen (*Lilioceris lilii*), das die Blätter entlaubt, sowie durch Pilzinfektionen mit *Botrytis elliptica*. Eine negative ökonomische Komponente ergibt sich aus der extremen Toxizität für Hauskatzen, da die Aufnahme geringster Pflanzenmengen kostenintensive tiermedizinische Notfallbehandlungen erfordert.[1] Historisch wurden die Zwiebeln im Osmanischen Reich auch als Nahrungsmittel gehandelt, was jedoch aufgrund von Schutzbestimmungen heute keine Rolle mehr spielt.[4] Die frühere intensive Entnahme von Wildzwiebeln für den Handel führte zu massiven Bestandsrückgängen, weshalb die heutige Marktversorgung fast ausschließlich über kultivierte Bestände erfolgt.[1]

Biologie & Lebenszyklus

Lilium candidum ist ein ausdauernder Geophyt mit einem für mediterrane Klimata typischen Lebenszyklus, bei dem die Zwiebeln im Herbst austreiben und eine grundständige Blattrosette bilden, die den Winter überdauert.[2][1] Im Gegensatz zu vielen anderen Lilienarten erfolgt das vegetative Wachstum hauptsächlich im Winter und Frühling, bevor die Pflanze im Spätsommer nach der Blüte in eine Ruhephase (Dormanz) eintritt.[1] Die Blütezeit erstreckt sich in gemäßigten Regionen von Juni bis Juli, wobei ein bis zu 1,8 Meter hoher Stängel traubige Blütenstände mit bis zu 20 trompetenförmigen Blüten trägt.[4][1] Da die Art selbstinkompatibel ist, hängt die Fortpflanzung von der Fremdbestäubung ab, die primär durch nachtaktive Motten erfolgt, welche vom intensiven Duft angelockt werden.[4] Tagsüber tragen auch Bienen und Schmetterlinge, die den Nektar nutzen, zur Bestäubung bei.[3] Nach der Befruchtung entwickeln sich längliche Kapseln, die zahlreiche flache Samen enthalten, deren Verbreitung vorwiegend durch den Wind (Anemochorie) erfolgt.[1] Die Samen keimen epigäisch und unmittelbar ohne Kältebehandlung (Stratifikation), wobei die Keimung bei Temperaturen um 15–20 °C typischerweise innerhalb von 17 bis 30 Tagen einsetzt.[1][3] Aus Samen gezogene Pflanzen benötigen je nach Umweltbedingungen zwei bis vier Jahre, um die Geschlechtsreife zu erreichen und erstmals zu blühen. Neben der sexuellen Fortpflanzung vermehrt sich Lilium candidum vegetativ durch die Bildung von Tochterzwiebeln an der Basis der Mutterzwiebel, wodurch sich Kolonien ausbreiten können.[1] Als Speicherorgan fungiert die eiförmige Zwiebel, deren fleischige Schuppen Stärke akkumulieren, um die sommerliche Ruhephase zu überbrücken.[4] Die Art ist physiologisch an kalkhaltige, gut durchlässige Böden angepasst und dient in ihrem Habitat als Indikator für alkalische Substrate.[1] Trotz ihrer mediterranen Herkunft weist die Pflanze eine bemerkenswerte Kältetoleranz auf und übersteht im ruhenden Zustand Fröste bis ca. -20 °C.[4] Zu den natürlichen Feinden zählen Nagetiere wie Wühlmäuse, die die stärkehaltigen Zwiebeln fressen, sowie Wild, das die Blüten abweidet.[1] Ein bedeutender Mortalitätsfaktor ist der Befall durch das Lilienhähnchen (*Lilioceris lilii*), dessen Larven und Imagines die Blätter kahlfressen können.[4] Unter feuchten Bedingungen ist die Pflanze zudem anfällig für den Pilz *Botrytis elliptica*, der Grauschimmel auf Blättern und Stängeln verursacht.[7]

Vorkommen & Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet von *Lilium candidum* konzentriert sich auf den östlichen Mittelmeerraum, insbesondere die südliche Balkanhalbinsel mit Griechenland und Nordmazedonien sowie den Nahen Osten. Dokumentierte Vorkommen erstrecken sich über die südwestliche Türkei, den Libanon, Israel und Syrien.[2][1] Die Art besiedelt primär offene Buschlandschaften, Wiesen und felsige Hänge innerhalb der mediterranen Macchie. Sie bevorzugt kalkhaltige, gut durchlässige und humusreiche Böden, die oft direkt über Kalksteinuntergrund in sonnigen Lagen zu finden sind. Die vertikale Verbreitung reicht von der Meereshöhe bis in Höhenlagen von etwa 1500 Metern. In ihren natürlichen Habitaten wächst die Pflanze häufig vergesellschaftet mit Gehölzen der Gattungen *Quercus* und *Pinus* sowie krautigen Pflanzen wie *Asphodelus*. Der Lebenszyklus ist strikt an das mediterrane Klima mit heißen, trockenen Sommern und milden, feuchten Wintern angepasst.[1] Aufgrund ihrer jahrtausendealten Nutzung als Zierpflanze wurde die Art in weiten Teilen Südeuropas, Nordafrikas und punktuell in Nordamerika eingebürgert.[2][4] In Mitteleuropa und dem DACH-Raum erfolgte die historische Verbreitung maßgeblich über Klostergärten, wie Belege aus dem 9. Jahrhundert im Kloster St. Gallen in der Schweiz zeigen.[4] Heute gilt *Lilium candidum* in Ländern wie Italien und Frankreich als eingebürgert, während sie in ihren Ursprungsgebieten durch Habitatverlust stark gefährdet ist.[1] Aktuelle Beobachtungen bestätigen, dass wilde Populationen in Israel und der Türkei oft nur noch fragmentiert an unzugänglichen Felsstandorten existieren.[3][1] Weltweit wird die Pflanze in den USDA-Klimazonen 4 bis 8 kultiviert, wobei sie in Regionen mit kühlen Sommern am besten gedeiht.[1]

Saisonalität & Aktivität

Lilium candidum folgt einem ausgeprägten mediterranen Wachstumsrhythmus, bei dem der Austrieb der Zwiebeln bereits im Herbst erfolgt und eine überwinternde Blattrosette hervorbringt.[1] Im Gegensatz zu vielen anderen Lilienarten ist das Laub wintergrün, während das Längenwachstum des Blütenstängels erst im späten Frühjahr einsetzt.[1][4] Die Blütezeit (Anthese) liegt in den gemäßigten Breiten primär in den Monaten Juni und Juli, wobei erste Blütenstände bereits Ende Mai erscheinen können.[1] Anschließend an die Blüte und Samenreife im Hochsommer zieht die Pflanze ein und überdauert die heiße, trockene Jahreszeit in einer unterirdischen Ruhephase (Dormanz).[1][4] Die Aktivität der Bestäuber konzentriert sich auf die Abend- und Nachtstunden, da die stark duftenden Blüten speziell nachtaktive Motten anlocken. Tagsüber werden die Blüten ergänzend von Bienen und Schmetterlingen besucht, die den Nektar aufnehmen.[4] Die Entwicklung vom Samen zur blühfähigen Pflanze ist langwierig und dauert in der Regel zwei bis vier Jahre, wobei die Keimung kühle Temperaturen um 9–11 °C erfordert.[1] In der Ruhephase weist der Geophyt eine Kältetoleranz bis ca. -20 °C auf. Das öffentliche Interesse spiegelt diesen biologischen Zyklus wider und verzeichnet saisonale Höchstwerte im Mai und Juli, parallel zur Hauptblütezeit.[1]

Występowanie i aktualne obserwacje w Niemczech

  • Vogtsburg im Kaiserstuhl, Baden-Württemberg, Deutschland

    10.06.2024

  • Breisgau-Hochschwarzwald, DE-BW, Deutschland

    04.06.2024

  • Karlstadt, Bayern, Deutschland

    11.05.2024

  • Baden-Württemberg, Deutschland

    24.06.2023

  • Stadt Darmstadt, Darmstadt, Hessen, Deutschland

    14.06.2022

Daten: iNaturalist

Badania naukowe i patenty

DE-202012011660-U1 Biological Nieznany

Mikropartikel umfassend einen Lilienextrakt zur Stimulation der Hautkollagensynthese

Tci Company (2012)

Znaczenie: 8/10

Streszczenie

Die Erfindung nutzt die biologischen Eigenschaften von Lilienextrakten für kosmetische Zwecke. Es wird eine Verkapselungstechnologie (Mikropartikel mit Kern und Schutzschichten) beschrieben, die den Extrakt stabilisiert und in die Haut transportiert. Ziel ist die Stimulation der Kollagensynthese und Anti-Aging-Effekte. Das Patent ist hochrelevant für die stoffliche Nutzung der Pflanze.

EP-2465518-B1 Biological Nadany

Zusammensetzungen enthaltend Extrakte von Lilium Candidum und deren Verwendungen

Johnson & Johnson Consumer (2011)

Znaczenie: 10/10

Streszczenie

Dieses Patent bezieht sich explizit auf die angefragte Spezies Lilium candidum (Madonnen-Lilie). Es beschreibt Zusammensetzungen, die Extrakte dieser spezifischen Lilienart enthalten, sowie deren Verwendung in der Dermatologie und Kosmetik. Die Innovation liegt in der Nutzung spezifischer Inhaltsstoffe der Lilium candidum zur Hautpflege, beispielsweise zur Aufhellung oder Pflege, was eine direkte praktische Anwendung der Pflanzenbiologie darstellt.

Źródła i odniesienia

  1. https://www.gbif.org/species/2753090
  2. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:537512-1
  3. https://patents.google.com/patent/EP2465518B1/en
  4. https://botanical.com/botanical/mgmh/l/lilmad24.html
  5. https://academic.oup.com/jxb/article/60/7/1893/683161
  6. https://journals.tubitak.gov.tr/cgi/viewcontent.cgi?article=1821&context=botany
  7. https://pnwhandbooks.org/plantdisease/host-disease/lily-lilium-spp-botrytis-blight-fire
  8. Literaturzusammenfassung: Lilium candidum