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Sowa węglowa, robak sercowy Mamestra brassicae

Sowa węglowa, robak sercowy
Nieszkodliwy Pożyteczny

Taksonomia

Królestwo Tiere (Animalia)
Typ Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasa Insekten (Insecta)
Rząd Schmetterlinge (Lepidoptera)
Rodzina Noctuidae
Rodzaj Mamestra
Gatunek Mamestra brassicae
Nazwa naukowa Mamestra brassicae Linnaeus, 1758
Zaakceptowana nazwa

Einleitung

Die **Kohleule** (*Mamestra brassicae*) ist ein Nachtfalter aus der Familie der Eulenfalter (Noctuidae), der in der Paläarktis von Europa bis Asien und Nordafrika verbreitet ist. Als bedeutender landwirtschaftlicher Schädling befallen die polyphagen Larven über 70 Pflanzenarten aus 22 Familien, verursachen jedoch besonders an Kohlkulturen (*[Brassica](/pages/lexikon/pak-choi)*) durch Fraß und Verschmutzung massive Schäden.[1] Neben historischen wissenschaftlichen Synonymen wie *Barathra brassicae* ist die Art im Deutschen auch unter dem Trivialnamen **Herzwurm** bekannt.[1][2]

Fakten (kompakt)

- Die Kohleule (*Mamestra brassicae*) ist ein nachtaktiver Schmetterling aus der Familie der Eulenfalter (Noctuidae). - Die Art ist in Eurasien und Nordafrika beheimatet.[1] - *M. brassicae* ist ein polyphager Schädling, dessen Larven sich von über 70 Pflanzenarten aus 22 Familien ernähren. - Besonders betroffen sind Kreuzblütler wie Kohl, was zu Entlaubung und Ernteverlusten führt. - Die Flügelspannweite der Falter beträgt 34–50 mm. - Die Vorderflügel sind graubraun bis schwarz und weisen eine weiß umrandete Nierenmarkierung auf. - Die Art bildet zwei bis drei Generationen pro Jahr.[1] - *M. brassicae* ist in Europa, Nordafrika, Russland und Asien verbreitet. - Die Larven können bis zu 40 mm lang werden. - Jüngere Larven sind hellgrün bis gelblich, während ältere Larven dunkler grün, braun oder fast schwarz sind. - Die Eier sind halbkugelförmig und haben einen Durchmesser von 0,5–0,6 mm. - Die Eier sind anfangs durchscheinend weiß oder gelblich-weiß und werden mit der Zeit purpurbraun. - Die [Raupen](/pages/lexikon/raupen) verursachen Schaden durch nächtlichen Fraß an den Blättern der Wirtspflanzen. - Die Puppen sind 15–20 mm lang und rötlich-braun gefärbt. - Die Überwinterung erfolgt als Puppe im Boden. - Die Falter sind nachtaktiv und [fliegen](/pages/lexikon/fliegen) in der Dämmerung. - Die Art ist regional wandernd, wobei saisonale Wanderungen stattfinden. - Die Begattung wird durch von den Weibchen freigesetzte Sexuallockstoffe initiiert. - Ein Weibchen kann etwa 1000 Eier legen. - Die Raupen bevorzugen *[Brassica](/pages/lexikon/pak-choi)*-Arten, können aber auch [Tomaten](/pages/lexikon/tomaten), Tabak, [Sonnenblumen](/pages/lexikon/sonnenblumen), Rüben und [Salat](/pages/lexikon/salat) befallen.[1]

Name & Einordnung

Die Art wurde ursprünglich im Jahr 1758 von Carl von Linné in der 10. Auflage der *Systema Naturae* unter dem Namen *Phalaena brassicae* erstbeschrieben. Heute wird sie als *Mamestra brassicae* (Linnaeus, 1758) innerhalb der Familie der Eulenfalter (Noctuidae) geführt. Zu den relevanten Synonymen zählen die historische Kombination *Barathra brassicae* sowie die selteneren Bezeichnungen *Noctua albidilinea* (Haworth) und *Hypobarathra unicolor* (Marumo).[1] Im deutschsprachigen Raum ist der Falter vorwiegend als „Kohleule“ bekannt, während die Bezeichnung „Herzwurm“ oft spezifisch für die im Kohlherz fressende Larve verwendet wird.[2] Internationale Trivialnamen wie das englische „Cabbage moth“ oder „Cabbage armyworm“, das französische „La Brassicaire“ sowie das niederländische „Kooluil“ verweisen ebenfalls auf die primäre Wirtspflanze. Das Art-Epitheton *brassicae* leitet sich von der Gattung *[Brassica](/pages/lexikon/pak-choi)* (Kohl) ab, obwohl die Bezeichnung als reine „Kohl“-Art aufgrund der ausgeprägten Polyphagie als ungenau gilt. Taxonomisch wird die Spezies der Unterfamilie Noctuinae (sensu lato) zugeordnet, womit sie in einer Reihe mit anderen agrarwirtschaftlich bedeutenden Eulenfaltern steht. Die Überführung aus der ursprünglichen Sammelgattung *Phalaena* in die moderne Gattung *Mamestra* basierte auf späteren morphologischen und phylogenetischen Revisionen.[1]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Falter von *Mamestra brassicae* erreichen eine Flügelspannweite von 34 bis 50 Millimetern. Die Vorderflügel weisen eine graubraune bis schwarze Grundfärbung auf, die oft mit dunkleren Braun- und Weißtönen marmoriert ist. Ein charakteristisches Bestimmungsmerkmal ist der nierenförmige Fleck (Nierenmakel), der weiß umrandet ist. Die Hinterflügel sind hellbraun gefärbt und besitzen einen unauffälligen dunklen Fleck.[2] Ein Sexualdimorphismus zeigt sich in der Antennenstruktur: Männchen besitzen kammartige (pektinate) Antennen, während die der Weibchen keulenförmig (clavat) sind. Zudem sind die Weibchen meist etwas größer als die Männchen. Die halbkugeligen Eier haben einen Durchmesser von 0,5 bis 0,6 Millimetern und besitzen eine gerippte Oberfläche mit 32 bis 38 radialen Rippen. Frisch abgelegt erscheinen sie durchscheinend weiß oder gelblich-weiß, verfärben sich jedoch im Verlauf der Embryonalentwicklung purpurbraun bis schwarz. Die Larven werden bis zu 40 Millimeter lang und haben einen glatten Körper mit drei Brustbeinpaaren sowie fünf Bauchbeinpaaren. Die Färbung variiert stark je nach Larvenstadium und Wirtspflanze, von blassgrün oder transparent gelb bei jungen [Raupen](/pages/lexikon/raupen) bis zu dunkelgrün, braun oder fast schwarz bei älteren Tieren. Spätere Stadien zeigen oft dorsale Chevrons, schwache orangefarbene oder gelbe Bänder zwischen den Segmenten sowie eine dünne dunkle Querlinie auf dem achten Abdominalsegment. Die Kopfkapsel ist bei jungen Larven kupferfarben bis braunschwarz, wird aber bei älteren Tieren im Verhältnis zum Körper unauffälliger. Die Puppe ist 15 bis 20 Millimeter lang, rotbraun gefärbt und besitzt am achten Abdominalsegment einen Kremaster mit zwei kurzen Dornen.[1]

Beschreibung

Die Kohleule (*Mamestra brassicae*) ist ein zur Familie der Eulenfalter (Noctuidae) gehörender Nachtfalter, der ursprünglich von Carl von Linné im Jahr 1758 unter dem Namen *Phalaena brassicae* wissenschaftlich erstbeschrieben wurde. Als typischer Vertreter der Unterfamilie Noctuinae ist die Art in der gesamten Paläarktis verbreitet und zeichnet sich durch eine ausgeprägte Polyphagie aus, wobei die Larven an über 70 Pflanzenarten aus 22 Familien fressen. Im natürlichen Lebensraum sind die dämmerungs- und nachtaktiven Falter tagsüber meist ruhend an Zäunen, in offener Vegetation oder an geschützten Oberflächen zu finden, wo ihre grau-braune bis schwarze Vorderflügelfärbung eine effektive Tarnung bietet. Ein charakteristisches Erkennungsmerkmal im Feld ist der weiß umrandete, nierenförmige Fleck (Nierenmakel) auf den Vorderflügeln, während die Hinterflügel hellbraun mit einem oft unauffälligen dunklen Fleck erscheinen. Unter dem Mikroskop offenbart sich ein deutlicher Sexualdimorphismus: Männchen besitzen kammartige (pektinate) Antennen, die auf die Detektion weiblicher Sexualpheromone spezialisiert sind, während Weibchen keulenförmige (clavate) Antennen aufweisen und generell etwas größer sind. Der Lebenszyklus beginnt mit halbkugeligen, gerippten Eiern, die ihre Farbe während der Embryogenese von weißlich-gelb zu violett-schwarz ändern.[1] Die daraus schlüpfenden Larven durchlaufen sechs Stadien, wobei Jungraupen zunächst gesellig leben und eine blassgrüne Färbung zeigen, bevor sie sich zu einzelgängerischen Tieren entwickeln.[3] Ältere [Raupen](/pages/lexikon/raupen) variieren stark in der Färbung von grün bis braun-schwarz, oft markiert durch dorsale Chevrons und einen hellen Seitenstreifen, und zeigen bei Störung ein typisches Einrollen.[1][3] Der Trivialname „Herzwurm“ bezieht sich auf das Verhalten reifer Larven, sich tief in das [Herz](/pages/lexikon/traenendes-herz) von Kohlpflanzen zu bohren, was sie von rein blattfressenden Verwandten unterscheidet.[3] Zur Verpuppung graben sich die Larven 3 bis 10 cm tief in den Boden ein, wo die rotbraune Puppe in einem losen Kokon ruht; der Kremaster ist dabei mit zwei apikalen Haken versehen. Diese unterirdische Phase dient in gemäßigten Breiten oft der Überwinterung mittels Diapause, die durch kurze Tageslängen induziert wird.[1] *Mamestra brassicae* gilt als wanderfreudige Art, die saisonale Migrationen über Distanzen von mehr als 60 km unternehmen kann, um neue Brutgebiete zu erschließen oder klimatisch ungünstigen Bedingungen auszuweichen. Obwohl der Name eine Bindung an Kohl suggeriert, wird die Art aufgrund ihrer Nutzung von Ampfer (*Rumex* spp.) in manchen entomologischen Kreisen historisch auch als „Sorrel Moth“ bezeichnet.[1]

Verhalten

Die adulten Falter von *Mamestra brassicae* sind primär nachtaktiv, beginnen ihre Flugaktivität in der Dämmerung und ruhen tagsüber an geschützten Stellen wie niedriger Vegetation. Während der nächtlichen Nahrungssuche besuchen sie Blüten verschiedener Pflanzenfamilien zur Nektaraufnahme und werden dabei stark von künstlichen Lichtquellen angezogen.[1] Die Art zeigt ein ausgeprägtes Wanderverhalten mit saisonalen Flügen in Höhen von mehreren hundert Metern, wobei Distanzen von über 60 km mit einer durchschnittlichen Fluggeschwindigkeit von etwa 4,8 km/h zurückgelegt werden.[1][3] Zur Paarungsanbahnung nehmen unbegattete Weibchen eine Lockhaltung ein, bei der sie die Flügel horizontal spreizen, das Abdomen anheben und Sexualpheromone wie (Z)-11-Hexadecenylacetat freisetzen.[2] Männchen detektieren diese chemischen Signale über ihre kammartigen Antennen und [fliegen](/pages/lexikon/fliegen) gegen den Wind zur Quelle, wo sie im Nahbereich eigene Duftstoffe über Haarpinsel (Hair-pencils) verströmen, um das Weibchen paarungsbereit zu machen.[1] Vor der Eiablage prüfen die Weibchen die Eignung der Wirtspflanze, indem sie mit den Vorderbeinen auf die Blattoberfläche trommeln, um chemische Reize über tarsale Chemorezeptoren wahrzunehmen.[3] Die Larven zeigen in frühen Stadien ein geselliges Fressverhalten (gregäres Verhalten), bevor sie sich in späteren Stadien vereinzeln.[1] Ältere [Raupen](/pages/lexikon/raupen) bewegen sich oft spannerartig fort und zeigen ein Bohrverhalten, bei dem sie tief in das Kopfinnere von Kohlpflanzen eindringen.[1][3]

Ökologie

Die Larven von *Mamestra brassicae* sind ausgeprägt polyphag und nutzen über 70 Pflanzenarten aus 22 Familien als Nahrungsquelle, wobei Kreuzblütler (*Brassicaceae*) wie Kohl (*[Brassica](/pages/lexikon/pak-choi) oleracea*) für eine optimale Entwicklung bevorzugt werden. Neben diesen Primärwirten besiedelt die Art auch Sekundärwirte wie Tomate (*[Solanum lycopersicum](/pages/lexikon/tomaten)*), Erbse (*[Pisum sativum](/pages/lexikon/erbsen)*) oder Salat (*[Lactuca](/pages/lexikon/salat) sativa*), auf denen jedoch oft längere Entwicklungszeiten und höhere Mortalitätsraten zu beobachten sind. Als Habitat präferiert die Art offene Kulturlandschaften, Gärten und Brachflächen in gemäßigten Klimazonen, wobei die Puppen zur Überwinterung Bodentiefen von 3 bis 10 cm aufsuchen. Das Mikroklima spielt eine entscheidende Rolle, da Temperaturen zwischen 15 und 25 °C die Aktivität begünstigen und Photoperioden unter 12 bis 13 Stunden im letzten Larvenstadium die Diapause induzieren. Im Nahrungsnetz fungieren die Adulten als Blütenbesucher, die Nektar von verschiedenen [Pflanzen](/pages/lexikon/verpiss-dich-pflanze) wie Ölbaum (*[Olea europaea](/pages/lexikon/olivenbaum)*) oder Korbblütlern aufnehmen. Der Populationsdruck wird durch ein breites Spektrum natürlicher Feinde reguliert, zu denen Eiparasitoide der Gattung *Trichogramma* sowie Larvenparasitoide wie *Microplitis mediator* und *Cotesia*-Arten zählen. Zusätzlich üben generalistische Prädatoren wie Laufkäfer (*Carabidae*), Kurzflügler (*Staphylinidae*) und Vögel einen Fraßdruck auf Eier und Larven aus.[1] Dichteabhängige Mortalität wird zudem durch Pathogene verursacht, insbesondere durch das *Mamestra brassicae* Kernpolyedervirus (MbNPV) und den entomopathogenen Pilz *Beauveria bassiana*.[1][2] Die Larven treten in frühen Stadien oft gesellig auf und verursachen als Primärkonsumenten durch Skelettierfraß und Lochfraß erhebliche Schäden an der Assimilationsfläche der Wirtspflanzen.[1]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Die Kohleule (*Mamestra brassicae*) gilt als wirtschaftlich bedeutender Schädling im Gemüsebau, der durch seine Polyphagie über 70 Pflanzenarten befällt, jedoch bevorzugt Kohlarten (*[Brassica](/pages/lexikon/pak-choi)*), [Tomaten](/pages/lexikon/tomaten) und [Salat](/pages/lexikon/salat) schädigt.[1] Das Schadbild wird primär durch die Larven verursacht, die zunächst Lochfraß an den Blättern erzeugen und im späteren Stadium zur Skelettierung führen.[3] Besonders gravierend ist das Einbohren älterer [Raupen](/pages/lexikon/raupen) in die Kohlköpfe, was durch Kotverschmutzung (Frass) und sekundäre Fäulnisinfektionen bis zu 50 % der Ernte unverkäuflich machen kann.[1][3] Zur Früherkennung und Überwachung der Population werden Pheromonfallen mit (Z)-11-Hexadecenylacetat eingesetzt, um den Flug der männlichen Falter zu detektieren.[2][1] Präventive ackerbauliche Maßnahmen umfassen Fruchtwechsel und tiefes Pflügen im Herbst, um die im Boden überwinternden Puppen zu zerstören. Der Einsatz von Kulturschutznetzen oder Vliesabdeckungen verhindert effektiv die Eiablage durch die adulten Falter auf den Beständen. Im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes (IPM) erfolgt die biologische Bekämpfung durch Eiparasitoide der Gattung *Trichogramma*, die Parasitierungsraten von bis zu 80 % erreichen können.[1] Zusätzlich werden Präparate auf Basis von *Bacillus thuringiensis* subsp. *kurstaki* oder spezifische Nucleopolyhedroviren (MbNPV) verwendet, wobei neuere Formulierungen die UV-Stabilität der Viren verbessern.[3][2] Bei Überschreitung von Schadschwellen kommen selektive Insektizide wie Spinosad oder Indoxacarb gegen Junglarven zum Einsatz, um Nützlinge zu schonen. Obwohl die Art in Amerika nicht etabliert ist, besteht durch den internationalen Handel ein Invasionsrisiko, das Quarantäneüberwachungen erfordert.[1]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die Kohleule (*Mamestra brassicae*) gilt in Europa und Asien als bedeutender landwirtschaftlicher Schädling, der an über 70 Pflanzenarten aus 22 Familien Schäden verursacht. Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind besonders im Gemüsebau gravierend, wobei Kohlgewächse (*[Brassica](/pages/lexikon/pak-choi) oleracea*), [Brokkoli](/pages/lexikon/brokkoli), [Rosenkohl](/pages/lexikon/rosenkohl) und Grünkohl primär betroffen sind. Darüber hinaus erstreckt sich das Schadpotenzial auf weitere ökonomisch relevante Kulturen wie [Tomaten](/pages/lexikon/tomaten), [Paprika](/pages/lexikon/paprika), [Salat](/pages/lexikon/salat), [Spinat](/pages/lexikon/neuseelaender-spinat) und Rüben.[1] Die Larven verursachen durch Blattfraß eine Skelettierung der [Pflanzen](/pages/lexikon/verpiss-dich-pflanze), was deren Vitalität erheblich mindert.[3] In fortgeschrittenen Stadien bohren sich die [Raupen](/pages/lexikon/raupen) in die sich entwickelnden Köpfe von Kohl und Brokkoli, wodurch das Innere mit Kot verunreinigt wird.[1][3] Diese Fraßschäden schaffen Eintrittspforten für Sekundärinfektionen durch pathogene Pilze und Bakterien, die Fäulnisprozesse beschleunigen. Die Ansammlung von Exkrementen und die innere Zerstörung führen oft zur Unverkäuflichkeit der Ernte oder erfordern einen erhöhten Arbeitsaufwand für die Reinigung.[3] Bei starkem Befall, der oft durch migrierende Schwärme begünstigt wird, sind Ertragsverluste von bis zu 50 % in Kohlkulturen möglich. Zur Begrenzung der ökonomischen Schäden kommen integrierte Pflanzenschutzstrategien zum Einsatz, die biologische Mittel wie *Bacillus thuringiensis* oder spezifische Nucleopolyhedroviren (MbNPV) nutzen.[1] Neuere biotechnologische Entwicklungen zielen darauf ab, die Wirksamkeit dieser Viren durch UV-Schutz oder die Kombination mit Nematodenvektoren zu steigern, um die Bekämpfungseffizienz zu erhöhen.[2] Zudem ermöglicht die 2023 erfolgte Sequenzierung des Genoms von *M. brassicae* die Züchtung resistenterer Pflanzensorten zur langfristigen Schadensminimierung.[5]

Biologie & Lebenszyklus

Die Fortpflanzungsbiologie von *Mamestra brassicae* ist durch nächtliche Aktivität geprägt, wobei die Paarung in der Dunkelphase stattfindet und durch weibliche Sexualpheromone, insbesondere (Z)-11-Hexadecenylacetat, initiiert wird. Die Eiablage beginnt typischerweise 2 bis 3 Tage nach der Kopulation, wobei die Weibchen ihre Eier in irregulären Gelegen von 20 bis 300 Stück vorzugsweise an den Blattunterseiten der Wirtspflanzen platzieren. Ein einzelnes Weibchen besitzt eine hohe Fertilität und kann während der 7- bis 10-tägigen Ovipositionsperiode etwa 1000 Eier produzieren. Die halbkugeligen, gerippten Eier entwickeln sich temperaturabhängig, wobei die Larven bei 20–25 °C nach etwa 4 bis 6 Tagen schlüpfen, während die Entwicklung bei 15 °C bis zu 12 Tage dauern kann. Die Larvalentwicklung verläuft über sechs Stadien (Instare) und dauert unter optimalen Sommerbedingungen (18–25 °C) zwischen 20 und 40 Tagen. Während junge Larven zunächst gesellig fressen, leben ältere Stadien solitär und zeigen eine variable Körperfärbung von grün bis braunschwarz. Das Ernährungsspektrum der Larven ist extrem polyphag und umfasst über 70 Pflanzenarten aus 22 Familien, wobei eine deutliche Präferenz für *Brassicaceae* besteht, die durch spezifische Glucosinolate stimuliert wird. Adulte Falter hingegen ernähren sich von Nektar verschiedener Blütenpflanzen und haben eine Lebensdauer von 10 bis 19 Tagen. Zur Verpuppung graben sich die ausgewachsenen Larven 3 bis 10 cm tief in den Boden ein und [spinnen](/pages/lexikon/spinnen) einen lockeren Kokon. *Mamestra brassicae* ist in gemäßigten Breiten multivoltin und bildet meist zwei bis drei Generationen pro Jahr, während nördliche Populationen oft univoltin sind. Die Überwinterung erfolgt als Puppe in einer fakultativen Diapause, die im Larvenstadium durch Kurztage mit weniger als 12 bis 13 Stunden Licht induziert wird. Diese physiologische Anpassung ermöglicht das Überleben bei niedrigen Bodentemperaturen bis zum nächsten Frühjahr.[1] Zu den natürlichen Mortalitätsfaktoren zählen Prädatoren wie Laufkäfer und Vögel sowie spezialisierte Parasitoide wie *Trichogramma* spp. (Eiparasitoide) und *Microplitis mediator* (Larvenparasitoide).[1] Ergänzend wirken Pathogene regulierend auf die Population, darunter entomopathogene Pilze und das *Mamestra brassicae* Kernpolyedervirus (MbNPV), welches spezifisch Larven infiziert.[1][2]

Vorkommen & Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet von *Mamestra brassicae* erstreckt sich über die gesamte Paläarktis und umfasst weite Teile Eurasiens sowie Nordafrika nördlich der Sahara.[1][3] Die Art besiedelt vorwiegend die gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel in einem Breitengradbereich von etwa 30°N bis 70°N. In Europa ist der Falter weit verbreitet und kommt von den Britischen Inseln bis ins europäische Russland vor. Das Areal reicht ostwärts nördlich des Himalayas bis nach Japan und Indien sowie im Süden bis nach Libyen und auf die Kanarischen Inseln. In Nord- und Südamerika fehlt die Spezies bisher, gilt jedoch aufgrund des internationalen Handels als potenzielles Invasionsrisiko für Regionen wie Michigan.[1] Saisonale Wanderbewegungen erweitern das genutzte Areal temporär, wobei Populationen im Sommer bis in die nordöstliche Volksrepublik China und die Mongolei vordringen.[3] Zu den bevorzugten Lebensräumen zählen offene Kulturlandschaften wie landwirtschaftliche Nutzflächen, Gärten und Brachflächen. Auch naturnahe Habitate wie Küstendünen, Grasland und lichte Wälder werden besiedelt, sofern ausreichend Nektarquellen vorhanden sind. Die Art präferiert gemäßigte Klimate mit milden Wintern, welche das Überleben der im Boden überwinternden Puppen begünstigen. Innerhalb dieser Habitate halten sich die Larven vorwiegend in der niedrigen Vegetation auf, insbesondere an *[Brassica](/pages/lexikon/pak-choi)*-Beständen und Wildkräutern. Die Verpuppung findet in einer Bodentiefe von 3 bis 10 cm statt, oft geschützt unter Laubstreu oder welken Blättern. Adulte Falter sind nachtaktiv und suchen zur Nahrungssuche blütenreiche offene Bereiche sowie Waldränder auf.[1] Migrierende Individuen können Flughöhen von mehreren hundert Metern erreichen, was die Überwindung geographischer Barrieren und die Besiedlung nördlicher Brutgebiete im Frühjahr ermöglicht.[3]

Saisonalität & Aktivität

Die Flugzeit der adulten *Mamestra brassicae* erstreckt sich in gemäßigten Klimazonen primär von Mai bis Oktober. In Zentral- und Südeuropa ist die Art multivoltin und bildet typischerweise zwei bis drei Generationen pro Jahr aus, deren Bruten sich vom Frühling bis zum Herbst überschneiden können. In nördlicheren Breiten beschränkt sich die Reproduktion aufgrund kühlerer Bedingungen oft auf eine einzige Generation (univoltin). Der gesamte Lebenszyklus vom Ei bis zum Falter kann unter optimalen Bedingungen von 20–25 °C innerhalb von vier bis sieben Wochen abgeschlossen werden. Die Falter sind strikt nachtaktiv, beginnen ihre Flüge zur Nahrungssuche und Paarung in der Dämmerung und ruhen tagsüber an geschützten Stellen.[1] Saisonale Wanderungen spielen eine wichtige Rolle, wobei Radarstudien Migrationsbewegungen von April bis Oktober mit Peaks im Mai bis Juli sowie im Spätsommer belegen.[3] Die Überwinterung erfolgt im Puppenstadium im Boden in einer Tiefe von 3 bis 10 cm. Diese Winterruhe (Diapause) wird durch Photoperioden von weniger als 12 bis 13 Stunden Licht während der Larvenentwicklung ausgelöst. Niedrige Temperaturen unter 15 °C verstärken die Diapause-Induktion, während längere Tage im Sommer eine direkte Weiterentwicklung ohne Ruhephase ermöglichen.[1] Das öffentliche Suchinteresse in Deutschland spiegelt diese biologische Aktivität wider und erreicht seinen Höhepunkt im Juli.[4]

Występowanie i aktualne obserwacje w Niemczech

  • Esbeck(Schöningen) Schule, 38364 Schöningen, Deutschland

    04.11.2025

  • Deutschland

    03.11.2025

  • Germany

    24.10.2025

  • Deutschland

    20.10.2025

  • Baden-Württemberg, Deutschland

    14.10.2025

Daten: iNaturalist

Badania naukowe i patenty

CN-110402965-A Biological Nieznany

Insektizidmischungen aus dem Mamestra brassicae Kernpolyedervirus und deren insektizides synergistisches Verfahren

University of Yichun (2019)

Znaczenie: 10/10

Streszczenie

Die Erfindung kombiniert das Mamestra brassicae Kernpolyedervirus mit Nematoden als Vektoren. Die Nematoden transportieren das Virus aktiv zum Schädling und dringen durch Körperöffnungen oder Wunden ein. Dies verkürzt die Zeit bis zur Infektion drastisch und erhöht die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Bekämpfung der Kohleule, da die natürliche Barriere des Insekts umgangen wird.

CN-107183063-A Biological Nieznany

Ein zusammengesetztes synergistisches biologisches Pestizid auf Basis des Mamestra brassicae Kernpolyedervirus

Guangdong Yongyou Biotechnology Company Ltd. (2017)

Znaczenie: 9/10

Streszczenie

Es wird ein Verfahren zur Herstellung eines hochwirksamen Biopestizids vorgestellt, bei dem Stämme des Mamestra brassicae Virus aus toten Larven isoliert und gereinigt werden. Durch die Kombination mit synergistischen Faktoren wird das Wirkungsspektrum erweitert und die Abtötungsgeschwindigkeit erhöht. Das Patent fokussiert auf die Optimierung der Virusproduktion und Formulierung für eine effektivere Anwendung.

CN-106577764-A Biological Nieznany

Pestizides Suspensionsmittel enthaltend das Mamestra brassicae Kernpolyedervirus und dessen Herstellungsverfahren

University of Henan Agricultural (2016)

Znaczenie: 10/10

Streszczenie

Dieses Patent beschreibt ein biologisches Schädlingsbekämpfungsmittel, das auf dem Kernpolyedervirus der Kohleule (MbNPV) basiert. Durch die Zugabe von Gamma-Polyglutaminsäure wird die UV-Beständigkeit und Regenfestigkeit des Mittels signifikant verbessert. Dies führt zu einer längeren Wirkungsdauer auf den Pflanzen und einer im Vergleich zur Kontrollgruppe mehr als verdoppelten pestiziden Aktivität. Das Mittel ist biologisch abbaubar und umweltfreundlich.

CN-105385600-A Biological Nieznany

Baumwollkapselwurm-Mikrosporidienstamm und dessen Anwendung in der landwirtschaftlichen Schädlingsbekämpfung

Jiangxi New Dragon Biotechnology Company Ltd. (2015)

Znaczenie: 8/10

Streszczenie

Das Patent schützt einen spezifischen Mikrosporidienstamm (FDK001), der ursprünglich aus dem Baumwollkapselwurm isoliert wurde. Dieser Stamm wird als Wirkstoff gegen verschiedene Lepidoptera-Schädlinge eingesetzt. Die Anwendung wird explizit auch als wirksam gegen Mamestra brassicae (Kohleule) beschrieben, wobei die Sporen über das Futter aufgenommen werden und zum Tod der Larven führen.

KR-101048626-B1 Biological Nadany

Mikroorganismus, der ein rekombinantes Chitinase-Gen exprimiert, und dessen Verwendungen

University of Hannam Institute of Ind Academy of Coop (2011)

Znaczenie: 5/10

Streszczenie

Das Patent beschreibt einen gentechnisch veränderten Mikroorganismus, der Chitinase produziert, um Insekten zu töten. Dabei wird eine Chitin-Bindungsdomäne verwendet, die genetisch von Mamestra brassicae oder Spodoptera exigua abgeleitet ist. Es ist eher ein biotechnologisches Werkzeug, das genetische Komponenten des Schädlings nutzt, als eine direkte Bekämpfungsmethode für den Landwirt.

Źródła i odniesienia

  1. https://www.cabidigitallibrary.org/doi/full/10.1079/cabicompendium.8491
  2. https://patents.google.com/patent/CN110402965A/en
  3. https://academic.oup.com/jinsectscience/article/20/1/2/5695772
  4. Zeitreihen-Analyse: Suchinteresse (aggregiert)
  5. https://wellcomeopenresearch.org/articles/8-486