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Mucor (pleśń głowy) Mucor

Mucor (pleśń głowy)
Średnie ryzyko Zagrożenie fizyczne Może użądlić Pożyteczny

Taksonomia

Królestwo Pilze (Fungi)
Gatunek Fungi
Nazwa naukowa Fungi
Zaakceptowana nazwa

Einleitung

*Mucor* ist eine Gattung schnell wachsender Schimmelpilze aus der Familie der Mucoraceae innerhalb der Abteilung Mucoromycota, die weltweit primär als Saprobionten organische Substrate wie Boden, Dung oder Pflanzenreste zersetzen. Charakteristisch für diese Pilze sind coenocytische Hyphen und das Fehlen von Rhizoiden sowie Apophysen, was sie mikroskopisch von verwandten Gruppen abgrenzt. Während bestimmte Spezies biotechnologisch zur Fermentation oder Lipidproduktion genutzt werden, treten andere als opportunistische Krankheitserreger (Mukormykose) auf.[1]

Fakten (kompakt)

- Die Gattung umfasst schätzungsweise 50 verschiedene Arten. - Die sexuelle Fortpflanzung erfolgt spezifisch durch die Fusion von Gametangien, aus denen Zygosporen hervorgehen. - Neben den biotechnologisch genutzten Arten zählt *Mucor hiemalis* zu den signifikanten Vertretern, die einen großen Teil der Diversität der Gattung repräsentieren. - In der Lebensmittelindustrie werden spezifische *Mucor*-Arten für die Herstellung von schimmelgereiftem Käse verwendet. - Aufgrund ihrer metabolischen Vielseitigkeit fungieren einige Spezies als Modellorganismen in der genetischen Forschung. - Die Familie Mucoraceae wurde 1892 von Eduard Fischer basierend auf den Merkmalen von Sporangien und Zygosporen klassifiziert. - Systematisch wird die Gattung dem Unterstamm (Subphylum) Mucoromycotina zugeordnet. - Bis zum Jahr 2018 wurde *Mucor* dem polyphyletischen Stamm Zygomycota zugerechnet, bevor genomweite Analysen die Einordnung in das monophyletische Phylum Mucoromycota begründeten. - Evolutionär nimmt die Gattung eine basale Position gegenüber dem Unterreich Dikarya (Schlauch- und Ständerpilze) ein. - Für phylogenetische Studien werden spezifische Genmarker wie SSU rDNA, ITS und das proteinkodierende Gen RPB1 herangezogen.[5]

Name & Einordnung

Der Gattungsname *Mucor* leitet sich vom lateinischen Wort *mucor* ab, was „Schimmel“ oder „Moder“ bedeutet und das schleimige Wachstum beschreibt, das in frühen Untersuchungen beobachtet wurde. Die Gattung wurde erstmals 1729 von Pier Antonio Micheli in seinem wegweisenden Werk *Nova plantarum genera* formell beschrieben, in dem er die charakteristischen Sporangien von *Mucor mucedo* illustrierte.[1] Carl von Linné integrierte die Gattung 1753 in der zweiten Auflage der *Species Plantarum* in die binäre Nomenklatur und bestimmte *M. mucedo* als Typusart. Christiaan Hendrik Persoon entwickelte die taxonomische Anerkennung 1801 in seiner *Synopsis Methodica Fungorum* weiter und etablierte einen systematischen Rahmen.[1] Während *Mucor* historisch dem polyphyletischen Stamm Zygomycota zugeordnet war, führten genomweite phylogenetische Analysen zur Einordnung in den monophyletischen Stamm Mucoromycota. Innerhalb dieser Systematik nimmt die Gattung eine basale Position gegenüber den Dikarya ein und gehört zur Familie Mucoraceae, die 1892 von Eduard Fischer definiert wurde.[2][1] Die Gattung umfasst aktuell etwa 133 bis 137 akzeptierte Arten, wobei moderne molekulare Methoden zur Aufdeckung kryptischer Artenkomplexe geführt haben.[1] Zu den relevanten Synonymen zählen unter anderem *Mucor lusitanicus* (ein Synonym für *M. circinelloides*) sowie *Mucor indicus*, der früher unter dem Namen *M. rouxii* geführt wurde.[1] Im internationalen Sprachgebrauch wird die Gattung, insbesondere die Art *M. mucedo*, aufgrund der Form der Sporangien häufig als „pinmould“ (Stecknadelschimmel) bezeichnet.[1]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Mucor-Arten zeichnen sich durch ein schnelles, watteartiges Koloniewachstum aus, das auf Standardmedien wie Kartoffel-Dextrose-Agar oft innerhalb von zwei bis fünf Tagen die gesamte Petrischale bedeckt. Das Luftmyzel erscheint zunächst weiß, verfärbt sich jedoch mit zunehmender Sporenbildung in Grau-, Gelb-, Beige- oder Schwarztöne, während die Unterseite der Kolonie meist farblos oder blass bleibt. Mikroskopisch bestehen die Hyphen aus breiten, etwa 5 bis 15 μm dicken Fäden, die coenocytisch organisiert sind, also keine oder nur wenige Septen aufweisen. Diese bandartigen, hyalinen Strukturen zeigen unregelmäßige, oft rechtwinklige Verzweigungen und besitzen keine Schnallenbildungen. Die asexuelle Fortpflanzung erfolgt über aufrechte Sporangiophoren, die direkt aus den Hyphen entspringen und meist unverzweigt oder nur spärlich verzweigt sind. Ein entscheidendes Bestimmungsmerkmal zur Abgrenzung von verwandten Gattungen ist das Fehlen von Rhizoiden (wurzelähnlichen Verankerungshyphen) und Apophysen an der Basis der Sporangien. Am Ende der Sporangiophoren befinden sich kugelförmige Sporangien mit einem Durchmesser von 50 bis 300 μm, die eine zentrale, kuppelartige Columella enthalten. Nach der Freisetzung der Sporen bleibt diese Columella oft als sichtbare Halskrause zurück. Die im Inneren gebildeten Sporangiosporen sind einzellig, unbeweglich und messen typischerweise 3 bis 10 μm in der Länge. Ihre Form variiert von eckig bis subglobos oder ellipsoid, und sie erscheinen hyalin bis gräulich oder bräunlich. Bei der sexuellen Fortpflanzung entstehen dickwandige, dunkelbraune bis schwarze Zygosporen mit einem Durchmesser von 20 bis 100 μm. Die Oberfläche dieser Ruhestadien ist ornamentiert und kann je nach Art warzig oder stachelig ausgeprägt sein.[1] Obwohl Mucor primär filamentös wächst, zeigen einige Arten wie Mucor circinelloides unter Stressbedingungen einen Dimorphismus und bilden hefeartige Formen aus.[2] Zur Überdauerung ungünstiger Bedingungen können zudem dickwandige Chlamydosporen gebildet werden, die interkalar oder terminal an den Hyphen sitzen.[1]

Beschreibung

Die Gattung *Mucor* umfasst eine Gruppe schnell wachsender Schimmelpilze aus der Abteilung der Mucoromycota, die weltweit als Saprobionten in Böden, auf Dung und faulendem organischen Material verbreitet sind. Im natürlichen Lebensraum sowie in Kultur imponieren die Kolonien zunächst durch ein üppiges, weißes bis cremefarbenes Luftmyzel, das eine watteartige oder wollige Textur aufweist und Substrate rasch überwuchert. Mit zunehmender Reife der Sporenkörper (Sporangien) verfärbt sich der Pilzrasen typischerweise grau, bräunlich oder schwarz, was der Gattung den deutschen Trivialnamen „Köpfchenschimmel“ einbrachte.[1] Ein charakteristisches anatomisches Merkmal sind die coenocytischen Hyphen, die im Gegensatz zu höheren Pilzen keine oder nur unregelmäßige Querwände (Septen) besitzen.[3] Diese breiten, bandartigen Strukturen ermöglichen durch schnelles zytoplasmatisches Strömen einen effizienten Nährstofftransport über weite Strecken, was Expansionsraten von über 6 mm pro Tag begünstigt.[1][2] Die asexuelle Fortpflanzung erfolgt über aufrecht stehende Sporangiophoren, die an ihrer Spitze kugelige Sporangien tragen, in denen zahlreiche unbewegliche Sporen gebildet werden. Nach dem Aufplatzen der Sporangienwand verbleibt oft eine sterile zentrale Wölbung, die Columella, als sichtbarer Kragen zurück. Entwicklungsbiologisch keimen die haploiden Sporen unter feuchten Bedingungen direkt zu neuen Hyphen aus, ohne ein bewegliches Larvenstadium zu durchlaufen, wie es bei Tieren der Fall wäre. Sexuelle Fortpflanzung tritt seltener auf und ist meist heterothallisch, erfordert also die Fusion von Gametangien kompatibler Paarungstypen (+ und -), woraus dickwandige, dunkle Zygosporen als widerstandsfähige Überdauerungsstadien hervorgehen.[1] Eine physiologische Besonderheit einiger Arten, wie *Mucor circinelloides*, ist der Dimorphismus: Unter anaeroben Bedingungen oder Stress können sie von der fädigen Form in ein hefeartiges Wachstum wechseln.[2] Historisch wurde die Gattung bereits 1729 von Pier Antonio Micheli wissenschaftlich beschrieben, wobei der Name vom lateinischen Wort für „Schimmel“ abgeleitet ist.[1] Im Gegensatz zur nahe verwandten Gattung *Rhizopus* fehlen *Mucor*-Arten die wurzelähnlichen Rhizoide sowie Apophysen an der Basis der Sporangien, was als wichtiges Unterscheidungsmerkmal dient.[3][1]

Verhalten

Das Verhalten von *Mucor*-Arten ist primär durch extrem schnelles Wachstum geprägt, wobei sich die Kolonien durch radiale Ausdehnung der Hyphen mit Geschwindigkeiten von über 6 mm pro Tag ausbreiten. Innerhalb der coenocytischen Hyphen findet eine rasche, bidirektionale Plasmaströmung statt, die Organellen und Nährstoffe effizient zur Wachstumsspitze transportiert.[1] Bestimmte Spezies wie *Mucor circinelloides* zeigen eine ausgeprägte Verhaltensanpassung in Form von Dimorphismus, indem sie unter Stressbedingungen oder in anaerober Umgebung von einer filamentösen Form in ein hefeartiges Stadium wechseln.[2] Die sexuelle Fortpflanzung wird meist durch ungünstige Umweltfaktoren wie Nährstoffmangel ausgelöst und erfordert bei den überwiegend heterothallischen Arten den physischen Kontakt kompatibler Paarungstypen. Zur Verbreitung nutzen die Pilze aufrechte Sporangiophore, die ihre Sporen passiv durch Luftströmungen freisetzen, um neue Substrate zu besiedeln. Als Überlebensstrategie bei Trockenheit oder Nährstoffknappheit bilden einige Arten dickwandige Chlamydosporen als resistente Dauerstadien innerhalb der Hyphen aus.[1] Neben der saprophytischen Lebensweise gehen manche *Mucor*-Vertreter endophytische Beziehungen mit Pflanzen ein oder assoziieren mit Insekten wie Grillen.[2] Im Wirtsgewebe zeigen pathogene Stämme ein aggressives, angioinvasives Verhalten, indem sie aktiv Blutgefäßwände durchdringen und Gewebeschäden verursachen.[1]

Ökologie

Mucor-Arten fungieren im Ökosystem primär als saprotrophe Destruenten, die organisches Material wie abgestorbene Pflanzenreste, Früchte und Tierdung zersetzen und so essenziell zum Nährstoffkreislauf beitragen. Sie besiedeln bevorzugt feuchte Mikrohabitate mit einer hohen Wasseraktivität ($a_w > 0,90$), wie Komposthaufen, Getreidesilos oder landwirtschaftliche Böden. Die Pilze tolerieren sauerstoffarme Bedingungen und sind fähig, in semi-anaeroben Umgebungen wie wassergesättigten Substraten oder untergetauchtem Detritus zu wachsen. Während die meisten Vertreter mesophil sind und Temperaturen zwischen 20 und 30 °C präferieren, finden sich auch kälteadaptierte Spezialisten wie *Mucor psychrophilus* in antarktischen Lebensräumen. Auf verwesendem Substrat stehen *Mucor*-Arten in direkter Ressourcenkonkurrenz zu bakteriellen Zersetzern. Neben ihrer freilebenden Lebensweise agieren einige Arten als Endophyten im Pflanzengewebe, ohne Schäden zu verursachen, und können potenziell die Schwermetalltoleranz ihrer Wirte verbessern.[1] Andere Vertreter treten als Pflanzenschädlinge auf, etwa als Verursacher von Nacherntefäule bei Obst oder der Braunfäule bei Pflaumen durch *Mucor xinjiangensis*.[3][1] Im Tierreich reichen die Interaktionen von Assoziationen mit Insekten wie Grillen bis hin zu pathogenem Befall, wie der ulzerativen Dermatitis bei Amphibien und Schnabeltieren durch *Mucor amphibiorum*.[1][2] Innerhalb der Gattung besteht eine ökologische Nischendifferenzierung zwischen bodenbewohnenden Arten und solchen, die auf Dung spezialisiert sind (koprophil), wie etwa *Mucor mucedo*.[1]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Die Gattung *Mucor* nimmt eine ambivalente Stellung ein, da sie sowohl als bedeutender Lebensmittelschädling und opportunistischer Humanpathogen auftritt, als auch biotechnologisch zur Fermentation und Enzymgewinnung genutzt wird.[1][3] Als Fäulniserreger verursachen Arten wie *Mucor racemosus* und *M. xinjiangensis* erhebliche Nachernteverluste durch Weichfäule an Obst und Gemüse sowie Nährstoffverluste in Getreidesilos und Silage. Medizinisch relevant ist der Pilz als Erreger der Mukormykose, einer lebensbedrohlichen Infektion, die vorwiegend immungeschwächte Personen oder Patienten mit unkontrolliertem Diabetes mellitus betrifft.[1] Die Infektion erfolgt meist durch Inhalation oder traumatische Inokulation von Sporen, woraufhin der Pilz angioinvasiv in Blutgefäße eindringt und Gewebenekrosen auslöst.[2][1] Befallsanzeichen auf Substraten sind ein extrem rasches, watteartiges Wachstum, das sich innerhalb von 2 bis 5 Tagen entwickelt und durch Sporulation von Weiß nach Grau oder Schwarz verfärbt.[1] Da das Wachstum eine hohe Wasseraktivität (a_w > 0,90) erfordert, besteht die wichtigste präventive Maßnahme in der strikten Feuchtigkeitskontrolle und Lagerung landwirtschaftlicher Produkte unter trockenen Bedingungen.[1][3] Das klinische Management erfordert eine sofortige chirurgische Entfernung nekrotischen Gewebes kombiniert mit systemischen Antimykotika wie liposomalem Amphotericin B oder Posaconazol.[1][2] Im Gegensatz zum Schadpotenzial wird *Mucor indicus* (früher *M. rouxii*) gezielt zur Herstellung traditioneller fermentierter Lebensmittel wie Tempeh sowie zur Gewinnung von Ethanol und Glucosamin eingesetzt.[1][2] Neuere biotechnologische Anwendungen nutzen genetisch modifizierte Stämme von *Mucor circinelloides* als Zellfabriken zur Produktion wertvoller Fettsäuren wie Dihomo-gamma-Linolensäure oder Stearidonsäure. Zudem existieren Patentanmeldungen für die Nutzung verwandter Arten als Bio-Pestizide, etwa zur biologischen Bekämpfung von Schadinsekten in der Landwirtschaft.[3]

Wirtschaftliche Bedeutung

Wirtschaftlich treten *Mucor*-Arten sowohl als schädliche Fäulniserreger als auch als nützliche Produktionsorganismen in Erscheinung. In der Landwirtschaft und Lagerhaltung verursachen sie signifikante ökonomische Verluste durch Nacherntefäule an Obst und Gemüse, wobei sie mit bakteriellen Zersetzern um Ressourcen konkurrieren. Speziell *Mucor racemosus* ist für den Verderb von Lebensmitteln und die Kontamination von Silage verantwortlich, was zu Nährstoffverlusten und potenzieller Mykotoxinbildung führt.[1] Ein konkretes Beispiel für Ernteausfälle ist die durch *Mucor xinjiangensis* verursachte Braunfäule an Pflaumen, die in Anbauregionen wie Xinjiang dokumentiert wurde.[3] Demgegenüber steht die positive Nutzung in der Lebensmitteltechnologie, etwa bei der Herstellung von schimmelgereiftem Käse.[4] *Mucor indicus* (früher *M. rouxii*) wird industriell für die Fermentation von Tempeh eingesetzt, wo er zur Proteinanreicherung und Geschmacksentwicklung des Sojaprodukts beiträgt. In der Biotechnologie dient *Mucor circinelloides* als Zellfabrik zur Gewinnung von Ethanol, Ölen und Glucosamin.[1] Patentierte Verfahren nutzen genetisch modifizierte Stämme dieser Art, um wertvolle Fettsäuren wie Dihomo-gamma-Linolensäure oder Stearidonsäure im industriellen Maßstab zu synthetisieren.[3] Im Gesundheitssektor verursachen *Mucor*-Infektionen (Mukormykose) hohe Behandlungskosten, da die Therapie oft komplexe chirurgische Eingriffe und teure Medikamente wie liposomales Amphotericin B erfordert.[1][2] Zudem ist *Mucor amphibiorum* relevant für den Artenschutz, da der Pilz bei Schnabeltieren und Amphibien ulzerative Dermatitis und systemische Infektionen auslöst.[2]

Biologie & Lebenszyklus

Mucor-Arten zeichnen sich durch ein extrem schnelles Wachstum aus, wobei Kolonien auf Nährmedien bei optimalen Temperaturen von 20–30 °C oft innerhalb von 2 bis 5 Tagen die gesamte Oberfläche bedecken. Das vegetative Myzel besteht aus breiten, coenocytischen Hyphen ohne Septen, in denen ein schneller, bidirektionaler Zytoplasmastrom Nährstoffe und Organellen transportiert. Die primäre Vermehrung erfolgt asexuell über aufrecht stehende Sporangiophoren, die an ihrer Spitze kugelförmige Sporangien mit einem Durchmesser von 50–300 μm tragen. Im Inneren dieser Sporangien befindet sich eine zentrale Columella, um die herum zahlreiche unbewegliche, haploide Sporangiosporen gebildet werden. Bei Reife löst sich die Sporangienwand auf und setzt die 3–10 μm großen Sporen frei, die primär durch Luftströmungen verbreitet werden. Für die Keimung und das anschließende Hyphenwachstum benötigen die Sporen eine hohe Wasseraktivität (a_w > 0,90) sowie verfügbare organische Nährstoffe. Sexuelle Fortpflanzung tritt seltener auf, meist unter Stressbedingungen wie Nährstoffmangel, und erfordert bei den überwiegend heterothallischen Arten die Begegnung kompatibler Paarungstypen. Dabei verschmelzen Gametangien zu dickwandigen, dunklen Zygosporen, die als widerstandsfähige Überdauerungsstadien fungieren und Durchmesser von 20–100 μm erreichen können.[1] Diese Ruhestadien können Monate bis Jahre in einer Dormanz verbleiben, bevor sie unter günstigen Bedingungen mittels Meiose keimen.[2] Als physiologische Besonderheit bilden einige Arten unter Stressbedingungen intercalare oder terminale Chlamydosporen, um Austrocknung oder Nährstoffknappheit zu überstehen.[1] Zudem zeigen Spezies wie *Mucor circinelloides* einen Dimorphismus und können bei anaeroben Bedingungen oder hohen CO₂-Konzentrationen von der fädigen Form in ein hefeartiges Wachstum wechseln.[2] Die Ernährung ist primär saprotroph, wobei *Mucor* ubiquitär organisches Material wie faulende Pflanzen, Früchte, Kompost oder Tierdung besiedelt.[4] In landwirtschaftlichen Systemen konkurrieren sie als Zersetzer mit Bakterien und verursachen Lagerfäule an Obst und Gemüse.[3] Einige Vertreter leben als Endophyten in Pflanzengewebe, ohne Schaden anzurichten, oder gehen Assoziationen mit Insekten wie Grillen ein.[2] Thermotolerante Stämme wie *Mucor miehei* wachsen noch bei Temperaturen bis 45 °C, während kälteadaptierte Arten wie *Mucor psychrophilus* in antarktischen Habitaten vorkommen.[1]

Vorkommen & Lebensraum

Die Gattung *Mucor* ist kosmopolitisch verbreitet und kommt auf allen Kontinenten vor, einschließlich der Antarktis. Obwohl die Pilze in diversen Klimazonen von den Polargebieten bis zum Äquator zu finden sind, zeigen sie aufgrund ihrer Vorliebe für warme, feuchte Bedingungen eine höhere Prävalenz in tropischen und subtropischen Regionen. In gemäßigten Breiten wie Europa und Nordamerika ist die Gattung weit verbreitet und wird regelmäßig in Bodenproben nachgewiesen. Regionale Untersuchungen deuten auf eine besonders hohe Artenvielfalt in Asien hin, insbesondere in China und Indien. Die weltweite Ausbreitung erfolgt primär durch luftgetragene Sporen, die über Windströmungen transportiert werden, sowie durch den internationalen Handel mit Agrarprodukten. Als Saprophyten besiedeln *Mucor*-Arten vorwiegend feuchte, organische Substrate wie Böden, verrottendes Pflanzenmaterial und Tierdung. Sie bevorzugen Mikrohabitate mit hoher Feuchtigkeit, wie Komposthaufen oder aquatische Sedimente, und tolerieren dabei auch sauerstoffarme Bedingungen in staunassen Böden.[1] In anthropogen geprägten Umgebungen treten die Pilze häufig in Getreidesilos und auf gelagerten Lebensmitteln auf, wo sie Nacherntefäule an Obst und Gemüse verursachen.[3] Auch Vorkommen im Innenraum sind dokumentiert, etwa auf kontaminierten medizinischen Materialien oder Wäsche in Krankenhäusern. Neben freilebenden Formen agieren einige Arten als Endophyten im Pflanzengewebe oder gehen Assoziationen mit Insekten wie Grillen ein.[1] Spezialisierte Pathogene zeigen teils eingeschränkte Verbreitungsgebiete, wie etwa *Mucor amphibiorum*, der Amphibien und Schnabeltiere in Australien und Tasmanien befällt.[2] In extremen Lebensräumen wie dem antarktischen Eis konnten kälteadaptierte Stämme wie *Mucor psychrophilus* nachgewiesen werden.[1]

Saisonalität & Aktivität

Die physiologische Aktivität von *Mucor*-Arten wird maßgeblich durch Temperatur und Feuchtigkeit bestimmt, wobei das Wachstumsoptimum für die meisten Spezies zwischen 20 und 30 °C liegt. Das Myzel wächst unter diesen Bedingungen äußerst rasant und kann Substrate innerhalb von zwei bis fünf Tagen vollständig kolonisieren, was eine schnelle, multivoltine Generationenfolge ermöglicht. Während viele Vertreter warme und feuchte Habitate bevorzugen, zeigen bestimmte Arten bemerkenswerte Anpassungen an extreme klimatische Nischen. So ist *Mucor psychrophilus* an kalte Umgebungen wie die Antarktis adaptiert, während thermotolerante Spezies wie *Mucor miehei* noch bei Temperaturen bis 45 °C aktiv sind. Zur Überbrückung ungünstiger Umweltbedingungen fungieren sexuell gebildete Zygosporen als resistente Ruhestadien. Diese dickwandigen Sporen können über Monate bis Jahre im Boden oder Substrat dormieren und ermöglichen so eine Überwinterung oder das Überdauern von Trockenperioden. Ergänzend bilden einige Arten bei akutem Nährstoffmangel oder Stress intercalare Chlamydosporen als weitere Überlebensstrategie aus. In gemäßigten Breiten ist die Aktivität eng an die Verfügbarkeit von organischem Material gekoppelt, wobei *Mucor* als Saprophyt eine Schlüsselrolle bei der Zersetzung spielt.[1] Daten zum öffentlichen Suchinteresse zeigen einen deutlichen Anstieg im September, was zeitlich mit der Erntezeit und dem vermehrten Auftreten von Fäulnisprozessen an Früchten korreliert.

Występowanie i aktualne obserwacje w Niemczech

  • Deutschland

    13.11.2025

  • Deutschland

    16.08.2025

  • Leipzig, Saxony, Deutschland

    11.08.2025

  • Deutschland

    08.08.2025

  • Schleswig-Holstein, Deutschland

    01.08.2025

Daten: iNaturalist

Badania naukowe i patenty

CN-113930409-A Biological Rejestracja

Verfahren zur effizienten Herstellung von Rhizomucor miehei Lipase durch Aspergillus oryzae

University of East China Science & Technology (2021)

Znaczenie: 6/10

Streszczenie

Das Patent beschreibt ein Fermentationsverfahren zur Produktion eines Enzyms (Lipase), das ursprünglich aus Rhizomucor miehei stammt, unter Verwendung von Aspergillus oryzae als Wirt. Durch Optimierung der Stickstoffquellen und Rührgeschwindigkeit wird die Enzymausbeute maximiert. Es dient der industriellen Enzymgewinnung.

CN-113186176-A Biological Rejestracja

Verfahren zur Herstellung von Rhizomucor miehei Lipase mittels vollsynthetischem Kulturmedium

University of East China Science & Technology (2021)

Znaczenie: 6/10

Streszczenie

Es wird ein optimiertes, vollsynthetisches Nährmedium für die Fermentation von Rhizomucor miehei Lipase vorgestellt. Durch ein spezifisches Verhältnis von Kohlenstoff (Saccharose/Trehalose) zu Stickstoff (Alanin) wird die Enzymproduktion signifikant gesteigert.

US-2021102227-A1 Biological Rejestracja

Konstruktionsverfahren einer Mucor circinelloides Zellfabrik zur Herstellung von Dihomo-gamma-Linolensäure

University of Shandong Technology (2020)

Znaczenie: 6/10

Streszczenie

Das Patent beschreibt die genetische Modifikation des Pilzes Mucor circinelloides zur Produktion von Dihomo-gamma-Linolensäure (DGLA). Durch Integration von Genen aus Mortierella alpina wird der Lipidstoffwechsel des Pilzes verändert. Dies ermöglicht eine effiziente biotechnologische Herstellung dieser wertvollen Fettsäure durch Fermentation.

CN-111778164-A Biological Rejestracja

Anwendung und Herstellungsverfahren von Actinomucor elegans

University of Qinghai, Qinghai Academy OF Agricultural And Forestry Sciences (2020)

Znaczenie: 6/10

Streszczenie

Hier wird der Pilz Actinomucor elegans nicht als Schädling, sondern als Nützling zur biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt. Die Erfindung nutzt eine Bakterienflüssigkeit dieses Pilzes zur Bekämpfung des Fenchelblatt-Gespinstbrenners (Diatraea fennel Lenaphalocrocis). Es handelt sich um ein umweltfreundliches Bio-Pestizid.

US-11345937-B2 Biological Nadany

Konstruktion einer Mucor circinelloides Zellfabrik zur Herstellung von Stearidonsäure

University of Shandong Technology (2020)

Znaczenie: 6/10

Streszczenie

Ähnlich wie Patent 0 beschreibt dies die genetische Veränderung von Mucor circinelloides, hier jedoch zur Produktion von Stearidonsäure (SDA). Durch Einfügen eines Desaturase-Gens wird der Pilz zu einem effizienten Produzenten dieser Omega-3-Fettsäure-Vorstufe.

Źródła i odniesienia

  1. https://www.sciencedirect.com/topics/agricultural-and-biological-sciences/mucorales
  2. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33116336/
  3. https://extension.psu.edu/apple-and-pear-disease-mucor-rot/
  4. https://wineserver.ucdavis.edu/industry-info/enology/wine-microbiology/yeast-mold/mucor-sp
  5. Literaturzusammenfassung: Mucor