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Królestwo
Pflanzen (Plantae)
Typ
Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasa
Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Rząd
Ranunculales (Ranunculales)
Rodzina
Ranunculaceae
Rodzaj
Ranunculus
Gatunek
Ranunculus asiaticus
Nazwa naukowa
Ranunculus asiaticus L.
Zaakceptowana nazwa
Einleitung
Die **Ranunkel** (*Ranunculus asiaticus*) ist eine ausdauernde, krautige Pflanze aus der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae), deren natürliches Verbreitungsgebiet den östlichen Mittelmeerraum, Südwestasien und Nordostafrika umfasst.[1][2] Dieser Geophyt überdauert sommerliche Trockenphasen mittels unterirdischer Speicherknollen und bildet becherförmige Blüten, die oberflächlich denen der Kronen-Anemone (*Anemone coronaria*) ähneln. Die Art wird weltweit als Zierpflanze und Schnittblume kultiviert, wobei alle Pflanzenteile aufgrund des enthaltenen Protoanemonins giftig sind.[2]
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Fakten (kompakt)
- Die Kultivierung der Art in Westeuropa ist bereits seit dem 16. Jahrhundert dokumentiert, was zur Entwicklung zahlreicher Gartenbausorten führte. - Bekannte Hybriden wie die „Tecolote“-Linie zeichnen sich durch gefüllte, pfingstrosenartige Blüten aus, die einen Durchmesser von bis zu 10 cm (4 Zoll) erreichen. - Die Wildform besitzt spezifisch fünf grüne, kahle Kelchblätter und fünf glänzende Kronblätter, im Gegensatz zu den oft vielfach gefüllten Blütenblättern der Zuchtformen. - Die Blüten stehen nicht ausschließlich einzeln, sondern können auch in Gruppen von bis zu vier Exemplaren an einem Stängel erscheinen. - In der gärtnerischen Klassifizierung wird die Pflanze den USDA-Winterhärtezonen 8 bis 10 zugeordnet. - Die empfohlene Pflanztiefe für die Speicherknollen beträgt im Außenanbau etwa 5 cm (2 Zoll).[10]
Name & Einordnung
Die gültige wissenschaftliche Erstbeschreibung von *Ranunculus asiaticus* wurde 1753 von Carl von Linné in seinem Werk *Species Plantarum* veröffentlicht.[1] Der Gattungsname *Ranunculus* leitet sich als Diminutiv vom lateinischen *rana* (Frosch) ab und bezieht sich auf die feuchten Lebensräume vieler Arten dieser Gattung. Das Art-Epitheton *asiaticus* (lateinisch für „aus Asien“) verweist auf das ursprüngliche Verbreitungsgebiet in Vorderasien und dem östlichen Mittelmeerraum.[2] Taxonomisch gehört die Art zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) und wird innerhalb der Gattung in das Subgenus *Ranunculus* sowie die Sektion *Ranunculus* gestellt. Diese Einordnung spiegelt die terrestrische Lebensweise wider und grenzt die Art von aquatischen Gruppen wie dem Subgenus *Batrachium* ab.[1] Von anderen Vertretern wie dem Scharfen Hahnenfuß (*Ranunculus acris*) unterscheidet sich *Ranunculus asiaticus* durch seine an Trockenheit angepassten, klauenartigen Speicherknollen. Im englischen Sprachraum sind Trivialnamen wie „Persian buttercup“ oder „Persian crowfoot“ verbreitet, wobei letzterer auf die geteilten Blätter anspielt. Aufgrund der gefüllten Blütenform, die an eine Kopfbedeckung erinnert, ist historisch auch der Name „Turban-Ranunkel“ (turban buttercup) belegt, der Bezüge zur osmanischen Kultur aufweist.[2] In Israel ist die Pflanze lokal unter dem Namen „Nurit“ bekannt.[3]
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
*Ranunculus asiaticus* ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die eine Wuchshöhe von 30 bis 60 cm erreicht und einen kompakten, aufrechten Habitus aufweist.[2] Als Überdauerungsorgan bildet die Art ein System aus klauenartigen Speicherwurzeln (Knollen) aus, die eine Toleranz gegenüber sommerlicher Austrocknung ermöglichen.[2][5] Die verzweigten, aufrechten Stängel sind oft leicht flaumig oder behaart und tragen wechselständige Blätter. Die Laubblätter sind heterophyll gestaltet: Die gestielten Grundblätter sind tief dreilappig mit gezähnten Rändern und bilden eine bis zu 30 cm hohe Rosette. Im Gegensatz dazu sind die oberen Stängelblätter feiner zerteilt und bestehen aus linearen oder fadenförmigen Segmenten, was ihnen ein petersilien- oder farnartiges Aussehen verleiht. Die Blüten stehen einzeln oder in Gruppen von bis zu vier an einem Stängel und messen bei Wildformen 3 bis 5 cm im Durchmesser. Jede Blüte besitzt fünf grüne, kahle Kelchblätter und ursprünglich fünf glänzende Kronblätter, die eine becher- oder mohnartige Form bilden. Charakteristisch ist das zentrale Büschel zahlreicher Staubblätter mit auffälligen purpurschwarzen Staubbeuteln.[2] Das Farbspektrum der Kronblätter reicht in natürlichen Populationen von Weiß, Gelb und Pink bis zu Rot, wobei auch zweifarbige Varianten vorkommen.[2][5] Zuchtformen weisen oft gefüllte, pfingstrosenartige Blüten mit einem Durchmesser von bis zu 10 cm und einer erweiterten Farbpalette auf.[2] Nach der Bestäubung entwickeln sich die Früchte zu einem Sammelkopf aus kleinen, eiförmigen Achänen. Jede Achäne ist mit einem breiten, hakenförmigen Schnabel versehen, der die Ausbreitung durch Anhaftung an Tiere oder den Wind begünstigt.[5] Morphologisch ähnelt die Art oberflächlich der Kronen-Anemone (*Anemone coronaria*), unterscheidet sich jedoch in Details der Blütenstruktur. Von anderen Hahnenfußgewächsen wie dem Scharfen Hahnenfuß (*Ranunculus acris*) grenzt sich *Ranunculus asiaticus* primär durch seine knolligen Speicherwurzeln ab, im Gegensatz zu den faserigen Wurzeln der eurasischen Verwandten.[2]
Beschreibung
Ranunculus asiaticus ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die als Geophyt mit knollenartigen Speicherwurzeln überdauert und Wuchshöhen von 30 bis 60 Zentimetern erreicht.[2] Im natürlichen Lebensraum, der sich über den östlichen Mittelmeerraum bis nach Südwestasien erstreckt, besiedelt die Art vorwiegend offene Grasländer, mediterrane Phrygana und Brachflächen in niedrigen Höhenlagen.[2][5] Der Lebenszyklus ist streng an das saisonale Klima angepasst: Nach dem Austrieb im regenreichen Herbst und vegetativem Wachstum im Winter erfolgt die Blütezeit von Februar bis Mai, bevor die Pflanze im heißen Sommer in eine Ruhephase eintritt.[4][2] Eine zentrale anatomische Anpassung sind die klauenartigen Speicherwurzeln, die während der sommerlichen Dormanz auf einen Wassergehalt von 8–10 % austrocknen und Reservestoffe wie Stärke akkumulieren, um das Überleben bei extremer Trockenheit zu sichern. Die oberirdischen Teile sterben im späten Frühjahr vollständig ab, ein Prozess, der physiologisch als Seneszenz bezeichnet wird.[4] Im Feld ist die Art an ihren mohnähnlichen, schalenförmigen Blüten zu erkennen, die in der Wildform meist einfach gefüllt sind und ein breites Farbspektrum von Rot über Rosa bis Gelb und Weiß aufweisen. Ein markantes Bestimmungsmerkmal ist das zentrale Büschel aus zahlreichen Staubblättern mit violett-schwarzen Antheren, das spezifisch Glaphyriden-Käfer der Gattung *Amphicoma* anlockt. Diese Bestäuber reagieren auf die UV-Reflexion der Blütenblätter, wobei die Pflanze genetisch selbstinkompatibel ist und zwingend auf Fremdbestäubung angewiesen bleibt.[2] Nach der Befruchtung bilden sich nussartige Früchte (Achänen), die mikroskopisch erkennbare hakenförmige Schnäbel besitzen, welche die Verbreitung durch Anhaftung an Tierfellen (Zoochorie) oder durch den Wind ermöglichen.[4] Die Entwicklung aus Samen verläuft langsamer als die vegetative Vermehrung; Keimlinge benötigen kühle Temperaturen unter 18 °C und oft 12 bis 16 Wochen bis zur ersten Blüte.[2] Im Vergleich zu verwandten Arten wie dem Scharfen Hahnenfuß (*Ranunculus acris*) unterscheidet sich *Ranunculus asiaticus* fundamental durch das Vorhandensein der austrocknungstoleranten Speicherknollen, während *R. acris* ein faseriges Wurzelsystem besitzt. Morphologisch ähnelt sie oberflächlich der Kronen-Anemone (*Anemone coronaria*), lässt sich jedoch durch spezifische Merkmale der Blütenhülle abgrenzen.[2] Historisch wurde die Art bereits 1753 von Carl von Linné in *Species Plantarum* erstbeschrieben, wobei das Epitheton auf ihre asiatische Herkunft verweist.[1] Chemisch zeichnet sich die Pflanze durch den Gehalt an Protoanemonin aus, einem toxischen Stoff, der als Fraßschutz gegen Herbivoren dient und bei Kontakt Hautreizungen verursacht.[2][8]
Verhalten
Das Verhalten von *Ranunculus asiaticus* ist stark durch interspezifische Interaktionen und Anpassungen an die Umwelt geprägt. Zur Anlockung von Bestäubern nutzt die Pflanze visuelle Signale, indem ihre schalenförmigen Blüten ultraviolettes Licht reflektieren. Zu den primären Interaktionspartnern gehören Blatthornkäfer der Gattung *Amphicoma* sowie Bienen, die durch das Angebot an Nektar und Pollen im zentralen Diskus belohnt werden. Um die genetische Vielfalt zu sichern, zeigt die Art ein Verhalten der Selbstinkompatibilität, das eine Selbstbefruchtung verhindert und die Interaktion mit Artgenossen zur Fremdbestäubung erzwingt.[6] Im Wurzelbereich geht *Ranunculus asiaticus* symbiotische Beziehungen mit arbuskulären Mykorrhizapilzen ein, um die Nährstoffaufnahme, insbesondere von Phosphor, in kargen Böden zu optimieren.[2] Als chemische Abwehrstrategie gegen Fressfeinde setzt die Pflanze bei Gewebeverletzungen das Glykosid Ranunculin frei, welches enzymatisch zum toxischen Protoanemonin hydrolysiert. Dieser chemische Mechanismus erzeugt einen bitteren Geschmack und dient als effektive Abschreckung gegen Herbivoren wie Kaninchen und Rehe.[8] Die Ausbreitung der Samen erfolgt vorwiegend durch Zoochorie, indem sich die hakenförmigen Schnäbel der Achänen im Fell von Tieren oder Federn verfangen. Ergänzend fungiert der Wind als Vektor, der die leichten Samen über kurze Distanzen transportiert, um gestörte Habitate zu besiedeln.[5] Als physiologische Verhaltensanpassung an saisonale Extreme verfällt die Pflanze in den heißen Sommermonaten in eine Dormanzphase, während der die Wurzelknollen stark dehydrieren.[4]
Ökologie
Als Geophyt besiedelt *Ranunculus asiaticus* vorwiegend mediterrane Phrygana, offenes Grasland und Brachflächen in niedrigen Höhenlagen bis etwa 700 Meter.[3][5] Die Art ist an heiße, trockene Sommer angepasst, die sie durch eine Ruhephase der unterirdischen Speicherwurzeln überdauert, und bevorzugt gut durchlässige, sandige oder lehmige Substrate in voller Sonne.[3][2] Ökologisch bedeutsam ist die Bestäubung durch Blatthornkäfer der Gattung *Amphicoma* (Glaphyridae), die spezifisch von den rot, rosa oder weiß gefärbten Blütenblättern angelockt werden, welche ultraviolettes Licht reflektieren.[5] Da die Pflanze im späten Winter bis zum Frühling blüht, fungiert sie als essentielle frühe Nektarquelle für diese Käfer und andere Insekten in Zeiten begrenzten Blütenangebots.[3] Ein genetischer Mechanismus der Selbstinkompatibilität verhindert dabei die Selbstbefruchtung und macht die Fremdbestäubung für die Samenproduktion obligatorisch.[2] Die Verbreitung der Samen (Achänen) erfolgt primär durch Zoochorie, begünstigt durch hakenförmige Schnäbel an den Früchten, die eine Anhaftung an Tierfell oder Federn ermöglichen.[5] In nährstoffarmen Böden geht *Ranunculus asiaticus* symbiotische Beziehungen mit arbuskulären Mykorrhizapilzen ein, welche die Aufnahme von Nährstoffen wie Phosphor signifikant verbessern.[6] Zur Abwehr von Herbivoren wie Rehen und Kaninchen enthält die Pflanze das Glykosid Ranunculin, das bei Gewebeverletzung zum toxischen und bitter schmeckenden Protoanemonin hydrolysiert.[2] Trotz dieser chemischen Verteidigung wird die Art von biotischen Stressfaktoren wie Blattläusen, Spinnmilben sowie Pilzpathogenen wie *Erysiphe*-Arten (Echter Mehltau) beeinträchtigt.[2][9]
Bedeutung, Schäden & Prävention
Obwohl *Ranunculus asiaticus* primär als Zierpflanze von hoher wirtschaftlicher Bedeutung ist, besitzt sie durch ihre Toxizität eine relevante medizinische und veterinärmedizinische Komponente.[2] Alle Pflanzenteile enthalten das Glykosid Ranunculin, das bei Gewebeverletzung enzymatisch in das hautreizende Toxin Protoanemonin umgewandelt wird.[8][2] Der Kontakt mit dem Pflanzensaft führt beim Menschen zu Hautreizungen und Blasenbildung, während die Ingestion gastrointestinale Beschwerden wie Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen auslöst.[2] Weidetiere wie Rinder, Ziegen und Pferde sind besonders gefährdet, wobei schwere Vergiftungen zu Schleimhautschäden und blutigem Durchfall führen können.[2][8] Durch den Trocknungsprozess, etwa im Heu, dimerisiert Protoanemonin jedoch zu ungiftigem Anemonin, wodurch die Gefahr für Nutztiere sinkt.[8] Im phytosanitären Management gelten Blattläuse, Schnecken und Spinnmilben als primäre Schädlinge, die besonders in feuchten oder dichten Beständen auftreten. Blattläuse schwächen die Pflanzen durch Saftentzug und können Viren übertragen, während Spinnmilben bei Trockenheit zu Sprenkelungen und Gespinstbildung führen. Pilzliche Erreger stellen ein signifikantes Risiko dar, insbesondere Echter Mehltau (*Erysiphe* spp.) und Falscher Mehltau (*Peronospora* sp.), der sich durch chlorotische Läsionen und grauen Sporenbelag zeigt.[9] Staunässe begünstigt Wurzelfäule durch *Pythium*- oder *Phytophthora*-Arten, was zu Welke und Absterben der Pflanzen führt. Zur Prävention ist die Wahl gut drainierter Substrate und die Vermeidung übermäßiger Feuchtigkeit essenziell, um Wurzelpathogenen die Wachstumsgrundlage zu entziehen. Hygienische Maßnahmen wie das Entfernen infizierter Pflanzenreste reduzieren den Infektionsdruck im Bestand.[2] Ein Monitoring auf virale Symptome wie den Tomato Spotted Wilt Virus, der zu Wachstumsstörungen und Blütenverformungen führt, ist für die Bestandserhaltung notwendig.[9] Rechtlich unterliegt *Ranunculus asiaticus* in Teilen ihres natürlichen Verbreitungsgebiets, wie Israel, einem Schutzstatus, um Wildbestände vor Habitatverlust durch Urbanisierung zu bewahren.[3][5]
Wirtschaftliche Bedeutung
Wirtschaftlich spielt *Ranunculus asiaticus* eine herausragende Rolle im globalen Zierpflanzenbau, insbesondere als Schnittblume in Produktionszentren wie den Niederlanden und Kalifornien. Im kommerziellen Handel erzielen einzelne Stiele Preise zwischen 1,80 und 3,80 US-Dollar, was die Art zu einem wertvollen Gut in der Floristik macht. Anbaubetriebe in Küstenregionen steuern die Produktion so, dass eine einzelne Knolle bis zu 8–10 vermarktbare Blüten liefert, oft terminiert für die hohe Nachfrage um den Valentinstag. Niederländische Erzeuger dominieren den Export von Knollen und Schnittblumen für den weltweiten Großhandel, wobei der Fokus auf gefüllten Sorten liegt. In der Hochzeitsbranche dient die Pflanze als kostengünstigere und länger verfügbare Alternative zu Pfingstrosen, was ihre saisonale wirtschaftliche Relevanz im Frühjahr stärkt.[2] Historisch begründete sich der ökonomische Wert bereits im 17. Jahrhundert, als italienische Züchter die Art als festen Bestandteil des europäischen Gartenbaus etablierten. Landwirtschaftliche Risiken entstehen durch die Toxizität der Pflanze, da alle Teile Protoanemonin enthalten und für Weidetiere wie Rinder, Pferde und Ziegen giftig sind.[2] Der Verzehr großer Mengen frischen Pflanzenmaterials kann bei Nutztieren zu schweren gesundheitlichen Ausfällen bis hin zum Tod führen, verliert jedoch im getrockneten Heu an Gefährlichkeit.[2][8] Im Intensivanbau verursachen Schädlinge wie Blattläuse und Thripse Kosten, da sie Viren wie das Tomaten-Bronzefleckenvirus übertragen und die Verkaufsqualität mindern können.[9] Pilzinfektionen wie Wurzelfäule (*Pythium*) oder Echter Mehltau erfordern in der Produktion striktes Feuchtigkeitsmanagement zur Vermeidung von Totalausfällen.[2]
Biologie & Lebenszyklus
Ranunculus asiaticus ist ein ausdauernder Geophyt mit einem ausgeprägten saisonalen Lebenszyklus, der an das mediterrane Klima angepasst ist und eine obligatorische sommerliche Ruhephase (Diapause) durchläuft. Während dieser fünf- bis sechsmonatigen Dormanz trocknen die Speicherwurzeln auf einen Wassergehalt von 8 bis 10 % aus, um heiße und trockene Bedingungen zu überdauern. Mit dem Einsetzen kühlerer Temperaturen und Regenfälle im Herbst (Oktober–November) rehydrieren die Wurzeln auf etwa 80 % Wassergehalt, woraufhin die vegetative Entwicklung der basalen Blattrosette beginnt.[2] Die Induktion der Blütenknospen erfolgt typischerweise nach der Bildung von sechs bis acht Laubblättern, wobei Temperaturen um 16 °C sowie Vernalisationsreize die Entwicklung begünstigen.[4] Die Bestäubung der im Spätwinter bis Frühsommer erscheinenden Blüten erfolgt primär durch Käfer der Gattung Amphicoma (Glaphyridae) sowie Bienen, die durch UV-reflektierende Petalen angelockt werden.[3] Da die Art selbstinkompatibel ist, ist eine Fremdbestäubung für den Fruchtansatz zwingend erforderlich, wobei viele gefüllte Zuchtformen jedoch steril sind oder eine reduzierte Fertilität aufweisen.[2][3] Nach erfolgreicher Befruchtung bilden sich nussartige Schließfrüchte (Achänen) mit hakenförmigen Schnäbeln, die eine Ausbreitung durch Tiere (Zoochorie) oder Wind ermöglichen.[3] Die Keimung der Samen erfolgt im Herbst bei kühlen Temperaturen unter 18 °C, wobei Sämlinge im Vergleich zu vegetativ vermehrten Pflanzen eine längere Entwicklungszeit von 12 bis 16 Wochen bis zur Blüte benötigen. Vegetativ vermehrt sich die Pflanze durch die Teilung der Speicherwurzeln, wobei pro Jahr etwa zwei bis fünf neue Tochterknollen gebildet werden.[2] Nach der Blütephase setzt im späten Frühjahr die Seneszenz ein, bei der Nährstoffe wie Stärke und Proteine in die Wurzelknollen verlagert werden, bevor die oberirdischen Teile absterben. Physiologisch wird der Übergang in die Ruhephase durch ein hormonelles Gleichgewicht zwischen Abscisinsäure und Gibberellinen gesteuert.[4] Ranunculus asiaticus geht symbiotische Beziehungen mit arbuskulären Mykorrhizapilzen ein, welche die Aufnahme von Nährstoffen, insbesondere Phosphor, in nährstoffarmen Böden verbessern.[3] Zu den natürlichen Feinden zählen Blattläuse, Spinnmilben und Schnecken, während Pilzpathogene wie Erysiphe-Arten (Echter Mehltau) oder Pythium Wurzelfäule verursachen können.[9] Als chemische Abwehr gegen Herbivoren dient das Glykosid Ranunculin, das bei Gewebeverletzung in das toxische und bitter schmeckende Protoanemonin umgewandelt wird.[8]
Vorkommen & Lebensraum
Das natürliche Verbreitungsgebiet von *Ranunculus asiaticus* konzentriert sich auf den östlichen Mittelmeerraum, Südwestasien und Teile Nordostafrikas.[1][2] Es umfasst spezifisch die südlichen Ägäischen Inseln wie Kreta, Karpathos und Rhodos sowie Zypern, die Türkei und die Levante (Libanon, Syrien, Israel, Palästina).[1][5] Östlich reicht das Areal bis in den Irak und den westlichen Iran, während in Afrika Vorkommen in Ägypten, Libyen und auf dem Sinai dokumentiert sind.[1][2] Die Art ist streng an das mediterrane Klima angepasst und benötigt milde, feuchte Winter für das Wachstum sowie heiße, trockene Sommer für die Dormanz.[6] In diesen Regionen besiedelt die Pflanze vorwiegend offene Grasländer, Brachflächen und die für das Mittelmeer typische Phrygana-Vegetation.[1][3] Als Standort werden gut durchlässige, sandige oder lehmige Substrate sowie felsige Hänge bevorzugt, da die Knollen empfindlich auf Staunässe reagieren.[2] Die vertikale Verbreitung beschränkt sich primär auf tieferliegende Ebenen und reicht bis in Höhenlagen von etwa 700 Metern.[1] Historisch gelangte die Art im 16. Jahrhundert durch Importe aus Südwestasien nach Italien und etablierte sich von dort aus in der westeuropäischen Gartenkultur. Aufgrund ihrer begrenzten Frosttoleranz ist *Ranunculus asiaticus* in Mitteleuropa und der DACH-Region nicht heimisch und übersteht strenge Winter im Freiland meist nicht.[2] Temperaturen unter -10 °C begrenzen eine natürliche Ausbreitung in kühleren Klimazonen (USDA-Zonen 8–10), weshalb sie dort fast ausschließlich als kultivierte Zierpflanze vorkommt.[2][7] In ihrem natürlichen Habitat, etwa in Israel, steht die Art unter Schutz, da Urbanisierung und landwirtschaftliche Expansion die Bestände bedrohen.[3] Auf isolierten Inselstandorten wie Rhodos zeigen die Populationen eine hohe Variabilität in Blütenfarbe und Form als Anpassung an die lokalen Gegebenheiten.[1]
Saisonalität & Aktivität
Ranunculus asiaticus ist ein Geophyt mit einem ausgeprägten saisonalen Lebenszyklus, der an die klimatischen Bedingungen des Mittelmeerraums angepasst ist. Die vegetative Aktivität beginnt im Herbst (Oktober bis November), sobald sinkende Temperaturen und einsetzende Niederschläge die Rehydrierung der Speicherwurzeln ermöglichen.[1] Während der kühlen Wintermonate bildet die Pflanze eine Blattrosette und neue Wurzeln aus, wobei das Wachstum bis in das Frühjahr andauert.[4] Die Blütezeit am Naturstandort erstreckt sich von Februar bis Mai, wobei die Blüteninduktion durch Temperaturen um 16 °C begünstigt wird.[5] Mit steigenden Temperaturen im späten Frühjahr (April bis Mai) welken die oberirdischen Pflanzenteile und die Pflanze tritt in die Seneszenz ein.[4] Um die heißen und trockenen Sommermonate zu überdauern, durchläuft die Art eine fünf- bis sechsmonatige Ruhephase (Dormanz).[1] In diesem Stadium trocknen die Wurzelknollen auf einen Wassergehalt von etwa 8 bis 10 % ein und der Stoffwechsel wird durch hormonelle Regulatoren wie Abscisinsäure minimiert.[4] Die Bestäubung erfolgt während der Blütephase vorwiegend durch Käfer der Gattung *Amphicoma*, die von den UV-reflektierenden Blütenblättern angezogen werden.[5] Ergänzend zeigt sich, dass das öffentliche Interesse an der Pflanze parallel zur Hauptblütezeit in den Monaten März und April seinen Höhepunkt erreicht.[1]
Źródła i odniesienia
- https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:712245-1
- https://www.missouribotanicalgarden.org/PlantFinder/PlantFinderDetails.aspx?taxonid=286205
- http://www.flowersinisrael.com/Ranunculusasiaticus_page.htm
- https://www.frontiersin.org/journals/plant-science/articles/10.3389/fpls.2019.00241/full
- https://flora.org.il/en/plants/ranasi/
- https://nph.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1469-8137.2004.01306.x
- https://plants.ces.ncsu.edu/plants/ranunculus-hybrids/
- https://poisonousplants.ansci.cornell.edu/php/plants.php?action=indiv&byname=common&keynum=71
- https://apsjournals.apsnet.org/doi/10.1094/PDIS-08-12-0743-PDN
- Literaturzusammenfassung: Ranunculus asiaticus