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Nasturcje Tropaeolum
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Taksonomia
Królestwo
Pflanzen (Plantae)
Typ
Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasa
Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Rząd
Brassicales (Brassicales)
Rodzina
Tropaeolaceae
Rodzaj
Tropaeolum
Gatunek
Tropaeolum
Nazwa naukowa
Tropaeolum L.
Zaakceptowana nazwa
Einleitung
Die **Kapuzinerkressen** (*Tropaeolum*) bilden die einzige Gattung innerhalb der Pflanzenfamilie der Kapuzinerkressengewächse (Tropaeolaceae), die molekularbiologisch der Ordnung der Kreuzblütlerartigen (Brassicales) zugeordnet wird.[1][2] Die etwa 94 akzeptierten Arten sind meist kletternde oder kriechende, krautige Pflanzen, deren natürliches Verbreitungsgebiet sich von Mexiko bis in das südliche Südamerika erstreckt.[1][3] Während einige Vertreter wie die Große Kapuzinerkresse (*Tropaeolum majus*) weltweit als Zierpflanzen kultiviert werden, spielen andere in den Anden als knollenbildende Nahrungspflanzen eine Rolle.[2][4] Der gelegentlich verwendete Trivialname „Nasturtium“ entstand historisch durch eine Verwechslung mit der geschmacklich ähnlichen, aber botanisch entfernten Brunnenkresse (*Nasturtium officinale*).[4][5]
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Fakten (kompakt)
- Der häufig verwendete Trivialname „Nasturtium“ leitet sich vom lateinischen Begriff *nāsus tortus* („verdrehte Nase“) ab, was auf den scharfen Geruch der Pflanzen anspielt, der ein Rümpfen der Nase provoziert.[10] - Historisch kam es im 16. Jahrhundert zu einer taxonomischen Verwirrung, bei der die Gattung aufgrund ihres pfeffrigen Geschmacks als *Nasturtium indicum* bezeichnet und fälschlicherweise mit der Brunnenkresse (*Nasturtium officinale*) assoziiert wurde. - Viele Arten der Gattung sind diözisch (zweihäusig getrenntgeschlechtig) und zeichnen sich durch dimorphe Staubblätter aus. - Die Früchte sind als Spaltfrüchte (Schizokarpien) ausgebildet, die bei der Reife in exakt drei einsamige, fleischige Teilfrüchte (Merikarpien) zerfallen. - Etwa 57 der bekannten Arten besitzen die Fähigkeit, Kletterhöhen von zwei Metern oder mehr zu erreichen. - Genetische Analysen der Plastiden-DNA (rbcL und trnL-F) belegen eine enge Verwandtschaft zu den Familien Akaniaceae und Bretschneideraceae. - In früheren botanischen Klassifikationssystemen, wie denen von Engler (1931) oder Cronquist (1988), wurde die Familie lange Zeit fälschlicherweise der Ordnung der Storchschnabelartigen (Geraniales) zugeordnet. - Die Pflanzen gedeihen bevorzugt auf leicht sauren Böden und benötigen oft keine Düngung, da sie an nährstoffarme Substrate angepasst sind.[10]
Name & Einordnung
Die Gattung *Tropaeolum* wurde im Jahr 1753 von Carl von Linné in seinem Werk *Species Plantarum* wissenschaftlich erstbeschrieben.[1][2] Der Gattungsname leitet sich vom griechischen Begriff *tropaion* (lateinisch *tropaeum*) ab, was „Trophäe“ bedeutet. Linné wählte diese Bezeichnung, da die runden, schildartigen Blätter und die helmförmigen, gespornten Blüten ihn an antike römische Siegeszeichen erinnerten, die mit den Waffen besiegter Feinde behängt waren.[2][4] Im deutschen Sprachraum ist der Name Kapuzinerkresse etabliert.[4] International wird häufig der Trivialname „Nasturtium“ verwendet, der sich vom lateinischen *nāsus tortus* („verdrehte Nase“) ableitet. Dieser Name spielt auf den scharfen, senfartigen Geruch der Pflanzen an, der ähnlich wie bei der Brunnenkresse (*Nasturtium officinale*) ein Rümpfen der Nase provoziert.[4][5] Historisch entstand diese Bezeichnung im 16. Jahrhundert, als die Pflanze aufgrund ihres pfeffrigen Geschmacks als *Nasturtium indicum* („Indische Kresse“) nach Europa eingeführt wurde.[5] *Tropaeolum* ist die einzige Gattung der Familie Tropaeolaceae.[2][3] Während frühere taxonomische Systeme, wie die von Engler (1931) oder Cronquist (1988), die Familie aufgrund der Blütenmorphologie den Geraniales zuordneten, belegen moderne molekularbiologische Studien die Zugehörigkeit zu den Brassicales.[2][5] Um die Monophylie der Gattung zu gewährleisten, wurden ehemals eigenständige Gattungen wie *Magallana* und *Trophaeastrum* als Synonyme zu *Tropaeolum* gestellt.[2]
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Die Vertreter der Gattung *Tropaeolum* sind krautige, meist einjährige oder ausdauernde Pflanzen mit fleischigen, oft kahlen Stängeln, die kriechend oder kletternd Wuchshöhen von bis zu 3 Metern erreichen.[2] Ein charakteristisches Bestimmungsmerkmal sind die wechselständigen, schildförmigen (peltaten) Laubblätter, deren Blattstiel zentral an der runden bis nierenförmigen Spreite ansetzt.[2][3] Die Blattspreiten messen typischerweise 3 bis 10 cm im Durchmesser und weisen 6 bis 9 strahlenförmig verlaufende Hauptnerven auf. Die Oberseite der Blätter ist meist dunkelgrün gefärbt, während die Unterseite blasser erscheint. Die auffälligen, zygomorphen Blüten stehen einzeln in den Blattachseln an bis zu 22 cm langen Blütenstielen und bilden eine trichterförmige Struktur von 2,5 bis 6 cm Breite.[2] Der Kelch setzt sich aus fünf Kelchblättern zusammen, wobei das hintere in einen markanten, 2,5 bis 4 cm langen Nektarsporn ausgezogen ist, der oft leicht gebogen erscheint.[2][3] Die fünf Kronblätter sind heteromorph gestaltet; häufig sind die oberen zwei spatelförmig, während die unteren drei am Rand gefranst (ciliat) sind. Die Grundfärbung der Blüten reicht von leuchtendem Gelb und Orange bis hin zu Rot und Cremetönen, gelegentlich ergänzt durch dunklere Zeichnungsmuster. Männliche Blütenorgane umfassen acht dimorphe Staubblätter unterschiedlicher Länge, während der weibliche Fruchtknoten oberständig und dreilappig ist. Die Frucht entwickelt sich zu einer kugeligen, 1,5 bis 2,5 cm großen Spaltfrucht, die bei der Reife in drei einsamige Teilfrüchte (Merikarpien) zerfällt. Diese Merikarpien sind auf einer Seite gerippt und können je nach Art eine glatte, geflügelte oder warzige Oberfläche aufweisen. Die Samen sind mit 10 bis 15 mm Länge relativ groß, länglich und oft von einer strukturierten Schale umgeben.[2] Während viele Arten Faserwurzeln besitzen, bilden Spezies wie *Tropaeolum tuberosum* essbare Speicherknollen aus. Abweichend von der typischen Schildform zeigt *Tropaeolum peregrinum* tief gelappte Blätter und stark gefranste Blütenblätter.[4]
Beschreibung
Die Gattung *Tropaeolum* umfasst etwa 94 Arten krautiger Blütenpflanzen, die sich primär durch ihre fleischigen, oft sukkulenten Stängel und die charakteristischen schildförmigen (peltaten) Blätter auszeichnen.[1][2] Ein herausragendes anatomisches Merkmal ist die Kletterstrategie vieler Arten, die keine spezialisierten Ranken ausbilden, sondern ihre sensiblen Blattstiele (Petiolen) nutzen, um sich an der umgebenden Vegetation emporzuwinden.[2][4] Im natürlichen Lebensraum, vorwiegend in den feuchten Unterholzbereichen der Andenwälder und auf montanen Hängen, bilden sie oft dichte vegetative Matten oder klettern bis zu drei Meter hoch.[1][4] Neben den kletternden Formen existieren auch geophytische Arten wie *Tropaeolum tuberosum*, die unterirdische Knollen als Speicherorgane ausbilden, um in rauen Höhenlagen zu überdauern.[2][4] Die Blätter sind meist wechselständig angeordnet, kreisrund bis nierenförmig und weisen eine handförmige Aderung auf, die vom zentralen Blattstielansatz ausstrahlt.[3][5] Die Blüten sind zygomorph und besitzen einen auffälligen Nektarsporn, der durch die Verlängerung des hinteren Kelchblattes gebildet wird und oft lebhaft gelb, orange oder rot gefärbt ist.[3][2] Dieser Sporn dient als funktionale Anpassung an spezifische Bestäuber wie Kolibris, die den zuckerreichen Nektar tief im Inneren erreichen können.[4][5] Historisch verglich Carl von Linné die runde Blattform mit den Schilden und die helmförmigen Blüten mit den Helmen antiker Krieger, was zum Gattungsnamen *Tropaeolum* (von griechisch *tropaion* für Siegestrophäe) führte.[4][2] Während die bekannte Garten-Kapuzinerkresse (*Tropaeolum majus*) zwittrige Blüten trägt, sind viele Wildarten diözisch, besitzen also getrennte männliche und weibliche Individuen. Männliche Blüten zeichnen sich oft durch dimorphe Staubblätter unterschiedlicher Länge aus, während weibliche Blüten einen dreilappigen Fruchtknoten aufweisen.[5] Die Frucht entwickelt sich zu einer Spaltfrucht (Schizokarp), die bei Reife in drei einzamige Teilfrüchte zerfällt, welche oft eine runzelige oder gerippte Oberfläche besitzen.[2][5] Chemisch ist die Gattung durch das Vorhandensein von Glucosinolaten (Senfölglykosiden) definiert, die beim Zerreiben der Gewebe einen scharfen, senfartigen Geruch freisetzen und als Fraßschutz dienen.[4][2] Diese biochemische Eigenschaft teilen sie mit der nicht verwandten Brunnenkresse (*Nasturtium officinale*), was historisch zu taxonomischen Verwirrungen und dem englischen Trivialnamen "Nasturtium" führte.[4] Im Gegensatz zu den Geraniaceae, denen sie früher aufgrund oberflächlicher Blütenähnlichkeiten zugeordnet wurden, fehlen den Kapuzinerkressen Fruchtträger (Karpophore) und sie besitzen den diagnostisch relevanten Blütensporn.[5][2] Der Lebenszyklus variiert stark zwischen den einjährigen Arten, die schnelle Keimung und Wachstum zeigen, und den ausdauernden Arten, die Rhizome oder Knollen zur Überwinterung nutzen.[5][4]
Verhalten
Die Arten der Gattung *Tropaeolum* zeigen ausgeprägte Wachstumsbewegungen, indem sie ihre Blattstiele (Petiolen) als sensitive Greiforgane nutzen, um sich an umgebender Vegetation emporzuziehen.[2] Diese kletternde Strategie ermöglicht es Vertretern wie *Tropaeolum speciosum*, Höhen von bis zu drei Metern zu erreichen, während andere Arten kriechende Wuchsformen ausbilden. Im Bereich der reproduktiven Interaktionen steuern die Pflanzen das Verhalten von Bestäubern gezielt durch die Nektarproduktion in ihren Spornen. Bei *Tropaeolum pentaphyllum* steigt die Zuckerkonzentration des Nektars während der männlichen Phase auf 27 bis 63 % an, um Kolibris als effektive Pollenüberträger zu belohnen.[4] *Tropaeolum majus* bietet hingegen saccharosereichen Nektar, der primär Bienen anlockt und den Pollentransfer durch direkten Körperkontakt fördert. Zur chemischen Abwehr und Kommunikation synthetisieren die Pflanzen Glucosinolate, die bei Gewebeverletzung in toxische Isothiocyanate umgewandelt werden. Diese Verbindungen wirken als Biofumigantien, die das Verhalten von Bodenschädlingen unterdrücken und beispielsweise pflanzenparasitäre Nematoden wie *Xiphinema americanum* abtöten.[5] Ökologisch fungieren Kapuzinerkressen zudem als Fangpflanzen, die Blattläuse von benachbarten Kulturen ablenken und so indirekt das Schädlingsverhalten in der Umgebung beeinflussen. Die Samenverbreitung erfolgt teils mechanisch durch das Aufplatzen der Spaltfrüchte, teils durch Endozoochorie, wobei Vögel wie die Rotbauchdrossel (*Turdus rufiventris*) die fleischigen Früchte verzehren und die Samen ausscheiden.[4]
Ökologie
Ökologisch fungieren *Tropaeolum*-Arten als wichtige Nektarquellen in hochgelegenen Ökosystemen, wobei sie oft spezialisierte Beziehungen zu Bestäubern unterhalten.[2] Kolibris sind essenzielle Bestäuber für Arten wie *Tropaeolum pentaphyllum*, deren rote Sporne zuckerreichen Nektar produzieren.[4] Bei *Tropaeolum majus* spielen Bienen eine signifikante Rolle, die durch saccharosereichen Nektar angelockt werden und den Pollentransfer begünstigen.[5] Die Samenverbreitung erfolgt primär autochthon durch das Aufspringen der Spaltfrüchte oder durch Endozoochorie, wenn Vögel wie die Rotbauchdrossel (*Turdus rufiventris*) die fleischigen Früchte verzehren.[4] In ihrem natürlichen Habitat in den Anden besiedeln die Pflanzen bevorzugt feuchte Nebelwälder und felsige Hänge, wo sie kühle und gut durchlässige Böden benötigen.[1][4] Zu den natürlichen Feinden gehören Blattläuse (*Myzus persicae*) sowie Raupen des Kohlweißlings, welche die Vitalität der Pflanzen beeinträchtigen können.[7][4] Chemisch verteidigen sich die Pflanzen durch Glucosinolate, die im Boden zu Isothiocyanaten hydrolysieren und eine biofumigante Wirkung gegen pflanzenparasitäre Nematoden wie *Xiphinema americanum* entfalten.[5][4] In nicht-heimischen Gebieten können sich Arten wie *Tropaeolum majus* invasiv verhalten, indem sie dichte Matten bilden, die die heimische Unterwuchsvegetation verdrängen und Nährstoffkreisläufe stören.[2][4]
Bedeutung, Schäden & Prävention
Im ökologischen Gartenbau fungieren *Tropaeolum*-Arten primär als Nützlinge, da sie Bestäuber anlocken und durch ihren scharfen Geruch Schädlinge von benachbarten Kulturen fernhalten.[2][4] Als sogenannte Opferpflanzen ziehen sie gezielt Blattläuse an, um Nutzpflanzen wie Kohl oder Radieschen zu schützen.[4][5] Zu den häufigsten Schädlingen an der Pflanze selbst zählen die Schwarze Bohnenlaus, Raupen des Kohlweißlings sowie Nacktschnecken, die das weiche Gewebe fressen.[7][4] Ein Befall äußert sich typischerweise durch Fraßspuren an den Blättern oder eine durch Saftsauger wie *Myzus persicae* reduzierte Vitalität. Außerhalb ihres nativen Verbreitungsgebiets, beispielsweise in Küstenregionen Kaliforniens und Australiens, wird besonders *Tropaeolum majus* jedoch als invasiver Schädling klassifiziert, der durch dichte Mattenbildung die heimische Flora verdrängt.[2][4] In der Landwirtschaft nutzt man das biofumigante Potenzial der Pflanzen, da die enthaltenen Glucosinolate im Boden zu Isothiocyanaten hydrolysieren, welche pflanzenparasitäre Nematoden wie *Xiphinema americanum* abtöten.[4][5] Medizinisch relevant ist das aus Gluconasturtiin gebildete Benzylisothiocyanat, das antibakterielle Eigenschaften gegen Erreger wie *Escherichia coli* und *Staphylococcus aureus* aufweist.[5] Extrakte werden therapeutisch bei Atemwegsinfektionen wie Bronchitis und Sinusitis sowie bei Harnwegsinfekten eingesetzt.[9][4] Aufgrund goitrogener Effekte sollten Personen mit Hypothyreose sowie Schwangere und Stillende auf eine medizinische Anwendung verzichten.[4] Zur physikalischen Bekämpfung von Schädlingsbefall im Garten empfiehlt sich das Abspülen von Blattläusen mit einem starken Wasserstrahl sowie das manuelle Absammeln von Raupen.[5][7] Präventiv ist zur Vermeidung von Pilzerkrankungen wie Wurzelfäule auf gut durchlässige Böden zu achten, da Staunässe die Pflanzen schwächt.[4][7]
Wirtschaftliche Bedeutung
Die wirtschaftliche Bedeutung der Gattung *Tropaeolum* manifestiert sich primär in ihrer agrarökologischen Funktion als Nützlingspflanze sowie als regionale Nahrungskultur.[2] Im kommerziellen und privaten Gartenbau wird insbesondere *Tropaeolum majus* gezielt als Fangpflanze („trap crop“) eingesetzt, um Schädlinge wie Blattläuse von ökonomisch wertvollen Kulturen wie Kohl (*Brassica*) oder Radieschen abzulenken und so den Pestizideinsatz zu verringern.[5] Darüber hinaus besitzt die Art signifikantes Potenzial als Biofumigans, da die in der Pflanze enthaltenen Glucosinolate im Boden zu Isothiocyanaten hydrolysieren, die pflanzenparasitäre Nematoden effektiv bekämpfen. Studien belegen eine nematozide Wirkung gegen *Xiphinema americanum* mit einer LC50 von 0,6 mg Trockenmaterial pro Kubikzentimeter Substrat bei der Einarbeitung als Gründüngung.[8] In den Andenregionen von Kolumbien bis Bolivien stellt *Tropaeolum tuberosum* (Mashua) eine wichtige landwirtschaftliche Ressource dar, die aufgrund ihrer hohen Erträge und Lagerfähigkeit zur Ernährungssicherung beiträgt.[4] Industrielle Verwertung finden Extrakte der Blüten, deren Anthocyane und Carotinoide als natürliche Farbstoffe für Textilien und potenzielle Photosensibilisatoren in Solarzellen dienen.[5] Der pharmazeutische Sektor nutzt die antimikrobiellen Eigenschaften der Senföle in standardisierten Präparaten zur Behandlung von Infektionskrankheiten, was einen relevanten Marktanteil bei pflanzlichen Arzneimitteln darstellt.[9] Demgegenüber stehen wirtschaftliche Aufwendungen für das Management invasiver Bestände in Regionen wie Kalifornien und Australien, wo verwilderte *Tropaeolum*-Arten native Küstenökosysteme überwuchern und die lokale Biodiversität bedrohen.[2]
Nasturcje Obrazy i zdjęcia prawdziwych obserwacji
8 zdjęćBiologie & Lebenszyklus
Die Fortpflanzungsbiologie der Gattung *Tropaeolum* ist durch zygomorphe Blüten gekennzeichnet, die oft eine Protandrie aufweisen, bei der die männlichen Organe vor den weiblichen reifen, um Selbstbestäubung zu minimieren.[4][3] Die Bestäubung erfolgt primär durch Kolibris, insbesondere bei andinen Arten wie *Tropaeolum pentaphyllum*, sowie durch Bienen, die vom zuckerreichen Nektar in den Blütenspornen angelockt werden.[4][5] Obwohl Fremdbestäubung vorherrscht, besitzen Arten wie *Tropaeolum majus* eine partielle Selbstkompatibilität, die bei fehlenden Bestäubern eine Samenbildung ermöglicht. Der Lebenszyklus beginnt mit der Keimung der großen Samen, die oft eine harte Schale aufweisen und bei Bodentemperaturen von 13 bis 18 °C innerhalb von 7 bis 14 Tagen keimen. Nach der Keimung folgt bei einjährigen Arten ein rasches vegetatives Wachstum, während ausdauernde Spezies wie *Tropaeolum tuberosum* Speicherknollen bilden. Diese unterirdischen Organe ermöglichen den Pflanzen, ungünstige Perioden in einer physiologischen Ruhephase (Dormanz) zu überdauern, wobei die Knollen frostfrei gelagert werden müssen.[4] Die Fruchtentwicklung mündet in einen Schizokarp, der bei Reife in drei einzelsamige Teilfrüchte (Merikarpien) zerfällt.[3] Die Verbreitung der Samen erfolgt oft mechanisch durch das Aufplatzen der Frucht oder durch Endozoochorie, bei der Vögel wie die Rotbauchdrossel (*Turdus rufiventris*) die fleischigen Früchte verzehren.[4] Physiologisch sind viele *Tropaeolum*-Arten an kühle Montanklimate angepasst und zeigen ein Wachstumsoptimum bei moderaten Temperaturen zwischen 15 und 20 °C.[5] Hitze und übermäßig nährstoffreiche Böden fördern zwar die Blattmasse, hemmen jedoch die Blütenbildung signifikant.[2] Die meisten Arten sind nicht frosthart und sterben bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt ab, weshalb sie in kühleren Zonen oft nur einjährig gedeihen.[4] Ökologisch fungieren Kapuzinerkressen als Wirtspflanzen für die Larven von Kohlweißlingen und werden häufig von Blattläusen wie *Myzus persicae* besiedelt.[7][4] Aufgrund dieser Attraktivität für Herbivoren werden sie in der Landwirtschaft gezielt als Fangpflanzen eingesetzt, um Schädlinge von Nutzpflanzen fernzuhalten.[2] Chemisch verteidigen sich die Pflanzen durch Glucosinolate, die im Boden zu Isothiocyanaten hydrolysieren und nematizide Wirkungen gegen Wurzelparasiten entfalten.[5]
Vorkommen & Lebensraum
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Gattung *Tropaeolum* erstreckt sich über die Neotropis, von Südost-Mexiko über Zentralamerika bis nach Patagonien im südlichen Südamerika.[1][3] Ein ausgeprägtes Diversitätszentrum liegt in den Anden, wo die Mehrheit der rund 94 akzeptierten Arten von Kolumbien bis Bolivien heimisch ist.[1][4] In ihrem natürlichen Habitat besiedeln diese Pflanzen vorwiegend kühle, feuchte Bergwälder, Nebelwälder und felsige Hänge. Viele Arten sind an hochmontane Ökosysteme angepasst; so wächst beispielsweise *Tropaeolum tuberosum* in Höhenlagen zwischen 2.000 und 4.000 Metern.[4] Sie bevorzugen dort gut durchlässige, leicht saure Böden im Unterwuchs von Wäldern oder an Flussufern, oft in halbschattigen Lagen.[3][2] Die Einführung nach Europa begann im 16. Jahrhundert, nachdem spanische Entdecker die Pflanzen in den Anden vorfanden.[2] Heute ist die Gattung, insbesondere die Große Kapuzinerkresse (*Tropaeolum majus*), weltweit in gemäßigten und subtropischen Zonen als Zier- und Nutzpflanze verbreitet.[3] In vielen Regionen außerhalb des nativen Areals, darunter Teile Nordamerikas, Australiens und Europas, sind Vertreter der Gattung verwildert und haben sich als Neophyten etabliert.[3][5] Speziell in Küstengebieten Kaliforniens und Australiens gilt *Tropaeolum majus* als invasiv, da sie in Dünen und Buschland dichte Matten bildet, die die heimische Vegetation verdrängen.[5] Im deutschsprachigen Raum (DACH) kommen Kapuzinerkressen primär in Gärten vor, treten jedoch gelegentlich unbeständig an Ruderalstellen oder Wegrändern auf.[3] Da die meisten Arten frostempfindlich sind und Temperaturen unter -7 °C nicht überleben, ist ihr dauerhaftes Vorkommen in kühleren Klimazonen oft auf die wärmere Jahreszeit beschränkt oder erfordert geschützte Standorte. Ökologisch fungieren sie in gestörten Habitaten oft als Pionierpflanzen, die offene Böden rasch bedecken.[5]
Saisonalität & Aktivität
Die Wachstumszyklen der *Tropaeolum*-Arten variieren stark je nach klimatischer Zone und Art, wobei sie als einjährige Pflanzen oder ausdauernde Stauden auftreten.[2] In gemäßigten Breiten blüht die weit verbreitete Große Kapuzinerkresse (*Tropaeolum majus*) kontinuierlich vom Sommer bis in den Herbst, wobei die Blütezeit erst mit dem ersten Frost endet. Die physiologische Aktivität ist dabei temperaturabhängig; während die Keimung Bodentemperaturen über 10 °C erfordert, liegt das Wachstumsoptimum in kühlen Sommern bei 15 bis 20 °C.[5][4] Übermäßige Hitze kann die generative Phase hemmen und fördert oft das vegetative Blattwachstum auf Kosten der Blütenbildung.[5] Da viele Arten frostempfindlich sind und Temperaturen unter -7 °C nicht überleben, sterben sie in kälteren Regionen im Winter oberirdisch ab.[2] Knollenbildende Arten wie *Tropaeolum tuberosum* überdauern im Boden oder müssen in frostgefährdeten Gebieten im Herbst ausgegraben und trocken gelagert werden. Eine abweichende Phänologie zeigt *Tropaeolum polyphyllum*, das im Frühling wächst und bereits im Sommer in eine Ruhephase (Dormanz) eintritt.[4] Die Bestäubung erfolgt tagaktiv, da die Blüten Nektar produzieren, der spezifisch auf die Aktivitätszeiten von Kolibris und Bienen abgestimmt ist.[5][4] Bei *Tropaeolum pentaphyllum* wurde nachgewiesen, dass die Nektarkonzentration während der männlichen Phase ihren Höhepunkt erreicht, um Bestäuber effizient anzulocken.[4] Das öffentliche Suchinteresse in Deutschland korreliert mit diesen biologischen Phasen und zeigt deutliche Spitzenwerte zu Beginn der Pflanzzeit im April sowie im Oktober.[6]
Źródła i odniesienia
- https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:30002592-2
- https://naturalhistory.si.edu/sites/default/files/media/file/tropaeolaceae.pdf
- http://floranorthamerica.org/Tropaeolum
- https://www.sciencedirect.com/topics/agricultural-and-biological-sciences/tropaeolum-tuberosum
- https://hort.extension.wisc.edu/articles/nasturtium-tropaeolum-majus/
- Zeitreihen-Analyse: Suchinteresse (aggregiert)
- https://extension.umaine.edu/gardening/2023/07/06/what-are-the-small-black-bugs-on-my-nasturtiums/
- https://www.ars.usda.gov/ARSUserFiles/2279/2004-Abstract-JON36(3).pdf
- https://pharmacologyonline.silae.it/files/archives/2021/vol3/PhOL_2021_3_A103_Budniak.pdf
- Literaturzusammenfassung: Tropaeolum (Fact-checked summary, 3 weeks ago)