Fakten (kompakt)
- Dolchwespen der Art *Scolia sexmaculata* parasitieren die Larven des Zottigen Rosenkäfers, indem sie die im Boden vergrabenen Engerlinge aufspüren, diese betäuben und anschließend ihre Eier auf dem Wirt ablegen.[9] - Biochemische Analysen der Corpora cardiaca identifizierten bei der Art das Neuropeptid Melme-CC (pQ LNYSPDW amid), ein Adipokinetisches Hormon. - *Tropinota hirta* synthetisiert zudem das Peptid Pacsi-AKH (pQ INLTTGW amid), welches ursprünglich bei dem verwandten Rosenkäfer *Pachnoda sinuata* entdeckt wurde. - In massenspektrometrischen Untersuchungen zeigte sich ein ungewöhnliches, strukturell mit Pacsi-AKH verwandtes Peptid (m/z 994.431), das durch eine hohe Instabilität gekennzeichnet ist und während der Analyse leicht 80 Masseneinheiten verliert.[11] - In vergleichenden Studien zur visuellen Ökologie diente die Art als Referenz für Insekten ohne Rot-Rezeptoren, da sie in Feldversuchen im Gegensatz zu rot-sensitiven Glaphyridae-Arten rote Farbfallen fast vollständig mied.[6]
Der Zottige Rosenkäfer (*Tropinota hirta*) ist eine Art aus der Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae), die systematisch der Unterfamilie der Rosenkäfer (Cetoniinae) zugeordnet wird. Innerhalb dieser Gruppe gehört der Käfer zum Tribus Cetoniini und der Gattung *Tropinota*. Die wissenschaftliche Erstbeschreibung erfolgte im Jahr 1761 durch Poda unter dem Namen *Cetonia hirta*. Ein weiteres historisches Synonym ist *Cetonia hirtella*, welches 1767 von Linnaeus eingeführt wurde. In der Literatur ist zudem die Kombination *Epicometis hirta* (Poda, 1761) als Synonym bekannt.[2] Neben *Tropinota hirta* wird in der Gattung auch die verwandte Art *Tropinota squalida* geführt, die ebenfalls als Schädling auftreten kann.[3]
Die adulten Exemplare von *Tropinota hirta* weisen eine matte, schwarze Grundfärbung auf und erreichen eine Körperlänge zwischen 8 und 11 mm. Ein markantes Bestimmungsmerkmal ist die auf der Körperoberseite befindliche, nach oben abstehende Behaarung. Die Deckflügel sind mit einem Muster aus weißen Flecken versehen. Das Erscheinungsbild ähnelt stark dem des Trauer-Rosenkäfers, wobei sich die Arten primär durch die abweichende Anordnung der weißen Flecken unterscheiden lassen. Die Larvenstadien sind als Engerlinge bekannt und leben im Boden vergraben.[4]
Der Zottige Rosenkäfer (*Tropinota hirta*) ist ein Käfer aus der Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae) und wird systematisch der Unterfamilie der Rosenkäfer (Cetoniinae) zugeordnet. Die adulten Individuen erreichen eine Körpergröße von 8 bis 11 Millimetern und weisen eine matte, schwarzgefärbte Grundfärbung auf. Ein charakteristisches morphologisches Merkmal, das die Art von vielen anderen Rosenkäfern unterscheidet, ist die starke Behaarung auf der Oberseite. Diese Haare stehen nach oben ab und verleihen dem Käfer sein namensgebendes, zottiges Erscheinungsbild. Auf den Deckflügeln (Elytren) befindet sich ein Muster aus weißen Flecken, das in seiner Ausprägung variieren kann. Im Feld ist eine Verwechslung mit dem sehr ähnlichen Trauer-Rosenkäfer (*Oxythyrea funesta*) möglich, jedoch weicht dessen Fleckenmuster von dem des Zottigen Rosenkäfers ab.[6] Biochemische Untersuchungen der Corpora cardiaca zeigen, dass *Tropinota hirta* spezifische Neuropeptide synthetisiert, darunter das Octapeptid Melme-CC sowie ein weiteres, artspezifisches Peptid.[2] Die Art gilt als wärmeliebend und bevorzugt entsprechende Habitate, wobei die adulten Tiere phänologisch vor allem in den Monaten April bis Juni auftreten. Die Larven, klassische Engerlinge, entwickeln sich im Boden und ernähren sich dort von moderndem Holz. Diese im Boden vergrabenen Larven dienen zudem als Wirt für Dolchwespen der Art *Scolia sexmaculata*, welche ihre Eier auf den betäubten Engerlingen ablegen. Historisch wurde die Art erstmals 1761 von Poda unter dem Namen *Cetonia hirta* wissenschaftlich beschrieben. In der Literatur finden sich zudem Synonyme wie *Epicometis hirta* oder *Cetonia hirtella*.[6] Aus landwirtschaftlicher Sicht ist relevant, dass die Käfer gelegentlich als Schädlinge im Wein- und Obstbau auftreten, da sie Blüten und Früchte beschädigen können. Zur chemischen Kommunikation und Orientierung reagiert die Art auf spezifische flüchtige Verbindungen wie 1-Octen-3-ol oder Geranylaceton.[3]
Die adulten Käfer sind tagaktiv und ernähren sich primär von Blütenpollen, wobei sie eine ausgeprägte Vorliebe für gelbblühende Pflanzen zeigen.[8] In vergleichenden Feldstudien mit Farbfallen reagierte *Tropinota hirta* am stärksten auf weiße und gelbe optische Reize, während blaue Fallen mäßig und rote Fallen kaum angeflogen wurden.[2] Neben der visuellen Orientierung spielt die chemische Wahrnehmung eine wesentliche Rolle: Die Art reagiert auf spezifische flüchtige Verbindungen wie 1-Octen-3-ol, Nonanal, Geranylaceton, Octan-2-on und Hexanol, was auf eine olfaktorische Steuerung des Suchverhaltens hindeutet.[3] Die Käfer treten oft in Gruppen auf und können bei Massenbefall, insbesondere in Obstplantagen und Weinbergen, erhebliche Fraßschäden an Blüten verursachen.[8][3] Die Larven entwickeln sich in moderndem Holz im Boden, wo sie jedoch Fressfeinden ausgesetzt sind. Ein spezifischer Parasitoid ist die Dolchwespe *Scolia sexmaculata*, deren Weibchen die im Erdreich vergrabenen Engerlinge aufspüren, betäuben und mit einem Ei belegen, woraufhin die Wespenlarve den Käferwirt verzehrt.[8]
Der Zottige Rosenkäfer (*Tropinota hirta*) ist eine wärmeliebende Art, deren Imagines in den Monaten April bis Juni zu beobachten sind. Die erwachsenen Käfer ernähren sich primär von Blütenpollen, wobei sie häufig gelbblühende Blumen sowie Obstbaumblüten aufsuchen.[7] Ein Massenbefall kann in Obstplantagen und im Weinbau zu erheblichen wirtschaftlichen Schäden an Blüten und Früchten führen.[7][3] Chemisch-ökologische Untersuchungen identifizierten flüchtige Verbindungen wie 1-Octen-3-ol, Nonanal und Geranylaceton als relevante Reizstoffe für das olfaktorische System der Käfer, was zur Entwicklung von Lockstoffen in der Schädlingsbekämpfung genutzt wird.[3] Die Larven entwickeln sich als Zersetzer in moderndem Holz. Ein spezifischer Parasitoid der Larven ist die Dolchwespe *Scolia sexmaculata*. Diese Wespenart spürt die im Boden vergrabenen Engerlinge auf, betäubt sie und nutzt sie als Wirt für den eigenen Nachwuchs.[7] In Studien zur visuellen Ökologie wurde *Tropinota hirta* häufig als Beifang in Farbfallen registriert, wobei die Art im Vergleich zu anderen Glaphyriden weniger spezialisierte Farbpräferenzen zeigte, jedoch auf blaue, weiße und gelbe Reize reagierte. Physiologisch ist die Art durch die Produktion spezifischer Neuropeptide aus der Familie der Adipokinetic Hormones (AKH) charakterisiert, die den Energiestoffwechsel während des Fluges steuern.[2]
Der Zottige Rosenkäfer (*Tropinota hirta*) nimmt eine ökologische Doppelrolle ein, da die Art in Mitteleuropa teils als gefährdet gilt, bei Massenvermehrung jedoch ökonomische Schäden verursachen kann. Die adulten Käfer ernähren sich primär von Pollen und zerstören dabei die Blütenorgane, was insbesondere im Obstbau und bei gelbblühenden Zierpflanzen zu Ernteausfällen führt. Ein starker Befall kann die generative Vermehrung der Wirtspflanzen durch den Fraß an den Blüten vollständig unterbinden. Im Gegensatz dazu sind die im Boden lebenden Larven unschädlich für lebende Wurzeln, da sie sich von moderndem Holz ernähren. Zur natürlichen Regulation tragen parasitoide Insekten wie die Dolchwespe *Scolia sexmaculata* bei, deren Larven sich von den Engerlingen des Käfers ernähren.[10] Im landwirtschaftlichen Management, speziell im Weinbau, werden flüchtige organische Verbindungen wie 1-Octen-3-ol, Nonanal und Geranylaceton zur Bekämpfung eingesetzt. Diese Substanzen dienen dazu, die Käfer über ihr olfaktorisches System anzulocken oder zu verwirren, um Schäden an Blüten und Früchten zu reduzieren.[3] Ergänzend wird an der Entwicklung spezifischer „grüner Insektizide“ geforscht, die auf Neuropeptiden (Adipokinetischen Hormonen) basieren und selektiv auf Schädlinge wirken, ohne Bestäuber wie Honigbienen zu gefährden. Die Forschung identifizierte bei *Tropinota hirta* spezifische Peptidsequenzen wie Pacsi-AKH, die als Ausgangspunkt für solche wirkstoffbasierten Bekämpfungsstrategien dienen. Für das Monitoring der Populationen eignen sich Farbfallen, da die Käfer visuell auf Farbreize reagieren und beispielsweise in weißen, blauen oder gelben Fallen nachgewiesen werden können.[2]
Die wirtschaftliche Bedeutung von *Tropinota hirta* ist ambivalent, da die Art sowohl als Agrarschädling als auch als ökologisch relevanter Bestäuber auftritt.[9][2] Ein Massenbefall der Käfer kann zu starken Schäden an den Blüten von Obstbäumen führen, was Ernteverluste zur Folge hat.[9] Insbesondere im Weinbau verursacht der Käfer Probleme, da er Blüten und Früchte der Reben beschädigt.[2][3] Zur gezielten Bekämpfung in landwirtschaftlichen Kulturen wurden Verfahren entwickelt, die flüchtige Verbindungen wie 1-Octen-3-ol, Nonanal oder Geranylaceton nutzen, um die Schädlinge anzulocken oder zu verwirren.[3] Dem gegenüber steht die wichtige Funktion von *Tropinota hirta* als Bestäuber, insbesondere im Mittelmeerraum.[2] Die Käfer sind auf die Bestäubung roter, schüsselförmiger Blüten der sogenannten „Mohn-Gilde“ (z. B. *Papaver*, *Anemone*, *Tulipa*) spezialisiert, die von anderen Insekten oft weniger frequentiert werden. Diese ökologische Nische macht sie zu bedeutenden Akteuren für den Erhalt der entsprechenden Pflanzenpopulationen.[2]