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waleriana Waleriana

waleriana

Taksonomia

Królestwo Pflanzen (Plantae)
Typ Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasa Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Rząd Dipsacales (Dipsacales)
Rodzina Caprifoliaceae
Rodzaj Valeriana
Gatunek Valeriana
Nazwa naukowa Valeriana L.
Zaakceptowana nazwa

Einleitung

*Valeriana* (Baldrian) ist eine weltweit verbreitete Pflanzengattung aus der Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae), die über 400 vorwiegend ausdauernde, krautige Arten umfasst.[1][2] Die Pflanzen zeichnen sich durch bilateralsymmetrische Blüten mit Nektarsporn sowie charakteristisch riechende Inhaltsstoffe wie Valepotriate in den Wurzeln und Rhizomen aus.[3] Insbesondere der Echte Baldrian (*Valeriana officinalis*) findet aufgrund seiner sedierenden Wirkung breite Anwendung als Arzneipflanze.[4]

Fakten (kompakt)

- Die Gattung wird taxonomisch der Ordnung der Kardenartigen (Dipsacales) zugeordnet. - Aktuelle Klassifikationen verzeichnen exakt 441 akzeptierte Arten sowie zahlreiche Hybriden. - Etwa 160 Arten in den südamerikanischen Anden gehören spezifisch zum Untergenus *Phyllactis* und sind an Paramo-Habitate in Höhenlagen zwischen 3000 und 5000 Metern angepasst. - Botanisch zeichnen sich die Pflanzen durch unterständige Fruchtknoten und die Ausbildung von Achänen als Früchte aus. - Die Laubblätter sind gegenständig angeordnet und in ihrer Form meist gefiedert oder einfach.[8] - Taxonomische Revisionen führten zur Eingliederung von 32 ehemaligen Gattungen (z. B. *Centranthus*, *Fedia*, *Plectritis*) als Synonyme in die Gattung *Valeriana*. - Zur Klärung der phylogenetischen Verwandtschaftsverhältnisse wurden spezifische genetische Marker wie rbcL- und ITS-Sequenzen herangezogen.[8]

Name & Einordnung

Die wissenschaftliche Erstbeschreibung der Gattung *Valeriana* erfolgte 1753 durch Carl von Linné in dessen fundamentalem Werk *Species Plantarum*.[3] Etymologisch leitet sich der Gattungsname vom lateinischen *Valerianus* ab, was vermutlich auf den römischen Kaiser Publius Licinius Valerianus (253–260 n. Chr.) zurückgeht, der die Pflanze zur gesundheitlichen Stärkung genutzt haben soll. Alternativ wird der Name oft mit dem lateinischen Verb *valere* („gesund sein“ oder „stark sein“) in Verbindung gebracht, was auf die kräftigende Wirkung in der traditionellen Medizin anspielt. Im Deutschen trägt die Gattung den Trivialnamen Baldrian, während sie im englischen Sprachraum als „Valerian“ oder historisch als „All-heal“ bekannt ist.[3] Systematisch wird *Valeriana* heute in die Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae) innerhalb der Ordnung der Kardenartigen (Dipsacales) gestellt.[3][2] Früher bildete die Gattung den Typus der eigenständigen Familie Valerianaceae (Baldriangewächse), die jedoch nach molekularphylogenetischen Untersuchungen in die erweiterten Caprifoliaceae eingegliedert wurde.[3] Neuere taxonomische Revisionen haben den Umfang der Gattung beträchtlich erweitert, indem 32 ehemalige Gattungen, darunter *Centranthus*, *Fedia* und *Plectritis*, als Synonyme zu *Valeriana* gestellt wurden. Diese Zusammenlegung basiert auf morphologischen Analysen und DNA-Sequenzdaten, die zeigten, dass die früheren Abgrenzungen polyphyletisch waren.[1] Auch die ehemals eigenständige Gattung *Aretiastrum* wird heute aufgrund molekularer Daten in *Valeriana* eingeschlossen.[2]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Arten der Gattung *Valeriana* wachsen primär als ausdauernde krautige Pflanzen, gelegentlich auch als Halbsträucher, und erreichen Wuchshöhen zwischen 5 und 150 cm, wobei einzelne Exemplare bis zu 200 cm hoch werden können.[4][6] Ihre aufrechten, meist hohlen Stängel entspringen oft in Büscheln an der Basis und weisen häufig eine Behaarung oder borstige Struktur auf, die besonders an den Knoten ausgeprägt ist. Ein charakteristisches Bestimmungsmerkmal ist das robuste unterirdische System aus kurzen Rhizomen und büscheligen, faserigen Wurzeln, die bei älteren Pflanzen verholzen können. Diese Wurzeln sind oft keulenförmig mit einem Durchmesser von 1,5 bis 2,5 mm; bei *Valeriana officinalis* erreicht der Wurzelstock Dicken von 6 bis 10 cm. Getrocknete Wurzeln verströmen einen unverwechselbaren moschusartigen Geruch, der durch Valerensäuren und flüchtige Öle wie Isovaleriansäure verursacht wird. Die gegenständig angeordneten Blätter bilden bei vielen Arten basale Rosetten und variieren morphologisch von einfachen bis hin zu gefiederten Formen. Bei *Valeriana officinalis* zeigen die unteren Blätter 7 bis 21 lanzettliche Segmente, die kahl bis borstig behaart und am Rand glatt bis grob gesägt sind. Die Infloreszenz erscheint als dichte, schirmrispige Trugdolde oder zusammengesetzter Cluster auf nahezu blattlosen Stielen. Die 4 bis 6 mm langen, röhren- bis trichterförmigen Blüten besitzen fünf elliptische Lappen und zeichnen sich durch eine bilaterale Symmetrie sowie einen basalen Nektarsporn aus. Das Farbspektrum der Krone reicht artspezifisch von Weiß und Rosa bis zu Purpurrot. Staubblätter und Griffel ragen deutlich aus der Blütenkrone heraus.[4] Neben zwittrigen Blüten tritt bei Arten wie *Valeriana wallichii* Gynodiözie auf, bei der weibliche und hermaphroditische Blüten auf getrennten Pflanzen oder demselben Individuum vorkommen.[3] Die Früchte entwickeln sich zu kleinen, eiförmigen Achänen. Zur Windausbreitung sind diese typischerweise mit einem federartigen Pappus ausgestattet, der aus 10 bis 13 Segmenten oder Flügeln besteht.[4] Die Samen sind oft gerippt und 2 bis 3 mm lang, während die tricolpaten Pollenkörner mikroskopisch eine Größe von 35 bis 47 μm aufweisen.[2] Im Gegensatz zu den eher radiären Blütenformen verwandter Gattungen ist *Valeriana* durch die sympetalen, bilateral symmetrischen Blüten mit gespornten Kronen morphologisch abgrenzbar.[4]

Beschreibung

Die Gattung *Valeriana* umfasst über 400 akzeptierte Arten, die überwiegend als ausdauernde krautige Pflanzen, seltener als Halbsträucher oder Einjährige, in den gemäßigten und tropischen Gebirgsregionen der Erde verbreitet sind.[1][3] Charakteristisch für das Erscheinungsbild im natürlichen Habitat, oft feuchte Wiesen und Uferzonen, ist der aufrechte, meist hohle Stängel, der Wuchshöhen von 5 bis 200 cm erreichen kann. Ein zentrales Erkennungsmerkmal ist das kräftige unterirdische System aus kurzen Rhizomen und büscheligen Wurzeln, die beim Trocknen durch enthaltene Isovaleriansäure einen markanten, moschusartigen Geruch verströmen.[3] Die Blätter sind gegenständig angeordnet und variieren morphologisch stark von einfachen bis zu gefiederten Formen, wobei sie häufig basale Rosetten bilden.[4] Anatomisch zeichnet sich die Gattung durch sympetale, bilateral symmetrische Blüten aus, die im Gegensatz zu verwandten Gruppen oft einen basalen Nektarsporn besitzen.[3] Diese Blüten stehen in dichten, schirmrispigen Blütenständen und variieren farblich von Weiß über Rosa bis Purpurrot.[1] Eine besondere Anpassung an die Verbreitung ist die Ausbildung von Achänenfrüchten, die meist von einem federartigen Pappus gekrönt sind, welcher die Windausbreitung (Anemochorie) über weite Distanzen ermöglicht. Im Lebenszyklus vieler Arten spielt die Protandrie eine wichtige Rolle, bei der die Pollenschüttung vor der Narbenreife erfolgt, um trotz prinzipieller Selbstfertilität die Fremdbestäubung zu fördern. Zudem tritt bei Arten wie *Valeriana wallichii* Gynodiözie auf, wobei Populationen aus zwittrigen und rein weiblichen Pflanzen bestehen. Während zwittrige Blüten oft mehr Bestäuber anlocken, zeigen weibliche Pflanzen aufgrund verlängerter Narbenrezeptivität häufig einen höheren Fruchtansatz. Die Keimung der Samen erfolgt meist epigäisch, wobei viele Arten der gemäßigten Zonen eine Kaltstratifikation benötigen, um die Dormanz zu brechen. Mikroskopisch lassen sich die Pollenkörner als tricolpat und prolat mit spezifischen Oberflächenstrukturen identifizieren, die bereits in fossilen Funden aus dem Miozän nachweisbar sind.[3] Im Vergleich zu nahestehenden Gattungen der Tribus Valerianeae zeigt *Valeriana* eine enorme Anpassungsfähigkeit, insbesondere in den Hochanden, wo eine explosive Artbildung in Höhen bis 5000 Metern stattfand.[1] Historisch wurde die Gattung 1753 von Carl von Linné in seinem Werk *Species Plantarum* erstbeschrieben, wobei der Name vermutlich auf das lateinische Wort für „kräftig sein“ zurückgeht.[3]

Verhalten

Die Interaktion mit der Umwelt ist bei *Valeriana*-Arten stark durch reproduktionsbiologische Strategien geprägt. Die Bestäubung erfolgt vorwiegend entomophil, wobei Insekten wie Bienen und Schmetterlinge durch olfaktorische Reize und Nektar angelockt werden.[3] Visuelle Signale, etwa purpurne Nektarleitlinien bei *V. officinalis*, lenken das Suchverhalten der Bestäuber gezielt zu den reproduktiven Organen.[2] Um Selbstbestäubung zu minimieren, zeigen viele Arten Protandrie, indem die Pollenausschüttung ein bis zwei Tage vor der Empfängnisbereitschaft der Narbe stattfindet.[3] Bei der gynodiözischen Art *V. wallichii* wurde beobachtet, dass zwittrige Blüten zwar mehr Bestäuber anziehen, weibliche Blüten jedoch durch eine verlängerte Empfängnisdauer höhere Fruchtansatzraten erzielen. Unterirdisch gehen die Pflanzen symbiotische Beziehungen mit arbuskulären Mykorrhizapilzen ein, um die Nährstoffversorgung in nährstoffarmen Böden zu optimieren.[3] Als physiologische Verhaltensanpassung an abiotischen Stress steigern Arten wie *V. jatamansi* unter Trockenheit die Biosynthese spezifischer Wirkstoffe wie Valerian und Acevalerian.[4] Das Aggregationsverhalten wird durch rhizomatöses Wachstum bestimmt, welches die Bildung dichter, klonaler Kolonien ermöglicht. In invasiven Kontexten führt diese vegetative Ausbreitungsstrategie zur Verdrängung konkurrierender Vegetation durch die Etablierung dominanter Bestände.[3]

Ökologie

Valeriana-Arten besiedeln primär feuchte Wiesen, Wälder und Uferböschungen in gemäßigten bis alpinen Zonen, wobei sie offene Standorte mit voller Sonneneinstrahlung oder Halbschatten bevorzugen. Sie gedeihen auf feuchten, meist neutralen Böden, wobei einige Arten kalkhaltige Substrate oder mineralische Böden mit einer Tiefe von mehr als 15 cm benötigen. Die Bestäubung erfolgt entomophil durch Insekten wie Bienen (*Apis* spp.), Fliegen und Schmetterlinge, die durch süßen Duft und Nektar angelockt werden. Spezifische Anpassungen wie purpurne Saftmale auf der Blütenkrone leiten die Bestäuber zu den Fortpflanzungsorganen. Symbiotische Beziehungen mit arbuskulären Mykorrhizapilzen verbessern die Nährstoffaufnahme, insbesondere von Phosphor, und stärken die Vitalität der Pflanzen auf nährstoffarmen Böden. Im Nahrungsnetz dienen die Pflanzen als Futterquelle für Säugetiere wie Hirsche sowie für verschiedene Insekten, darunter Blattläuse und andere Arthropoden. Dabei weisen weibliche Pflanzen aufgrund von Unterschieden in der Pflanzenqualität und Nektarproduktion oft eine höhere Dichte an Herbivoren auf.[3] Die Ausbreitung der Samen erfolgt anemochor (durch Wind), unterstützt durch einen federartigen Pappus auf den Achänenfrüchten. Durch kräftige Pfahlwurzeln tolerieren viele Arten Trockenperioden, während rhizomatöses Wachstum die Bildung klonaler Kolonien ermöglicht. In nicht-heimischen Gebieten kann *Valeriana officinalis* invasive Eigenschaften zeigen und durch dichte Bestände die native Vegetation in Feuchtgebieten verdrängen.[2] Spezialisierte Arten wie *Valeriana wallrothii* fungieren zudem als ökologische Zeigerpflanzen für spezifische hydrologische Bedingungen in Feuchtwiesen.[3]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Die Gattung *Valeriana* wird primär als ökologisch wertvoller Nützling eingestuft, der Bestäuber wie Bienen und Schmetterlinge unterstützt und in fragilen Habitaten zur Bodenstabilisierung beiträgt.[2] Wirtschaftlich ist sie aufgrund der medizinischen Nutzung ihrer Wurzeln und Rhizome, die sedative und anxiolytische Wirkstoffe enthalten, von hoher Relevanz. Auch in der Veterinärmedizin finden Präparate zur Beruhigung und Immunstärkung bei Tieren Anwendung.[4] Außerhalb ihres nativen Verbreitungsgebiets, etwa in Nordamerika, wird *Valeriana officinalis* jedoch als invasive Art klassifiziert, die native Vegetation in Feuchtgebieten verdrängt. Das Schadbild in solchen Ökosystemen zeichnet sich durch die Bildung dichter Bestände aus, die durch Rhizomausbreitung und massive Samenproduktion die Biodiversität reduzieren.[3] Im landwirtschaftlichen Anbau treten kaum relevante Insektenschädlinge auf, jedoch können Pilzkrankheiten wie *Phoma* spp. bei schlechter Drainage Wurzelfäule verursachen. Präventive Maßnahmen im Anbau umfassen daher primär die Gewährleistung durchlässiger Böden sowie strikte Fruchtfolgen zur Vermeidung von Staunässe.[3] Zur Steigerung der Wirkstoffkonzentration und des Ertrags werden in der modernen Agrarwissenschaft Methoden wie die Simulation von Trockenstress erforscht.[4] Die Bekämpfung invasiver Bestände erfordert physikalische Maßnahmen wie das Ausgraben der Pflanzen, wobei das gesamte Wurzelsystem entfernt werden muss, um einen Wiederaustrieb aus Rhizomfragmenten zu verhindern. Ein gegenteiliges Managementziel besteht beim Schutz wilder Populationen wie *Valeriana jatamansi*, die durch übermäßige Ernte für pharmazeutische Zwecke bedroht sind und Schutzstatus benötigen.[3]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die wirtschaftliche Hauptbedeutung der Gattung liegt in der pharmazeutischen Industrie und im Nahrungsergänzungsmittelmarkt, wobei standardisierte Extrakte aus *Valeriana officinalis* weltweit vertrieben werden. Im kommerziellen Anbau können Erträge von etwa 900 bis 3.500 Kilogramm Trockenwurzel pro Hektar erzielt werden, was die Art zu einer relevanten Sonderkultur macht.[3] In Asien treibt die Nachfrage nach *Valeriana jatamansi* für medizinische Anwendungen, wie transdermale Pflaster oder veterinärmedizinische Immunpräparate, die Entwicklung spezialisierter Anbautechniken voran. Verfahren zur Ertragssteigerung, wie die Simulation von Trockenstress, werden patentiert, um die Konzentration wertgebender Inhaltsstoffe wie Valerian und Acevalerian zu erhöhen.[4] Der hohe ökonomische Druck durch Wildsammlungen hat jedoch negative Folgen, da Übererntung *V. jatamansi* im Himalaya gefährdet und somit die natürliche Ressourcenbasis destabilisiert.[3] Als invasive Art verursacht *V. officinalis* in Nordamerika, beispielsweise in Wisconsin und auf Prince Edward Island, ökologische Schäden durch die Verdrängung heimischer Vegetation in Feuchtgebieten.[2][7] Diese Ausbreitung kann Managementmaßnahmen in der Landschaftspflege erforderlich machen, da sich die Pflanzen über Rhizome aggressiv ausbreiten und dichte Bestände bilden. Positiv wirkt sich die Gattung als Nützling aus, da die Blüten reichlich Nektar produzieren und Bestäuber wie Bienen (*Apis* spp.) sowie Schmetterlinge fördern.[4][3]

Biologie & Lebenszyklus

Die Vertreter der Gattung *Valeriana* sind überwiegend ausdauernde, krautige Pflanzen, die über ein robustes unterirdisches System aus Rhizomen und faserigen Wurzeln verfügen.[1] Der Lebenszyklus umfasst sowohl sexuelle Fortpflanzung durch Samenbildung als auch vegetative Vermehrung über Rhizome und Ausläufer, was bei Arten wie *Valeriana officinalis* zur Bildung dichter Bestände führen kann.[2] Die Blütezeit erstreckt sich in gemäßigten Zonen meist vom Frühling bis zum Sommer, wobei *V. officinalis* typischerweise von Juni bis August blüht.[2] Die Blüten sind oft zwittrig, doch treten auch gynodiözische oder zweihäusige Formen auf, bei denen männliche und weibliche Organe auf getrennten Individuen zu finden sind.[3] Die Bestäubung erfolgt entomophil durch Insekten wie Bienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge, die durch Nektar und Duft angelockt werden.[4] Um Selbstbestäubung zu vermeiden, zeigen viele Arten Protandrie (Vormännlichkeit), bei der die Pollenausschüttung ein bis zwei Tage vor der Empfängnisbereitschaft der Narbe stattfindet. Nach der Befruchtung entwickeln sich kleine Achänen, die häufig mit einem federartigen Pappus ausgestattet sind, der die Verbreitung durch den Wind (Anemochorie) ermöglicht. Die Samen keimen epigäisch und benötigen oft eine Kältebehandlung (Stratifikation) von etwa 30 Tagen bei 4–5 °C, um die Dormanz zu brechen. Unter geeigneten Bedingungen beginnt die Keimung innerhalb von 6 bis 7 Tagen, wobei die Samen eine Lebensfähigkeit von etwa 7 bis 8 Monaten aufweisen. Die Gattung zeichnet sich durch komplexe genetische Strukturen aus, wobei Hybridisierung und Polyploidie (Diploidie bis Oktoploidie) wesentliche Triebkräfte der Artbildung sind. *Valeriana*-Arten gehen symbiotische Beziehungen mit arbuskulären Mykorrhizapilzen ein, welche die Nährstoffaufnahme, insbesondere von Phosphor, verbessern. Zu den natürlichen Antagonisten zählen Herbivoren wie Rehe sowie Insekten wie Blattläuse, wobei weibliche Pflanzen oft stärkeren Fraßdruck erfahren.[3] In kultivierten Beständen oder schlecht drainierten Böden können Pilzinfektionen durch *Phoma*-Arten auftreten, die Wurzelfäule verursachen.[4] Physiologische Anpassungen wie tiefe Pfahlwurzeln ermöglichen einigen Arten eine erhöhte Toleranz gegenüber Trockenstress.[3]

Vorkommen & Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Gattung *Valeriana* umfasst alle Kontinente mit Ausnahme von Antarktika, Australien und Neuseeland, wobei der Schwerpunkt in den gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel sowie in den Anden liegt.[3][1] Die Biodiversität konzentriert sich auf zwei Hauptzentren: die südamerikanischen Anden mit über 100 Arten und die gemäßigten Regionen Eurasiens, insbesondere den Himalaya.[2][5] In Europa ist die Gattung durch weit verbreitete Arten wie den Echten Baldrian (*Valeriana officinalis*) vertreten, der in gemäßigten Grasländern und Wäldern vorkommt.[1][2] Die Pflanzen besiedeln primär feuchte Wiesen, Waldränder und Flussufer, wobei sie offene Standorte mit voller Sonne bis Halbschatten bevorzugen.[2][3] Sie gedeihen auf feuchten, oft stickstoffreichen Böden, die typischerweise neutral bis leicht alkalisch sind und dem Wurzelsystem ausreichend Tiefe bieten.[2] Spezialisierte Arten wie *Valeriana wallrothii* fungieren in Mittel- und Nordeuropa als ökologische Zeigerpflanzen für spezifische Feuchtgebiete wie Niedermoore.[3] Die Vertikalverbreitung reicht bis in extreme Höhenlagen; so sind in den Anden zahlreiche Arten des Subgenus *Phyllactis* an Paramo-Habitate zwischen 3000 und 5000 Metern angepasst.[3][5] Im Himalaya wachsen Arten wie *Valeriana jatamansi* in Höhen von 1000 bis 3000 Metern, während *Valeriana arizonica* in Nordamerika montane Nadelwälder bis auf 2400 Meter besiedelt.[3][6] *Valeriana officinalis* wurde außerhalb ihres nativen Areals eingeschleppt und ist heute in Teilen Nordamerikas und Australiens eingebürgert.[1][3] In Regionen wie Wisconsin und Prince Edward Island zeigt die Art invasives Potenzial, indem sie in Feuchtgebieten dichte Bestände bildet, die die heimische Vegetation verdrängen. Ökologisch tragen die Pflanzen zur Bodenstabilisierung in fragilen Habitaten bei und dienen als Nahrungsquelle für Bestäuber wie Bienen (*Apis* spp.), Fliegen und Schmetterlinge.[3]

Saisonalität & Aktivität

Die Vertreter der Gattung *Valeriana* sind überwiegend ausdauernde Pflanzen, die den Winter durch unterirdische Rhizome und Wurzelsysteme überdauern. In den gemäßigten Breiten, wie etwa bei der Art *Valeriana officinalis*, erstreckt sich die primäre Blütezeit von Juni bis August.[2] Während dieser reproduktiven Phase zeigen die Blüten oft Proterandrie, wobei die Pollenausschüttung ein bis zwei Tage vor der Empfängnisbereitschaft der Narbe erfolgt. Diese zeitliche Trennung fördert die Fremdbestäubung durch Insekten wie Bienen und Schmetterlinge, deren Aktivität in diese warmen Sommermonate fällt. Nach der Bestäubung bilden sich Samen, die für etwa sieben bis acht Monate keimfähig bleiben. Die Keimung erfolgt epigäisch (oberirdisch) und beginnt unter geeigneten Bedingungen innerhalb von sechs bis sieben Tagen. Für viele temperate Arten ist jedoch eine Kältestratifikation von etwa 30 Tagen bei niedrigen Temperaturen (4–5 °C) notwendig oder förderlich, um die Dormanz der Samen zu brechen.[3] Neben der sexuellen Reproduktion findet eine vegetative Ausbreitung über Rhizome statt, die zur Bildung dichter Bestände führt.[2] Die Ernte der medizinisch genutzten Wurzeln erfolgt saisonal getrennt vom vegetativen Wachstum, typischerweise im Spätherbst nach dem Absterben des Laubes oder im zeitigen Frühjahr vor dem Neuaustrieb.[4]

Występowanie i aktualne obserwacje w Niemczech

  • Wemding, Bahnhof, 86650 Wemding, Deutschland

    19.12.2025

  • Germany

    23.11.2025

  • Deutschland

    19.11.2025

  • Boppard, Rhineland-Palatinate, Deutschland

    19.11.2025

  • Breisgau-Hochschwarzwald, DE-BW, Deutschland

    19.11.2025

Daten: iNaturalist

Badania naukowe i patenty

CN-112293185-A Biological Rejestracja

Verfahren zur Verbesserung von Ertrag und Qualität von im Feld in Yunnan kultiviertem Valeriana jatamansi Jones durch einen Dürresimulator

University of Yunnan Agricultural (2020)

Znaczenie: 8/10

Streszczenie

Dieses Patent beschreibt eine landwirtschaftliche Methode, um den Ertrag und die medizinische Qualität von Valeriana jatamansi zu steigern. Durch das Besprühen der Pflanzen mit einer PEG-6000-Lösung wird Trockenstress simuliert, was die Pflanze zur verstärkten Produktion von Wirkstoffen anregt. Dies führt zu einer signifikanten Erhöhung des Trockengewichts der Wurzeln sowie der Gehalte an Valerian, Acevalerian und Dihydrovalerian. Die Methode ist spezifisch für den Anbau dieser Heilpflanze optimiert.

CN-112316078-A Chemical Rejestracja

Nabelpflaster zur Behandlung von kindlicher Dyspepsie und dessen Herstellungsverfahren

University of Yunnan Traditional Chinese Medicine (2020)

Znaczenie: 7/10

Streszczenie

Das Patent stellt ein transdermales Pflaster (Nabelpaste) vor, das primär Extrakt aus Valeriana jatamansi enthält. Es wird zur Behandlung von Verdauungsstörungen bei Kleinkindern eingesetzt. Die Formulierung ermöglicht eine Umgehung des First-Pass-Effekts der Leber und sorgt für eine konstante Wirkstofffreisetzung über den Nabel.

CN-108785351-A Biological Nieznany

Die Anwendung von Polysacchariden aus Valeriana jatamansi und Flavonen aus Berufkrautblüten zur Herstellung von Tierarzneimitteln

University of Yunnan Agricultural, Kunming Weimude Bio Technology Company Ltd. (2018)

Znaczenie: 7/10

Streszczenie

Beschrieben wird ein veterinärmedizinisches Präparat zur Stärkung des Immunsystems bei Tieren. Es besteht zu gleichen Teilen aus Polysacchariden von Valeriana jatamansi und Flavonen aus Berufkraut. Experimente zeigen eine verbesserte Lymphozyten-Transformation, was die immunstärkende Wirkung der Baldrian-Komponente in dieser Kombination belegt.

CN-107519323-A Biological Nieznany

Verwendung von Rhizoma valerianae latifoliae-Extrakt zur Herstellung von HSP70-aktivierenden Medikamenten

University of Lanzhou (2017)

Znaczenie: 8/10

Streszczenie

Die Erfindung identifiziert, dass ein Extrakt aus dem Breitblättrigen Baldrian (Valeriana latifolia) die Hitzeschockprotein-70 (HSP70) Promotoren aktivieren kann. Dies eröffnet neue Anwendungsmöglichkeiten in der Biomedizin, insbesondere zur Behandlung von neurodegenerativen Erkrankungen. Der Fokus liegt direkt auf der pharmakologischen Wirkung des Baldrian-Extrakts.

CN-106243037-A Chemical Nieznany

Substituierte Phenylharnstoffe und Phenylamide als Rezeptoren für Verbindungen aus Rhizoma et Radix Valerianae

Gruenenthal GmbH (2010)

Znaczenie: 6/10

Streszczenie

Dieses Patent befasst sich mit synthetischen Verbindungen (Phenylharnstoffe/Phenylamide), die als Rezeptoren oder Mimetika für die Wirkstoffe der Baldrianwurzel fungieren. Es beschreibt die chemische Synthese und die pharmazeutische Anwendung dieser Verbindungen. Die Relevanz ergibt sich aus der Nachahmung oder Interaktion mit dem Wirkmechanismus von Valeriana.

Źródła i odniesienia

  1. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:30000719-2
  2. https://gobotany.nativeplanttrust.org/family/caprifoliaceae/
  3. https://www.sciencedirect.com/topics/agricultural-and-biological-sciences/valeriana
  4. https://ods.od.nih.gov/factsheets/Valerian-HealthProfessional/
  5. https://ieb-chile.cl/wp-content/uploads/2019/02/1_Bell_etal_2012_Mol_Phylo_Evo.pdf
  6. http://www.missouribotanicalgarden.org/plantfinder/PlantFinderDetails.aspx?taxonid=287433
  7. https://peiinvasives.com/common-valerian/
  8. Literaturzusammenfassung: Valeriana