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Einleitung
Die Ameisenbären (*Vermilingua*) bilden eine Unterordnung der Zahnarmen (*Pilosa*) und umfassen zehn Arten, die in drei Gattungen unterteilt sind. Charakteristisch für diese in Mittel- und Südamerika verbreiteten Säugetiere sind die verlängerte, röhrenförmige Schnauze, eine dichte Fellbedeckung sowie kräftige Krallen an den Vorderfüßen. Ihre Bezeichnung leitet sich von der spezialisierten Ernährungsweise ab, die primär aus staatenbildenden Insekten besteht.[1]
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Fakten (kompakt)
- Die Zungenbasis ist im Gegensatz zu anderen Säugetieren nicht mit dem Zungenbein verbunden, sondern setzt direkt am Brustbein an.[10] - Im vorderen Bereich der Nasenhöhle tritt teilweise eine als Septomaxilla bezeichnete Knochenbildung auf, die sonst primär bei Reptilien oder stammesgeschichtlich sehr alten Säugetieren zu finden ist.[11] - Die Hoden der männlichen Tiere liegen innerhalb der Bauchdecke verborgen, und der Penis ist im uneregierten Zustand nach hinten gewandt.[18] - Ein fossiler Fund aus der Grube Messel in Deutschland (*Eurotamandua*) wurde ursprünglich als europäischer Ameisenbär klassifiziert, gilt heute jedoch eher als Verwandter der Schuppentiere.[19] - Fossilien belegen, dass der Große Ameisenbär im Pleistozän bis in den Nordwesten Mexikos (Sonora) verbreitet war, weit nördlich seines heutigen Areals.[5] - In der Mythologie der Yanomami existieren Erzählungen, in denen sich ein Mann mithilfe von Palmwedeln als Tierschwanzsymbol in einen Ameisenbären verwandelt.[20] - Molekularbiologische Untersuchungen an Zootieren identifizierten bei Ameisenbären den zoonotischen Genotyp EbpA des Mikrosporidiums *Enterocytozoon bieneusi*.[4]
Name & Einordnung
Die wissenschaftliche Bezeichnung der Unterordnung lautet *Vermilingua* und wurde im Jahr 1811 von Johann Karl Wilhelm Illiger eingeführt. Der Name ist lateinischen Ursprungs und setzt sich aus den Wörtern *vermis* für „Wurm“ und *lingua* für „Zunge“ zusammen, was Illiger mit der deutschen Bezeichnung „Züngler“ übersetzte. Diese Namensgebung nimmt Bezug auf die charakteristische, lange und wurmähnliche Zunge der Tiere. In seiner ursprünglichen Systematik ordnete Illiger neben den eigentlichen Ameisenbären auch das Erdferkel (*Orycteropus*) und die Schuppentiere (*Manidae*) in diese Gruppe ein. Er fasste sie gemeinsam mit den Gürteltieren (*Cingulata*) unter dem übergeordneten Namen *Effodientia* oder „Scharrtiere“ zusammen. Bereits 1795 hatte Georges Cuvier das Konzept der *Edentata* formuliert, welches Ameisenbären, Schuppentiere und Gürteltiere einschloss.[2] Im Verlauf des 19. Jahrhunderts schwankte die taxonomische Einordnung; so stufte Christoph Gottfried Andreas Giebel das Taxon 1855 als Familie ein, während John Edward Gray den Begriff als Synonym für die *Myrmecophagidae* betrachtete. Theodore Gill erhob *Vermilingua* 1872 wieder in den Rang einer Unterordnung innerhalb der *Edentata*.[2] Die heute anerkannte Position als Unterordnung der Zahnarmen (*Pilosa*) und Schwestergruppe der Faultiere (*Folivora*) verfestigte sich endgültig in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.[3]
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Ameisenbären sind kleine bis mittelgroße Säugetiere, die eine Kopf-Rumpf-Länge von 18 bis 140 cm erreichen und durch ein dichtes Fell charakterisiert sind. Das Gewicht variiert beträchtlich zwischen den Arten, vom nur etwa 250 g schweren Zwergameisenbären (*Cyclopes*) bis zum Großen Ameisenbären (*Myrmecophaga tridactyla*), der über 50 kg wiegen kann. Ein typisches Merkmal ist der lange Schwanz, der mindestens die Länge des übrigen Körpers erreicht und bei einigen Vertretern, wie den Tamanduas, als Greiforgan fungiert. Der Kopf zeichnet sich durch eine zahnlose, röhrenförmige Schnauze (Rostrum) mit einer nur kleinen Mundöffnung aus, die eine extrem lange Zunge beherbergt.[1] Diese Zunge kann beim Großen Ameisenbären bis zu 60 cm lang werden, ist mit klebrigen Sekreten bedeckt und setzt anatomisch am Brustbein statt am Zungenbein an.[1][9] Während die Zunge bei Zwergameisenbären abgeplattet ist, weist sie bei anderen Arten einen runden Querschnitt auf und ist mit konischen, nach hinten gerichteten Papillen besetzt.[9] Der Schädel ist flach und besitzt ein markant verlängertes Nasenbein sowie weitgehend zurückgebildete Jochbeinbögen.[1][7] Die kräftigen Gliedmaßen tragen an den Vorderzehen auffällig lange, sichelartig gebogene und scharfe Krallen, die zum Aufreißen von Termitenbauten dienen. Die Anzahl dieser großen Krallen variiert je nach Gattung: zwei bei *Cyclopes*, drei bei *Myrmecophaga* und vier bei *Tamandua*. Die Krallen der Hinterfüße sind im Vergleich dazu weniger stark ausgeprägt.[1] Eine Besonderheit des Skeletts sind die xenarthrischen Gelenke (Nebengelenke) an den hinteren Brust- und Lendenwirbeln, welche die Wirbelsäule stabilisieren und das Aufrichten auf die Hinterbeine erleichtern.[8] Zudem fehlen den Ameisenbären der dritte Trochanter am Oberschenkelknochen, und sie besitzen teils deutlich verbreiterte Rippen.[1]
Beschreibung
Die Ameisenbären (*Vermilingua*) bilden eine spezialisierte Unterordnung der Zahnarmen (Pilosa), die sich durch eine Reihe einzigartiger anatomischer Anpassungen an ihre insektenfressende Lebensweise auszeichnet. Charakteristisch für den gesamten Habitus ist die markant verlängerte, röhrenförmige Schnauze, die bei einigen Vertretern wie dem Großen Ameisenbären (*Myrmecophaga tridactyla*) extrem ausgeprägt ist. Diese Schnauzenregion beherbergt eine lange, wurmähnliche Zunge, die mit klebrigen Sekreten bedeckt ist und als primäres Werkzeug zur Nahrungsaufnahme dient.[1] Ein anatomisches Alleinstellungsmerkmal ist hierbei, dass die Zungenbasis nicht wie bei anderen Säugetieren mit dem Zungenbein verbunden ist, sondern direkt am Brustbein ansetzt.[10] Das Maul selbst ist zahnlos und besitzt nur eine sehr kleine Öffnung, was die Tiere auf den Verzehr von Ameisen und Termiten beschränkt.[1] Der Schädel ist flach und weist ein rundlich gestaltetes Rostrum auf, wobei die Jochbeinbögen weitgehend zurückgebildet sind.[11] An den Vorderfüßen tragen Ameisenbären auffällig lange, sichelartig gebogene Krallen, die sowohl zum Aufreißen von Insektenbauten als auch zur effektiven Abwehr von Fressfeinden eingesetzt werden. Die Anzahl dieser großen Krallen variiert artspezifisch zwischen zwei und vier.[1][9] Das Skelett weist zudem die für die Überordnung namensgebenden xenarthrischen Gelenke (Nebengelenke) an der Wirbelsäule auf, welche die Stabilität des Rückgrats erhöhen.[8][12] Hinsichtlich der Sinneswahrnehmung ist der Geruchssinn hoch entwickelt und dominiert gegenüber den relativ klein ausgebildeten Augen und Ohren.[1][9] Innerhalb der Gruppe variiert das Erscheinungsbild stark: Während Zwergameisenbären (*Cyclopes*) nur etwa 250 g wiegen und ein seidiges Fell besitzen, können Große Ameisenbären über 50 kg erreichen und weisen einen buschigen Schwanz auf.[1][13] Die Lebensweise reicht von reinen Baumbewohnern bis hin zu bodenlebenden Arten, wobei alle Vertreter meist einzelgängerisch in festen Revieren agieren. Die Fortpflanzung ist durch eine Tragzeit von bis zu 190 Tagen gekennzeichnet, nach der in der Regel ein einzelnes Jungtier geboren wird, das in der ersten Lebensphase auf dem Rücken der Mutter reitet.[1] Molekulargenetische Untersuchungen bestätigen eine tiefe evolutionäre Trennung der Familien, die bereits im Mittleren Eozän stattfand.[14][15]
Verhalten
Die heutigen Arten der *Vermilingua* unterscheiden sich deutlich in ihrer generellen Lebensweise: Während Zwergameisenbären (*Cyclopes*) reine Baumbewohner sind, lebt der Große Ameisenbär (*Myrmecophaga tridactyla*) ausschließlich am Boden und bevorzugt offene Landschaften. Tamanduas (*Tamandua*) nehmen eine ökologische Zwischenstellung ein und bewegen sich sowohl am Boden als auch in den Bäumen fort. Die Tiere sind vorwiegend Einzelgänger, die nur zur Paarung zusammenkommen und Territorien unterhalten, welche Größen von einigen Hektar bis zu mehreren Quadratkilometern erreichen können. Bei Bedrohung durch Fressfeinde wie große Katzen oder Greifvögel richten sich Ameisenbären auf die Hinterbeine auf, um sich mit den scharfen Krallen der Vorderfüße zu verteidigen. Die Nahrungssuche erfolgt primär über den Geruchssinn, wobei die Tiere aufgrund der chemischen Abwehr der Insekten meist nur kurz an einem Bau verweilen und dann weiterziehen. Ein spezifisches Brutpflegeverhalten zeigt sich darin, dass das Jungtier in den ersten Monaten auf dem Rücken der Mutter reitet. Baumbewohnende Arten lassen ihre Jungen während der Nahrungssuche mitunter in geschützten Astgabeln zurück.[17]
Ökologie
Die ökologische Nische der Ameisenbären (*Vermilingua*) ist durch ihre extreme Spezialisierung auf staatenbildende Insekten wie Ameisen und Termiten definiert, die sie vorwiegend über den Geruchssinn aufspüren. Innerhalb der Unterordnung zeigen die Gattungen eine deutliche Stratifikation im Lebensraum: Während Zwergameisenbären (*Cyclopes*) reine Baumbewohner in Wäldern sind, lebt der Große Ameisenbär terrestrisch in offenen Savannenlandschaften. Tamanduas nehmen eine Zwischenstellung ein und bewegen sich sowohl am Boden als auch in den Bäumen. Die Tiere leben meist einzelgängerisch in festen Revieren, deren Größe je nach Art zwischen einigen Hektar und mehreren Quadratkilometern variiert. Als Fressfeinde treten in den natürlichen Verbreitungsgebieten hauptsächlich große Katzen und Greifvögel auf. Gegen diese Bedrohungen verteidigen sich die Tiere, indem sie sich auf die Hinterbeine aufrichten und ihre scharfen Vorderkrallen einsetzen.[1] Hinsichtlich ihrer Rolle als Wirtstiere für Parasiten wurden Ameisenbären als Träger des zoonotischen Erregers *Enterocytozoon bieneusi* identifiziert. Molekularbiologische Untersuchungen wiesen bei *Vermilingua* spezifisch den Genotyp EbpA nach, was die Artengruppe als potenzielles Reservoir in infektionsbiologischen Netzwerken ausweist.[4]
Bedeutung, Schäden & Prävention
Ameisenbären (*Vermilingua*) werden nicht als Agrar- oder Hygieneschädlinge klassifiziert, sondern fungieren als spezialisierte Prädatoren von staatenbildenden Insekten wie Ameisen und Termiten. Ein direktes Konfliktpotenzial mit dem Menschen besteht selten, wenngleich sich die Tiere bei Bedrohung auf die Hinterbeine aufrichten und mit ihren kräftigen, sichelartigen Vorderkrallen effektiv verteidigen können.[17] In der Haltung von Wildtieren erlangen sie jedoch medizinische Relevanz als potenzielle Träger von Zoonosen. Jüngste molekularbiologische Untersuchungen identifizierten bei in Gefangenschaft lebenden Ameisenbären erstmals DNA des Mikrosporidiums *Enterocytozoon bieneusi*. Neben bekannten zoonotischen Genotypen wie EbpA wurde dabei auch ein neuer Genotyp (BJZ-1) nachgewiesen, was auf eine Erweiterung des Wirtsspektrums dieses Erregers hindeutet. Da diese Pathogene auch Menschen infizieren und schwere Durchfallerkrankungen auslösen können, besteht ein Infektionsrisiko an der Schnittstelle zwischen Mensch und Tier, etwa für Zoopersonal. Zur Prävention und Kontrolle solcher Zoonosen werden im Rahmen von „One Health“-Strategien regelmäßige molekulare Überwachungen empfohlen. Spezifische Management-Maßnahmen umfassen das Screening von Tierpflegern und Veterinären auf subklinische Infektionen sowie verbesserte Biosicherheitsstandards bei der Trennung von Abwasser- und Abfallströmen.[16] Abseits biologischer Risiken existieren in indigenen Erzählungen mythische Vorstellungen, die dem Ameisenbären teils bösartige Eigenschaften zuschreiben, ohne dass dies auf realen materiellen Schäden basiert.[17]
Wirtschaftliche Bedeutung
Die wirtschaftliche Bedeutung der Ameisenbären (*Vermilingua*) ist ambivalent und primär durch ihre ökologischen Interaktionen sowie ihre Rolle in der Tiergesundheit definiert. Als spezialisierte Insektenfresser ernähren sich diese Tiere fast ausschließlich von Ameisen und Termiten, deren Bauten sie mit ihren kräftigen Krallen aufbrechen und mit der Zunge auslecken. Da Termiten in der Forst- und Landwirtschaft sowie im Bauwesen als bedeutende Materialschädlinge gelten, üben Ameisenbären theoretisch eine regulierende Funktion auf diese Populationen aus. Allerdings zerstören sie die Bauten meist nicht vollständig, um die Kolonie nicht nachhaltig zu schädigen, was ihren direkten Nutzen als biologische Schädlingsbekämpfer limitiert. Ein direkter wirtschaftlicher Schaden an landwirtschaftlichen Kulturen ist nicht bekannt, da pflanzliche Nahrung wie Obst nur gelegentlich aufgenommen wird.[1] Neuere veterinärmedizinische Untersuchungen weisen jedoch auf eine indirekte wirtschaftliche Relevanz durch zoonotische Erreger hin. So wurde bei in Gefangenschaft gehaltenen Ameisenbären der Mikrosporidien-Erreger *Enterocytozoon bieneusi* nachgewiesen, der weltweit auch bei Nutztieren wie Schweinen und Rindern Durchfallerkrankungen verursacht.[4] Die identifizierten Genotypen (z. B. EbpA) kommen ebenfalls in Schweine- und Geflügelbeständen vor, was auf ein Risiko der Erregerübertragung zwischen Wildtierhaltungen und der Nutztierwirtschaft hindeutet. Insbesondere über kontaminierte Abwässer könnten diese Pathogene in landwirtschaftliche Kreisläufe gelangen und dort ökonomische Schäden durch Tiererkrankungen begünstigen. Somit sind Ameisenbären weniger als direkte Schädlinge, sondern vielmehr als potenzielle Vektoren an der Schnittstelle zwischen Wild- und Nutztieren von Bedeutung.[4]
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8 zdjęćBiologie & Lebenszyklus
Die Fortpflanzung der Ameisenbären (*Vermilingua*) ist durch die Geburt eines in der Regel einzelnen Jungtiers gekennzeichnet, wobei die Tragzeit je nach Art zwischen 120 und 190 Tagen variiert. In den ersten Lebensmonaten reitet das Jungtier auf dem Rücken der Mutter. Bei baumbewohnenden Arten wird der Nachwuchs während der Nahrungssuche teils in geschützten Astgabeln zurückgelassen. Die Geschlechtsreife tritt beim Großen Ameisenbären (*Myrmecophaga tridactyla*) im Alter von drei bis vier Jahren ein, während für andere Arten und die Lebenserwartung in freier Wildbahn kaum Daten vorliegen. Ernährungsphysiologisch sind die Tiere hochspezialisiert auf staatenbildende Insekten wie Ameisen und Termiten, die vorwiegend über den Geruchssinn lokalisiert werden. Mit kräftigen Krallen brechen sie die Bauten auf und nehmen die Beute mit einer langen, klebrigen Zunge auf, die beim Großen Ameisenbären bis zu 60 cm misst und mit konischen Papillen besetzt ist. Aufgrund der chemischen Abwehr der Beutetiere verweilen Ameisenbären nur kurz an einem Bau und wechseln häufig die Futterstelle. Gelegentlich ergänzen pflanzliche Bestandteile wie Obst das Nahrungsspektrum. Anatomische Besonderheiten umfassen einen einfach gebauten Magen mit zwei kleinen Blinddärmen sowie innenliegende Hoden bei den Männchen. Als Fressfeinde treten vor allem große Katzen und Greifvögel auf, gegen die sich Ameisenbären durch Aufrichten auf die Hinterbeine und den Einsatz ihrer Vorderkrallen verteidigen.[1] In Gefangenschaft wurde zudem eine Anfälligkeit für den zoonotischen Erreger *Enterocytozoon bieneusi* nachgewiesen, was auf eine Rolle als Wirt für diesen opportunistischen Parasiten hindeutet.[16]
Vorkommen & Lebensraum
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Ameisenbären (*Vermilingua*) beschränkt sich heute ausschließlich auf den amerikanischen Doppelkontinent. Es erstreckt sich von den südlichen Regionen Mexikos über Mittelamerika bis weit in das südliche Südamerika. Der evolutionäre Ursprung der Gruppe liegt in Südamerika östlich der Anden, wobei auch ein schmaler Küstenstreifen westlich des Gebirges besiedelt wird. Die nördlichen Areale in Mittelamerika wurden erst im Pliozän vor rund 3 Millionen Jahren nach der Schließung des Isthmus von Panama im Zuge des Großen Amerikanischen Faunenaustauschs erreicht.[1] Fossile Nachweise belegen jedoch, dass Vertreter wie der Große Ameisenbär im Pleistozän noch deutlich weiter nördlich bis nach Sonora im Nordwesten Mexikos vorkamen, wo sie heute fehlen.[5] Hinsichtlich der Höhenverbreitung besiedeln die Tiere überwiegend Tiefländer, sind jedoch auch in Gebirgslagen bis zu 2000 Metern anzutreffen. Die genutzten Habitate sind variabel und umfassen sowohl geschlossene Wälder, insbesondere tropische Regenwälder, als auch offene Gras- und Savannenlandschaften. Innerhalb dieser Lebensräume zeigen die verschiedenen Gattungen eine deutliche Einnischung hinsichtlich ihrer Lebensweise. Während die Zwergameisenbären (*Cyclopes*) reine Baumbewohner sind und vorwiegend Wälder bewohnen, lebt der Große Ameisenbär (*Myrmecophaga tridactyla*) terrestrisch am Boden und bevorzugt offene Landschaften. Die Tamanduas nehmen eine Zwischenstellung ein und halten sich sowohl am Boden als auch in den Bäumen auf.[1] Ein vermeintlicher fossiler Nachweis aus Europa (*Eurotamandua* aus der Grube Messel in Deutschland) wird heute nicht mehr den Ameisenbären zugeordnet, womit die Gruppe als rein neuweltlich gilt.[6]
Saisonalität & Aktivität
Die Lebensweise der Ameisenbären (*Vermilingua*) ist durch eine vorwiegend einzelgängerische Existenz in festen Revieren geprägt, wobei Zusammenkünfte der adulten Tiere primär der Paarung dienen. Die Habitatnutzung variiert dabei deutlich zwischen den Gattungen: Während Zwergameisenbären (*Cyclopes*) als reine Baumbewohner fast ausschließlich Wälder besiedeln, lebt der Große Ameisenbär (*Myrmecophaga tridactyla*) bodenständig und präferiert offene Landschaften wie Savannen. Tamanduas (*Tamandua*) zeigen hingegen eine gemischte Aktivität sowohl am Boden als auch in den Bäumen. Über spezifische saisonale Fortpflanzungszyklen ist wenig bekannt, jedoch tragen die Muttertiere ihr Einzeljunges über Monate auf dem Rücken, wobei baumbewohnende Arten den Nachwuchs während der Nahrungssuche teils in geschützten Astgabeln ablegen.[1] Ergänzende Daten zum öffentlichen Interesse an der Tiergruppe zeigen im Jahresverlauf eine erhöhte Aufmerksamkeit in den Monaten Januar und November.[4]
Źródła i odniesienia
- Alfred L. Gardner (Hrsg.): Mammals of South America, Volume 1: Marsupials, Xenarthrans, Shrews, and Bats. University of Chicago Press, 2008, ISBN 978-0-226-28240-4
- Johann Karl Wilhelm Illiger: Prodromus systematis mammalium et avium additis terminis zoographicis utriudque classis. Berlin, 1811, S. 1–301.
- Malcolm C. McKenna und Susan K. Bell: Classification of mammals above the species level. Columbia University Press, New York, 1997.
- Aggregierte Suchanfragedaten (Zeitreihe), 2024–2025
- Christopher A. Shaw, H. Gregory McDonald: First Record of Giant Anteater (Xenarthra, Myrmecophaga) in North America. In: Science. 236, 1987, S. 186–188
- Gerhard Storch: Die alttertiäre Säugetierfauna von Messel – ein paläobiogeographisches Puzzle. In: Naturwissenschaften. 71, 1984, S. 227–233
- Sergio F. Vizcaíno, W. J. Loughry (Hrsg.): The Biology of the Xenarthra. University Press of Florida, 2008, ISBN 978-0-8130-3165-1
- Timothy J. Gaudin: The morphology of the xenarthrous vertebrae (Mammalia: Xenarthra). In: Fieldiana. 1505 (41), 1999, S. 1–38
- Daniel M. Casali et al.: Morphology of the tongue of Vermilingua (Xenarthra: Pilosa) and evolutionary considerations. In: Journal of Morphology. 278 (10), 2017, doi:10.1002/jmor.20718
- Lap-Ki Chan: Extrinsic Lingual Musculature of Two Pangolins (Pholidota: Manidae). In: Journal of Mammalogy. 76 (2), 1995, S. 472–480
- U. Zeller, J. R. Wible, M. Eisner: New Ontogenetic Evidence on the Septomaxilla of Tamandua and Choloepus. In: Journal of Mammalian Evolution. 1 (1), 1993, S. 31–46
- Hideki Endo et al.: Three-Dimensional Reconstruction of the Xenarthrous Process of the Thoracic and Lumber Vertebrae in the Giant Anteater. In: Mammal Study. 34 (1), 2009, S. 1–6
- Flávia R. Miranda: Cyclopedidae (Silky anteaters). In: Handbook of the Mammals of the World. Volume 8. Lynx Edicions, Barcelona 2018, S. 92–102
- Frédéric Delsuc et al.: Molecular phylogenetics unveils the ancient evolutionary origins of the enigmatic fairy armadillos. In: Molecular Phylogenetics and Evolution. 62, 2012, 673–680
- Gillian C. Gibb et al.: Shotgun Mitogenomics Provides a Reference Phylogenetic Framework and Timescale for Living Xenarthrans. In: Molecular Biology and Evolution. 33 (3), 2015, S. 621–642
- Pei, Z., et al.: Molecular evidence of host range expansion of Enterocytozoon bieneusi in captive wildlife at Beijing Zoo, China. One Health 20 (2025) 101011. https://doi.org/10.1016/j.onehlt.2025.101011
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