Fakten (kompakt)
- Die Bergamotte wird durch Veredelung oder Okulation auf Unterlagen wie die Yuma Ponderosa Zitrone vermehrt. - Die Bergamotte kann bis zu 60 Jahre lang produktiv bleiben. - Die ideale Wachstumstemperatur für Bergamotte liegt zwischen 12,8 und 37,8 °C. - Die Bergamotte ist frostempfindlich, was Blätter, Blüten und junge Früchte schädigen kann. - Die Frucht der Bergamotte hat einen Durchmesser von 5 bis 10 cm und ist birnen- oder fast kugelförmig. - Die Schale der Bergamotte ist glatt bis mäßig rau und reift von grün zu zitronengelb. - Unter der Schale befindet sich bitteres, säuerliches Fruchtfleisch, das im Allgemeinen als ungenießbar für den Frischverzehr gilt. - Die Bergamotte hat wenige Samen, oft 0 bis 3 pro Frucht, aber in einigen Fällen bis zu 13. - Das aus der Bergamotte gewonnene ätherische Öl (BEO) wird in der Aromatherapie und Volksmedizin zur Stresslinderung und bei Hauterkrankungen eingesetzt. - Der Saft der Bergamotte ist reich an Vitamin C, Kalium und Ballaststoffen und wird in Marmeladen und Likören verwendet. - Blätter und Blüten der Bergamotte werden traditionell in der Aromatherapie und Volksmedizin verwendet.[4] - Die Bergamotte hat seit dem 18. Jahrhundert eine kommerzielle Bedeutung und beeinflusst die globale Parfüm- und Teeindustrie.[4]
Die Bergamotte (*Citrus bergamia*) ist eine Zitruspflanze aus der Familie der Rautengewächse (Rutaceae). Sie wird als Hybride eingeordnet, die vermutlich aus einer Kreuzung zwischen Bitterorange (*Citrus aurantium*) und Zitrone (*Citrus limon*) oder Zitronatzitrone (*Citrus medica*) entstanden ist.[1] Die Erstbeschreibung erfolgte 1818 durch Joseph G. Risso und Pierre Antoine Poiteau in ihrem Werk *Histoire naturelle des orangers*. Der Name *bergamia* leitet sich vom italienischen Wort *bergamotto* ab, das sich auf die Stadt Bergamo in der Lombardei (Norditalien) bezieht, wo die Frucht oder ihr ätherisches Öl gehandelt wurde. Eine alternative Theorie führt den Namen auf das türkische *beg armudu* („Prinzenbirne“) zurück, was sich auf die birnenartige Form der Frucht bezieht. Im Deutschen wird sie Bergamotte genannt, im Spanischen *bergamota* und im Französischen *bergamote*. Ein Synonym für *Citrus bergamia* ist *Citrus × bergamia* (Risso) Risso & Poit..[2] Die Bergamotte ist nicht mit der nordamerikanischen Pflanze *Monarda fistulosa* (Wild Bergamot) aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) verwandt, die lediglich einen ähnlichen Duft aufweist.[1]
Die Bergamotte (*Citrus bergamia*) ist ein immergrüner Baum von kleiner bis mittlerer Größe, der typischerweise eine Höhe von 4 bis 12 Metern erreicht, mit einem Stammdurchmesser von bis zu 25 cm. Der Baum zeichnet sich durch seine aufrechte bis ausladende Wuchsform und dichte Verzweigung aus. Die Äste sind oft schlank und nahezu dornenlos. Die Blätter sind länglich bis oval, glänzend und dunkelgrün, bis zu 10 cm lang, mit breit geflügelten Blattstielen, die wechselständig an den Stängeln angeordnet sind. Im Frühjahr bis Sommer bildet der Baum Büschel von duftenden, sternförmigen, weißen Blüten, die zum Zierwert des Baumes beitragen. Die Frucht der Bergamotte ist klein bis mittelgroß und misst durchschnittlich 5 bis 10 cm im Durchmesser. Ihre Form ist variabel, typischerweise birnenförmig (obovoid) oder fast rund. Die Schale ist glatt bis mäßig rau und reift von grün zu einer zitronengelben Farbe. Sie besitzt zahlreiche Öldrüsen, die beim Ausdrücken ein ausgeprägtes zitrusartiges, würziges Aroma verströmen. Unter der Schale befindet sich bitteres, säuerliches Fruchtfleisch, das im Allgemeinen als ungenießbar für den Frischverzehr gilt. Die Frucht enthält wenige Samen, oft 0 bis 3 pro Frucht, obwohl in einigen Fällen bis zu 13 vorkommen können. Die Bergamotte wird von französischen Botanikern im Jahr 1818 erstmals formell beschrieben und für ihren einzigartigen Duft und ihre Zierqualitäten anerkannt.[1] Genetische Analysen bestätigen *C. bergamia* als wahrscheinlichen Hybriden, der aus einer Kreuzung zwischen Zitrone (*Citrus limon*) als Mutterpflanze (Samen) und Bitterorange (*Citrus aurantium*) als Vaterpflanze (Pollen) entstanden ist.[1] Es ist wichtig zu beachten, dass *C. bergamia* nicht mit anderen Pflanzen verwandt ist, die den gleichen gebräuchlichen Namen "Bergamotte" tragen, wie z. B. die nordamerikanischen Kräuter der Gattung *Monarda* (Familie *Lamiaceae*).[1]
Die Bergamotte (*Citrus bergamia*) ist primär für die Gewinnung ihres ätherischen Öls von wirtschaftlicher Bedeutung, welches in der Parfümerie, Aromatherapie, Kosmetik und zur Aromatisierung von Lebensmitteln verwendet wird. Das aus der Schale gewonnene Öl ist ein wichtiger Bestandteil von Eau de Cologne und Earl Grey Tee. Obwohl die Bergamotte nicht als typischer Schädling im landwirtschaftlichen Sinne gilt, können verschiedene Schädlinge und Krankheiten ihren Anbau beeinträchtigen. Zu den häufigsten Problemen zählen *Citrus* Krebs, verursacht durch *Xanthomonas citri*, *Phytophthora* Wurzelfäule und die Mittelmeerfruchtfliege (*Ceratitis capitata*). In Bezug auf die menschliche Gesundheit kann das ätherische Bergamotteöl phototoxisch wirken, da es Furanocumarine wie Bergapten enthält, die bei Hautkontakt und anschließender UV-Exposition zu Erythemen, Ödemen und Hyperpigmentierung führen können. Aus diesem Grund werden in Kosmetika oft Furanocumarin-freie (FCF) Varianten des Öls verwendet. Allergische Reaktionen auf Bergamotte sind selten, aber bei empfindlichen Personen kann es zu Kontaktdermatitis durch Limonen kommen. Bergamotte kann auch Wechselwirkungen mit Medikamenten haben, da Inhaltsstoffe die Aktivität von Cytochrom P450-Enzymen beeinflussen können.[5] Um den Befall von Schädlingen und Krankheiten zu minimieren, sind vorbeugende Maßnahmen entscheidend. Dazu gehören der Anbau in subtropischen oder mediterranen Klimazonen mit milden Wintern und warmen Sommern, die Verwendung von gut durchlässigen Sandlehmböden mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 7,5 sowie der Schutz vor Frost und kalten Winden. Regelmäßige Bewässerung, insbesondere während trockener Perioden, und eine ausgewogene Düngung mit Stickstoff und Phosphor sind ebenfalls wichtig. Der Baumschnitt alle 2–3 Jahre fördert die Belüftung und Lichtdurchdringung und hilft, Krankheiten vorzubeugen. Integrierte Schädlingsbekämpfung (IPM) umfasst den Einsatz von Windschutzhecken zur Begrenzung der Ausbreitung von *Citrus* Krebs, eine gute Entwässerung zur Vorbeugung von Wurzelfäule sowie die rechtzeitige Anwendung von Fungiziden auf Kupferbasis oder Biofungiziden gegen Blattkrankheiten. Gegen Blattläuse und Schildläuse können Neemöl oder insektizide Seifen eingesetzt werden, und Fruchtfliegenfallen helfen, den Befall zu überwachen. Die Europäische Union hat Grenzwerte für Furocumarine in Kosmetikprodukten festgelegt, um phototoxische Reaktionen zu verhindern.[5]