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Spargel Asparagus officinalis)

Taxonomische Klassifikation

Reich Pflanzen (Plantae)
Stamm Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasse Liliopsida (Liliopsida)
Ordnung Asparagales (Asparagales)
Familie Asparagaceae
Gattung Asparagus
Art Asparagus officinalis
Wissenschaftlicher Name: Asparagus officinalis L.
Akzeptierter Name
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Einleitung

Der **Spargel** (*Asparagus officinalis*) ist eine Pflanzenart aus der Gattung *Asparagus* und gehört zur Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae).[1] Als Kulturpflanze ist er Gegenstand landwirtschaftlicher Optimierung, wobei spezifische Verfahren zur Wachstumsregulierung und zur Bekämpfung von Schädlingen wie der Spargelfliege (*Platyparaea poeciloptera*) entwickelt wurden.[2]

Fakten (kompakt)

- Der charakteristische Geruch des Urins nach dem Verzehr wird durch die im Spargel enthaltene Asparagusinsäure verursacht, die enzymatisch in schwefelhaltige Verbindungen wie Methanthiol gespalten wird.[22][23] - Nicht alle Menschen können den typischen „Spargelurin“ wahrnehmen; eine spezifische Anosmie betrifft etwa 60 % der Bevölkerung europäisch-amerikanischer Abstammung.[24][25] - Der Brennwert von rohem Spargel ist mit 86 kJ (20 kcal) pro 100 g sehr niedrig, da der Wasseranteil bei 93,1 % liegt.[26] - Die Chromosomenzahl beträgt diploid 2n = 20, wobei in der Zucht auch tetraploide Sorten (4n = 40) wie 'Eros' existieren, die durch künstliche Verdoppelung entstanden sind.[10][27] - Genetische Untersuchungen zeigen, dass der Spargel ein evolutionär junges Y-Chromosom besitzt, was ihn zu einem wichtigen Modellorganismus für die Erforschung der Geschlechtschromosomen-Evolution macht.[28] - Historisch ist der Spargel bereits im ältesten chinesischen Heilpflanzenbuch *Shennong ben cao jing* dokumentiert.[7] - Ein archäologischer Fund eines bleiernen Preisschildes in Trier aus dem 2. Jahrhundert belegt den Spargelhandel bereits zur Römerzeit nördlich der Alpen.[29] - Die Bauernregel „Kirschen rot, Spargel tot“ markiert traditionell das Ende der Erntezeit am Johannistag (24. Juni), um der Pflanze eine ausreichende Regenerationszeit für das Folgejahr zu gewähren.[30] - Neben Vitaminen enthält die Pflanze bioaktive Verbindungen wie Saponine, Flavonoide und Polysaccharide, denen antioxidative Eigenschaften zugeschrieben werden.[31]

Name & Einordnung

Der Gemüsespargel oder Gemeiner Spargel (*Asparagus officinalis* L.) ist eine Pflanzenart der Gattung *Asparagus* innerhalb der Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae).[1][3] Der deutsche Trivialname „Spargel“ (maskulin; in der Schweiz auch feminin) leitet sich über das mittellateinische *sparagus* und lateinische *asparagus* vom griechischen Wort *aspáragos* ab.[4] Dieser griechische Begriff bedeutet „junger Trieb“ und geht auf das Verb *spargáein* zurück, was mit „strotzen“ oder „geschwellt sein“ übersetzt wird.[5] In der internationalen wissenschaftlichen Literatur wird die Art zur Unterscheidung oft als „garden asparagus“ bezeichnet.[6] Historisch ist die Pflanze bereits im ältesten chinesischen Heilpflanzenbuch *Shennong ben cao jing* als *Asparagus lucidus* verzeichnet.[7] Antike Autoren wie Theophrast, Dioskurides und Plinius beschrieben die Art ebenfalls, wobei der römische Autor Columella in seinem Werk *De re rustica* explizit den wildwachsenden Spargel erwähnte.[3] Im deutschsprachigen Raum existieren zahlreiche historische und regionale Trivialnamen, darunter „Aspars“ (Holstein), „Korallenkraut“ (Schlesien, Ostpreußen) oder „Schwammwurz“ (Schweiz). Weitere dokumentierte Varianten sind „Spajes“ (Weser), „Spart“ (Ostdeutschland), „Speis“ (Unterweser) sowie „Teufelstrauben“.[8]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Der Gemüsespargel (*Asparagus officinalis*) ist eine sommergrüne, ausdauernde und krautige Pflanze. Aus dem Rhizom treibt er fleischige, saftige Sprossen, die spiralig mit Niederblättern besetzt sind und sich weißlich oder blassrötlich färben. Über der Erde verlängern sich diese zu einem verzweigten, grünen und glatten Stängel, der Wuchshöhen von 0,6 bis 1,5 Metern erreicht. Das Wurzelsystem besteht aus langen, fleischigen Wurzeln, die im landwirtschaftlichen Anbau auch als „Klauen“ bezeichnet werden. Die eigentlichen Laubblätter sind zu kleinen, häutigen Schuppen reduziert. In deren Achseln entspringen büschelweise nadelartige, linealische Phyllokladien (umgewandelte Kurzsprosse), welche die Photosynthese übernehmen. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis Juli. Die Blüten sind meist eingeschlechtig, wodurch der Gemüsespargel in der Regel zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch) ist, wobei selten auch zwittrige Blüten vorkommen. Die relativ kleinen, dreizähligen Blüten besitzen sechs gelbliche Blütenhüllblätter, die bis zu 6,5 Millimeter lang werden. Aus den befruchteten Blüten entwickeln sich scharlachrote Beeren, die als gering giftig eingestuft werden. Cytologisch beträgt die Chromosomenzahl der Art 2n = 20.[11]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Der Gemüsespargel (*Asparagus officinalis*) ist eine wirtschaftlich bedeutende Kulturpflanze, deren weltweite Erntemenge im Jahr 2022 laut FAO über 8,8 Millionen Tonnen betrug.[20] Im Anbau ist die Pflanze verschiedenen biotischen Stressfaktoren ausgesetzt, wobei insbesondere Pilzerkrankungen und die Spargelfliege als relevante Schädlinge gelten.[21] Historische Verfahren zur chemischen Bekämpfung der Spargelfliege (*Platyparaea poeciloptera*) wurden bereits in den 1930er Jahren entwickelt.[14] Als zentrale präventive Maßnahme im Bestandsmanagement werden die Spargelstangen im Herbst abgeschnitten und vollständig entfernt, um Pilzen und Schädlingen wie der Spargelfliege die Überwinterungsgrundlage zu entziehen.[21] Neben Schädlingen stellen abiotische Faktoren wie Trockenheit und Bodenversalzung zunehmende Herausforderungen dar, auf die die Pflanze mit spezifischen Genexpressionsmustern reagiert.[6] Um physische Schäden am Rhizom zu minimieren, ist bei der Ernte Vorsicht geboten, da nicht-selektive maschinelle Verfahren die Wurzeln verletzen und zu Ertragseinbußen in der Folgesaison führen können.[21] Zur Sicherung der Vitalität wird traditionell eine Regenerationszeit nach dem 24. Juni (Johannistag) eingehalten, um der Pflanze eine ausreichende Erholung für den Austrieb im nächsten Jahr zu ermöglichen. Medizinisch und ernährungsphysiologisch ist Spargel aufgrund seines hohen Kaliumgehalts für seine harntreibende Wirkung bekannt.[21] Darüber hinaus ist die Art reich an bioaktiven Verbindungen wie Saponinen, Flavonoiden und Polysacchariden, denen antioxidative, entzündungshemmende und immunmodulatorische Aktivitäten zugeschrieben werden.[6] Ein bekanntes physiologisches Phänomen ist der bei etwa 40 % der Menschen auftretende strenge Geruch des Urins, der durch den enzymatischen Abbau der enthaltenen Asparagusinsäure in schwefelhaltige Verbindungen wie Methanthiol verursacht wird.[21]

Biologie & Lebenszyklus

Der Gemüsespargel (*Asparagus officinalis*) ist eine sommergrüne, ausdauernde und krautige Pflanze, die als Hemikryptophyt überwintert. Aus einem Rhizom treibt die Pflanze fleischige, saftige Wurzeln sowie Sprossen, die sich zu verzweigten, 0,6 bis 1,5 Meter hohen Stängeln entwickeln. Die eigentlichen Laubblätter sind zu häutigen Schuppen reduziert, während die Photosynthese von in deren Achseln entspringenden, nadelartigen Phyllokladien (umgewandelten Kurzsprossen) übernommen wird. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis Juli. Die Art ist meist zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch), wobei die kleinen, dreizähligen Blüten gelbliche Hüllblätter aufweisen. Nach der Befruchtung bilden die weiblichen Pflanzen scharlachrote, gering giftige Beeren aus. Der Chromosomensatz beträgt 2n = 20, wobei auch polyploide Sorten (tetraploid) gezüchtet wurden.[13] Physiologisch verfügt *Asparagus officinalis* über Anpassungsmechanismen gegen abiotischen Stress wie Trockenheit und Salzgehalt, was ihn widerstandsfähig macht. Zu den bedeutendsten Mortalitätsfaktoren und Schädlingen zählt die Spargelfliege (*Platyparaea poeciloptera*), deren Larven in den Stängeln minieren, sowie Pilzkrankheiten wie Rost und Wurzelfäule.[13][Patent DE-587401-C] Um diesen Pathogenen die Grundlage zu entziehen, werden die Stängel im Herbst im Anbau oft entfernt.[13]

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Deutschland

    20.11.2025

  • Deutschland

    16.11.2025

  • Eriskirch, 88097 Eriskirch, Deutschland

    16.11.2025

  • Deutschland

    14.11.2025

  • Naturpark Elbhöhen-Wendland, Schnega, Niedersachsen, Deutschland

    13.11.2025

Daten: iNaturalist

Vorkommen & Lebensraum

Die ursprüngliche Heimat des Gemüsespargels (*Asparagus officinalis*) umfasst die warmen und gemäßigten Regionen von Süd- und Mitteleuropa, Nordafrika sowie Vorderasien. Als spezifisches Ursprungsgebiet der Art wird der östliche Mittelmeerraum angenommen. Vorläufer beziehungsweise Verwandte des heutigen Kulturspargels kommen wild zudem im westlichen Sibirien vor. In seinem natürlichen Verbreitungsgebiet besiedelt der Spargel bevorzugt Flussufer. Durch die weltweite Kultivierung wurde die Art in weiteren Gebieten wie Nord- und Südamerika sowie Neuseeland eingebürgert. In Mitteleuropa findet sich verwilderter Spargel typischerweise an trockenen und mäßig nährstoffreichen Standorten. Zu den besiedelten Habitaten zählen hier Dämme, Wegränder, Dünen sowie ruderale Trockenrasen. Pflanzensoziologisch gedeiht *Asparagus officinalis* meist in Gesellschaften der Ordnung Corynephoretalia. Weitere Vorkommen sind in der Ordnung Origanetalia oder der Klasse Festuco-Brometea verzeichnet. Bezüglich der Bestände auf Kies- und Sandbänken großer Flüsse wie Rhein, Main und Donau ist wissenschaftlich unklar, ob es sich um echte Wildvorkommen oder Verwilderungen handelt.[10]

Saisonalität & Aktivität

Das öffentliche Interesse an *Asparagus officinalis* unterliegt in Deutschland einer extrem ausgeprägten Saisonalität, die sich deutlich in den aggregierten Suchanfragen widerspiegelt. Die Aktivität der Nutzer beginnt im Frühjahr signifikant anzusteigen und konzentriert sich fast ausschließlich auf das zweite Quartal. Der Höhepunkt der jährlichen Aufmerksamkeit wird in den Monaten April und Mai erreicht. Im Mai verzeichnet die Datenreihe den maximalen Mittelwert von 59,14, was die zentrale Bedeutung dieses Monats im Zyklus unterstreicht. Auch der April weist mit einem Wert von 48,73 eine sehr hohe Relevanz auf und markiert die Hochphase der Saison. Im starken Kontrast dazu fällt das Interesse nach Abschluss des Frühjahrs abrupt ab. Während der Herbstmonate September und November sinken die Werte auf ein Minimum von jeweils 1,36. Dies belegt, dass *Asparagus officinalis* außerhalb der primären Erntezeit im öffentlichen Bewusstsein kaum präsent ist.[9]

Wissenschaftliche Forschung & Patente

DE-4103982-A1 Chemical Unbekannt

Zusammensetzungen zur Förderung des Spargelwachstums

Bitterfeld Wolfen Chemie (1991)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Beschrieben wird eine chemische Zusammensetzung zur Wachstumsregulierung von Spargelpflanzen, die spezifische Ester (z.B. Glycin-Ethylester) enthält. Die Erfindung zielt darauf ab, den Ertrag im Vergleich zu herkömmlichen Mitteln signifikant zu steigern. Es ist direkt für den Anbau von Asparagus officinalis relevant und praktisch anwendbar.

DE-587401-C Chemical Erteilt

Verfahren zur Bekämpfung der Spargelfliege

Meyer Ludwig Chemical Fab (1932)

Relevanz: 9/10

Zusammenfassung

Dieses historische Patent widmet sich spezifisch der Bekämpfung der Spargelfliege (Platyparaea poeciloptera), einem der wichtigsten Schädlinge im Spargelanbau. Es beschreibt Methoden, um den Schädling direkt an der Pflanze zu bekämpfen und so die Ernte zu sichern. Die hohe Relevanz ergibt sich aus dem direkten Bezug zum Pflanzenschutz für diese Kultur.

Quellen & Referenzen

  1. https://www.gbif.org/species/2768885
  2. https://patents.google.com/patent/DE4103982A1/en
  3. https://doi.org/10.3390/genes16121411
  4. Friedrich Kluge, Alfred Götze: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 20. Auflage. De Gruyter, Berlin 1967.
  5. Andreas Mettenleiter: Das Juliusspital in Würzburg. Band III: Medizingeschichte. Würzburg 2001.
  6. Ye, X. et al.: Genome-Wide Identification and Expression Analysis of the AS2/LOB Transcription Factor Family in Asparagus officinalis. Genes 2025, 16, 1411.
  7. Bencao Gangmu, Buch 14 (Kommentierter Reprint, VR China 1975).
  8. Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Philipp Cohen, Hannover 1882.
  9. Zeitreihen-Analyse: Suchinteresse (aggregiert), Keyword: Spargel, Geo: DE
  10. Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 135–136.
  11. Wikipedia: Gemüsespargel, OCR Page 1
  12. Enzyklopädischer Basisartikel: Gemüsespargel (OCR-Scan, Seiten 1-6)
  13. Wikipedia: Gemüsespargel - Seite 1 (OCR)
  14. Patent DE-587401-C: Verfahren zur Bekämpfung der Spargelfliege, 1932
  15. FAO: Produktionsstatistik der FAO für 2022. fao.org, abgerufen am 17. März 2024
  16. Statistisches Bundesamt: Spargel ist das am häufigsten angebaute Freilandgemüse. Destatis, 2014
  17. Saisonbericht 2024. Initiative Faire Landarbeit, 2024
  18. UNECE-Norm für Spargel (FFV-04), Ausgabe 2017
  19. Bundeszentrum für Ernährung: Spargel: Kennzeichnung und Handelsklassen
  20. FAO Produktionsstatistik 2022, fao.org (abgerufen via OCR-Text Seite 2)
  21. Wikipedia-OCR-Text, Seite 6 (Anbau & Krankheitserreger)
  22. Nencki, Marcel (1891). Ueber das Vorkommen von Methylmercaptan im menschlichen Harn nach Spargelgenuss. In: Archiv für experimentelle Pathologie und Pharmakologie.
  23. Waring, R.H., et al.: The chemical nature of the urinary odour produced by man after asparagus ingestion. In: Xenobiotica. 1987
  24. Pelchat, M.L., et al.: Excretion and perception of a characteristic odor in urine after asparagus ingestion. In: Chemical senses. 2011
  25. Sarah C. Markt et al.: Sniffing out significant “Pee values”: genome wide association study of asparagus anosmia. In: the bmj. 2016
  26. Souci, S.W., et al. (2016): Die Zusammensetzung der Lebensmittel Nährwert-Tabellen. 8. Auflage.
  27. Skiebe, K. et al.: Züchtung von polyploidem Spargel (Asparagus officinalis L.). In: Plant Breeding. 1991
  28. Harkess, A., et al. The asparagus genome sheds light on the origin and evolution of a young Y chromosome. Nat. Commun. 2017, 8, 1279.
  29. Lothar Schwinden: Asparagus – römischer Spargel: ein neues Bleietikett mit Graffiti aus Trier. In: Funde und Ausgrabungen im Bezirk Trier. 1994
  30. Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen: „Spargel – das königliche Gemüse“ Anbautipps
  31. Guo, Q., et al. The bioactive compounds and biological functions of Asparagus officinalis L.—A review. J. Funct. Foods 2020, 65, 103727.