Fakten (kompakt)
- *Stegobium paniceum* gehört zur Familie der Ptinidae (ehemals [Anobiidae](/pages/lexikon/nagekafer)) und ist die einzige Art der Gattung *Stegobium*.[5][5]
- Die adulten [Käfer](/pages/lexikon/kafer) erreichen eine Körperlänge von 1,2 bis 4,0 mm, sind rotbraun bis dunkelbraun gefärbt und weisen auf den Flügeldecken punktierte Längsstreifen sowie eine feine Behaarung auf.[5][2]
- Ein wichtiges Bestimmungsmerkmal sind die elfgliedrigen Antennen, deren letzte drei Glieder stark vergrößert sind und eine lockere Keule bilden.[5][5]
- Die Larven sind weiß, ab dem zweiten Stadium engerlingsartig gekrümmt (C-förmig) und werden bis zu 5 mm lang.[5][5]
- Das Nahrungsspektrum ist extrem breit (polyphag) und umfasst stärkehaltige Produkte wie Brot und Nudeln, aber auch Gewürze (z. B. [Paprika](/pages/lexikon/paprika), Cayennepfeffer), Drogen, Tabak, Leder und Bücher.[5][2]
- Durch eine Symbiose mit hefeartigen Pilzen (*Symbiotaphrina* spp.) im Mitteldarm können die Larven lebenswichtige B-Vitamine synthetisieren und Giftstoffe abbauen, was das Überleben auf nährstoffarmen oder toxischen Substraten ermöglicht.[5][5]
- Die Entwicklungsdauer vom Ei zum Imago ist temperaturabhängig und beträgt bei 30 °C etwa 40 bis 70 Tage, während sie sich bei 17 °C auf bis zu 200 Tage verlängern kann.[2][5]
- Adulte [Käfer](/pages/lexikon/kafer) nehmen keine Nahrung mehr auf, leben zwischen 13 und 65 Tagen und sind flugfähig, was die Erschließung neuer Befallsherde erleichtert.[2][5]
- Weibchen legen durchschnittlich 40 bis 100 Eier direkt in das Nährsubstrat oder in Ritzen ab.[5][5]
- Zur Anlockung der Männchen produzieren die Weibchen das Sexualpheromon Stegobinon (2,3-Dihydro-2,3,5-trimethyl-6-(1-methyl-2-oxobutyl)-4H-pyran-4-on).[5][6]
- Die Larven besitzen kräftige Mundwerkzeuge, mit denen sie Verpackungsmaterialien wie Kunststoff, Folien und sogar Bleiplatten durchdringen können.[5]
- Zu den natürlichen Feinden des Brotkäfers zählen die [Lagererzwespe](/pages/lexikon/lagererzwespe) *[Lariophagus distinguendus](/pages/lexikon/lagererzwespe)* und der Buntkäfer *Thaneroclerus buqueti*.[5]
Der Brotkäfer trägt den wissenschaftlichen Namen *Stegobium paniceum* (Linnaeus, 1758) und wird systematisch der Familie Ptinidae zugeordnet.[5][7] In der Literatur findet sich häufig noch die Klassifizierung in der Familie [Anobiidae](/pages/lexikon/nagekafer) ([Nagekäfer](/pages/lexikon/holzwurm)), die taxonomisch inzwischen oft als Unterfamilie der Ptinidae betrachtet wird.[7][2][4] Ursprünglich wurde die Art als *Dermestes paniceus* beschrieben; ein weiteres historisches Synonym ist *Sitodrepa panicea*.[7][4]
Der adulte *Stegobium paniceum* ist ein kleiner, zylindrischer bis langovaler [Käfer](/pages/lexikon/kafer) mit einer Körperlänge von 1,2 bis 4,0 Millimetern.[5][2] Die Färbung des Chitinpanzers variiert von einheitlich Rostrot bis Dunkelbraun.[2][9] Ein charakteristisches Merkmal ist der gewölbte, kapuzenartige Halsschild (Pronotum), der den Kopf bei Betrachtung von oben vollständig verbirgt.[5][9] Die Flügeldecken (Elytren) weisen regelmäßige Längsreihen aus feinen Punktgruben auf und sind mit einer feinen, kurzen Behaarung versehen.[5][9] Die Fühler sind elfgliedrig, wobei die letzten drei Segmente deutlich vergrößert sind und eine lose Keule bilden.[5][2] Die Larven sind weißliche, engerlingsartig gekrümmte Larven (Scarabaeiform), die bis zu 5 Millimeter lang werden.[5][9] Sie besitzen eine hellbraune Kopfkapsel und sind dicht kurz behaart.[2][9] Während Junglarven sehr beweglich sind, werden ältere Stadien relativ unbeweglich.[2] *Stegobium paniceum* wird häufig mit dem nahe verwandten [Tabakkäfer](/pages/lexikon/tabakkaefer) (*[Lasioderma serricorne](/pages/lexikon/tabakkaefer)*) verwechselt.[9] Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal sind die Antennen: Während *S. paniceum* eine dreigliedrige Keule aufweist, besitzt *L. serricorne* gesägte Fühler ohne Keule.[5][9] Zudem sind die Flügeldecken des [Tabakkäfers](/pages/lexikon/tabakkaefer) glatt, während *S. paniceum* die beschriebenen Längsstreifen zeigt.[9]
Der Brotkäfer (*Stegobium paniceum*) gilt weltweit als einer der bedeutendsten Vorratsschädlinge in Haushalten, Apotheken und Museen.[5][6] Die Larven sind polyphag und befallen ein breites Spektrum an trockenen pflanzlichen und tierischen Produkten, darunter Brot, Gewürze, Drogen, Leder und Bücher.[5][10] Während die adulten [Käfer](/pages/lexikon/kafer) kaum bis gar keine Nahrung aufnehmen, verursachen die Larven massive Schäden durch Fraß sowie Verunreinigung mit Gespinsten und Kot.[10][6] Typische Befallsmerkmale sind kreisrunde Ausfluglöcher von etwa 1 bis 2 mm Durchmesser sowie das Verklumpen von Nahrungsteilchen durch die Kokonbildung.[5][10] Die Larven sind in der Lage, Verpackungsmaterialien wie Kunststoff, Folie und sogar Bleiblech zu durchdringen, um an Nahrungsquellen zu gelangen.[5][6] Zur Prävention sollten gefährdete Waren in fest verschließbaren Gefäßen aus Glas oder Metall sowie kühl und trocken gelagert werden, da die Entwicklung unter 15 °C stagniert.[5][10] Zur Bekämpfung eignen sich thermische Verfahren; Temperaturen von 60 °C töten alle Entwicklungsstadien innerhalb von 45 Minuten ab.[5] Alternativ können befallene Objekte über mehrere Tage bei -18 °C tiefgefroren werden, um die Schädlinge zu eliminieren.[10][6] Für das Monitoring in Lagerhallen und Gewerbebetrieben werden Pheromonfallen auf Basis des Sexuallockstoffs Stegobinon eingesetzt.[6] Natürliche Feinde wie die [Lagererzwespe](/pages/lexikon/lagererzwespe) *[Lariophagus distinguendus](/pages/lexikon/lagererzwespe)* können die Populationen ebenfalls dezimieren, wobei ihr Auftreten oft auf einen länger bestehenden Befall hindeutet.[5]