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Brotkäfer Stegobium paniceum

Geringes Risiko Lästling Kann beißen Physische Gefahr

Taxonomische Klassifikation

Reich Tiere (Animalia)
Stamm Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse Insekten (Insecta)
Ordnung Käfer (Coleoptera)
Familie Ptinidae
Gattung Stegobium
Art Stegobium paniceum
Wissenschaftlicher Name: Stegobium paniceum (Linnaeus, 1758)
Akzeptierter Name
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Einleitung

Der **Brotkäfer** (*Stegobium paniceum*) ist eine weltweit verbreitete Art aus der Familie der Ptinidae (ehemals [Anobiidae](/pages/lexikon/nagekafer)), die als Kulturfolger fast ausschließlich in menschlichen Umgebungen vorkommt.[1][2][3] Er zählt zu den wirtschaftlich bedeutendsten Vorratsschädlingen in Haushalten, Apotheken und Museen, da sich die Larven polyphag von einer Vielzahl trockener pflanzlicher und tierischer Materialien ernähren.[4][5] Vom ähnlich aussehenden [Tabakkäfer](/pages/lexikon/tabakkaefer) (*[Lasioderma serricorne](/pages/lexikon/tabakkaefer)*) lässt sich die Art morphologisch durch die dreigliedrige Fühlerkeule und die punktierten Längsstreifen auf den Flügeldecken abgrenzen.[4][6]

Fakten (kompakt)

- *Stegobium paniceum* gehört zur Familie der Ptinidae (ehemals [Anobiidae](/pages/lexikon/nagekafer)) und ist die einzige Art der Gattung *Stegobium*.[5][5] - Die adulten [Käfer](/pages/lexikon/kafer) erreichen eine Körperlänge von 1,2 bis 4,0 mm, sind rotbraun bis dunkelbraun gefärbt und weisen auf den Flügeldecken punktierte Längsstreifen sowie eine feine Behaarung auf.[5][2] - Ein wichtiges Bestimmungsmerkmal sind die elfgliedrigen Antennen, deren letzte drei Glieder stark vergrößert sind und eine lockere Keule bilden.[5][5] - Die Larven sind weiß, ab dem zweiten Stadium engerlingsartig gekrümmt (C-förmig) und werden bis zu 5 mm lang.[5][5] - Das Nahrungsspektrum ist extrem breit (polyphag) und umfasst stärkehaltige Produkte wie Brot und Nudeln, aber auch Gewürze (z. B. [Paprika](/pages/lexikon/paprika), Cayennepfeffer), Drogen, Tabak, Leder und Bücher.[5][2] - Durch eine Symbiose mit hefeartigen Pilzen (*Symbiotaphrina* spp.) im Mitteldarm können die Larven lebenswichtige B-Vitamine synthetisieren und Giftstoffe abbauen, was das Überleben auf nährstoffarmen oder toxischen Substraten ermöglicht.[5][5] - Die Entwicklungsdauer vom Ei zum Imago ist temperaturabhängig und beträgt bei 30 °C etwa 40 bis 70 Tage, während sie sich bei 17 °C auf bis zu 200 Tage verlängern kann.[2][5] - Adulte [Käfer](/pages/lexikon/kafer) nehmen keine Nahrung mehr auf, leben zwischen 13 und 65 Tagen und sind flugfähig, was die Erschließung neuer Befallsherde erleichtert.[2][5] - Weibchen legen durchschnittlich 40 bis 100 Eier direkt in das Nährsubstrat oder in Ritzen ab.[5][5] - Zur Anlockung der Männchen produzieren die Weibchen das Sexualpheromon Stegobinon (2,3-Dihydro-2,3,5-trimethyl-6-(1-methyl-2-oxobutyl)-4H-pyran-4-on).[5][6] - Die Larven besitzen kräftige Mundwerkzeuge, mit denen sie Verpackungsmaterialien wie Kunststoff, Folien und sogar Bleiplatten durchdringen können.[5] - Zu den natürlichen Feinden des Brotkäfers zählen die [Lagererzwespe](/pages/lexikon/lagererzwespe) *[Lariophagus distinguendus](/pages/lexikon/lagererzwespe)* und der Buntkäfer *Thaneroclerus buqueti*.[5]

Namen & Einordnung (kurz)

Der Brotkäfer trägt den wissenschaftlichen Namen *Stegobium paniceum* (Linnaeus, 1758) und wird systematisch der Familie Ptinidae zugeordnet.[5][7] In der Literatur findet sich häufig noch die Klassifizierung in der Familie [Anobiidae](/pages/lexikon/nagekafer) ([Nagekäfer](/pages/lexikon/holzwurm)), die taxonomisch inzwischen oft als Unterfamilie der Ptinidae betrachtet wird.[7][2][4] Ursprünglich wurde die Art als *Dermestes paniceus* beschrieben; ein weiteres historisches Synonym ist *Sitodrepa panicea*.[7][4]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Der adulte *Stegobium paniceum* ist ein kleiner, zylindrischer bis langovaler [Käfer](/pages/lexikon/kafer) mit einer Körperlänge von 1,2 bis 4,0 Millimetern.[5][2] Die Färbung des Chitinpanzers variiert von einheitlich Rostrot bis Dunkelbraun.[2][9] Ein charakteristisches Merkmal ist der gewölbte, kapuzenartige Halsschild (Pronotum), der den Kopf bei Betrachtung von oben vollständig verbirgt.[5][9] Die Flügeldecken (Elytren) weisen regelmäßige Längsreihen aus feinen Punktgruben auf und sind mit einer feinen, kurzen Behaarung versehen.[5][9] Die Fühler sind elfgliedrig, wobei die letzten drei Segmente deutlich vergrößert sind und eine lose Keule bilden.[5][2] Die Larven sind weißliche, engerlingsartig gekrümmte Larven (Scarabaeiform), die bis zu 5 Millimeter lang werden.[5][9] Sie besitzen eine hellbraune Kopfkapsel und sind dicht kurz behaart.[2][9] Während Junglarven sehr beweglich sind, werden ältere Stadien relativ unbeweglich.[2] *Stegobium paniceum* wird häufig mit dem nahe verwandten [Tabakkäfer](/pages/lexikon/tabakkaefer) (*[Lasioderma serricorne](/pages/lexikon/tabakkaefer)*) verwechselt.[9] Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal sind die Antennen: Während *S. paniceum* eine dreigliedrige Keule aufweist, besitzt *L. serricorne* gesägte Fühler ohne Keule.[5][9] Zudem sind die Flügeldecken des [Tabakkäfers](/pages/lexikon/tabakkaefer) glatt, während *S. paniceum* die beschriebenen Längsstreifen zeigt.[9]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Der Brotkäfer (*Stegobium paniceum*) gilt weltweit als einer der bedeutendsten Vorratsschädlinge in Haushalten, Apotheken und Museen.[5][6] Die Larven sind polyphag und befallen ein breites Spektrum an trockenen pflanzlichen und tierischen Produkten, darunter Brot, Gewürze, Drogen, Leder und Bücher.[5][10] Während die adulten [Käfer](/pages/lexikon/kafer) kaum bis gar keine Nahrung aufnehmen, verursachen die Larven massive Schäden durch Fraß sowie Verunreinigung mit Gespinsten und Kot.[10][6] Typische Befallsmerkmale sind kreisrunde Ausfluglöcher von etwa 1 bis 2 mm Durchmesser sowie das Verklumpen von Nahrungsteilchen durch die Kokonbildung.[5][10] Die Larven sind in der Lage, Verpackungsmaterialien wie Kunststoff, Folie und sogar Bleiblech zu durchdringen, um an Nahrungsquellen zu gelangen.[5][6] Zur Prävention sollten gefährdete Waren in fest verschließbaren Gefäßen aus Glas oder Metall sowie kühl und trocken gelagert werden, da die Entwicklung unter 15 °C stagniert.[5][10] Zur Bekämpfung eignen sich thermische Verfahren; Temperaturen von 60 °C töten alle Entwicklungsstadien innerhalb von 45 Minuten ab.[5] Alternativ können befallene Objekte über mehrere Tage bei -18 °C tiefgefroren werden, um die Schädlinge zu eliminieren.[10][6] Für das Monitoring in Lagerhallen und Gewerbebetrieben werden Pheromonfallen auf Basis des Sexuallockstoffs Stegobinon eingesetzt.[6] Natürliche Feinde wie die [Lagererzwespe](/pages/lexikon/lagererzwespe) *[Lariophagus distinguendus](/pages/lexikon/lagererzwespe)* können die Populationen ebenfalls dezimieren, wobei ihr Auftreten oft auf einen länger bestehenden Befall hindeutet.[5]

Biologie & Lebenszyklus

Der Brotkäfer (*Stegobium paniceum*) durchläuft eine vollständige Metamorphose (Holometabolie), die die Stadien Ei, Larve, Puppe und Imago umfasst.[6] Nach der Begattung legt das Weibchen durchschnittlich 75 bis 100 weiße, ovale Eier einzeln oder in Haufen direkt in das Nährsubstrat oder in Ritzen ab.[5][6] Die schlüpfenden Larven stellen das eigentliche Fressstadium dar und beherbergen im Mitteldarm hefeartige Symbionten (*Symbiontaphrina*), die lebenswichtige B-Vitamine und Aminosäuren produzieren und so das Gedeihen auf nährstoffarmer Kost ermöglichen.[5][6] Während die Junglarven noch beweglich sind, krümmen sich die Larven ab dem zweiten Stadium engerlingsartig und wachsen bis zu einer Länge von 5 mm heran.[5][6] Die Verpuppung erfolgt in einem aus Sekret, Nahrungsteilchen und Kot gesponnenen Kokon oder in einem Bohrgang innerhalb des Materials.[5][2] Die Dauer der Gesamtentwicklung ist stark temperaturabhängig und reicht von etwa 40 bis 70 Tagen bei 30 °C bis zu über 200 Tagen bei 17 °C.[5][2][6] Unterhalb von 15 °C findet keine Entwicklung mehr statt, während Temperaturen über 40 °C für alle Stadien tödlich sind.[5] In ungeheizten Räumen wird in gemäßigten Breiten meist nur eine Generation pro Jahr gebildet, wohingegen in beheizten Umgebungen bis zu drei Generationen möglich sind.[5] Das Nahrungsspektrum der Larven ist äußerst breit (polyphag) und umfasst neben stärkehaltigen Produkten wie Brot und Getreide auch Gewürze, Drogen, Tabak, Leder sowie Bücher.[5][2] Die erwachsenen, 1,2 bis 4 mm großen [Käfer](/pages/lexikon/kafer) nehmen keine Nahrung mehr auf und leben nur wenige Wochen zur Fortpflanzung.[5][2]

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Trier

    07.01.2026

  • Munich, Bavaria, Deutschland

    02.01.2026

  • Wiesbaden, Hesse, Deutschland

    06.12.2025

  • Bielefeld, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

    09.11.2025

  • Deutschland

    05.11.2025

Daten: iNaturalist

Vorkommen & Lebensraum

Der Brotkäfer (*Stegobium paniceum*) ist weltweit verbreitet und gilt als Kosmopolit, wobei seine ursprüngliche Heimat in den halbtrockenen Gebieten Vorderasiens, Nordafrikas oder Südafrikas vermutet wird.[5][3] Als ausgesprochener Kulturfolger tritt die Art fast ausschließlich in der unmittelbaren Umgebung des Menschen auf.[2] Zu den bevorzugten Lebensräumen in Innenbereichen zählen Vorratskammern, Lagerhäuser, Bäckereien sowie Apotheken und Museen, wo die Larven an diversen organischen Materialien fressen.[5][6] In beheizten Gebäuden ist der [Käfer](/pages/lexikon/kafer) ganzjährig anzutreffen und kann mehrere Generationen hervorbringen, während sich die Entwicklung in ungeheizten Räumen gemäßigter Breiten verlangsamt.[5][3] Außerhalb von Gebäuden besiedelt *Stegobium paniceum* gelegentlich Vogelnester oder Heuschober, die ihm auch als Überwinterungsorte dienen können.[5][2] Durch den globalen Handel mit befallenen Waren wurde die Art in nahezu alle Regionen der Erde verschleppt.[3][6]

Saisonalität & Aktivität

In beheizten Wohnräumen ist *Stegobium paniceum* ganzjährig aktiv und bringt dort etwa drei Generationen pro Jahr hervor.[5] Die Hauptflugzeiten der erwachsenen [Käfer](/pages/lexikon/kafer) werden dabei primär in den Monaten Februar, Juni und September beobachtet.[5] Hingegen ist in ungeheizten Lagern in gemäßigten Breiten meist nur mit einer Generation jährlich zu rechnen.[5] Die Entwicklungsgeschwindigkeit korreliert stark mit der Umgebungstemperatur und verkürzt sich von ca. 200 Tagen bei 17 °C auf etwa 70 Tage bei 30 °C.[2] Daten zum öffentlichen Suchinteresse in Deutschland zeigen ein deutliches saisonales Muster mit einem Maximum im Hochsommer.[8] Die höchsten Werte werden durchschnittlich in den Monaten August und Juli verzeichnet.[8] Im Gegensatz dazu fällt das Interesse in den Wintermonaten Dezember und Januar auf das jährliche Minimum ab.[8] Diese saisonale Verteilung lässt vermuten, dass die beschleunigte Entwicklung bei sommerlichen Temperaturen die Wahrnehmung des Schädlingsbefalls verstärkt.[2][8]

3D-Mikroskop Ansicht: Brotkäfer

Stegobium paniceum — Interaktive 3D-Ansicht

ℹ️ Lizenz & Quelle

"Drugstore beetle (Stegobium paniceum cf.)" (https://skfb.ly/p8TNG) by Peter_TR is licensed under Creative Commons Attribution (http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/).

Bedienung: Mausrad zum Zoomen • Klicken & Ziehen zum Rotieren

DNA-Analyse: Brotkäfer

Touch-Mikroskopie

Zoom: Zwei Finger auseinanderziehen
Drehen: Mit einem Finger wischen
G+C Gehalt: ...

Wissenschaftliche Forschung & Patente

CN-109526997-A Biological Unbekannt

Ein Lockstoff und dessen Herstellungsverfahren für den Vorratsschädling Stegobium paniceum

University of Guiyang (2018)

Relevanz: 10/10

Zusammenfassung

Dieses Patent beschreibt die Entwicklung eines Lockstoffs für den Brotkäfer (Stegobium paniceum), der auf natürlichen Pflanzenextrakten basiert. Die Zusammensetzung umfasst unter anderem Extrakte aus Notoginseng, Orangenblüten, Zitronenschalen und Pfefferminzblättern sowie Trägerstoffe wie Natriumalginat. Die Innovation liegt in der Nutzung ungiftiger, natürlicher Komponenten, die eine langanhaltende Freisetzung und hohe Anziehungskraft gewährleisten. Das Mittel ist nicht nur gegen den Brotkäfer wirksam, sondern zeigt auch Aktivität gegen andere Vorratsschädlinge wie Reiskäfer. Es bietet eine umweltfreundliche Alternative zu rein synthetischen Lockstoffen für das Monitoring und die Bekämpfung.

DE-2947422-A1 Pheromone Unbekannt

Trimethyl-dihydro-pyran-4-on-Derivat als Lockstoff für Stegobium paniceum

Bayer AG (1979)

Relevanz: 10/10

Zusammenfassung

Das Patent der Bayer AG befasst sich mit der Synthese eines spezifischen chemischen Derivats ((2S)-2,3-Dihydro-2,3,5-trimethyl-6-(1-methyl-2-oxobutyl)-4H-pyran-4-on), das als hochwirksamer Lockstoff für den Brotkäfer dient. Es handelt sich um eine synthetische Form des Sexualpheromons (Stegobinon), die eine höhere Aktivität aufweist als bisher bekannte Isomer-Mischungen. Die Beschreibung umfasst detaillierte chemische Verfahrensschritte, einschließlich Fermentation und chemischer Reaktionen, um die gewünschte stereochemische Reinheit zu erreichen. Dieses Pheromon ermöglicht eine sehr spezifische Anlockung der männlichen Käfer. Es ist besonders relevant für das präzise Monitoring und Fallen-Systeme im Vorratsschutz.

Quellen & Referenzen

  1. GBIF Backbone Taxonomy. Stegobium paniceum (Linnaeus, 1758).
  2. Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg: Brotkäfer Information, März 2009.
  3. https://www.cabidigitallibrary.org/doi/full/10.1079/cabicompendium.51520
  4. Sellenschlo, U.: Brotkäfer (Stegobium paniceum) und Kleiner Tabakkäfer (Lasioderma serricorne). In: Schädlingsbekämpfung, Behr's Verlag, Hamburg.
  5. https://content.behrs-online.de/wissen/document-view/kom_qm-schaedlingsbekaempfer_schaedlingsbekaempfer_012_02_01_03/print
  6. https://edis.ifas.ufl.edu/publication/IN385
  7. Integrated Taxonomic Information System (ITIS): Stegobium paniceum. https://www.itis.gov/servlet/SingleRpt/SingleRpt?search_topic=TSN&search_value=114469
  8. Aggregierte Suchanfragedaten (Deutschland), Keyword: Brotkäfer, 2026
  9. https://museumpests.net/wp-content/uploads/2014/03/Drugstore-Beetle.pdf
  10. Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg: Brotkäfer Information (2009)