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jałowiec Juniperus communis

jałowiec

Taksonomia

Królestwo Pflanzen (Plantae)
Typ Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasa Pinopsida (Pinopsida)
Rząd Pinales (Pinales)
Rodzina Cupressaceae
Rodzaj Juniperus
Gatunek Juniperus communis
Nazwa naukowa Juniperus communis L.
Zaakceptowana nazwa

Einleitung

Der **Wacholder** (*Juniperus communis*), im Deutschen auch Gemeiner Wacholder genannt, ist ein zweihäusiges, immergrünes Nadelgehölz aus der Familie der Zypressengewächse (Cupressaceae), das in variablen Wuchsformen vom flachen Strauch bis zum kleinen Baum auftritt. Als die am weitesten verbreitete Gehölzart der Erde besiedelt er zirkumpolar weite Teile der Nordhalbkugel, von arktischen Tundren bis zu südlichen Gebirgszügen.[1] Ökologisch dient die Pflanze als Nahrungsquelle für Vögel und Wildtiere, während ihre aromatischen Zapfen („Wacholderbeeren“) kulinarisch genutzt werden und extrahierte Öle in technischen Anwendungen als Insektenabwehrmittel fungieren.[1][2]

Fakten (kompakt)

- Die Lebensdauer von *Juniperus communis* kann 170 Jahre überschreiten. - Das vertikale Verbreitungsgebiet reicht vom Meeresspiegel bis in Höhenlagen von über 3.600 Metern (12.000 Fuß). - Die Keimraten der Samen sind vergleichsweise niedrig und variieren stark zwischen 7 % und 75 %. - Morphologisch zeichnen sich die 5 bis 20 Millimeter langen Nadeln durch ein charakteristisches weißes Spaltöffnungsband auf der Oberseite aus. - Die reifen, beerenartigen Zapfen weisen einen Durchmesser von 4 bis 12 Millimetern auf. - Das Holz der Art ist feinfaserig und besitzt eine blassgelbe bis hellbraune Färbung.[10] - Innerhalb der Taxonomie werden verschiedene Varietäten unterschieden, darunter *var. depressa* und *var. montana*. - Auf der Roten Liste der IUCN wird der globale Bestand der Art als „nicht gefährdet“ (Least Concern) klassifiziert. - Historisch nutzten indigene Gemeinschaften Nordamerikas die Pflanze zur Herstellung medizinischer Tonika. - Im Garten- und Landschaftsbau gilt die Art als tolerant gegenüber dem für viele Pflanzen toxischen Schwarzen Walnussbaum (*Juglans nigra*).[10]

Name & Einordnung

Die Art *Juniperus communis* L. wurde im Jahr 1753 von Carl Linnaeus in seinem fundamentalen Werk *Species Plantarum* wissenschaftlich erstbeschrieben.[3][4] Als Typuslokalität für diese Beschreibung legte Linnaeus die Wälder Nordeuropas fest.[3] Systematisch gehört das Gehölz zur Familie der Zypressengewächse (Cupressaceae) und repräsentiert eine alte Abstammungslinie innerhalb dieser Gruppe.[3][1] Zu den dokumentierten historischen Synonymen zählt unter anderem *Juniperus vulgaris* Bubani. Im englischen Sprachraum ist die Bezeichnung "common juniper" etabliert, was dem deutschen Trivialnamen entspricht.[3] Aufgrund der ausgeprägten morphologischen Variabilität über das weite Verbreitungsgebiet wird die Art taxonomisch in diverse Unterarten und Varietäten unterteilt, darunter die Nominatform *subsp. communis* sowie *subsp. nana*, *subsp. alpina* und *subsp. depressa*. Genetische Analysen bestätigen die Monophylie der Art, deren infraspezifische Aufspaltung auf das mittlere Pliozän datiert wird. Zytologisch weist *Juniperus communis* einen diploiden Chromosomensatz von 2n = 22 auf. Neuere Untersuchungen aus dem Jahr 2025 deuten jedoch auf fließende genetische Grenzen und Hybridisierungen zwischen den Unterarten hin, was die Notwendigkeit kombinierter morphologisch-genetischer Ansätze zur Klassifizierung unterstreicht.[3]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Der Gemeine Wacholder (*Juniperus communis*) ist ein variables, immergrünes Nadelgehölz, das je nach Standort als niedrig kriechender Strauch oder kleiner Baum Wuchshöhen von bis zu 10 bis 16 Metern erreicht. Die Wuchsform reicht von säulenförmig in milden Klimaten bis zu niederliegenden, mattenbildenden Formen in alpinen oder arktischen Regionen.[1] Die Rinde ist dünn, rot- bis graubraun gefärbt und blättert im Alter in schmalen Streifen oder Fetzen ab, wodurch das glatte innere Holz sichtbar wird.[1][7] Die steifen, pfriemförmigen Nadeln sind in dreizähligen Wirteln um den Stängel angeordnet und messen zwischen 5 und 20 mm in der Länge.[1][6] Ein wichtiges Bestimmungsmerkmal ist das einzelne weiße Spaltöffnungsband (Stomataband) auf der Nadeloberseite, das von schmalen grünen Rändern gesäumt wird. Die Nadeln weisen eine grüne bis graugrüne Grundfärbung auf, wirken oft bereift (glauk) und verbleiben mehrere Jahre an den Zweigen. Als zweihäusige (diözische) Art bildet die Pflanze getrennte männliche und weibliche Zapfen auf verschiedenen Individuen aus. Die männlichen Zapfen sind kleine, 2 bis 4 mm lange, gelbliche Strukturen, die im zeitigen Frühjahr reichlich Pollen freisetzen.[1] Die weiblichen Zapfen entwickeln sich zu beerenartigen Früchten, die zunächst grün und fleischig sind und über einen Zeitraum von etwa 18 Monaten zu einer blau-schwarzen Farbe heranreifen.[1][7] Diese eiförmigen bis kugelförmigen Scheinbeeren haben einen Durchmesser von 4 bis 12 mm und enthalten typischerweise ein bis drei Samen. Das Wurzelsystem ist anpassungsfähig und kann sich flach bis zu 4 oder 5 Meter ausbreiten oder tiefreichende Pfahlwurzeln zur Erschließung von Grundwasser bilden.[1] Morphologisch lassen sich Unterarten differenzieren: Während *var. communis* aufrecht wächst, bildet *subsp. nana* niederliegende Matten mit kürzeren, 4 bis 12 mm langen Nadeln. Bei dieser Unterart ist das weiße Stomataband zwei- bis dreimal breiter als die grünen Ränder, und die Nadeln sind oft nach vorne gerichtet. Sämlinge und Jungpflanzen wachsen sehr langsam, wobei die Samen eine ausgeprägte Dormanz aufweisen und Keimraten zwischen 7 und 75 % zeigen.[1]

Beschreibung

Der Gemeine Wacholder (*Juniperus communis*) ist ein immergrünes Nadelgehölz aus der Familie der Zypressengewächse (*Cupressaceae*) und zeichnet sich durch das weltweit größte Verbreitungsgebiet aller Gehölze aus, das sich zirkumpolar über die Nordhalbkugel erstreckt.[1][7] Die Art wächst als zweihäusige (diözische) Pflanze, wobei männliche und weibliche Blüten auf getrennten Individuen vorkommen, und variiert in ihrer Wuchsform von niederliegenden Matten bis zu aufrechten Bäumen von bis zu 15 Metern Höhe.[1] In seinem natürlichen Lebensraum, der von trockenen Felsenhängen über Heidelandschaften bis zu alpinen Zonen reicht, fungiert der Wacholder oft als lichthungrige Pionierart auf nährstoffarmen, sauren Böden.[1][6] Ein markantes anatomisches Merkmal sind die in dreizähligen Wirteln angeordneten Nadeln, die auf der Oberseite ein breites weißes Spaltöffnungsband (Stomataband) aufweisen, welches dem Gasaustausch dient.[2][1] Diese steifen, pfriemförmigen Blätter besitzen eine wachsartige Auflage, die vor Austrocknung schützt und der Pflanze oft einen bläulich-grünen Schimmer verleiht.[1] Die scheinbaren „Beeren“ sind botanisch gesehen fleischige Zapfen, die sich aus den verwachsenen Samenschuppen der weiblichen Blütenstände entwickeln und etwa 18 Monate bis drei Jahre zur Reifung benötigen.[6][1] Während dieser Zeit verfärben sich die Zapfen von Grün zu einem bereiften Blau-Schwarz und enthalten typischerweise ein bis drei Samen. Im Gegensatz zu den unscheinbaren, gelblichen Pollenzapfen der männlichen Pflanzen, die im Frühjahr große Mengen Pollen für die Windbestäubung freisetzen, verbleiben die weiblichen Zapfen lange am Strauch.[1] Die Entwicklung der Keimlinge ist komplex und erfordert eine Stratifikation durch aufeinanderfolgende Warm- und Kälteperioden, um die physiologische Keimruhe zu brechen, wobei die natürlichen Keimraten oft niedrig sind.[6][1] Das Wurzelsystem ist anpassungsfähig und kann sowohl flach streichen als auch tiefe Pfahlwurzeln bilden, um in Felsspalten Wasser zu erschließen, was die Art besonders widerstandsfähig gegen Trockenheit und Erosion macht. Dank einer modularen Wachstumsarchitektur können einzelne Astpartien absterben, ohne den gesamten Organismus zu gefährden, was in extremen Habitaten wie der Tundra ein Überleben von über 1.000 Jahren ermöglicht.[8][1] Im Vergleich zu verwandten Unterarten wie *J. communis* subsp. *nana* (Alpen-Wacholder), die kürzere, gekrümmte Nadeln und einen kriechenden Wuchs aufweist, zeigt die Nominatform (*var. communis*) meist einen aufrechteren Habitus und längere Nadeln. Die Art wurde 1753 von Carl von Linné erstbeschrieben und gilt aufgrund ihrer genetischen und morphologischen Variabilität als taxonomisch komplex.[1][3] Chemisch zeichnet sich die Pflanze durch ätherische Öle aus, die vorwiegend Monoterpene wie α-Pinen enthalten und in speziellen Sekretbehältern in Nadeln und Zapfen gespeichert werden. Diese sekundären Pflanzenstoffe dienen unter anderem der Abwehr von Herbivoren und pathogenen Pilzen in den oft stressgeprägten Habitaten.[6]

Verhalten

Als lichtbedürftige Pionierart besiedelt *Juniperus communis* bevorzugt offene, gestörte Flächen und zeigt eine ausgeprägte Intoleranz gegenüber Beschattung. In exponierten alpinen Lagen oder Tundren passt sich die Pflanze durch eine niederliegende, mattenbildende Wuchsform an, um extremen Winden und klimatischen Stressfaktoren zu widerstehen. Das Fortpflanzungsverhalten ist anemophil, wobei männliche Pflanzen ihre Pollenwolken oft konzentriert in einem täglichen Zeitfenster von vier bis sechs Stunden freisetzen. Für die Ausbreitung interagiert der Wacholder mutualistisch mit Vögeln wie Drosseln (*Turdus* spp.), welche die fleischigen Zapfen verzehren und die Samen über weite Distanzen transportieren (Ornithochorie). Zur chemischen Abwehr von Fressfeinden produziert die Art flüchtige ätherische Öle, die herbivore Insekten und Wirbeltiere abschrecken.[1] Diese Inhaltsstoffe können spezifisch als Neurotoxine gegen Insekten wirken und bieten einen langanhaltenden Schutz vor Schädlingsbefall.[2] Im Wurzelbereich etabliert *Juniperus communis* essentielle Symbiosen mit Mykorrhizapilzen, welche die Nährstoffakquise auf kargen Substraten optimieren.[1]

Ökologie

Als schattenintolerante Pionierart besiedelt *Juniperus communis* offene, gestörte Flächen und gedeiht auf nährstoffarmen, sauren oder felsigen Substraten. Um in diesen kargen Habitaten zu bestehen, geht die Pflanze symbiotische Beziehungen mit arbuskulären und Ektomykorrhiza-Pilzen ein, welche die Aufnahme von Phosphor und anderen Mineralien signifikant verbessern.[1] Im trophischen Netz dienen die beerenartigen Zapfen als essenzielle Nahrungsquelle für Vögel wie die Wanderdrossel (*Turdus migratorius*) und den Zedernseidenschwanz (*Bombycilla cedrorum*), die im Gegenzug die ornithochore Samenverbreitung übernehmen.[6][5] Auch Säugetiere wie Hirsche, Elche und Hasen nutzen die Pflanze als Nahrung, indem sie insbesondere im Winter die Nadeln verbeißen.[1] Zum Schutz vor Herbivoren und Schädlingen produziert *Juniperus communis* flüchtige Öle, die als chemische Abwehr fungieren und teils neurotoxische Wirkungen auf Insekten entfalten können.[6][2] Neben der Nahrungsfunktion bietet die dichte Wuchsstruktur wichtigen Unterschlupf, etwa als Nistplatz für den Wildtruthahn (*Meleagris gallopavo*) oder als Schlafplatz für die Sumpfohreule (*Asio flammeus*).[1] Zu den natürlichen Feinden zählen Pathogene wie *Phytophthora austrocedrae*, der in schlecht drainierten Böden Wurzelfäule verursacht, sowie der Pilz *Kabatina thujae*, der für das Triebsterben verantwortlich ist.[6] Das weitreichende Wurzelsystem leistet einen wichtigen Beitrag zur Erosionskontrolle und Bodenstabilisierung an Hängen. In arktischen Ökosystemen unterstützen langlebige Bestände zudem die Kohlenstoffspeicherung durch Akkumulation organischer Substanz im Boden.[1]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Juniperus communis wird primär als ökologisch wertvolles Gehölz eingeordnet, das Nahrung für Vögel bietet und zur Erosionskontrolle dient, kann jedoch auf Weideflächen durch Verdrängung von Futterpflanzen als Weideunkraut gelten. Außerhalb seines nativen Areals, etwa in Patagonien, zeigt die Art invasives Potenzial und verdrängt native Flora in Schutzgebieten.[1] Das primäre Schadpotenzial für die Pflanze selbst geht von Bodenpathogenen aus: Phytophthora-Arten verursachen auf schlecht drainierten Böden Wurzelfäule, die zum Absterben des gesamten Strauches führt.[6] Oberirdisch manifestiert sich das Triebsterben durch Kabatina thujae, erkennbar an der Bräunung und dem Absterben der Triebspitzen.[2] Präventiv ist zur Vermeidung von Pilzerkrankungen auf gut drainierte, durchlässige Substrate zu achten, da Staunässe die Infektion begünstigt.[1] Ein signifikanter biotischer Stressfaktor ist der Verbiss durch Rotwild und Nutztiere, der die natürliche Verjüngung massiv hemmt und mechanische Schutzmaßnahmen wie Einzäunungen erfordert.[1][5] Aus medizinischer Sicht ist die windbürtige Verbreitung großer Pollenmengen im Frühjahr (April bis Juni) als Allergenquelle relevant.[3] Die Inhaltsstoffe, insbesondere Thujon im ätherischen Öl, besitzen bei übermäßiger Aufnahme nephrotoxische Wirkung und können gastrointestinale Beschwerden auslösen, weshalb bei Nierenerkrankungen und Schwangerschaft Vorsicht geboten ist.[1] In der Schädlingsbekämpfung wird J. communis hingegen aktiv genutzt: Patentierte Formulierungen setzen das ätherische Öl als Repellent gegen Stechmücken oder als Kontaktinsektizid ein.[2] Das Management wilder Bestände erfordert genetisches Monitoring, da Habitatfragmentierung zu Isolation und verminderter Samenviabilität führt, was in einigen Regionen zu einem gefährdeten Status geführt hat.[1][9]

Wirtschaftliche Bedeutung

Obwohl das Holz von *Juniperus communis* nur geringen kommerziellen Wert besitzt, spielen die Beeren eine signifikante Rolle in der Spirituosenindustrie, insbesondere für die Gin-Produktion.[1] Wirtschaftliche Einbußen im Zierpflanzenbau und der Landschaftsgestaltung entstehen primär durch pilzliche Erreger wie *Phytophthora*-Arten, die Wurzelfäule verursachen.[6] Ebenso führt der Befall durch *Kabatina thujae*, den Auslöser von Triebsterben, zu Qualitätsminderungen und Pflanzenausfällen in Baumschulen.[2] In der Forstwirtschaft und im Naturschutz verursachen intensiver Verbiss durch Vieh und Wild (z. B. Hirsche, Elche) erhebliche Schäden an der Verjüngung. Diese Regenerationsausfälle machen in betroffenen Gebieten kostenintensive Schutzmaßnahmen wie Zäunungen oder Bestandsmanagement erforderlich.[1] Positiv ist die wirtschaftliche Bedeutung der Art im Bereich der biologischen Schädlingsbekämpfung hervorzuheben. Ätherische Öle des Wacholders werden in patentierten Formulierungen als Repellentien zur Abwehr von Mücken eingesetzt. Zudem finden sie Verwendung in Insektiziden, wo sie als neurotoxische Komponente wirken und beispielsweise bei Pferden eine Schutzdauer von bis zu 96 Stunden erreichen.[2] Jüngste Forschungen belegen zudem eine antiparasitäre Aktivität von Fruchtextrakten gegen Protozoen, was auf ein zukünftiges wirtschaftliches Potenzial in der Veterinärmedizin hindeutet.[9]

Biologie & Lebenszyklus

*Juniperus communis* ist eine diözische Pflanze, bei der männliche und weibliche Zapfen auf getrennten Individuen wachsen und die Bestäubung durch den Wind erfolgt.[1][3] Die männlichen Zapfen schütten im Frühjahr (April bis Juni) große Mengen Pollen aus, wobei die Befruchtung der weiblichen Zapfen erst im zweiten Jahr stattfindet.[1] Die Entwicklung der beerenartigen weiblichen Zapfen dauert etwa 18 Monate, bis sie von grün zu einer bereiften blau-schwarzen Farbe gereift sind.[3] Diese Zapfen enthalten typischerweise ein bis drei Samen, die eine physiologische Dormanz aufweisen und zur Keimung eine Warmphase gefolgt von einer Kälteperiode (90–140 Tage bei 3–4 °C) benötigen.[6] Die natürliche Keimrate variiert stark zwischen 7 % und 75 %, ist jedoch in isolierten Populationen oft durch einen hohen Anteil tauber Samen stark reduziert.[1][6] Das Wachstum der Sämlinge verläuft extrem langsam; sie benötigen oft drei bis vier Jahre, um eine Größe von 20 bis 40 cm zu erreichen. Als langlebiges Gehölz können Individuen ein Alter von über 1.600 Jahren erreichen, wie dendrochronologische Untersuchungen an Exemplaren in der Tundra belegen. Die Pflanze zeigt kaum physiologische Seneszenz, da ihre modulare Wachstumsweise eine stetige Erneuerung durch vegetative Absenker ermöglicht, selbst wenn Teile des Individuums absterben.[1] *J. communis* ist extrem kältetolerant (bis -43 °C) und nach der Etablierung trockenheitsresistent, wobei das Wurzelsystem Nährstoffe auch in armen Böden effizient erschließt.[1][3] Für die Nährstoffaufnahme geht die Art Symbiosen mit arbuskulären Mykorrhizapilzen und Ektomykorrhiza ein, was besonders auf nährstoffarmen Standorten essenziell ist. Zu den natürlichen Mortalitätsfaktoren zählen Pathogene wie *Phytophthora*-Arten, die Wurzelfäule verursachen, sowie der Pilz *Kabatina thujae*, der Triebsterben auslöst.[1] Trotz chemischer Abwehrstoffe dienen die Nadeln im Winter als Nahrung für Wildtiere wie Hirsche, während Vögel wie Drosseln die Zapfen fressen und die Samen verbreiten.[1][3]

Vorkommen & Lebensraum

*Juniperus communis* besitzt das größte natürliche Verbreitungsgebiet aller Gehölze und kommt zirkumboreal auf der gesamten Nordhalbkugel vor.[1][3] Das Areal erstreckt sich von der arktischen Tundra über die kontinuierlichen borealen Zonen Eurasiens und Nordamerikas bis südlich in die Gebirge Nordafrikas, den Himalaya und Japan. In Europa ist die Art von Skandinavien und Irland bis in den Mittelmeerraum verbreitet, wobei Vorkommen in südlichen Lagen wie den Pyrenäen oder Alpen oft auf kühlere Gebirgsrefugien beschränkt sind. Fossile Pollenfunde belegen eine rasche postglaziale Wiederbesiedlung nördlicher Breitengrade nach dem Rückzug des Eises vor etwa 11.000 bis 15.000 Jahren. Außerhalb des natürlichen Areals wurde der Wacholder in die Südhalbkugel eingeführt, wo er beispielsweise in Patagonien (Argentinien) seit den 1930er Jahren verwilderte und teils invasive Bestände bildet.[1] Zu den bevorzugten natürlichen Lebensräumen zählen offene Heidelandschaften, trockene Felshänge, lichte Nadelwälder sowie Küstendünen.[1][6] Die Pflanze gedeiht auf nährstoffarmen, gut durchlässigen Substraten wie sauren Sanden, Kalkstein, Schiefer oder Silikatgestein mit einem pH-Wert zwischen 4,5 und 7,5. In natürlichen Pflanzengesellschaften ist *Juniperus communis* häufig mit *Pinus sylvestris*, *Betula*-Arten, *Calluna vulgaris* und *Taxus baccata* vergesellschaftet. Die Vertikalverbreitung reicht vom Meeresspiegel in Küstenregionen bis in hochalpine Zonen über 3000 Meter. Als lichtbedürftige Pionierpflanze besiedelt der Wacholder auch gestörte Standorte und Rohböden, wobei sein weitreichendes Wurzelsystem zur Stabilisierung erosionsgefährdeter Hänge beiträgt. Während die Art Frost bis -43 °C toleriert, sind südliche Populationen zunehmend fragmentiert und durch Klimaveränderungen sowie Habitatverlust gefährdet.[1] Aktuelle Beobachtungsdaten bestätigen die kontinuierliche Präsenz in den nördlichen Kerngebieten, während Vorkommen in dicht besiedelten Regionen Mitteleuropas oft inselartig verteilt sind.[1][6]

Saisonalität & Aktivität

*Juniperus communis* ist eine immergrüne Pflanze, deren reproduktive Phase im Frühling beginnt, wobei die männlichen Zapfen typischerweise von April bis Juni Pollen freisetzen. Dieser windbürtige Pollenflug weist oft eine tageszeitliche Periodizität auf, bei der die höchsten Konzentrationen auf ein Fenster von vier bis sechs Stunden begrenzt sind. Die Entwicklung der weiblichen Zapfen ist ein langwieriger Prozess, der etwa 18 Monate in Anspruch nimmt, bis die Früchte in der zweiten Vegetationsperiode von Grün zu Blau-Schwarz reifen. In kühleren Klimazonen kann sich diese Reifungsphase auf bis zu drei Jahre verlängern.[1] Die Ernte der reifen Beeren erfolgt dementsprechend meist im Spätherbst, zwischen Ende September und Oktober.[5] Physiologisch zeigt die Art saisonale Schwankungen, wobei die Ausbeute an ätherischen Ölen in den Nadeln während der Sommermonate signifikant höher ist als im Winter.[1] Für die Keimung benötigen die Samen eine komplexe Stratifikation, die eine Warmphase gefolgt von einer Kälteperiode von 90 bis 140 Tagen bei 3 bis 4 °C umfasst, um die physiologische Dormanz zu brechen.[5] Als extrem frosthartes Gehölz überdauert *Juniperus communis* Temperaturen bis zu -42 °C (USDA Zone 2) ohne Nadelverlust. Das öffentliche Interesse an der Art korreliert zeitlich mit der Blüte- und Pflanzzeit und zeigt Spitzenwerte in den Monaten April und Mai.[1]

Występowanie i aktualne obserwacje w Niemczech

  • Berchtesgadener Land, DE-BY, Deutschland

    18.01.2026

  • Grunewald, Berlin, Berlin, Deutschland

    17.01.2026

  • Zwätzen, Jena, Thüringen, Deutschland

    16.01.2026

  • Zwätzen, Jena, Thüringen, Deutschland

    16.01.2026

  • Zwätzen, Jena, Thüringen, Deutschland

    10.01.2026

Daten: iNaturalist

Badania naukowe i patenty

CN-106619442-A Chemical Nieznany

Mückenabweisendes und juckreizstillendes Toilettenwasser

Han Siyue (2016)

Znaczenie: 8/10

Streszczenie

Beschrieben wird ein Duftwasser (Toilet Water), das spezifisch zur Abwehr von Mücken formuliert ist. Es enthält Wacholderöl (Juniperus communis) als wesentlichen Bestandteil neben anderen Ölen. Das Produkt bietet eine praktische Anwendung zur Insektenabwehr und lindert gleichzeitig Juckreiz nach Stichen.

FR-2852204-A1 Biological Nieznany

Universell wirksames insektenabweisendes und insektizides Produkt, umfassend eine Mischung aromatischer ätherischer Öle aus 17 Pflanzenarten

Camprasse Georges, Camprasse Serge (2003)

Znaczenie: 8/10

Streszczenie

Dieses Patent beschreibt ein Insektizid und Repellent auf Basis einer Mischung ätherischer Öle, einschließlich Wacholder. Es wirkt als Neurotoxin gegen Insekten und hält diese effektiv fern (z.B. bei Pferden über 96 Stunden). Hier wird Juniperus communis aktiv als Wirkstoff zur Bekämpfung von Schädlingen (Insekten) eingesetzt.

Źródła i odniesienia

  1. https://www.fs.usda.gov/database/feis/plants/shrub/juncom/all.html
  2. https://patents.google.com/patent/FR2852204A1/en
  3. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:30088655-2
  4. http://www.missouribotanicalgarden.org/plantfinder/PlantFinderDetails.aspx?taxonid=279617
  5. https://courses.washington.edu/esrm412/protocols/2009/JUCO6.pdf
  6. https://explorer.natureserve.org/Taxon/ELEMENT_GLOBAL.2.1275555/Juniperus_communis
  7. http://floranorthamerica.org/Juniperus_communis
  8. https://esajournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ecy.4514
  9. https://turkiyeparazitolderg.org/pdf/c1dc3a38-51db-436b-af33-1bc7522029b3/articles/tpd.galenos.2025.27928/115-119.pdf
  10. Literaturzusammenfassung: Juniperus communis