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Kauf-Ratgeber Kirschfruchtfliege

Kirschfruchtfliege: So bleiben deine Kirschen madenfrei

Die kleinen weißen Maden in Süß- und Sauerkirschen stammen fast immer von der Kirschfruchtfliege. Gegen sie hilft kein einzelnes Mittel, sondern das richtige Timing: Fallen zur Flugzeit, ein Netz, eine Bodenabdeckung und eine vollständige Ernte. Hier findest du die Schnellwahl, alle Methoden im Vergleich und einen 5-Schritte-Plan. Andere Maden in Obst und Haushalt findest du unter Maden bekämpfen.

Schnellwahl: Was ist deine Situation?

Die Kirschen werden gerade gelb

Jetzt Fallen aufhängen

Die Fliegen legen ihre Eier in Kirschen, die von Gelb nach Rot umfärben. Häng die Fallen deshalb auf, sobald die ersten Früchte gelb werden – eine Falle pro Meter Baumhöhe, an einem sonnigen Ast im äußeren Kronenbereich. Die Fallen zeigen dir, ob und wann die Fliegen fliegen, und fangen einen Teil von ihnen. Stehen Kirschbäume in der Nachbarschaft, statte sie am besten mit aus.

Kleiner Baum, Säulen- oder Spalierkirsche

Ein Netz überziehen

Bei kleinen Bäumen ist ein engmaschiges Insektenschutznetz der wirksamste Schutz. Leg es über die Krone, bevor die Früchte gelb werden, und schließ es unten, damit keine Fliegen hineinkommen. Bis zur Ernte bleibt es drauf.

Jedes Jahr wieder Maden in den Kirschen

Boden abdecken und vollständig ernten

Die Maden verpuppen sich etwa 3 cm tief im Boden unter dem Baum und schlüpfen im nächsten Frühjahr – manche Puppen erst nach zwei bis drei Jahren. Deck den Boden unter der Krone ab Mitte Mai mit Vlies oder Folie ab, damit die schlüpfenden Fliegen nicht in den Baum gelangen. Ernte alle Früchte, auch die befallenen, und lass keine am Baum oder am Boden liegen.

Späte Kirschen, Beeren oder Trauben fallen zusammen, mehrere Maden in einer Frucht

Eher die Kirschessigfliege

Die Kirschfruchtfliege legt meist nur ein Ei pro Frucht. Sind in einer weich gewordenen Frucht mehrere kleine Maden, ist es eher die Kirschessigfliege. Sie befällt reife Früchte vor allem im Spätsommer. Mehr dazu im Lexikon-Steckbrief Kirschessigfliege und unter Fruchtfliegen bekämpfen.

Du pflanzt einen neuen Kirschbaum

Früh reifende Sorte wählen

Früh reifende Sorten färben sich oft schon um, bevor die meisten Fliegen ihre Eier ablegen, und werden deshalb meist weniger befallen. Späte Sorten trifft es dagegen häufiger.

Alle Methoden gegen die Kirschfruchtfliege im Vergleich

Kein Verfahren schützt allein vollständig. Am besten wirkt die Kombination aus Fallen, Netz oder Bodenabdeckung und einer gründlichen Ernte.

MethodeSo wirkt esWann sinnvollDarauf achten
Lockfallen und gelbe Leimfallen Gelbe Farbe und Lockstoff ziehen die Fliegen an, sie werden gefangen. Zur Flugzeit von Mai bis Juli, ab Beginn der Gelbfärbung Eine Falle pro Meter Baumhöhe, sonnig im äußeren Kronenbereich. Zeigen den Flug an und fangen einen Teil der Fliegen – allein kein vollständiger Schutz.
Insektenschutznetz Hält die Fliegen von den Früchten fern. Kleine Bäume, Säulen- und Spalierkirschen Vor der Gelbfärbung auflegen und unten schließen. Bis zur Ernte darauf lassen.
Bodenabdeckung Vlies oder Folie unter der Krone hält schlüpfende Fliegen im Boden zurück. Bei jährlich wiederkehrendem Befall Ab Mitte Mai bis zum Ende der Flugzeit liegen lassen; mehrere Jahre wiederholen, weil Puppen überliegen können.
Vollständig ernten Entfernt die Maden, bevor sie sich im Boden verpuppen. Jedes Jahr Auch befallene Früchte pflücken und aufgesammeltes Fallobst über den Restmüll entsorgen, nicht auf den Kompost.
Sortenwahl Früh reifende Kirschen sind reif, bevor die Fliegen stark fliegen. Bei Neupflanzungen Späte Sorten werden häufiger befallen.
Spritzmittel – Im Haus- und Kleingarten nur nach Beratung Wir führen kein Spritzmittel gegen die Kirschfruchtfliege. Ob für deinen Garten ein zugelassenes Mittel infrage kommt, erfährst du beim Pflanzenschutzdienst deines Bundeslandes.

So entwickelt sich die Kirschfruchtfliege

Entwicklung der Kirschfruchtfliege: schwarze Fliege mit gelbem Rückenschild und gebänderten Flügeln auf einer gelb-roten Kirsche, weiße Made am Kern einer aufgeschnittenen Kirsche und strohfarbene Tönnchenpuppe im Boden unter dem Baum
Entwicklung der Kirschfruchtfliege: schwarze Fliege mit gelbem Rückenschild und gebänderten Flügeln auf einer gelb-roten Kirsche, weiße Made am Kern einer aufgeschnittenen Kirsche und strohfarbene Tönnchenpuppe im Boden unter dem Baum

Die Kirschfruchtfliege bildet nur eine Generation im Jahr. Ihr Lebenszyklus erklärt, warum Timing und Boden so wichtig sind.

  • Flug im Frühsommer: Ab etwa Mitte Mai schlüpfen die Fliegen aus dem Boden. Nach rund zehn Tagen Reifefraß beginnen sie bei Temperaturen über 16 °C mit der Eiablage.
  • Ein Ei pro Kirsche: Das Weibchen sticht in Kirschen, die von Gelb nach Rot umfärben, und legt meist ein Ei hinein. Die belegte Frucht markiert es mit einem Duftstoff, damit andere Weibchen sie meiden.
  • Made am Kern: Nach sechs bis acht Tagen schlüpft die Made und frisst rund drei Wochen lang um den Kern. Sie wird bis zu 6 mm lang. Befallene Kirschen werden weich, faulen leichter und fallen teils ab.
  • Puppe im Boden: Die ausgewachsene Made verlässt die Frucht und verpuppt sich etwa 3 cm tief im Boden. Dort überwintert sie – manche Puppen schlüpfen erst nach zwei bis drei Jahren.

Daraus folgt: Die Fallen gehören zur Gelbfärbung in den Baum, die Bodenabdeckung ab Mitte Mai unter die Krone, und keine befallene Frucht sollte liegen bleiben. Mehr zur Art im Lexikon-Steckbrief Europäische Kirschfruchtfliege.

Kirschfruchtfliege oder Kirschessigfliege?

Beide Fliegen hinterlassen Maden in Kirschen – zeitlich und im Schadbild unterscheiden sie sich aber deutlich.

Europäische Kirschfruchtfliege (Rhagoletis cerasi) von oben: glänzend schwarzer Körper, gelbes Rückenschild, grüne Augen und durchsichtige Flügel mit dunklen Querbinden
Europäische Kirschfruchtfliege (Rhagoletis cerasi) von oben: glänzend schwarzer Körper, gelbes Rückenschild, grüne Augen und durchsichtige Flügel mit dunklen Querbinden

Europäische Kirschfruchtfliege

Rhagoletis cerasi

Größe
4–5 mm
Erkennungs­merkmal
Glänzend schwarz, gelbes Rückenschild, Flügel mit dunklen Querbinden, grüne Augen
Befällt
Süß- und Sauerkirschen beim Umfärben; meist eine Made pro Frucht am Kern

Was tun? Fallen ab Gelbfärbung, Netz, Bodenabdeckung, vollständig ernten.

Steckbrief im Lexikon →
Männchen der Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) von oben: kleine gelbbraune Fliege mit roten Augen und je einem dunklen Fleck an den Flügelspitzen
Männchen der Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) von oben: kleine gelbbraune Fliege mit roten Augen und je einem dunklen Fleck an den Flügelspitzen

Kirschessigfliege

Drosophila suzukii

Größe
2–3 mm
Erkennungs­merkmal
Gelbbraun mit roten Augen; Männchen mit dunklem Fleck an jeder Flügelspitze
Befällt
Reife, weiche Früchte wie späte Kirschen, Beeren und Trauben; mehrere Maden pro Frucht

Was tun? Früchte zügig ernten, befallene Früchte entfernen, Netze mit sehr feiner Maschenweite.

Steckbrief im Lexikon →

In 5 Schritten zu madenfreien Kirschen

  1. Schritt 1: Vorbereiten

    Fallen und Lockstoff rechtzeitig im Mai bereitlegen. Bei Befall im Vorjahr den Boden unter der Krone ab Mitte Mai mit Vlies oder Folie abdecken.

  2. Schritt 2: Fallen aufhängen

    Sobald die ersten Kirschen gelb werden, eine Falle pro Meter Baumhöhe an sonnige Äste im äußeren Kronenbereich hängen.

  3. Schritt 3: Kleine Bäume einnetzen

    Säulen- und Spalierkirschen oder kleine Bäume vor der Gelbfärbung mit einem engmaschigen Insektenschutznetz überziehen und unten schließen.

  4. Schritt 4: Kontrollieren

    Die Fallen regelmäßig prüfen und den Lockstoff nach Anleitung nachfüllen. Viele Fliegen in der Falle zeigen dir, dass gerade Eier abgelegt werden.

  5. Schritt 5: Vollständig ernten

    Alle Früchte ernten, auch befallene, und aufgesammeltes Fallobst über den Restmüll entsorgen. So gelangen weniger Maden in den Boden.

Merksätze

  • Fallen gehören in den Baum, sobald die Kirschen gelb werden.
  • Eine Falle pro Meter Baumhöhe, sonnig im äußeren Kronenbereich.
  • Fallen allein schützen nicht vollständig – Netz, Bodenabdeckung und Ernte gehören dazu.
  • Die Puppen überwintern im Boden unter dem Baum, manche bis zu drei Jahre.
  • Mehrere Maden in einer späten, weichen Frucht deuten auf die Kirschessigfliege.

Häufige Fragen zur Kirschfruchtfliege

Wann hänge ich die Kirschfruchtfliegenfalle auf?

Sobald sich die ersten Kirschen gelb färben – je nach Sorte und Region meist im Mai oder Juni. Dann beginnen die Weibchen mit der Eiablage. Die Fallen bleiben bis zur Ernte im Baum.

Wie viele Fallen brauche ich pro Baum?

Als Faustregel eine Falle pro Meter Baumhöhe, bei einem üblichen Gartenbaum also drei bis vier. Häng sie an sonnige Äste im äußeren Kronenbereich. Stehen weitere Kirschbäume in der Nähe, statte sie am besten mit aus.

Reichen Fallen gegen die Kirschfruchtfliege?

Allein meist nicht. Die Fallen zeigen dir, wann die Fliegen fliegen, und fangen einen Teil von ihnen. Für deutlich weniger Maden kombinierst du sie mit einem Netz bei kleinen Bäumen, einer Bodenabdeckung unter der Krone und einer vollständigen Ernte.

Kann man Kirschen mit Maden essen?

Die Maden übertragen keine Krankheiten. Befallene Kirschen sind aber weich und faulen schneller. Wer die Maden nicht mitessen möchte, schneidet die Kirschen auf oder sortiert weiche Früchte aus.

Woran erkenne ich die Kirschfruchtfliege?

Sie ist 4–5 mm groß, glänzend schwarz und hat ein auffällig gelbes Rückenschild, grüne Augen und durchsichtige Flügel mit dunklen Querbinden. Am häufigsten bemerkst du sie aber an den Maden: weißlich, bis 6 mm lang, meist eine pro Kirsche am Kern.

Warum sind frühe Kirschsorten weniger befallen?

Die Fliegen legen ihre Eier erst in Früchte, die von Gelb nach Rot umfärben. Früh reifende Sorten sind oft schon reif, bevor die meisten Fliegen Eier ablegen. Späte Sorten trifft es deshalb häufiger.

Kirschfruchtfliege oder Kirschessigfliege – wo ist der Unterschied?

Die Kirschfruchtfliege fliegt im Frühsommer, legt meist ein Ei pro Kirsche und befällt vor allem Kirschen beim Umfärben. Die Kirschessigfliege ist kleiner, gelbbraun mit roten Augen und befällt reife, weiche Früchte – oft im Spätsommer an späten Kirschen, Beeren und Trauben, mit mehreren Maden pro Frucht.

Die Fallen arbeiten mit Farbe und Lockstoff bzw. Leim, nicht mit Insektiziden. Sie zeigen den Flug an und fangen einen Teil der Fliegen – für einen guten Schutz kombinierst du sie mit Netz, Bodenabdeckung und vollständiger Ernte.

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